Die Arbeit setzt sich mit dem Potential von Bilderbüchern für das Philosophieren mit Kindern auseinander. Im Anschluss an eine thematische Einführung wird mittels des Buches „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von Chih-Yuan Chen exemplarisch das Potential eines Bilderbuches zum Philosophieren mit Kindern analysiert und aufgezeigt. Dazu führt eine Kurzvorstellung in den Inhalt des Bilderbuches ein. Daran anknüpfend werden die Grundthemen der Geschichte herausgestellt und die Charakteristika der Illustrationen aufgezeigt. Anschließend werden zuvor erörterte Kriterien für ein geeignetes Bilderbuch zum Philosophieren mit Kindern auf den Untersuchungsgegenstand angewendet und das Potential des Bilderbuches dargestellt. Folgend wird die Planung eines philosophischen Gesprächs sowie konkrete praktische Vorgehensweisen skizziert. Ein Fazit fasst abschließend zusammen, inwiefern das Bilderbuch zum Philosophieren mit Kindern geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Philosophieren mit Bilderbüchern
3. Das Bilderbuch „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von CHIH-YUAN CHEN
4. Philosophisches Potential des Bilderbuches
5. Planung und Vorgehensweisen in der Praxis
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potential von Bilderbüchern als Medium für das Philosophieren mit Kindern am Beispiel des Werkes „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von Chih-Yuan Chen. Ziel ist es, durch eine kriterienorientierte Analyse aufzuzeigen, wie das Bilderbuch durch inhaltliche Mehrdeutigkeit und Leerstellen dazu anregt, grundlegende philosophische Fragestellungen in der pädagogischen Praxis zu bearbeiten.
- Identitätsbildung und Selbstentdeckung im Kindesalter
- Kriterien für eine philosophisch anregende Bilderbuchauswahl
- Umgang mit Heterogenität, Vorurteilen und Anderssein
- Methodik der Gesprächsführung (Hebammenfragen) in der Praxis
- Analyse von Text-Bild-Interaktionen als Deutungsraum
Auszug aus dem Buch
3. Das Bilderbuch „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von CHIH-YUAN CHEN
Das vierzigseitige Bilderbuch „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von CHIH-YUAN CHEN (2008) beschreibt die Geschichte des jungen Krokodils Gui-Gui, dessen Ei zu Beginn in das Nest einer Entenmutter rollt. Diese brütet das Krokodiljunge zusammen mit den drei Entenkindern Zebra, Mondschein und Buntstift liebevoll aus und zieht sie als gemeinsame Familie groß. Eines Tages begegnet Gui-Gui drei älteren Krokodilen. Diese machen sich über ihn und sein Leben in der Entenfamilie lustig. Sie finden, dass Gui-Gui sich wie ein richtiges Krokodil verhalten solle. Er könnte dies umgehend unter Beweis stellen: Die drei Krokodile wollen die Enten fressen. Damit dieser Plan gelingt, soll Gui-Gui den drei Krokodilen helfen und den Enten eine Falle stellen. Gui-Gui ist unentschlossen, wie er sich verhalten soll. Beim Nachdenken kommt er schließlich zu der Erkenntnis, dass er kein Krokodil wie die anderen ist, sondern ein Entodil. Er beschließt seine Entenfamilie und die anderen Enten vor den hinterlistigen Krokodilen zu retten. Am nächsten Tag erwarten die drei Krokodile mit freudiger Erwartung Gui-Gui und die Enten unter einer Brücke. Dorthin sollte das Entodil die Enten locken, damit sie beim Hineinspringen ins Wasser unwissend von den Krokodilen gefressen werden können. Allerdings hat Gui-Gui einen anderen Plan und überlistet die drei Krokodile, indem er und die Enten große Steine mitgebracht haben, die sie von der Brücke aus ins Wasser hinunterwerfen. Die hungrigen Krokodile warten mit geöffneten Mäulern im Wasser und werden unerwartet von den Steinen getroffen. Dabei verlieren sie ihre Zähne und fliehen. Gui-Gui wird von den anderen Enten für seinen Plan gefeiert und als Retter und Entodil hochleben gelassen (vgl. CHEN 2008).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Potential von Bilderbüchern für das philosophische Gespräch und definiert das methodische Vorgehen bei der Analyse des gewählten Bilderbuches.
2. Philosophieren mit Bilderbüchern: Dieses Kapitel erläutert theoretische Kriterien für die Auswahl von Bilderbüchern, die als Grundlage für das philosophische Philosophieren mit Kindern dienen können.
3. Das Bilderbuch „Gui-Gui, das kleine Entodil“ von CHIH-YUAN CHEN: Hier erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung der Geschichte sowie eine Beschreibung der zentralen Themen und gestalterischen Charakteristika des Bilderbuches.
4. Philosophisches Potential des Bilderbuches: Das Kapitel analysiert, inwiefern das Werk die theoretischen Kriterien für ein philosophisch geeignetes Bilderbuch erfüllt.
5. Planung und Vorgehensweisen in der Praxis: Dieser Abschnitt skizziert methodische Ansätze und Fragetypen (Hebammenfragen), um philosophische Gespräche in einem schulischen Kontext anzuleiten.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das untersuchte Bilderbuch aufgrund seiner Leerstellen und inhaltlichen Vielschichtigkeit ein hohes Potential für das Philosophieren mit Kindern besitzt.
Schlüsselwörter
Philosophieren mit Kindern, Bilderbuch, Identitätsfindung, Gui-Gui, Entodil, Literaturdidaktik, philosophisches Gespräch, Hebammenfragen, Leerstellen, Anderssein, Heterogenität, Identitätsbildung, Identitätskonflikt, Inklusion, pädagogische Praxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Potential von Bilderbüchern als Impulsgeber für das philosophische Denken bei Kindern, exemplarisch angewendet auf das Werk „Gui-Gui, das kleine Entodil“.
Welche zentralen Themen werden in dem Bilderbuch verhandelt?
Zentrale Themen sind Identitätsbildung, die Selbstentdeckung, der Umgang mit Vorurteilen sowie Fragen nach Zugehörigkeit, Toleranz und dem Anderssein.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Bilderbuch durch gezielte methodische Aufbereitung und Beachtung theoretischer Eignungskriterien als Grundlage für den reflektierten Dialog in der Schule genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Analyse zugrunde?
Die Autorin nutzt eine kriterienorientierte Analyse, basierend auf theoretischen Anforderungen von Autoren wie Alt, Haynes und Murris, um das Eignungspotential des Werkes zu evaluieren.
Was umfasst der praktische Teil der Arbeit?
Der praktische Teil konzentriert sich auf die Planung philosophischer Gespräche und die Anwendung von sogenannten „Hebammenfragen“, die Kinder zur Eigenreflexion anregen sollen.
Durch welche Merkmale zeichnet sich ein für das Philosophieren geeignetes Buch aus?
Geeignete Bücher zeichnen sich durch inhaltliche Vielschichtigkeit, Offenheit, das Vorhandensein von Leerstellen, Mehrdeutigkeit und das Fehlen einer einseitigen moralischen Wertung aus.
Warum spielt die Identität des „Entodils“ eine zentrale Rolle?
Die Figur Gui-Gui verkörpert einen Identitätskonflikt zwischen sozialer Zugehörigkeit und biologischer Zuschreibung, was Kindern als Projektionsfläche für eigene Fragen nach dem „Anderssein“ dient.
Inwiefern beeinflussen die Illustrationen das philosophische Gespräch?
Die Illustrationen bieten durch ihre Ambiguität und teilweise von der Textaussage abweichende Details weitere Interpretationsräume, die das Hinterfragen und Zweifeln bei Kindern fördern.
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- Anonym (Author), 2020, Philosophieren mit Bilderbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118842