Der Hochstaudamm von Assuan „Sadd el-Ali“


Hausarbeit, 2005
9 Seiten, Note: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangssituation
1.1 Der Nil
1.2 Landwirtschaft in Ägypten
1.3 Bevölkerung in Ägypten

2. Staudammbau in Assuan
2.1 Der Erste Staudamm
2.2 Hochstaudamm „Sadd el-Ali“

3. Gründe/Ziele des Hochdammbaus

4. Folgen des Hochdammbaus
4.1 Ökonomische Auswirkungen
4.2 Ökologische Auswirkungen
4.3 Soziokulturelle und medizinische Auswirkungen

5. Beurteilung

6. Literatur

1. Ausgangssituation

1.1 Der Nil

Der Nil ist der längste Strom Afrikas (6671 km), er verbindet Ägypten mit dem Sudan. Im Nordsudan und im gesamten Ägypten ist der Nil ein Fremdlingsfluss. Er fließt hier über eine Strecke von 2700 km durch Halbwüsten und Wüsten, ohne nennenswerten Zufluss zu erhalten. Er verliert durch Verdunstung und Versickerung beachtliche Wassermengen.

Keiner der Nilrainehrstaaten ist in gleicher Weise vom Nilwasser abhängig wie Ägypten, das ohne den Nil ein reiner Wüstenstaat wäre. Nicht nur das Wasser, sondern auch der fruchtbare Nilschlamm, der zu allen Zeiten die Grundlage der ägyptischen Landwirtschaft und damit Ernährung der Bevölkerung bildete, ist von hoher Bedeutung für das Land (vgl. Ibrahim 2001:42).

Wasserbau hat in Ägypten eine 5000 jährige Geschichte. Die jährliche Schwankung des Abflusses des Nils bedeutete eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung des Niltals, entweder durch eine Überflutungskatastrophe oder durch Wassermangel. Bereits im Altertum wussten die Ägypter die saisonale Nilschwelle für ihren Bewässerungsanbau optimal nutzen. Bereits 300 v. Chr. entwickelten sie ein planmäßiges Bewässerungssystem mit Kanälen, Gräben und Hebewerken (vgl. http://www.yallaev.de/assuan.html, 03.08.05).

1.2 Landwirtschaft in Ägypten

Es leben 99 Prozent der Bevölkerung Ägyptens im Niltal.

Durch nur 18 Millimeter Niederschlag auf dem Territorium, muss in Ägypten die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche bewässert werden. Heute stellt sich die Situation wie folgt dar: „No country in the world, however, is more dependent on irrigated agriculture than Egypt, where all cropland (100 percent) is irrigated” (vgl. Hultin 1995:32). Dabei stammen 95 % des Wassers, was in Ägypten verbraucht wird aus dem Nil (vgl. Wolff 1986:3).

Vor der Inbetriebnahme des Hochstaudammes von Assuan (Ägypten) Ende der sechziger Jahre wurden im Durchschnitt jährlich auf jedem Hektar Land in der ägyptischen Nilaue 20 Tonnen fruchtbarer Schlamm, der aus den vulkanischen Aschen Äthiopiens stammt, angeschwemmt. Seitdem lagert sich der Schlamm beim Eintritt des Nils in das Staubecken ab, wo er keinen Nutzen bringt, sondern das Stauvolumen kontinuierlich verringert. Auf den Feldern des Niltals und –deltas versuchen die Bauern heute, sein Ausbleiben durch Kunstdüngergaben zu kompensieren (vgl. Ibrahim 2001:42).

1.3 Bevölkerung in Ägypten

Ein bedeutendes Problem in Ägypten ist das Bevölkerungswachstum. Von 1960 bis 1985 verdoppelte sich die Bevölkerung Ägyptens von 26 Millionen auf über 50 Millionen Einwohner. Im 20.Jahrhundert hat sich die Bevölkerung auf heute gut 65 Millionen vergrößert (vgl. Müller-Mahn 2001:44).

Die Bewässerungsfläche konnte jedoch trotz großangelegter Projekte nur um etwas mehr als die Hälfte auf 32.700 m² ausgedehnt werden. Die Knappheit von Kulturland und Wasser hat unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung der ägyptischen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und auf die Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung (vgl. Müller-Mahn 2001:44).

Vor diesem Hintergrund war der Bau des Sadd el-Ali eine Maßnahme, die die Ertragsfähigkeit des Niltals erhöhen und die Nahrung für die Bevölkerung durch Erhöhung der Erträge und die Möglichkeit einer zweiten Ernte im Jahr sichern sollte.

2. Staudammbau in Assuan

2.1 Der Erste Staudamm

Um die Wassermassen des Nils vor allem beim jährlichen Hochwasser regulieren zu können, wurde zunächst 1897 mit dem Bau des ersten Staudamms nach einem Entwurf des britischen Ingenieurs Sir William Willcocks begonnen. Der Staudamm wurde etwa sechs Kilometer südlich von Assuan im Jahr 1902 fertiggestellt. Der Damm besteht aus Granitblöcken, ist an der Sohle 35 m und an der Krone 12 m breit und ist etwa 2.100 m lang (vgl. www.wikipedia.de, Stand: 30.07.05). Durch 180 Schleusentore konnte der Wasserstand reguliert werden, und auch der für die ägyptische Landwirtschaft wichtige, sehr fruchtbare Nilschlamm konnte den Staudamm passieren. Da in dem Staubecken nur 1 Mrd. m³ Wasser gestaut werden konnten, die wachsende Bevölkerung jedoch stetig mehr Bewässerungsfläche verlangte, veranlasste die ägyptische Regierung schon nach 10 Jahren (1907-1912) die Erhöhung des Dammes auf 26,5 m und 1928-1933 erneut auf 35,5 m. Dadurch konnte ein Stauvolumen von 5,6 Mrd. m³ erreicht werden. Das Wasser des Stausees sollte in erster Linie im Frühsommer zur Bewässerung der Baumwollkulturen dienen.

2.2 Hochstaudamm „Sadd el-Ali“

Aufgrund des steigenden Bevölkerungsdrucks und mehrerer Trockenperioden, die zu verminderten Ernten führten, entstand die Nachfrage nach einer Überjahresspeicherung. Nach der Machtübernahme in Ägypten durch Präsident Gamal Abd el Nasser begann 1960 der Bau des Hochstaudammes, der 1971 fertiggestellt wurde. Das Niltal wurde oberhalb von Assuan, ca. 7 km südlich des alten Assuan-Staudammes, durch einen 110 m hohen und 3600 m langen Damm abgeriegelt und so der Nasser-See inmitten der Wüste aufgestaut. Seine Größe beträgt 5.500 km², wobei sich das Gesamtvolumen auf 164 Mrd. m³ beläuft. Die Staumenge pro Jahr beträgt etwa 84 Mrd. m³.

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Details

Titel
Der Hochstaudamm von Assuan „Sadd el-Ali“
Hochschule
Technische Universität Hamburg-Harburg  (Infrastrukturplanung und Stadttechnik)
Veranstaltung
Siedlungs- und Infrastrukturplanungen
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
9
Katalognummer
V111866
ISBN (Buch)
9783640157006
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hochstaudamm, Assuan, Siedlungs-, Infrastrukturplanungen
Arbeit zitieren
Mareike Schuppe (Autor), 2005, Der Hochstaudamm von Assuan „Sadd el-Ali“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111866

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