Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf den Jahresabschluss (JA) im Allgemeinen? Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Bestandteile des JA und des Lageberichts? Und welche jahrespolitischen Gestaltungsspielräume gibt es?
Durch diese Fragestellungen wird das Ziel verfolgt, für das betroffene Unternehmen ausgewählte Möglichkeiten bezüglich des JA 2020 zu erörtern. Dies geschieht, in dem, nach der Einleitung im ersten Kapitel, sich das zweite Kapitel mit den grundsätzlichen Gegebenheiten des JA nach HGB mit all seinen Bestandteilen sowie dem Lagebericht befasst. Im Anschluss daran folgt im dritten Kapitel die Auswirkung der Pandemie auf den JA 2020, unter Beachtung des JA, seiner Bestandteile (insbesondere der Rückstellungen, latenter Steuern und der außerplanmäßigen Abschreibung) Lagebericht. Die GuV wird nicht explizit betrachtet, da sie an verschiedenen Stellen auftaucht. Abgerundet wird dieses Thema durch eine Betrachtung ausgewählter jahresabschlusspolitischer Gestaltungsspielräume und eines Fazits.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundsätzliche Gegebenheiten bzgl. des JA nach HGB
3 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die handelsrechtliche Rechnungslegung zum 31.12.2020
4 Ausgewählte jahresabschusspolitische Gestaltungsspielräume
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 zu analysieren und daraus resultierende bilanzpolitische Gestaltungsmöglichkeiten für betroffene Unternehmen abzuleiten.
- Grundlagen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses nach HGB
- Konkrete bilanziële Herausforderungen durch die Corona-Pandemie
- Analyse von Abschreibungsbedarf und Rückstellungsbildung in der Krise
- Bedeutung latenter Steuern und des Anhangs im Pandemiekontext
- Identifikation bilanzpolitischer Spielräume zur Liquiditäts- und Kapitalstrukturoptimierung
Auszug aus dem Buch
Abschreibungen
Durch Abschreibungen (AfA, Absetzung für Abnutzung) werden planmäßige oder außerplanmäßige Wertminderungen von VG erfasst. Für den Fall, dass ein Wertverzehr nicht im vollen Umfang in einer Periode stattfindet, werden AK bzw. HK planmäßig auf die GJ verteilt, in denen der Gegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Sollte eine Voraussicht der Jahre nicht möglich sein, sind die Kosten sowie der Geschäfts- oder Firmenwert (§ 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB) über 10 Jahre zu verteilen.
Gründe für AfA im Allgemeinen können verbrauchsbedingt (z. B. Abnutzung durch Benutzung natürlicher Verschleiß), wirtschaftlich (Wertminderung durch technischen Fortschritt, Veränderung der Nachfrage etc.) und zeitlich begründet sein. Dabei ist es in der Bilanzierungspraxis üblich, dass sich Unternehmen überwiegend an den steuerlichen Hilfsmitteln orientieren. So entspricht die handelsrechtliche planmäßige AfA der steuerrechtlichen AfA sowie die handelsrechtliche außerplanmäßige AfA der steuerrechtlichen Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung und der Teilwert-AfA (§§ 253 Abs. 3 HGB, 7 Abs. 1 Satz 7 EStG und 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 Nr. 2 Satz 2 EStG), wobei die Methode den GoB entsprechen muss (Methodenfreiheit).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Corona-Pandemie als wertbegründendes Ereignis ein und definiert die Fragestellungen sowie das Ziel der Arbeit.
2 Grundsätzliche Gegebenheiten bzgl. des JA nach HGB: Es werden die theoretischen Grundlagen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses, inklusive Bilanzierung, Bewertung, Anhang und Lagebericht, erläutert.
3 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die handelsrechtliche Rechnungslegung zum 31.12.2020: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der pandemiebedingten Auswirkungen auf Bilanzpositionen, Rückstellungen und die Berichterstattung.
4 Ausgewählte jahresabschusspolitische Gestaltungsspielräume: Dieses Kapitel zeigt Möglichkeiten auf, wie Unternehmen durch Wahlrechte und buchmäßige Maßnahmen ihre Bilanzstruktur in der Krise beeinflussen können.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer Einschätzung zur Relevanz der betrachteten Maßnahmen für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Corona-Pandemie, Handelsgesetzbuch, Jahresabschluss, Bilanzpolitik, Abschreibungen, Rückstellungen, Lagebericht, Liquidität, Eigenkapital, Going-Concern, Rechnungslegung, Bewertungswahlrechte, Unternehmensfortführung, Krisenmanagement, Jahresabschlussanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den bilanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss und den Lagebericht zum 31.12.2020.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Anforderungen der Rechnungslegung nach HGB, die Auswirkungen der Pandemie auf die Bewertung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten sowie der gezielte Einsatz bilanzpolitischer Spielräume.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erörterung von Möglichkeiten zur Gestaltung des Jahresabschlusses 2020, um Unternehmen in der wirtschaftlich angespannten Lage der Pandemie zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse auf Basis geltender Handelsrechtsnormen (HGB), einschlägiger Literatur und aktueller Interpretationshilfen zur Rechnungslegung in der Corona-Krise angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des HGB, die spezifischen Auswirkungen der Pandemie auf Jahresabschlussbestandteile und die Anwendung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bilanzpolitik, Corona-Pandemie, Rückstellungen, Abschreibungen, HGB und Jahresabschluss charakterisiert.
Welche Bedeutung haben latente Steuern in der Krise laut der Arbeit?
Latente Steuern können als Katalysator wirken, da die Aktivierung von Verlustvorträgen die Vermögenslage kurzfristig verbessern kann, bei ausbleibenden Gewinnen jedoch spätere Abschreibungsrisiken birgt.
Warum ist das "Going-Concern-Prinzip" in der Pandemie besonders relevant?
Es ist relevant, da bei bestandsgefährdenden Risiken durch die Pandemie eine geänderte Bewertung oder erweiterte Berichtspflichten im Anhang erforderlich werden können.
Welche bilanzpolitischen Maßnahmen werden zur Liquiditätsstärkung empfohlen?
Empfohlen werden insbesondere die Nutzung staatlicher Hilfen, die Ausübung von Bewertungswahlrechten bei Rückstellungen sowie die zeitliche Verlagerung von Reparaturen.
- Arbeit zitieren
- Moritz Kleforn (Autor:in), 2021, Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ausgewählte Aspekte der HGB-Rechnungslegung für Einzelabschlüsse und Lageberichte zum 31.12.2020, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118257