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Erlebnisse von Naturerhabenheit der Figur Alexander von Humboldt im Roman "Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

Title: Erlebnisse von Naturerhabenheit der Figur Alexander von Humboldt im Roman "Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann

Term Paper , 2021 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Theresia Schützendorf (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Wie der Mensch die Natur betrachtet und sie sich zu Nutzen macht, ist ein ebenso aktuelles wie historisches Thema, welches im Alltag allgegenwärtig verhandelt wird.

Die vorliegende Hausarbeit widmet sich dem Thema im vertiefenden Sinne und untersucht anhand des Romans "Die Vermessung der Welt" die Haltung zur Natur des weltreisenden Forschers Alexander von Humboldt. Im zeitlich-historischen Kontext der Aufklärung war Humboldt geprägt von einem aufklärerischen Menschen- und Weltbild. Als Forscher war es sein Anliegen, die Natur zu durchdrin-gen, die Welt zu vermessen und das von ihm gesammelte Wissen zu verbreiten.

Doch wie hat er die Natur betrachtet? Hat er sie sich unterworfen? Hatte er Achtung vor ihr? Konnte er sie sogar als etwas Ästhetisches betrachten? Schaut man sich den Charakter der Figur im Roman an, bekommt man den Eindruck eines gefühlskalten, rational denkenden und handelnden Mannes, welcher zu hohen Gefühlsregungen nicht in der Lage zu sein scheint und der für die Wissenschaft selbst vor der Totenruhe nicht Halt macht.

Aus diesen Beobachtungen erschließt sich die Forschungsfrage, der in dieser Arbeit nachgegangen werden soll: Ist die Figur Alexander von Humboldt zu der ästhetischen Empfindung in der Lage, die Natur als erhaben wahrzunehmen?

Zur Annäherung an das Thema wird im zweiten Kapitel eine zeitlich-historische Einordnung des Romans vorgenommen. Die Grundwerte der Aufklärung und das Naturverständnis der Aufklärungszeit werden kurz beschrieben, um eine Grundlage für die Erklärung des Begriffes der Erhabenheit zu schaffen. Im Folgenden wird auf die Auseinandersetzung Immanuel Kants mit dem Begriff der Naturerhabenheit eingegangen. Das anschließende Kapitel befasst sich mit der Figur Alexander von Humboldt und nimmt eine Charakterisierung dessen hinsichtlich seiner Haltung zur Natur vor.

Abschließend werden dann zwei ausgewählte Szenen betrachtet, mittels derer diskutiert wird, ob Alexander von Humboldt die Natur als erhaben wahrnimmt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ZEITLICH-HISTORISCHE EINORDNUNG DES ROMANS

2.1 Die Haltung zur Natur während der Zeit der Aufklärung

2.1.1 Die Grundwerte der Aufklärungszeit

2.1.2 Das Naturverständnis während der Aufklärungszeit

2.1.3 Die Wildnis während der Aufklärungszeit

2.2 Der Begriff der Naturerhabenheit und dessen Bedeutung in der Literatur

2.2.1 Das Erhabene- Allgemeine Begriffserklärung

2.2.2 Naturerhabenheit aus der Sicht von Kant

3 ALEXANDER VON HUMBOLDTS WAHRNEHMUNG VON NATUR

3.1 Charakterisierung Humboldts in Bezug auf seine Haltung zur Natur

3.2 Potenzielle Szenen von Naturerhabenheit im Roman

3.2.1 Der Berg (Kapitel 8)

3.2.2 Der Baum (Kapitel 2)

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Figur des Alexander von Humboldt im Roman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann trotz ihres rationalen und wissenschaftlich geprägten Weltbildes in der Lage ist, die Natur als etwas Erhabenes ästhetisch wahrzunehmen.

  • Der zeitgeschichtliche Kontext der Aufklärung und das damit verbundene Naturverständnis.
  • Die philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Naturerhabenheit nach Immanuel Kant.
  • Die Charakterisierung der Romanfigur Alexander von Humboldt hinsichtlich ihrer Haltung zur Natur.
  • Die Analyse der Bergbesteigung des Chimborazo und der Begegnung mit dem Drachenbaum als potenzielle Momente der Naturerhabenheit.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Der Baum (Kapitel 2)

Im zweiten Kapitel des Romans entdeckt Humboldt einen riesigen Drachenbaum. Durch die Art wie er beschrieben wird, wird eine Faszination Humboldts für den Jahrtausende alten Baum deutlich:

Der Baum war riesenhaft und wohl Jahrtausende alt. Er war hier gewesen noch vor den Spaniern und vor den alten Völkern. Er war dagewesen vor Christus und Buddha, Platon und Tamerlan. Humboldt horchte an seiner Uhr. Wie sie, tickend, die Zeit in sich trug, so wehrte dieser Baum die Zeit ab: eine Klippe, an der ihr Fluss sich brach. […] Alles starb, alle Menschen, alle Tiere, immerzu. Nur einer nicht. (Kehlmann 2008, S.47)

Aus der angeführten Textstelle lässt sich eine Faszination für die Unermesslichkeit des Gesehenen herleiten. Humboldt fühlt die Größe des Baumes und ist überwältigt vom unvorstellbaren Alter des Baumes, welches er auf mehrere tausend Jahre schätzt. Indem er aufzählt, welche historischen Zeitalter der Baum schon durchlebt hat, wird das Ausmaß und dessen Unbegreiflichkeit verdeutlicht. Mit der Bezeichnung „riesenhaft“ wird die überwältigende Wirkung auf Humboldt klar. Ihm scheint in diesem Moment bewusst zu werden, wie winzig und endlich der Mensch in der Welt doch ist. Dies steht im Gegensatz zur Auffassung der Aufklärung, welche den Menschen als zentrales Wesen der Welt betrachtet. Vielleicht erschüttert diese Erkenntnis Humboldt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das Thema der Naturwahrnehmung bei Alexander von Humboldt im Kontext der Aufklärung vor und leitet die Forschungsfrage nach seiner ästhetischen Empfindungsfähigkeit für Naturerhabenheit ab.

2 ZEITLICH-HISTORISCHE EINORDNUNG DES ROMANS: Dieses Kapitel verortet das Werk im Aufklärungszeitalter, analysiert dessen Naturverständnis, den Begriff der Wildnis und erörtert Kants Theorie des Erhabenen als theoretisches Fundament.

3 ALEXANDER VON HUMBOLDTS WAHRNEHMUNG VON NATUR: Hier erfolgt eine Charakterisierung Humboldts als rationaler Forscher, gefolgt von einer Analyse der Bergbesteigung und der Drachenbaumszene auf Anzeichen von Naturerhabenheit.

4 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und widerlegt die These, dass Humboldt aufgrund seiner rationalen Haltung unfähig zur ästhetischen Naturwahrnehmung sei, indem es die untersuchten Szenen als Erlebnisse dynamischer bzw. mathematischer Erhabenheit deutet.

Schlüsselwörter

Alexander von Humboldt, Die Vermessung der Welt, Daniel Kehlmann, Aufklärung, Naturerhabenheit, Immanuel Kant, Ästhetik, Naturwissenschaft, Chimborazo, Drachenbaum, Literaturwissenschaft, Vernunft, Dynamisch-Erhabenes, Mathematisch-Erhabenes, Forschergeist

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Figur des Alexander von Humboldt im Roman „Die Vermessung der Welt“ und analysiert, wie diese wissenschaftlich geprägte Figur der Natur gegenübersteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Aufklärung als historische Epoche, die philosophische Definition von Naturerhabenheit nach Kant sowie die literarische Charakterzeichnung von Humboldt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob Alexander von Humboldt in der Lage ist, Naturerhabenheit ästhetisch zu empfinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte und philosophische Theorien auf ausgewählte Textstellen des Romans anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst den historischen Hintergrund und philosophische Begriffe, charakterisiert dann Humboldt und untersucht schließlich zwei konkrete Schlüsselszenen des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Naturerhabenheit, Aufklärung, Vernunft, ästhetische Wahrnehmung und das Verhältnis von Mensch und Natur.

Wie bewertet die Arbeit Humboldts rationales Verhalten in den untersuchten Szenen?

Obwohl Humboldt die Natur oft als Objekt vermisst, zeigt die Analyse, dass er in Momenten wie der Bergbesteigung oder der Betrachtung des Baumes durchaus eine Form der ästhetischen Ehrfurcht zeigt.

Was unterscheidet nach Kant das Mathematisch-Erhabene vom Dynamisch-Erhabenen im Kontext der Arbeit?

Das Mathematisch-Erhabene bezieht sich auf die unermessliche Größe von Objekten wie dem Baum, während das Dynamisch-Erhabene die Konfrontation mit der zerstörerischen Gewalt der Natur wie bei der Bergbesteigung beschreibt.

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Details

Title
Erlebnisse von Naturerhabenheit der Figur Alexander von Humboldt im Roman "Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann
College
University of Cologne  (Philosopische Fakultät)
Course
Die Unterwerfung der Natur als Motiv in der Gegenwartsliteratur
Grade
1,3
Author
Theresia Schützendorf (Author)
Publication Year
2021
Pages
16
Catalog Number
V1118916
ISBN (eBook)
9783346480903
ISBN (Book)
9783346480910
Language
German
Tags
Kehlmann Die Vermessung der Welt Erhabenheit Natur Alexander von Humboldt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Schützendorf (Author), 2021, Erlebnisse von Naturerhabenheit der Figur Alexander von Humboldt im Roman "Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118916
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