Immer mehr internationale wissenschaftliche Symposien beschäftigten sich mit der Thematik der globalen Erwärmung und dessen Konsequenzen für die Menschen. Zu dieser Zeit wurde die Problematik auch zum Politfeld und eine intensivere politische Auseinandersetzung konnte stattfinden, denn es wurde klar, dass dieses Phänomen nur mit internationalen Kooperationen gelöst werden kann.
In der Seminararbeit soll ein spezifisches Instrument und sein Entstehungsprozess zur Regulierung der negativen externen Effekte herausgegriffen werden. Mit dem Kyoto Protokoll, das im Dezember 1997 von der Weltgemeinschaft verabschiedet wurde, wurde Klimapolitik in die Sphäre der Weltpolitik gehoben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
2 Umwelt
2.1 Das Klimasystem
2.2 Der Treibhauseffekt
2.3 Der Klimawandel
2.4 Auswirkungen für die Klimapolitik und mögliche Strategien
3 Chronologie: Von den Ursprüngen bis nach Kyoto
3.1 Die Anfänge
3.2 Die ersten Weltklimakonferenzen
3.3 Von Rio nach Berlin
3.4 Auf dem Weg nach Kyoto
3.5 Kyoto: Die Endrunde
3.5.1 NGOs und moderne Kommunikationstechnologien
3.5.2 Verhandlung durch Erschöpfung
4 Umweltpolitische Akteure und ihre Interessen
4.1 Die Industrieländer
4.1.1 Die Europäische Union
4.1.2 Juscanz
4.1.3 Russland und die Länder im Übergang zur Marktwirtschaft
4.2 Die Entwicklungsländer
4.2.1 Die Allianz kleiner Inselstaaten (AOSIS)
4.2.2 Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC)
4.3 Nichtstaatliche und internationale Organisationen
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den Entstehungsprozess des Kyoto-Protokolls als zentrales Instrument der internationalen Klimapolitik, um zu verstehen, wie politische Rahmenbedingungen und konkurrierende Interessenlagen die Ausgestaltung dieses Abkommens maßgeblich beeinflusst haben.
- Wissenschaftliche Grundlagen des Klimasystems und der Treibhauseffekt
- Historische Chronologie der globalen Klimakonferenzen bis 1997
- Interessenkonflikte zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
- Einfluss von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Kommunikationstechnologien
- Strategische Ansätze der Umweltpolitik (Prävention vs. Anpassung)
Auszug aus dem Buch
3.5.2 Verhandlung durch Erschöpfung
Mit dem Fortlauf der Tagung verschärfte sich zunehmen Tempo und Intensität der Verhandlungen. Die Abschlusssitzung wurde immer wieder verschoben, da die diplomatischen Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Konferenzgebäudes kein Ende nahmen und noch keine Einigung erzielt werden konnte. So wurde die Sitzung am 10.Dezember von 11h auf 13h, dann auf 16h und schließlich auf 19h verschoben. Aber auch da war noch kein Konsens erzielt. Erst am 11.Dezember um 1h morgens konnte die Sitzung stattfinden. Viele Teilnehmer haben zu diesem Zeitpunkt die letzten zwei Nächte kaum oder überhaupt gar nicht geschlafen. Demnach waren viele Teilnehmer entsprechend gezeichnet. Tansanias Vertreter pointierte den Zustand mit seiner Aussage „Verhandlung durch Erschöpfung“. Hier trat der Vorsitzende Estrada hervor und zeigte seinen eisernen Willen das Protokoll zum Abschluss zu bringen. Immer wenn es in einer Frage keine Einigung gab, traf er die endgültige Entscheidung im Namen der Versammelten. Estrada war nach Rio Vorsitzender des INC und danach Vorsitzender des AGBM und auch in Kyoto übernahm er den Vorsitz. Er hatte den Prozess über Jahre hinweg begleitet und kannte alle Positionen und Interessen der verschiedenen Länder akribisch genau. Er verfügte über die notwendige Erfahrung und das „Gespür“ Entscheidungen zu treffen, die nicht kippen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Klimawandels ein und erläutert das Ziel der Arbeit, den Entstehungsprozess des Kyoto-Protokolls wissenschaftlich zu beleuchten.
2 Umwelt: Dieses Kapitel erläutert die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimasystems und des Treibhauseffekts, um die Notwendigkeit politischer Interventionen zu begründen.
3 Chronologie: Von den Ursprüngen bis nach Kyoto: Der Abschnitt skizziert den zeitlichen Ablauf der internationalen Klimapolitik von ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen bis zur intensiven Endrunde in Kyoto.
4 Umweltpolitische Akteure und ihre Interessen: Hier werden die unterschiedlichen Akteure wie Industrieländer, Entwicklungsländer und NGOs sowie deren spezifische Interessenlagen im Kyoto-Prozess detailliert analysiert.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Forschungsergebnisse zusammen und leitet wissenschaftliche Thesen zur Dynamik der internationalen Klimadiplomatie ab.
Schlüsselwörter
Kyoto-Protokoll, Klimapolitik, Treibhauseffekt, internationale Konferenzen, Klimawandel, Industriestaaten, Entwicklungsländer, NGOs, Klimarahmenkonvention, Umweltdiplomatie, Interessenkonflikte, Kommunikationstechnologien, Vorsorgeprinzip, Verursacherprinzip, globale Erwärmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Seminararbeit behandelt den politischen Entstehungsprozess des Kyoto-Protokolls im Kontext der internationalen Klimapolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die naturwissenschaftliche Basis des Klimawandels, die diplomatische Chronologie der Konferenzen und die divergierenden Interessen der beteiligten Nationen und Organisationen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, das Zustandekommen des Kyoto-Protokolls als Regulierungsinstrument für negative externe Effekte und die dabei auftretenden diplomatischen Hürden zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Seminararbeit, die auf einer Literaturanalyse und der Auswertung dokumentarischer Quellen zur internationalen Klimapolitik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ökologischen Notwendigkeit, eine chronologische Aufarbeitung des Kyoto-Prozesses sowie eine detaillierte Analyse der Akteursinteressen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Klimapolitik, Kyoto-Protokoll, internationale Verhandlungsstrategien, Akteursinteressen, Klimawandel und Umweltökonomie.
Was bedeutet der Begriff „Verhandlung durch Erschöpfung“ in Kyoto?
Dieser Begriff beschreibt den extremen zeitlichen Druck und die nächtlichen Verhandlungen in Kyoto, durch die der Vorsitzende Estrada unter Ausnutzung der physischen Erschöpfung der Delegierten eine Einigung erzwang.
Welche Rolle spielten moderne Medien für den Ausgang der Konferenz?
Moderne Kommunikationstechnologien ermöglichten einen enormen öffentlichen Druck, da jeder Verhandlungsschritt live medial begleitet wurde, was die Kompromissbereitschaft der Staaten erhöhte.
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- Michael Kunz (Author), 2008, Internationale Klimapolitik rund um die Entstehung des Kyoto-Protokolls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111938