Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, wie die Versorgungs- und Betreuungskultur von Menschen mit Demenz im Krankenhaussetting gegenwärtig ist und ob es mögliche Empfehlung für die Praxis gibt, um diese Patientengruppe bedarfsgerechter zu versorgen. Dabei bezieht sich der Verfasser auf eine Optimierung der (Versorgungs-) Prozesse im Krankenhaussetting. Konkret soll nachfolgende Forschungsfrage beantwortet werden: "Wie stellt sich die Versorgungs- und Betreuungskultur von Menschen mit Demenz im Krankenhaussetting dar und sollten Versorgungsprozesse im Krankenhaussetting optimiert werden?"
Deutschland befindet sich mitten im demografischen Wandel. 3,4 Mio. pflegebedürftige Menschen sind in Deutschland registriert. Die Bevölkerung wird stetig älter und hochbetagter und gleichzeitig erfährt die Geburtenrate einen deutlichen Rückgang. Parallel leben in Deutschland rund 1,7 Mio. Menschen mit Demenz. Rund 300.000 Menschen kommen jedes Jahr hinzu und aufgrund des demografischen Wandels kommt es zu weitaus mehr Neuerkrankungen als zu Sterbefällen. Rund 50 verschiedene Formen von Demenz sind bis heute bekannt. Die häufigste Form stellt die Alzheimer-Demenz dar. Menschen mit einer Demenz haben deutliche Einschränkungen in den geistigen Fähigkeiten - Zunehmend schwinden die Denk- und Sprachfähigkeiten, das Gedächtnis sowie die Persönlichkeit. Menschen mit Demenz, welche ins Krankenhaus eingeliefert werden, benötigen eine individuelle Zuwendung und Betreuung und dies fordert viele Ressourcen in diesem Setting, denn diese Patientengruppe lässt sich nicht in Routineabläufe integrieren, sondern auf diese muss individuell eingegangen werden. Diese zeitintensive Betreuung ist in heutigen Zeiten, welche geprägt ist durch kontinuierlich steigende Fallzahlen bei gleichzeitig deutlich rückläufigen Verweildauern und einer sich stetig verschlechternden Fachkraftsituation eine sehr besondere und nervenzehrende Herausforderung für alle am Prozess Beteiligten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemdarstellung
1.2. Zielsetzung und zentrale Fragestellung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Krankheitsbild Demenz
2.2. Demografische Entwicklung in Deutschland
2.3. Versorgungslandschaft Krankenhauswesen
2.3.1. Versorgungs- und Betreuungsprobleme in Deutschland
2.3.2. Pflegesysteme in deutschen Krankenhäusern
2.4. Gesundheitsökonomische Relevanz
3. Methodik
4. Ergebnisse
4.1. Ergebnisse zur Prozessoptimierung
4.2. Ergebnisse zu weiteren Maßnahmen
5. Diskussion
6. Fazit für die Praxis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die aktuelle Versorgungs- und Betreuungskultur von Menschen mit Demenz im Krankenhaussetting. Ziel ist es, basierend auf einer Literaturrecherche Empfehlungen zur Optimierung der Versorgungsprozesse abzuleiten, um dieser Patientengruppe eine bedarfsgerechtere Behandlung zu ermöglichen.
- Analyse der demografischen Entwicklung und deren Auswirkungen auf das Gesundheitssystem.
- Untersuchung der strukturellen und prozessualen Herausforderungen in der Demenzversorgung.
- Evaluierung von Ansätzen zur Prozessoptimierung, einschließlich der Einbindung von Angehörigen und multidisziplinärer Teams.
- Darstellung von Empfehlungen für die Krankenhauspraxis, wie etwa Schulungen und der Einsatz von Demenzbeauftragten.
Auszug aus dem Buch
4.1. Ergebnisse zur Prozessoptimierung
Um die Versorgung von dementen Patienten zu verbessern, sollten die Krankenhäuser dringend umdenken und ihre Prozesse auf die Bedürfnisse der Patienten abstimmen. Ein wichtiger Punkt ist die Einbindung von Angehörigen. Diese stellen eine wichtige Bezugsperson für den dementen Patienten dar, wirken beruhigend auf den Betroffenen ein, verhindern oder minimieren die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten und sorgen für eine deutliche Entlastung des Krankenhauspersonals (vgl. BMFSFJ, 2002, S. 175; vgl. Isfort et al., 2012, S. 60 f.; vgl. Isfort et al., 2014, S. 11). Weiterhin sollten Angehörige zur Versorgungsoptimierung in den elektiven Aufnahmeprozess eingebunden werden und können den dementen Patienten zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen begleiten und ihm dadurch Ruhe und Sicherheit vermitteln.
Angehörige sollten auch in die Visite (sog. Angehörigenvisiten) einbezogen werden. Bei diesen Angehörigenvisiten nehmen der behandelnde Arzt, die betreuenden Pflegekräfte, sowie die Bezugsperson, bzw. der Angehörige teil. Angehörigensprechstunden stellen eine weitere Optimierung der Versorgungsqualität dar und sind vor allem eine Verbesserung für die Entlassprozesse. Diese Angehörigensprechstunden erfolgen mit der Bezugsperson/dem Angehörigen, sowie mit einem multidisziplinären Team. Dieses multidisziplinäre Team besteht aus dem behandelnden Arzt, der zuständigen Pflegekraft, dem zuständigen Sozialdienst-Mitarbeiter, sowie den behandelnden Therapeuten. Durch diese multidisziplinäre Zusammenarbeit mit den Angehörigen und dem speziellen Team wird eine qualitativ bessere Überleitung in die poststationäre Versorgung vollzogen und Kommunikationsbarrieren werden überwunden (vgl. Isfort et al., 2012, S. 60 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass Menschen mit Demenz im Krankenhaus aufgrund neurologischer Defizite und mangelnder struktureller Anpassungen besonderen Betreuungsbedarf haben.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden das Krankheitsbild, die demografische Entwicklung in Deutschland sowie die Herausforderungen des Krankenhauswesens, einschließlich der Pflegesysteme und ökonomischer Zwänge, beleuchtet.
3. Methodik: Der Verfasser erläutert die Durchführung einer Literaturrecherche in Fachdatenbanken zur Beantwortung der zentralen Fragestellung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert Ansätze zur Verbesserung der Versorgungsqualität, unterteilt in allgemeine Prozessoptimierungen sowie spezifische Maßnahmen wie Schulungen und Netzwerkarbeit.
5. Diskussion: Eine Zusammenführung der Erkenntnisse verdeutlicht die Notwendigkeit eines kulturellen Wandels in der Versorgung, trotz bestehender ökonomischer Rahmenbedingungen.
6. Fazit für die Praxis: Abschließend werden konkrete Handlungsempfehlungen für Einrichtungen gegeben, um die Versorgung von Menschen mit Demenz zukunftssicher und würdevoll zu gestalten.
Schlüsselwörter
Demenz, Krankenhauswesen, Versorgungsqualität, Pflegeprozess, demografischer Wandel, Angehörigenarbeit, Pflegeorganisationssysteme, Prozessoptimierung, Krankenhausaufenthalt, DRG-System, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Demenzsensibilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sicherung und Verbesserung der Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz im Umfeld deutscher Krankenhäuser.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die demografische Entwicklung, die Herausforderungen bei der Betreuung demenzkranker Patienten im Klinikalltag sowie Möglichkeiten zur Prozessoptimierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Stand der Versorgungs- und Betreuungskultur zu erfassen und praktische Empfehlungen abzuleiten, um Patienten mit Demenz bedarfsgerechter zu versorgen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Fachdatenbanken unter Verwendung spezifischer Suchbegriffe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Krankheitsbildes und des Versorgungskontextes sowie konkrete Ansätze zur Prozessoptimierung und weiteren Maßnahmen wie Schulungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Demenz, Versorgungsqualität, Prozessoptimierung, demografischer Wandel und multidisziplinäre Zusammenarbeit.
Warum ist die Einbindung von Angehörigen so entscheidend?
Angehörige fungieren als wichtige Bezugspersonen, die beruhigend auf den Patienten einwirken, Verhaltensauffälligkeiten minimieren und das Krankenhauspersonal entlasten können.
Welche Rolle spielt das Krankenhauspersonal?
Das Personal steht vor hohen Anforderungen; durch Schulungen, einen interdisziplinären Ansatz und die Ernennung von Demenzbeauftragten sollen Fachkräfte in ihrer Arbeit gestärkt werden.
- Arbeit zitieren
- Philipp Brunner (Autor:in), 2020, Demenz im Krankenhaus. Praxisnahe Tipps für eine bessere Integration und Versorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118611