Didaktische Umsetzung des Themas der Politik in den Sozialen Medien

Wie wirken sich Soziale Medien auf die politische Meinungsbildung aus?


Seminararbeit, 2019

16 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mediennutzung in Österreich

3 Soziale Netzwerke
3.1 Facebook
3.2 YouTube
3.3 Whatsapp

4 Filterblase

5 Dirty Campaigning und Fake News
5.1 Dirty Campaigning
5.2 Fake News

6 Didaktische Vermittlung
6.1 Medienkompetenz
6.2 Lehrplanbezug
6.3 Vermittlungskonzepte

7 Conclusio

8 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die Wahl des Themas zu dieser Arbeit war eine Einfache. In einem Seminar der Didaktik politischen Bildung hat Medienkompetenz einen hohen Stellenwert. Soziale Medien spielen im Zeitalter der Digitalisierung eine fortschreitend wichtigere Rolle im Bereich der Wahlwerbung, der politischen Meinungsbildung und generell der Informationsbeschaffung. Umso wichtiger ist eine frühe Sensibilisierung für die Chancen und Gefahren, die diese neuen Medien mit sich bringen. Ein verantwortungsvoller und vor allem kritischer Umgang mit Facebook, Instagram, Youtube und anderen Plattformen dieser Art kann nicht nur, sondern muss eine Rolle im Unterricht spielen. Nicht nur im Fach der politischen Bildung, sondern auch in Deutsch und Englisch muss dieser wichtigen Thematik der nötige Raum gegeben werden, um die Schülerinnen und Schüler für die Sache zu sensibilisieren.

Diese Seminararbeit widmet sich in gegebener Kürze verschiedenen Themenbereichen, deren Kenntnis zu einer bewussten Mediennutzung beiträgt. Im ersten Kapitel nach dieser Einleitung werden Statistiken zum Medienkonsum in Österreich näher beleuchtet, um einen groben Überblick über den derzeitigen Sachverhalt zu erlangen und die Wichtigkeit des Themas zu verdeutlichen, bevor im zweiten Abschnitt der Arbeit kurz das Phänomen der „Filterblase“ erläutert wird. Darauf folgt ein kurzer Exkurs zum „Dirty Campaigning“ in Verbindung mit „Fake News“, um auch diese Themenbereiche in knappem Umfang zu skizzieren. Auch die zur Informationsbeschaffung von Jugendlichen meistgenutzten Online-Plattformen werden charakterisiert. Der Hauptteil dieser Seminararbeit steht im Zeichen der didaktischen Vermittlung dieser Themen und den damit verbundenen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler erlangen sollten. Hierzu werden methodische Ansätze und Unterrichtskonzepte beschrieben, die im Zuge des Seminars bereits im Plenum kurz vorgestellt wurden. Durch den Einsatz von neuen Medien im Unterricht, wird aus einem bloßen Erlernen des Inhalts, ein wirkliches Erfahren der Vorgänge, auf deren Bewusstmachung ein Schwerpunkt gelegt wird. Abschließend wird in der Conclusio der Kern dieser Arbeit zusammengefasst und wichtige Punkte hervorgehoben.

Ziel dieser Arbeit ist es, sowohl das Thema der Sozialen Medien als auch deren Wichtigkeit in der Meinungsbildung grob zu umreißen, als auch Unterrichtsmethoden vorzustellen, die nicht nur im schulischen, sondern auch im gesellschaftlichen Kontext zu Denkanstößen führen können und sollen.

2 Mediennutzung in Österreich

In diesem Kapitel wird mit Hilfe ausgewählter Statistiken ein Zustand und eine Tendenz veranschaulicht, welche die Dringlichkeit unterstreichen, einen bewussten Umgang mit den Sozialen Medien in den Schulen stärker zu thematisieren. Das Konsumverhalten von Nachrichten verändert sich und vor allem bei Jugendlichen tut es dies besonders stark. (Vgl. Treumann et al., 2007, S. 28f)

Nutzung der Hauptnachrichtenquellen nach Altersgruppen (2018)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Abb. 1.1 lässt sich deutlich erkennen, dass die Sozialen Medien in der Altersgruppe de 18- bis 24-jährigen die bevorzugte Nachrichtenquelle darstellen. Knapp ein Drittel der Jugendlichen gibt sie laut dieser Studie des Instituts für Journalismus der Universität Salzburg als Hauptnachrichtenquelle an. Jejünger die Befragten sind, desto weniger beziehen sie ihre Nachrichten aus Fernsehen oder klassischen Printmedien. Diese beiden Informationskanäle sind in der Altersgruppe 55+ dominant, doch ihr Einfluss nimmt mit abnehmendem Alter der Befragten stark ab. Im Rahmen dieser Studie wurden Anfang 2018 knapp 2000 Menschen in Österreich zu ihrem Nutzungsverhalten von Informationsmedien befragt. Durch ihre Aktualität verdeutlicht sie die Rahmenbedingungen, welche zur Zeit in Österreich diesbezüglich vorliegen. Die nächste Grafik (Abb. 1.2) führt detaillierter die spezifischen Kanäle der Sozialen Medien an und zeigt gleichzeitig die Entwicklung der Daten im Vergleich mit denen aus dem Jahr 2016.

Welche der folgenden Angebote haben Sie in der vergangenen Woche dazu genutzt, um Nachrichten zu finden/lesen/teilen/diskutieren?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.2

Die Datenerhebung zu diesem Diagramm erfolgte ebenfalls im Rahmen einer Studie der Universität Salzburg, welche in den Jahren 2016 und 2018 über 2000 Menschen in Österreich befragte die angaben, die angeführten Online-Plattformen zumindest einmal im Monat zu nutzen. Hierbei wird deutlich, dass Facebook in diesen zwei Jahren zwar stark an Einfluss verloren hat und sein Anteil um ca. fünfProzent zurückging, esjedoch immer noch das mit Abstand wichtigste Medium ist, wenn es darum geht Nachrichten zu finden, zu lesen, zu teilen oder zu diskutieren. Darauf folgen mitjeweils knapp zwanzig Prozent die Social-Media-Plattformen Youtube und Whattsapp, welche im Zeitraum von 2016 bis 2018 ihre aktiven, Nachrichten konsumierenden Nutzerinnen und Nutzer vermehren konnten. Interessant ist außerdem zu erwähnen, dass vier der acht angegebenen Sozialen Netzwerke zum Facebook-Konzern gehören. Addiert man ihre Prozentanteile aus dieser Studie, so machen sie knapp zwei Drittel des Gesamten aus.

Abschließend soll in diesem Kapitel noch die Nutzung von Sozialen Netzwerken in Zusammenhang mit der Ausrichtung im politischen Spektrum veranschaulicht werden. Dazu dient eine Studie aus dem Jahr 2017, in der die Befragten nach Selbsteinschätzung ihres politischen Standpunktes in einer „Links- rechts- Skala“ ihre Aktivität in den Sozialen Medien bewerteten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.3

Diese Grafik veranschaulicht eine Studie aus dem Jahr 2017, bei der knapp 1800 Menschen in Österreich befragt wurden und die in Zusammenarbeit verschiedener österreichischer Universitäten entstand. Wie Abb. 1.3 deutlich zeigt, steigt die politische Aktivität in den sozialen Medienje weiter die Befragten sich politisch am linken oder rechten Rand sehen. Die politische Mitte liegt sowohl beim Lesen, als auch beim Teilen und Verfassen von politischen Inhalten teilweise deutlich dahinter. Auch dies ist in Bezug auf die folgenden Kapitel ein nicht zu unterschätzendes Phänomen, da sowohl politisch weit rechts, als auch weit links stehende Organisationen ihre Ansichten in großem Maß über Soziale Netzwerke teilen, worauf im Abschnitt zum Thema der Filterblase genauer eingegangen wird.

3 Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke (Social Networks) oder auch Soziale Medien (Social Media) sind Begriffe, die „in den letzten Jahrenpopulär wurden, um verschiedene Internetanwendungen wie Blogs, Microblogs (z.B.: Twitter), soziale Netzwerkseiten, Video-/ Bild- /Daten- Tauschbörsen und Nikis zu beschreiben“ (Fuchs, 2019, S .61). In diesem Kapitel werden die drei in Österreich wichtigsten Social-Media-Plattformen in Bezug auf politische Informationsbeschaffung und Meinungsäußerung in knappem Rahmen beschrieben, um einen groben Einblick in die Dimensionen zu erhalten, in welchen sie sich global bewegen und welche Reichweite mit ihnen erreicht werden kann. Wie im vorigen Kapitel beschrieben wurde, stellen die folgenden drei Plattformen die wichtigste Quelle für Nachrichten fürjunge Menschen in Österreich dar.

3.1 Facebook

Wie in Abb. 1.2 deutlich wurde, ist Facebook die wichtigste Plattform in Österreich, um online Nachrichten zu konsumieren. Facebook hat weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzerinnen und Nutzer und einen Börsenwert von über 150 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen kommen hauptsächlich aus personalisierter Werbung, in der Präferenzen der Konsumentinnen und Konsumenten erschlossen und berücksichtigt werden. Nach diversen Skandalen um Privatsphäre und Datenschutz brach zwar kurzfristig der Börsenkurs ein, auf die Mitgliederzahlen wirkten sie sichjedoch bislang nicht wirklich negativ aus. In Österreich hat die Online-Plattform 2018 3,8 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer, wie Facebook der Fachzeitschrift Horizont bekannt gab. (Vgl. o.A., 26.07.2018)

3.2 YouTube

YouTube ist eine Video-Streaming-Plattform, welche zum Mutterkonzem Google gehört. Monatlich hat Youtube 2,2 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer weltweit und erzielt damit einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar. Das Geschäftsmodell konzentriert sich auf Werbung vor oder in den Videos, wobei 55 Prozent der Einnahmen an die Erstellerinnen und Ersteller des Contents- also des Inhalts gehen. Diejährliche Wachstumsrate ist in den letzten Jahren doppelt so groß wie die von Facebook und so behauptet Youtube seine beinahe Monopolstellung im Online-Video-Segment. Besonders beeindruckend sind die Zahlen, welche die täglich auf der Seite verbrachte Zeit beschreiben. Während auf Facebook durchschnittlich 27 Minuten pro Tag verbracht wird, schafft es YouTube seine Nutzerinnen und Nutzer über eine Stunde pro Tag auf der Website zu halten. (Vgl. o.A., 16.05.2018)

3.3 WhatsApp

Der Nachrichtendienst WhatsApp, welcher 2014 von Facebook aufgekauft wurde, zählt weltweit über anderthalb Milliarden Nutzerinnen und Nutzer. Täglich werden 55 Milliarden Nachrichten versandt, viereinhalb Milliarden Fotos geteilt und eine Milliarde Videos hochgeladen. Doch nicht mehr nur für die private Kommunikation bietet WhatsApp eine Plattform, auch Nachrichten- und Informationsdienste nutzen das Soziale Netzwerk um ihre Nachrichten und Inhalte zu verbreiten. (Vgl. Berger, 27.07.2017)

4 Filterblase

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Auswirkung von Sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung und wie man dieses Thema im Schulunterricht aufarbeiten kann. Einem diesbezüglich sehr wichtigen Faktor widmet sich dieses Kapitel, in welchem die in den Medien präsenten und synonym zu verwendenden Begriffe der Filterblase (engl. Filterbubble) und Echokammer (engl. Echochamber) näher erläutert werden. Das Konzept der Filterblase stammt vom US-amerikanischen Politologen Eli Pariser, welcher den Begriff durch seine Publikationen und öffentlichen Auftritte etablierte. Im Kontext der US-Präsidentschaftswahl 2016 und des Brexit­Referendums in Großbritannien im selben Jahr war die Filterbubble in aller Munde und wurde als wähl- und referendumsentscheidender Faktor gehandelt. (Vgl. Thies, 2017, S. 101)

„Die Filterblase beschreibt eine figurative Sphäre, in der einem Internetnutzer nur, beziehungsweise hauptsächlich die Inhalte zur Verfügunggestellt werden, die ihn (wahrscheinlich) interessieren. Um dieses individuelle Interesse zu ermitteln, laufen bei Internetdiensten wie Google, Facebook und Amazon stets Filteralgorithmen im Hintergrund, deren Parameter ausschlaggebender die angezeigten Ergebnisse sind. “ (Thies, 2017, S. 101f)

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Didaktische Umsetzung des Themas der Politik in den Sozialen Medien
Untertitel
Wie wirken sich Soziale Medien auf die politische Meinungsbildung aus?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich
Note
1,0
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V1119224
ISBN (eBook)
9783346482143
ISBN (Buch)
9783346482150
Sprache
Deutsch
Schlagworte
didaktische, umsetzung, themas, politik, sozialen, medien, soziale, meinungsbildung
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Didaktische Umsetzung des Themas der Politik in den Sozialen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119224

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