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Naturpädagogik. Ein Ansatz für Kinder und Jugendliche

Titel: Naturpädagogik. Ein Ansatz für Kinder und Jugendliche

Bachelorarbeit , 2011 , 45 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Ronny Fehler (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Ausarbeitung werden zwei Fragen näher untersucht. Im ersten Teil meiner Arbeit versuche ich näher auf die Naturpädagogik einzugehen. Was ist Naturpädagogik und wie wird sie im pädagogischen Alltag umgesetzt? Dieser Frage nachgestellt, soll es im zweiten Teil um die Nachhaltigkeit von Naturerfahrungen in Bezug auf das Handeln gehen. Welchen pädagogischen Wert haben Naturerfahrungen für das (Umwelt-) Handeln?

Kinder ziehen sich in ihre Kinderzimmer zurück, nutzen ihre Spielkonsolen oder den PC und werden überwiegend am Abend von ihren Eltern u.a. zum Sportverein, zur Musikschule oder zum Sprachunterricht gefahren und wieder abgeholt. Der „Jugendreport Natur 2010“ spiegelt diese Entwicklung ebenfalls wider. Hieraus könnte der Schluss gezogen werden: Die Distanz zwischen der „Natur“ und den Kindern sowie Jugendlichen wird zunehmend größer.

Zum einen verringert sich das Wissen über Prozesse in der Natur und zum anderen fehlt immer häufiger das Bewusstsein über die Nutzung von natürlichen Ressourcen für den Alltag. Der Zusammenhang zwischen dem natürlichen Produkt hin zum abgepackten Artikel im Einkaufszentrum und der damit verbundene Aufwand und Eingriff in die Natur, ist vielen Kindern und Jugendlichen nicht mehr bewusst.

Zunehmende Umweltbelastungen durch Waldrodung, Abgase oder Mülldeponien erfordern ein Umdenken der Lebensweise dahingehend, dass natürliche Ressourcen wieder schonender und nachhaltiger genutzt werden. Vor dem Hintergrund der Naturentfremdung der Kinder drängt sich jedoch die Frage auf: Wie können Menschen natürlich und umweltbewusst handeln, wenn sie sich der Natur nicht bewusst sind?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Naturpädagogik

1.1 Begriffsfindung

1.2 Natur bezogene Pädagogik

1.2.1 Pädagogisches Konzept

1.2.2 Ziele

1.2.3 Grenzen

2 Pädagogischer Mehrwert von Naturerfahrungen

2.1 Lerntheorie

2.2 Neurobiologische Erkenntnisse zum Prozess des Lernens

2.3 Bedeutung von Emotionen beim Lernen

3 Natur bezogene Pädagogik in Bildungskonzepten

3.1 Bildungssystem am Beispiel Berlin

3.1.1 Das Berliner Bildungsprogramm

3.1.2 Grundschule

3.2 Naturpädagogische Bildungskonzepte

3.2.1 Der Waldkindergarten

3.2.2 Wildnisschulen bzw. die Rucksackschule

3.3 Fazit

4 Naturwissen (Jugendreport Natur 2010)

4.1 Hintergrund der Studie

4.2 Darstellung der Ergebnisse

4.3 Fazit

5 Nachhaltigkeit von Naturerfahrungen

5.1 Naturerfahrungen

5.2 Umwelt bewusstes Handeln

5.3 Umwelthandeln in Abhängigkeit von Naturerfahrungen

5.4 Fazit

6 Ansatz für institutionelles Lernen

7 Ausblick

8 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Naturpädagogik als pädagogischen Ansatz für Kinder und Jugendliche. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen pädagogischen Mehrwert Naturerfahrungen für die kindliche Entwicklung haben und wie sich diese in Bildungsprozesse integrieren lassen, um ein umweltbewusstes Handeln nachhaltig zu fördern.

  • Grundlagen und Konzepte der Naturpädagogik
  • Pädagogischer Mehrwert von Naturerfahrungen aus neurobiologischer und lerntheoretischer Sicht
  • Analyse der Naturpädagogik in aktuellen Bildungskonzepten und Rahmenlehrplänen
  • Empirische Untersuchung des Naturwissens anhand des "Jugendreport Natur 2010"
  • Bedeutung von Naturerfahrungen für die Entwicklung von Umweltbewusstsein

Auszug aus dem Buch

2.2 Neurobiologische Erkenntnisse zum Prozess des Lernens

Ich wende mich nun den neurobiologischen Erkenntnissen von Lernen zu. Die Neurobiologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Untersuchung des Nervensystems beschäftigt. Dabei werden die einzelnen Funktionsweisen von Nervenfasern und Neuronen untersucht und deren Verschaltungen und Zusammenwirken im Gehirn erforscht. Die genaue Lokalisation von Gehirnarealen und das Wissen über deren Funktionen ermöglicht es, menschliche und tierische Handlungsweisen zu ergründen. Mit den nicht invasiven, Bild gebenden Forschungsmethoden wie der Magnetresonanztomographie gelingt es, kognitive Leistungen zu orten. Sprache, Denken und Gefühle wie Glück und Freude werden durch verschiedene Techniken am Computerbildschirm erkennbar. Darüber hinaus lassen sich beeinflussende und sich korrelativ bedingende Faktoren sowie Stimulanzien bestimmen. Durch die Neurobiologie wird ein Einblick in die Funktion des Gehirns ermöglicht. Die Forschungsergebnisse können somit Lösungsansätze für Bildungs- und Erziehungsprozesse geben (vgl. HERRMANN 2009, S. 9ff.).

Informationen werden im Gehirn in neuronalen Netzwerken verarbeitet. Die einzelnen Netzwerke haben unterschiedliche Aufgaben. Untereinander können sich Netzwerke durch Informationsflüsse beeinflussen (vgl. GUDJONS 1997, S. 223). Dadurch entsteht eine hohe Datensammlung, welche die Grundlage für kognitive Leistungen und Verhaltenssteuerungen bildet (vgl. GUDJONS 1997, S. 223). Die beständige Nutzung dieser Netzwerke bewirkt das Wachstum der Verarbeitungsbereiche im Gehirn. Die Nervenfasern werden dicker, was die Informations- und Verarbeitungsprozesse beschleunigt. Die synaptische Vernetzung nimmt zu, was einen umfangreicheren Informationsfluss bedingt (vgl. SPITZER 2007, S. 229ff.). Diese Tatsache wird mit der Neuroplastizität beschrieben. Das Gehirn hat mit dem sechsten Lebensjahr die größte mögliche Vernetzung von Neuronen erreicht. Danach entwickeln sich die Netzwerke entsprechend ihrer Nutzung. Junge Menschen lernen mit sehr hoher Geschwindigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Naturentfremdung von Kindern durch Medienkonsum und veränderte Lebenswelten.

1 Naturpädagogik: Definition des Begriffs und Darstellung des pädagogischen Konzepts, der Ziele sowie der Grenzen des Ansatzes.

2 Pädagogischer Mehrwert von Naturerfahrungen: Untersuchung von Naturerlebnissen aus lerntheoretischer und neurobiologischer Perspektive sowie der Bedeutung von Emotionen beim Lernen.

3 Natur bezogene Pädagogik in Bildungskonzepten: Prüfung des Berliner Bildungsprogramms und der Grundschullehrpläne sowie Vorstellung von Praxismodellen wie Waldkindergarten und Rucksackschule.

4 Naturwissen (Jugendreport Natur 2010): Auswertung einer empirischen Studie zum Naturwissen und Naturverhalten von Kindern und Jugendlichen.

5 Nachhaltigkeit von Naturerfahrungen: Differenzierung verschiedener Naturerfahrungsdimensionen und deren Einfluss auf umweltbewusstes Handeln.

6 Ansatz für institutionelles Lernen: Diskussion über die Implementierung naturpädagogischer Elemente in bestehende Bildungsstrukturen durch Bildungsnetzwerke.

7 Ausblick: Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller Kinder- und Jugendberichte der Bundesregierung.

8 Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Naturpädagogik, Naturerfahrungen, Umwelthandeln, Neuroplastizität, Bildungsprogramm, Grundschule, Waldkindergarten, Rucksackschule, Naturdistanz, Jugendreport Natur, Ökologische Pädagogik, emotionales Lernen, Umweltbewusstsein, Bildungswesen, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis thematisiert die Naturpädagogik als Ansatz, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Natur zu ermöglichen und die damit verbundene Förderung von Umweltbewusstsein zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft pädagogische Konzepte mit neurobiologischen Erkenntnissen über Lernprozesse und analysiert diese im Kontext offizieller Bildungspläne sowie empirischer Studien zum Naturwissen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Naturerfahrungen als wesentlicher Bestandteil der kindlichen Bildung integriert werden können, um eine nachhaltige Basis für verantwortungsbewusstes Umwelthandeln zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Literaturanalyse mit der Auswertung vorhandener empirischer Daten, insbesondere des "Jugendreport Natur 2010", verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Lerntheorien, Neurobiologie, Emotionen), die Analyse der institutionellen Umsetzung in Berlin sowie die Auswertung von Studien zur Naturbeziehung von Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Naturpädagogik, Naturerfahrungen, Umwelthandeln, Neuroplastizität, Bildungssystem, Nachhaltigkeit und pädagogische Konzepte.

Wie unterscheidet sich die Rucksackschule von klassischen Schulangeboten?

Die Rucksackschule fungiert als externes, praxisorientiertes Angebot, das gezieltes Naturerleben und ökologisches Lernen außerhalb der starren Strukturen von Klassenzimmern ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Neuroplastizität für die Naturpädagogik?

Die Neuroplastizität verdeutlicht, dass vielfältige und reichhaltige Inputs – wie sie die Natur bietet – das Gehirnwachstum und die kognitiven Fähigkeiten positiv stimulieren und somit effektives Lernen begünstigen.

Was ist das Hauptergebnis zur Naturdistanz?

Die Auswertungen des Jugendreports zeigen eine tendenzielle Zunahme der Naturdistanz, begründet durch Technisierung, Medienkonsum und eine überbehütende Erziehung, was den Bedarf an gezielten naturpädagogischen Angeboten unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Naturpädagogik. Ein Ansatz für Kinder und Jugendliche
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,1
Autor
Ronny Fehler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
45
Katalognummer
V1119217
ISBN (eBook)
9783346491770
ISBN (Buch)
9783346491787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
naturpädagogik ansatz kinder jugendliche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ronny Fehler (Autor:in), 2011, Naturpädagogik. Ein Ansatz für Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119217
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Leseprobe aus  45  Seiten
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