Die Arbeit befasst sich zunächst mit der Herleitung des IS-LM-Modells, welches die Interaktion zwischen dem Güter-, Geld- und Finanzmarkt behandelt. Die Idee des Modells wurde bereits 1936 von John Maynard Keynes in seiner „General Theory“ entwickelt und daraufhin von John Hicks und Alvin Hansen überarbeitet sowie auch ergänzt.
Nach der Herleitung des IS-LM-Modells soll dieses seine praktische Anwendung am Beispiel der Auswirkungen der Fiskal- und Geldpolitik im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 finden. Dazu sollen die Geldpolitik und die fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierung Griechenlands beispielhaft untersucht werden. Die Konsequenzen der Krise für Produktion und Einkommen, für Investitionen und Konsumausgaben sowie für die Geldnachfrage innerhalb der griechischen Wirtschaft sollen dabei dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Motivation
2 Einführung in das IS-LM Modell
2.1 Herleitung der IS-Kurve
2.2 Herleitung der LM-Kurve
2.3 Zusammensetzung des IS-LM Modells
3 Die Finanzkrise in Griechenland
3.1 Wirtschaftliche Folgen der Finanzkrise
3.2 Auswirkungen der Sparpolitik im Rahmen des IS-LM Modells
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die theoretischen Grundlagen des IS-LM-Modells darzulegen und dieses Instrument anschließend zur Analyse der wirtschaftspolitischen Maßnahmen in Griechenland während der Finanzkrise 2008/2009 anzuwenden, um die Auswirkungen fiskal- und geldpolitischer Entscheidungen auf Produktion und Zinssatz zu verdeutlichen.
- Theoretische Herleitung der IS-Kurve für den Gütermarkt.
- Fundierung der LM-Kurve zur Abbildung des Finanzmarktgleichgewichts.
- Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage Griechenlands vor der Finanzkrise.
- Untersuchung der fiskalpolitischen Sparmaßnahmen und deren makroökonomische Konsequenzen.
- Bewertung der Wechselwirkungen zwischen Restriktionen und Wirtschaftsleistung im Rahmen des IS-LM-Modells.
Auszug aus dem Buch
3.2 Auswirkungen der Sparpolitik im Rahmen des IS-LM Modells
Im Zuge der Hilfspakete verpflichtete Griechenland sich dazu, eine restriktive Fiskalpolitik durchzuführen. Dazu sei zu erwähnen, dass fiskalpolitische Maßnahmen in erster Linie einen direkten Impuls auf die Gesamtnachfrage am Markt auslösen. Da primär eine Vielzahl diverser Steuererhöhungen von der Regierung verabschiedet wurden, soll als erstes eine Veränderung der Steuern im Sinne des IS-LM Modells betrachtet werden. Das Defizit, welches die Haushaltskasse eines Staates aufweist, errechnet sich aus der Differenz der Staatsausgaben G und den Steuern T. Um dieses Defizit nun abzufangen, wurden im Falle Griechenlands die Steuern von T nach T‘ erhoben, um so die Staatsausgaben decken zu können. Durch eine Steuererhöhung verringert sich das Einkommen der Konsumenten auf Y − T‘, wodurch die Nachfrage am Gütermarkt sinkt. Die IS-Kurve verschiebt sich nach links (siehe Abb. g)).
Des Weiteren ergibt sich eine zweite Linksverschiebung der IS-Kurve durch die Kürzung des Einkommens der Bürger von Y auf Y‘. Den Bürgern steht nun inklusive der steuerlichen Abzüge lediglich ein Einkommen von Y‘ − T‘ zu, vergleiche hierzu Abb. g). Eine weitere Maßnahme war die Kürzung des staatlichen Investitionsbudgets von I zu I‘, was zu einem Produktionsrückgang führte, sodass Y“ < Y‘ gilt. Somit wird auf Basis der obigen Vorgehensweise die IS-Kurve noch stärker nach links verschoben, während die LM-Kurve nicht verändert wird, sondern lediglich eine Bewegung entlang dieser stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Motivation: Die Einleitung erläutert die Entstehung des IS-LM-Modells durch Keynes, Hicks und Hansen und definiert das Ziel, die Auswirkungen der Finanzkrise in Griechenland auf Basis dieses Modells zu untersuchen.
2 Einführung in das IS-LM Modell: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Herleitung der IS-Kurve für den Gütermarkt und der LM-Kurve für den Finanzmarkt, um deren simultanes Gleichgewicht zu bestimmen.
2.1 Herleitung der IS-Kurve: Hier wird der Zusammenhang zwischen Zinssatz und Einkommen am Gütermarkt modelliert, wobei eine negative Steigung der Kurve aufgrund des Multiplikatoreffekts abgeleitet wird.
2.2 Herleitung der LM-Kurve: Dieser Abschnitt begründet die LM-Kurve durch die Betrachtung des Geldmarktes, bei dem das Zinsniveau als endogener Parameter das Gleichgewicht zwischen Geldangebot und Geldnachfrage herstellt.
2.3 Zusammensetzung des IS-LM Modells: Das Kapitel führt beide Kurven zusammen, um das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht darzustellen und die Grundlage für die Analyse exogener fiskal- und geldpolitischer Einflüsse zu schaffen.
3 Die Finanzkrise in Griechenland: Dieser Teil beleuchtet die historische und wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands im Vorfeld der Finanzkrise, einschließlich struktureller Probleme wie hoher Verschuldung und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit.
3.1 Wirtschaftliche Folgen der Finanzkrise: Hier werden die Ursachen der wirtschaftlichen Notsituation Griechenlands analysiert, insbesondere die Auswirkungen des Immobilienkrisen-Schocks auf die griechische Konjunktur.
3.2 Auswirkungen der Sparpolitik im Rahmen des IS-LM Modells: Abschließend werden die durch die Hilfspakete erzwungenen fiskalpolitischen Maßnahmen, wie Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, in das IS-LM-Modell integriert, um deren kontraproduktive Wirkung auf die griechische Wirtschaft aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
IS-LM-Modell, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Finanzkrise Griechenland, Gütermarkt, Finanzmarkt, Gesamtnachfrage, Sparpolitik, Zinssatz, Einkommen, Investition, Rezession, Staatsausgaben, Steuerreform, Makroökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des makroökonomischen IS-LM-Modells und nutzt dieses, um die Auswirkungen der restriktiven Fiskal- und Geldpolitik während der griechischen Finanzkrise ab 2008 zu analysieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Interaktion zwischen Güter- und Finanzmarkt, die Mechanismen der IS- und LM-Kurven sowie die reale Anwendung dieser ökonomischen Konzepte auf staatliche Sparmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die ökonomischen Folgen der Sparpolitik der griechischen Regierung durch das IS-LM-Modell theoretisch fundiert zu veranschaulichen und nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die theoretische Modellierung (IS-LM) zur Analyse makroökonomischer Zusammenhänge verwendet, die durch Literaturquellen gestützt und auf ein konkretes Fallbeispiel angewendet wird.
Was beinhaltet der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil umfasst die formale Herleitung der Kurven des IS-LM-Modells sowie deren Zusammenführung und die anschließende kritische Analyse der Auswirkungen von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Griechenland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie IS-LM-Modell, Fiskalpolitik, Finanzkrise, Griechenland, Gesamtnachfrage und Zinssatz.
Warum konnte Griechenland laut dem Autor keine expansive Geldpolitik betreiben?
Aufgrund des enormen Schuldenberges und der Bindung an die internationalen Hilfspakete war es der Regierung nicht möglich, die Geldmenge zu erhöhen; stattdessen musste sie eine restriktive Politik verfolgen.
Welchen Einfluss hatte die Sparpolitik auf die IS-Kurve?
Die Sparpolitik, insbesondere durch Steuererhöhungen und die Kürzung staatlicher Investitionen, führte zu einer Linksverschiebung der IS-Kurve, was ein sinkendes Einkommen zur Folge hatte.
- Quote paper
- Franziska Osieka (Author), 2020, Die Finanzkrise in Griechenland 2008/2009. Auswirkungen der Sparpolitik im Rahmen des IS-LM-Modells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118768