Diese Arbeit beschäftigt sich mit den aktuellen und zukünftigen Vorgaben im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und geht neben der praktischen Umsetzung auch auf bestehende und aufkommende Herausforderungen vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen auf EU-Ebene ein. Insgesamt zeigt sich, dass die permanenten Änderungen auf diesem Gebiet eine gewisse Intransparenz bewirken. Unsicherheit von berichtspflichtigen Unternehmen, (Wirtschafts-)Prüfer:innen und Berichtsadressaten sind die Folge.
Am 22. August 2020 hat die Menschheit sämtliche weltweit verfügbaren natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. Dieser sogenannte "Erdüberlastungstag" wird jährlich vom Global Footprint Network berechnet. Vor 50 Jahren fiel dieser Tag noch auf den 20. Dezember. In Deutschland ist dieser Tag bereits Anfang Mai. Symbolisch gesprochen lebt die deutsche Bevölkerung so, als stehen ihr drei Erden zur Verfügung.
Spätestens durch das Handeln der jungen Schwedin Greta Thunberg und ihrer wöchentlichen Bewegung "Fridays for Future" wird sowohl Politik als auch Gesellschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontiert. So gaben im Jahr 2019 über die Hälfte der Deutschen an, sich für Nachhaltigkeit zu interessieren. Das spiegelt sich unter anderem im Konsumverhalten wider. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Eine repräsentative Verbrauchs- und Medienanalyse aus dem Jahr 2021 ergibt, dass 40 % der Befragten beim Kauf von Produkten auf die soziale und ökologische Verantwortung des Unternehmens achtet. Beim Kauf von Drogerieartikeln stellt die nachhaltige Produktion für mehr als ein Viertel der Konsumenten ein Kriterium dar.
Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzabkommens und in Anbetracht der wachsenden Kritik an der CSR-Richtlinie veröffentlichte die Europäische Kommission im Jahr 2018 einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.10 Dieser beinhaltet ebenfalls die Überarbeitung der CSR-Richtlinie.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit
2. GRUNDLAGEN DER NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG
2.1. Begriffsbestimmungen
2.2. Notwendigkeit und Nutzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.3. Inhalt der Berichterstattung
2.3.1. Bestandteile der nichtfinanziellen Berichterstattung
2.3.2. Inhalte eines Nachhaltigkeitsberichts
2.3.3. Verwendung von Rahmenwerken
2.4. Trends im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.4.1. Trends bei Erstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung
2.4.2. Trends bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten
3. PRÜFUNG VON BERICHTEN IM BEREICH DER NACHHALTIGKEIT
3.1. Bedeutung und Prüfungsstandards
3.2. Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung im Rahmen der Abschlussprüfung
3.3. Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten nach ISAE 3000 (Revised)
3.3.1. Grundsätze und Aufbau des Standards
3.3.2. Auftragsannahme, Prüfungsplanung und Durchführung der Prüfung
3.3.3. Vermerk über die Prüfung
3.4. Praktische Umsetzung der Prüfung nichtfinanzieller Berichterstattungen und von Nachhaltigkeitsberichten
4. AKTUELLE ENTWICKLUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN
4.1. Herausforderungen bei Erstellung und Prüfung
4.1.1. Grundlegende Herausforderungen für Ersteller und Prüfer
4.1.2. Kommunikation von Nachhaltigkeitsaspekten
4.1.3. Fokus auf wesentliche Themen
4.1.4. Integrated Reporting
4.2. Aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums
4.2.1. Auslöser und Hintergrund des Aktionsplans
4.2.2. Entwicklung eines Klassifizierungssystems
4.2.3. Überarbeitung der Regelungen zur nichtfinanziellen Berichterstattung
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die bestehenden und zukünftigen Vorgaben für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren externe Prüfung. Ziel ist es, die praktische Umsetzung zu analysieren, bestehende Herausforderungen zu identifizieren und die Auswirkungen aktueller regulatorischer Veränderungen auf EU-Ebene, insbesondere im Hinblick auf den EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, kritisch zu beleuchten.
- Regulatorische Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSR-Richtlinie)
- Methoden und Standards der externen Berichterstattung (ISAE 3000, GRI)
- Praktische Herausforderungen wie Greenwashing und Wesentlichkeitsanalyse
- Implikationen der EU-Taxonomie-Verordnung
- Diskussion über die zukünftige Entwicklung und Standardisierung der Prüfung
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Grundsätze und Aufbau des Standards
Die International Federation of Accountants (IFAC), zu Deutsch Internationale Vereinigung der Wirtschaftsprüfer, publizierte im Jahr 2013 den ISAE 3000 (Revised) zum Vorgehen bei betriebswirtschaftlichen Prüfungen, die keine Prüfung oder prüferische Durchsicht historischer Finanzinformationen darstellen. Bereits die Bezeichnung des Prüfungsstandards charakterisiert den vielfältigen Anwendungsbereich dessen. Aufgrund der universellen Einsatzmöglichkeiten wird er deshalb auch als <
Der ISAE 3000 (Revised) stellt einen prinzipienorientierten Standard dar, in dem konzeptionelle Grundlagen für Prüfer dargelegt werden. Theoretisch kann er auch von anderen Berufsgruppen als die der Wirtschaftsprüfer angewendet werden. Aufgrund seiner hohen Qualitätssicherungsansprüche, insbesondere in Bezug auf die Einhaltung der Berufsgrundsätze, stoßen berufsfremde Personen in der Praxis aber oft auf unüberwindbare Hürden. Hinsichtlich seines Aufbaus unterscheidet er sich kaum von den deutschen Prüfungsstandards des IDW. Nach einer kurzen Vorbemerkung werden die Ziele der Prüfer beschrieben und wesentliche Begriffe definiert. Mittelpunkt des ISAE 3000 (Revised) bilden die Anforderungen. Hier wird genauer eingegangen auf Auftragsannahme und -fortführung, Planung und Durchführung der Prüfung, die Bildung des Prüfungsurteils und die Erstellung eines Prüfungsberichts sowie die Erteilung eines Prüfungsvermerks.
Ein Prüfungsauftrag im Sinne des ISAE 3000 (Revised) Tz. 12 lit. (a) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Prüfer ausreichend geeignete Nachweise zur Abgabe eines Prüfungsurteils erhält, um das Vertrauen Dritter in Bezug auf die Sachverhaltsinformation zu erhöhen. Ziel des ISAE 3000 (Revised) ist es nach Tz. 11, dass der Prüfer mit hinreichender oder begrenzter Sicherheit beurteilen kann, ob die Sachverhaltsinformation frei von wesentlich falschen Darstellungen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einleitung in das Thema Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund ökologischer Krisen und die Vorstellung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. GRUNDLAGEN DER NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG: Darstellung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, Begriffsbestimmungen und Trends bei der Erstellung von Nachhaltigkeits- und nichtfinanziellen Berichten.
3. PRÜFUNG VON BERICHTEN IM BEREICH DER NACHHALTIGKEIT: Erläuterung der Bedeutung der Prüfung, der Anwendung des ISAE 3000 (Revised) als Standard sowie die praktische Umsetzung bei der Prüfung durch Abschlussprüfer.
4. AKTUELLE ENTWICKLUNGEN UND HERAUSFORDERUNGEN: Analyse der Herausforderungen bei Erstellung und Prüfung (z.B. Greenwashing) sowie der regulatorischen Auswirkungen des EU-Aktionsplans und der Taxonomie-Verordnung.
5. FAZIT: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und ein Ausblick auf die zukünftige regulatorische Dynamik in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSR-Richtlinie, EU-Taxonomie, Greenwashing, Wesentlichkeitsanalyse, ISAE 3000, Abschlussprüfung, Wirtschaftsprüfung, nichtfinanzielle Berichterstattung, Integrated Reporting, Nachhaltigkeitsmanagement, Stakeholder, Klimaschutz, EU-Aktionsplan, Transparenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen und die damit verbundenen Herausforderungen bei Erstellung und externer Prüfung im Kontext aktueller EU-Regulierungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Anforderungen der CSR-Richtlinie, die praktische Anwendung von Prüfungsstandards wie ISAE 3000, sowie die Auswirkungen der EU-Taxonomie und des EU-Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der regulatorischen Vorgaben für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und -prüfung zu ermitteln und Herausforderungen vor dem Hintergrund ständiger Veränderungen auf EU-Ebene aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Studien, Gesetzestexte und empirischer Daten zur Berichterstattungspraxis von Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen, die detaillierte Prüfungsmethodik für Nachhaltigkeitsberichte nach internationalen Standards sowie eine kritische Analyse aktueller Herausforderungen wie Greenwashing und der EU-Taxonomie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSR-Richtlinie, EU-Taxonomie, Wesentlichkeitsanalyse, Wirtschaftsprüfung und Greenwashing charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Wesentlichkeitsanalyse in der Arbeit?
Die Wesentlichkeitsanalyse wird als zentrales Instrument diskutiert, um relevante Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren, wobei ihre praktische Umsetzung und die Herausforderungen bei der Definition für Unternehmen kritisch hinterfragt werden.
Wie steht die Autorin zur Rolle der Wirtschaftsprüfer?
Die Autorin argumentiert, dass Wirtschaftsprüfer aufgrund ihrer umfassenden Qualifikation und Synergieeffekte zur Abschlussprüfung die geeignetste Wahl für die externe inhaltliche Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten darstellen.
- Arbeit zitieren
- Saskia Nuxoll (Autor:in), 2021, Die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Aktuelle Trends und Herausforderungen für die Erstellung und Prüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119384