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Systemtheorie nach Niklas Luhmann

Title: Systemtheorie nach Niklas Luhmann

Term Paper , 2012 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ronny Fehler (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die Wissenschaft und die Forschung im Allgemeinen sind auf der Suche nach den Zusammenhängen, die unser Leben und unsere Umwelt erklären. Die Gesellschaft oder vielmehr die menschliche Beziehung zu ergründen und zu erforschen, das ist
die Aufgabe der Soziologie. Die Soziologie als Wissenschaft hat dabei viele verschiedene Ausprägungen. Gesellschaftliche Veränderungen und technische Errungenschaften haben den Blickwinkel und die soziologische Arbeitsweise immer wieder überholt und zum Teil auch verändert. Die Soziologie musste sich dabei stets hinterfragen, ihre Aufgabe neu definieren und zeitgemäße Fragen an die Gesellschaft formulieren.

Im Zuge dessen ist ein vielschichtiges soziologisches Wissens- und Datenkonvolut entstanden, was sich in Teilen widerspricht und zum anderen aufeinander aufbaut. Die Bandbreite reicht von kleinen empirischen Erkenntnissen bis hin zu hochkomplexen Gesellschaftstheorien, die dann eher einer Sozialphilosophie gleichen. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann ergänzt diese Sammlung soziologischer Gesellschaftsauseinandersetzungen und versucht sich zugleich, durch seine spezielle Herangehensweise von den anderen Ansätzen zu distanzieren. Die Gesellschaft scheint bei Luhmann zu einem Apparat zu werden. Die Mechanismen des Apparates sind fest definierte Strukturen. Niklas Luhmann verhält sich zu diesem Apparat in Funktion eines Verwaltungsbeamten, der mit der Aufgabe vertraut ist, die strukturellen Zusammenhänge zu beschreiben und einzuordnen. Dieser Vergleich liegt nicht zuletzt nahe, da Luhmann selbst in seiner voruniversitären Zeit Verwaltungsbeamter war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Systemtheorien

3 Systemtheorie nach Niklas Luhmann

3.1 Zur Person

3.2 Systemtheorie nach Luhmann

3.3 Klärung einzelner Begriffe

3.3.1 Autopoiesis und Selbstreferenz

3.3.2 Beobachtung

3.3.3 Kommunikation

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen strukturierten Überblick über die Systemtheorie von Niklas Luhmann zu geben und deren soziologische Relevanz kritisch zu beleuchten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die komplexe Gesellschaftstheorie Luhmanns durch zentrale Begriffe wie Autopoiesis, Beobachtung und Kommunikation greifbar gemacht werden kann und welche Rolle das Individuum in diesem theoretischen Gefüge spielt.

  • Historische und wissenschaftstheoretische Einordnung der Systemtheorie
  • Analyse des Luhmann’schen Systembegriffs und der funktionalen Differenzierung
  • Erläuterung der Schlüsselkonzepte Autopoiesis und Selbstreferenz
  • Untersuchung der Beobachtung erster und zweiter Ordnung
  • Kritische Reflexion des Kommunikationsbegriffs als kleinste soziale Einheit

Auszug aus dem Buch

4.3.3 Kommunikation

Luhmanns Soziologie ist also eine Soziologie die beobachtet. Doch in Abgrenzung zu anderen Soziologen wie z.B. Max Weber interessiert Luhmann nicht das Handeln bzw. das Handeln von Individuen, sondern nur die Kommunikation. Für Luhmann ist Handlung „in sozialen Systemen über Kommunikation und Attribution konstituiert“ (LUHMANN 1984, S. 191). Kommunikation ist also das kleinste Element sozialer Interaktionen in sozialen Systemen und somit für Luhmann einzig relevant. Die Voraussetzung für diesen Kommunikationsbegriff ist ebenfalls durch Luhmann definiert, da hierbei eine bloße Betrachtung von Sender und Empfänger zu reduziert ist. Luhmann gliedert Kommunikation zunächst in drei aufeinander aufbauende Teile. Die Information, die Mitteilung und das Verstehen. Er macht hier drei Selektionsstellen fest, an denen eine unterschiedliche Auswahl getroffen werden kann. Während dieser Ablauf nur die kommunikativen Prozesse aufzeigt, ist für Luhmann aus soziologischer Perspektive erst die Anschlusshandlung von Interesse (vgl. LUHMANN 1984, S. 198). In der Anschlusshandlung zeigt sich, in wieweit die Information verstanden wird und in welchem Ausmaß sie mit der Eingangssituation korrespondiert. Alles, was Luhmann an funktionelle Zusammenhänge in seiner Systemtheorie beschreibt ist demnach Kommunikation, die auf Grund der dreifachen Selektionsleistung eine eigene analytische Dimension hat (vgl. LÖW 2006, S. 52) Deswegen ist hierbei die zunächst paradox erscheinende Aussage wichtig, dass nur Kommunikation kommunizieren kann (vgl. hierzu LUHMANN 1984, S. 191ff.). „Allein die Kommunikation kommuniziert, und dabei kommuniziert Kommunikation über handelnde Personen“ (KNEER/NASSEHI 1993, S. 90). Der Mensch ist also nicht der Urheber und nicht die Ursache von Kommunikation. Das funktionelle System Kommunikation findet durch den Menschen seine Ausprägung, der Mensch jedoch, dient hierbei lediglich als Medium.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung der Soziologie ein und stellt die Systemtheorie Luhmanns als einen Versuch vor, die Komplexität moderner Gesellschaften zu beschreiben.

2 Allgemeine Systemtheorien: Das Kapitel verankert Luhmanns Theorie historisch und wissenschaftstheoretisch durch den Bezug zu biologischen Systemkonzepten und der interdisziplinären Forschung.

3 Systemtheorie nach Niklas Luhmann: Hier wird der Kern der Theorie vorgestellt, wobei neben der biographischen Einordnung Luhmanns die systemtheoretischen Grundannahmen detailliert dargelegt werden.

3.1 Zur Person: Dieser Abschnitt beleuchtet die akademischen Lebensphasen von Niklas Luhmann und deren Einfluss auf die Genese seiner soziologischen Systemtheorie.

3.2 Systemtheorie nach Luhmann: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahme, dass Systeme reale Einheiten sind, die sich durch Abgrenzung zur Umwelt funktional differenzieren.

3.3 Klärung einzelner Begriffe: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, die das theoretische Rückgrat der Systemtheorie bilden, systematisch definiert und analysiert.

3.3.1 Autopoiesis und Selbstreferenz: Der Begriff der Autopoiesis wird aus dem biologischen Kontext in die Soziologie übertragen, um die Fähigkeit zur Selbstherstellung von Systemen zu erklären.

3.3.2 Beobachtung: Beobachtung wird als Basisoperation sozialer Systeme eingeführt, wobei zwischen Beobachtungen erster und zweiter Ordnung unterschieden wird.

3.3.3 Kommunikation: In diesem Kapitel wird Kommunikation als das kleinste, relevante Element sozialer Systeme identifiziert und der Mensch lediglich als Medium für diesen Prozess begriffen.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Rolle des Individuums, die in Luhmanns Theorie zugunsten der Kommunikation in den Hintergrund rückt.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Autopoiesis, Selbstreferenz, Beobachtung, Kommunikation, soziale Systeme, funktionale Differenzierung, Soziologie, System-Umwelt-Differenz, Komplexitätsreduktion, Anschlusshandlung, Systemstrukturalismus, Gesellschaftstheorie, Interaktionssysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann und erläutert, wie soziale Phänomene als komplexe Systemprozesse verstanden werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie im soziologischen Kontext, die Konzepte der Autopoiesis, Selbstreferenz, Beobachtung sowie die Kommunikation als basale Einheit sozialer Systeme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Überblick über das komplexe Gesamtwerk Luhmanns zu geben und seine theoretischen Grundannahmen anhand ausgewählter Begriffe verständlich aufzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit der soziologischen Fachliteratur zu Luhmanns Systemtheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Systemtheorie und eine detaillierte Erläuterung der Schlüsselkonzepte wie Autopoiesis, Beobachtung zweiter Ordnung und Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Systemtheorie, Autopoiesis, soziale Systeme, funktionale Differenzierung, Beobachtung und Kommunikation.

Warum spielt das Individuum in Luhmanns Theorie laut dieser Arbeit eine untergeordnete Rolle?

Da Luhmann Kommunikation als kleinste Einheit sozialer Systeme definiert, rückt das Individuum als handelnde Person in den Hintergrund und dient lediglich als Medium für den Kommunikationsprozess.

Was ist der Unterschied zwischen Beobachtung erster und zweiter Ordnung?

Bei der Beobachtung erster Ordnung steht das Erkennen bzw. das „Was“ im Vordergrund, während die Beobachtung zweiter Ordnung das Beobachten des Beobachtens bzw. das „Wie“ fokussiert.

Was unterscheidet autopoietische von allopoietischen Systemen?

Autopoietische Systeme zeichnen sich durch die Fähigkeit der Selbsterzeugung aus, wohingegen allopoietische Systeme für ihre Operationen einen Input von außen benötigen.

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Details

Title
Systemtheorie nach Niklas Luhmann
College
University of Göttingen
Grade
2,0
Author
Ronny Fehler (Author)
Publication Year
2012
Pages
13
Catalog Number
V1119234
ISBN (eBook)
9783346482457
ISBN (Book)
9783346482464
Language
German
Tags
systemtheorie niklas luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ronny Fehler (Author), 2012, Systemtheorie nach Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119234
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