In der vorliegenden Arbeit wird das Verhalten von Frauen und Männern in Entscheidungssituationen unter Berücksichtigung von Risiko betrachtet. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich das Entscheidungsverhalten der Geschlechter auf das Entscheidungsverhalten bei der Wahl des Erwerbstätigenverhältnisses und insbesondere die Risikobereitschaft zur Gründung eines Startups zusammenwirken könnte. Aus einer Studie der Boston Consulting Group (2019) geht hervor, dass in Deutschland im Zeitraum von 2008 bis 2019 lediglich vier Prozent aller Jungunternehmen aus einem rein weiblichen Gründerinnen-Team bestand, zehn Prozent der Start-ups sind gemischt und in 86 Prozent der Firmen sind die Gründer ausschließlich männlich. Im ersten Abschnitt dieser Arbeit wird der aktuelle Stand der Empirie zusammengefasst. Anschließend wird sich der theoretischen Betrachtung des Risikobegriffs gewidmet. Folgend werden ausgewählte Erklärungsversuche zu den bestehenden Unterschieden im Entscheidungsverhalten der Geschlechter erläutert. Im fünften Abschnitt folgt sodann die experimentelle Erhebung und Auswertung; zum Abschluss wird ein Ausblick auf offene Fragen und Möglichkeiten zu weiterführender Forschung gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Empirische Befunde
- 3. Die theoretische Betrachtung des Risikobegriffs
- 3.1. Definition
- 3.2. Risikoeinstellung
- 3.3. Ökonomische Messung der Risikoeinstellung mittels Conjoint-Analyse
- 4. Mögliche Erklärungen für Geschlechterunterschiede
- 4.1. Selbstüberschätzung
- 4.2. Risiko als Herausforderung oder Bedrohung
- 4.3. Ausnahme: Führungskräfte, UnternehmerInnen und ManagerInnen
- 5. Experimentelle Erhebung
- 5.1. Gruppenvergleich
- 5.1.1. Alter
- 5.1.2. Bildungsabschluss
- 5.2. Aversionsexperiment
- 5.2.1. Experimentbeschreibung
- 5.2.2. Auswertung
- 6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Entscheidungsverhalten von Frauen und Männern in Risikosituationen, insbesondere im Kontext von Startup-Gründungen. Sie analysiert die Unterschiede im Entscheidungsverhalten der Geschlechter und versucht, diese anhand bestehender Theorien und empirischer Befunde zu erklären.
- Risikobereitschaft von Frauen und Männern
- Geschlechterunterschiede im Entscheidungsverhalten
- Wettbewerbsverhalten und seine Auswirkungen auf das Gründungsverhalten
- Theoretische Ansätze zur Erklärung von Risikobereitschaft
- Empirische Ergebnisse zur Risikobereitschaft in Entscheidungs- und Wettbewerbssituationen
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt die Problemstellung und die Forschungsfrage vor und erläutert den aktuellen Stand der Forschung. Kapitel 2 fasst die relevanten empirischen Befunde zum Thema Geschlechterunterschiede im Risikoverhalten zusammen. Kapitel 3 widmet sich der theoretischen Betrachtung des Risikobegriffs und untersucht verschiedene Definitionen sowie die ökonomische Messung von Risikobereitschaft. Kapitel 4 diskutiert verschiedene Erklärungen für die beobachteten Geschlechterunterschiede im Risikoverhalten, beispielsweise die Rolle von Selbstüberschätzung und die Wahrnehmung von Risiko als Herausforderung oder Bedrohung. Kapitel 5 beschreibt das durchgeführte Aversionsexperiment, das den Einfluss von Geschlechtsunterschieden auf das Entscheidungsverhalten in einer konkreten Risikosituation untersucht. Das Kapitel 6 bietet ein Fazit der Arbeit und beleuchtet offene Fragen und Möglichkeiten für weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Geschlechterunterschiede, Risikoverhalten, Startup-Gründungen, Entscheidungsverhalten, Wettbewerb, Selbstüberschätzung, Risikoeinstellung, ökonomische Messung, Aversionsexperiment und empirische Befunde. Die Forschungsarbeit nutzt Erkenntnisse aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Psychologie, Ökonomie und Soziologie, um ein umfassendes Verständnis der Geschlechterunterschiede im Entscheidungsverhalten zu entwickeln.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Anteil von Frauen bei Startup-Gründungen in Deutschland?
Laut einer Studie der Boston Consulting Group (2019) bestanden zwischen 2008 und 2019 lediglich vier Prozent aller Jungunternehmen aus einem rein weiblichen Gründerinnen-Team. 86 Prozent der Firmen wurden ausschließlich von Männern gegründet.
Welche theoretischen Erklärungen gibt es für Geschlechterunterschiede im Risikoverhalten?
Die Arbeit diskutiert Faktoren wie Selbstüberschätzung sowie die unterschiedliche Wahrnehmung von Risiko – entweder als Herausforderung oder als Bedrohung – als mögliche Erklärungsansätze für die Differenzen zwischen den Geschlechtern.
Was ist eine Conjoint-Analyse im Kontext der Risikomessung?
Die Conjoint-Analyse ist eine ökonomische Methode, die in dieser Arbeit zur theoretischen Messung der Risikoeinstellung von Individuen herangezogen wird.
Gibt es Ausnahmen bei den Geschlechterunterschieden im Risikoverhalten?
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass bei bestimmten Gruppen wie Führungskräften, Unternehmern und Managern die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Risikoverhalten oft geringer ausfallen oder verschwinden.
Was wurde im experimentellen Teil der Arbeit untersucht?
Es wurde ein Aversionsexperiment durchgeführt, um den Einfluss von Geschlechtsunterschieden auf das Entscheidungsverhalten in einer konkreten Risikosituation unter Berücksichtigung von Alter und Bildungsabschluss zu analysieren.
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- Franziska Höbald (Autor), 2021, Geschlecht und experimentelles Entscheidungsverhalten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118620