Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten - Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell


Diplomarbeit, 2008

144 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie
1.1 Die amerikanische Tradition
1.2 Die Wegbereiter in Europa
1.2.1 Östgaard
1.2.2 Galtung und Ruge
1.2.3 Ein neuer methodischer Ansatz: Karl Erik Rosengren
1.2.4 Winfried Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien
1.2.5 Das Finalmodell von Joachim Friedrich Staab
1.2.6 Georg Ruhrmann: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen
1.2.7 Nachrichtenfaktoren in journalistischen Handbüchern
1.2.8 Diskussion der Nachrichtenfaktoren

2 Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell
2.1 Die Entwicklung der Tagesschau
2.2. Das Programmprofil der Tagesschau
2.3 Die Entwicklung von RTL aktuell
2.3.1 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 1992
2.3.2 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 2007

3 Untersuchungsdesign der Diplomarbeit
3.1 Die Nachrichtenfaktoren dieser Arbeit
3.2 Ereignisse in der Woche der Stichprobe

4 Die Nachrichtenfaktoren in der Tagesschau und RTL aktuell
4.1 Allgemeine Angaben zur Themenverteilung
4.2 Die Themenübersicht
4.3 Teaser
4.4 NiFs und Sprechermeldungen
4.5 Schalten, Verweise und Kommentare

5 Der Vergleich der Nachrichtenfaktoren bei den verschiedenen Themenkomplexen
5.1 Der Vergleich des Themenkomplexes „Politik national“ bei Tagesschau und RTL aktuell
5.2 Der Vergleich des Themenkomplexes „Politik international“ bei Tagesschau und RTL aktuell
5.3 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft national
5.4 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft international
5.5 Nachrichtenfaktoren in soft news national
5.6 Nachrichtenfaktoren in soft news international
5.7 Nachrichtenfaktoren in Service national

Fazit

Literatur

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Themenverteilung in der Tagesschau in der Stichprobenwoche

Abbildung 2 Einfluss in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche

Abbildung 3 Prominenz in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche

Abbildung 4 Personalisierung in der Themenübersicht von RTL aktuell in der Stichprobenwoche

Abbildung 5 Emotionen in der Themenübersicht bei RTL aktuell in der Stichprobenwoche

Abbildung 6: Ortstatus im Themenkomplex nationale Politik

Abbildung 7 Einfluss im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 8 Prominenz im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 9 Personalisierung im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 10 Reichweite im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 11 Service im Themenkomplex nationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 12: Bildliche Emotionen im Themenkomplex nationale Politik

Abbildung 13: Status der Ereignisnation im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 14 Einfluss im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 15 Prominenz im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 16 Personalisierung im Themenkomplex internationale Personalisierung in der Stichprobenwoche

Abbildung 17 Reichweite im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 18 Schaden im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 19 Kontroverse im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 20 Aggression im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 21Bildliche Emotionen im Themenkomplex internationale Politik in der Stichprobenwoche

Abbildung 22 Ortstatus im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 23Einfluss im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 24 Prominenz im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 25 Personalisierung im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 26 Reichweite im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 27 Service im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 28 Kontroverse im Themengebiet Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 29 Bildliche Emotionen im Themenkomplex Gesellschaft national in der Stichprobenwoche

Abbildung 30 Ereignisnation im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 31: Einfluss im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 32 Prominenz im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 33 Personalisierung im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 34 Überraschung im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 35 Schaden im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 36 Bildliche Emotionen im Themenkomplex Gesellschaft international in der Stichprobenwoche

Abbildung 37 Prominenz im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 38 Personalisierung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 39 Reichweite im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 40 Überraschung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 41 Service Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 42 Bildliche Emotion im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 43 Ereignisnation im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 44 Ortstatus Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 45 Einfluss im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 46 Prominenz im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 47 Personalisierung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 48 Überraschung im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 49 Schaden im Themenkomplex soft news national in der Stichprobenwoche

Abbildung 50 Einfluss im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche

Abbildung 51 Überraschung im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche

Abbildung 52 Emotionen im Themenkomplex Service national in der Stichprobenwoche

Einleitung

Journalisten sind jeden Tag mit einem großen Problem konfrontiert: Aus einer Flut von Nachrichten, allein der dpa-Basisdienst umfasst rund 750 Meldungen täglich[1], müssen sie diejenigen auswählen, die sie in ihrem Medium veröffentlichen wollen. Doch nach welchen Kriterien sollen sie entscheiden?

Die Medienwissenschaft hat drei Erklärungsansätze entwickelt nach denen Journalisten Nachrichten aussuchen: Die News-Bias-Forschung, den Gatekeeper-Ansatz und die Theorie der Nachrichtenfaktoren. Die News-Bias-Forschung sieht den Journalisten als Werkzeug, der Nachrichten danach auswählt, ob sie seiner oder der politischen Überzeugung der Redaktion entsprechen. Im Gatekeeper-Ansatz ist der Journalist der Schleusenwärter, der Nachrichten nach subjektiven Gesichtspunkten durchlässt, sprich veröffentlicht. Der dritte und letzte Ansatz ist die Nachrichtenwerttheorie. Diese Theorie geht davon aus, dass Nachrichten klar bestimmbare Merkmale, die Nachrichtenfaktoren, besitzen, anhand derer Journalisten Nachrichten veröffentlichen. Dabei gilt, je mehr Nachrichtenfaktoren eine Nachricht auf sich vereinigt, desto größer die Chance, dass die Nachricht von einem Medium publiziert wird.[2]

Nachrichtenfaktoren sind das Thema dieser Diplomarbeit. Hierzu wird zunächst im deskriptiven Teil der Arbeit die Geschichte der Theorie anhand ihrer wichtigsten Vertreter dargestellt, um eine wissenschaftliche Basis für die selber erstellten Nachrichtenfaktoren der Analyse zu haben.

Der deskriptive Teil umfasst des Weiteren die Darstellung der in der Erhebung zu analysierenden Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell. Es wird die Entstehung und Entwicklung, sowie das Profil der Sendungen vorgestellt. Das Profil nimmt dabei eine zentrale Stellung ein, denn es bestimmt, ob der Nachrichtenstil boulevardlastig oder sachlich orientiert ist.

Die Hypothese dieser Diplomarbeit lautet, dass der Nachrichtenstil sich in den Nachrichtenfaktoren der Sendungen niederschlägt. Es ist zu erwarten, dass Elemente des Boulevardstils wie „Personalisierung, Dramatisierung und Emotionalisierung“[3], deren Nachrichtenfaktoren Personalisierung und Bildliche Emotionen sind, bei RTL aktuell höhere Werte aufweisen. Zudem ist zu erwarten, dass Verbraucherthemen, die in dieser Arbeit mit dem neuen Faktor Service gemessen werden, bei RTL aktuell höher sind, da RTL laut Sendungsprofil Wert darauf legt, dass Zuschauer aus der Sendung Nutzen ziehen können. Der Tagesschau ist die Relevanz für den Zuschauer wichtig, so dass bei den Politik- und Wirtschaftsnachrichten eine große Reichweite zu erwarten ist.

Um die Hypothese zu überprüfen, ist an den deskriptiven der analytische Teil der Diplomarbeit angeschlossen. Das Untersuchungsdesign sieht vor, die Nachrichtenfaktoren von Tagesschau und RTL aktuell anhand einer Inhaltsanalyse zu analysieren.

1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie

Die amerikanische und europäische Nachrichtenwerttheorie entwickeln sich weitgehend unabhängig von einander. Während Walter Lippmann im Jahr 1922 mit „Public Opion“ die erste Theorie zum Thema veröffentlicht, entwickelt Einar Östgaard die europäische Tradition erst im Jahr 1964. Auf seine Arbeit aufbauend, folgen in Europa weitere. Besonders in den siebziger Jahren ist die Theorie der Nachrichtenfaktoren ein populärer Zweig der Medienwissenschaften. Nachdem sich die Forschung in den achtziger anderen Themen zugewendet, ist seit den neunziger Jahren ein neues Interesse an der Nachrichtenwertforschung zu erkennen. Seit Mitte der siebziger Jahre liegt ein Schwerpunkt der Forschung in Deutschland, vertreten durch Winfried Schulz oder Friedrich Staab und seit Anfang der neunziger Jahre durch mehrere Studien von Georg Ruhrmann.

Da in der Diplomarbeit die Nachrichtenfaktoren der Sendungen Tagesschau mit denen von RTL aktuell verglichen werden, ist es sinnvoll, den Schwerpunkt auf die europäischen Studien zu legen.

1.1 Die amerikanische Tradition

Lippmann stellt 1922 die These auf, dass die Wirklichkeit zu komplex sei, um von den Menschen gänzlich erfasst zu werden: „Von jedem öffentlichen Ereignis von breiter Wirkung sehen wir bestenfalls nur eine Phase und einen Aspekt.“[4] Stattdessen bilden Menschen Stereotypen. Wie alle anderen schaffen auch Journalisten Stereotype, denn „ohne Standardisierung, ohne Stereotypen, ohne Routineurteile, ohne eine ziemlich rücksichtslose Vernachlässigung der Feinheiten stirbt der Redakteur bald an Aufregung“,[5] erklärt Lippmann. Stereotype erleichtern laut Lippmann nicht nur dem Journalisten die Arbeit, sie bieten dem Leser einen „vertrauten Anhaltspunkt“.[6] Identifikation zu schaffen, ihn emotional zu berühren, sei eine wichtige Aufgabe, die ein Journalist bei seinem Leser erreichen müsse.

Andere Aspekte, die ein Ereignis zur Nachricht machen sind, laut Lippmann Eindeutigkeit des Geschehens, Überraschung, Konflikt, räumliche Nähe, zeitliche Begrenztheit, Bezug zu bereits eingeführten Themen, Einfachheit, sowie Beteiligung einflussreicher und bekannter Persönlichkeiten. Je mehr dieser Faktoren ein Ereignis enthält, desto größer der Nachrichtenwert, „news value“[7], des Ereignis’. Obwohl Lippmann die Hypothese der Nachrichtenfaktoren nicht empirisch überprüft, und „Public Opinon“ somit eine methodische Schwäche aufweist, ist die Theorie der Nachrichtenfaktoren und der Begriff des „news value“ in den USA in der Journalistenausbildung noch heute von Bedeutung.

Während sich Lippmann in „Public Opinion“ auf das Medium Zeitung beschränkt, verfasst James K. Buckalew die erste Studie zu Nachrichtenfaktoren im Fernsehen. In „A Q-Analysis of Television News Editors’ Decisions“[8] analysiert er die Nachrichtenfaktoren, nach denen Fernsehjournalisten ihre Nachrichten auswählen. Dazu legt er zwölf TV-Redakteuren, aus verschieden großen Städten des mittleren Westens, eine Auswahl von 64 Nachrichten vor, die sie in eine Rangordnung bringen sollen. Bei der Analyse stellt Buckalew fest, dass die Redakteure weitestgehend die gleichen Nachrichten auswählen. Unterschiede gibt es bei den Faktoren Nähe und Zeitlosigkeit. Während für die Redakteure aus den kleineren Städten der Faktor Nähe besonders wichtig ist, legen Redakteure aus größeren Städten mehr Wert auf die Faktoren Konflikt, Zeitlosigkeit und Video. Faktoren, die alle Redakteure bei ihrer Nachrichtenauswahl berücksichtigen, sind Konflikt, Nähe und die Verfügbarkeit von Bildmaterial.[9] Diese Studie ist besonders erwähnenswert, denn Buckalew ist der Erste, der Visualität als Nachrichtenfaktor in einer Studie untersucht und ihre Wichtigkeit für das neue Medium Fernsehen nachweist.

1.2 Die Wegbereiter in Europa

1.2.1 Östgaard

Das erste Werk zum Thema Nachrichtenfaktoren in Europa legt der Osloer Friedensforscher Einar Östgaard 1964 vor. Seine Arbeit hat noch hypothetischen Charakter, weil er seine Thesen nicht empirisch überprüft.

Seiner Meinung nach verzerren die Medien den „free flow of news“[10], „they can be said to be conditioned by the wish to make the news newsworthy, interesting or palatable to the public.”[11]

Östgaard unterscheidet zwischen externen und internen Faktoren. Unter externen Faktoren versteht er Politik und Ökonomie, die internen Faktoren sind Vereinfachung, Identifikation und Sensationalismus.[12] Da es sich bei den externen Faktoren, Politik und ökonomische Gesichtspunkte um Elemente der News-Bias Forschung handelt, die nicht Ziel dieser Arbeit ist, sind die externen Faktoren nicht weiter Gegenstand der Arbeit.

Beim ersten Faktor Vereinfachung erkennt Östgaard an, dass es notwendig sein kann, Dinge vereinfacht darzustellen. Dagegen sei nichts einzuwenden, so Östgaard, wenn Sachverhalte für den Leser durch die Vereinfachung verständlicher werden. Negativ bewertet er hingegen, „simplification of news will impair the flow of news, so as to make the picture presented to the public more simple, less complex, than what really happened.”[13]

Für den zweiten Faktor Identifikation gilt: “The greater the possibilities of identification with the news flow, and conversely, that less the possibilities of identification, the more the news flow will be hampered.”[14] Die Identifikation findet über geographische Nähe oder kulturelle Nähe statt. Da nichts den Menschen so sehr interessiert, wie der Mensch selbst, dienen auch Menschen zur Identifikation. Er stellt fest: „that people in a country of low rank, will also more easily be able to identify themselves with people in a country of high rank, …” Daraus folgt, dass über Politiker, Stars oder Sportler mehr berichtet wird, als über den “Mann auf der Straße”.[15]

Der dritte Faktor Sensationalismus findet sich sowohl in high-quality, als auch in Boulevardzeitungen.[16] Östgaard bewertet es negativ, dass die Welt durch sensationelle Nachrichten aufregender erscheint, denn so könnten sich die Zeitungsleser kein realistisches Bild über ihre Nachbarnländer und deren Mentalität machen.

Zu den drei Nachrichtenfaktoren nennt er zeitliche Nähe der Ereignisse zu den Produktionsabläufen ebenfalls als Nachrichtenfaktor. Denn ist ein Ereignis bereits abgeschlossen, können Medien darüber vollständig berichten. Dauert es noch an, können sie nur ein vorläufiges Bild der Ereignisse liefern.[17] Hat ein Ereignis die Nachrichtenschwelle überwunden und ist zur Nachricht geworden, konzentrieren sich die Medien in ihren Berichten auf den gleichen Aspekt.

Östgaard sagt, dass der Nachrichtenfluss von Medium zu Medium und von Land zu Land leicht variiert, dennoch gelten die Nachrichtenfaktoren und deren Charakteristika überall.[18] Aus den drei Nachrichtenfaktoren ergeben sich für Östgaard drei Konsequenzen der Realität der Medien:

1. Mittels Identifikation über Elite-Nationen und Darstellung individueller Handlung von Spitzenpolitikern bewahren die Massenmedien den Status Quo zwischen „Dritte-Welt-Staaten“ und Industriestaaten.
2. Durch eine vereinfachte und von Sensationalismus bestimmte Berichterstattung erscheint die Welt konfliktreicher als sie ist.
3. Die Medien verstärken die Teilung der Welt in Länder mit hohem sozialem Status und mit niedrigem sozialem Status durch Betonung dieses Gesichtspunkts in der Berichterstattung. Zu dieser Tendenz tragen auch politische und ökonomische Faktoren bei.[19]

Östgaard zieht aus seinen Hypothesen ein stark medienkritisches Bild. Diese negative Darstellung herrscht für ihn jedoch nicht nur in den Medien vor: „Our news system, in a word, is a reflection of our social system: there will be no vital change in the one unless there is a change in the other.”[20]

Er weiß um die Schwäche seiner Theorie:

“Finally, it must be admitted that we are not able to prove that every one of the factors we mentioned and which distort the picture of the world as presented by the news media, will have a similar distorting effect on the final recipients of the news.”[21]

Spätere Forscher kritisieren Östgaards Hypothese vor allem wegen theoretischer Schwächen. Joachim Friedrich Staab befindet die Theorie 1990 gleich in mehrfacher Hinsicht als unbefriedigend: Zum einen bleibe das Verhältnis zwischen externen und internen Nachrichten ungeklärt, zum anderen gehen in die Explikation und Differenzierung der internen Nachrichtenfaktoren logisch verschiedene Dimensionen ein.[22]

Zudem unterscheide Östgaard nicht deutlich zwischen Ereignissen und den daraus resultierenden Nachrichten beziehungsweise Meldungen. Dies führe dazu, dass sich ein Teil der Nachrichtenfaktoren auf Ereignisaspekte beziehe, wie beispielweise die Prominenz der Akteure. Ein anderer Teil der angeführten Faktoren sind laut Staab als Charakteristika von Meldungen zu sehen, wie Personifizierung oder die vereinfachte Darstellung von Ereignissen.[23]

Auch Christiane Eilders erkennt 1997 die theoretische Schwäche von Östgaards Ansatz, dennoch sieht sie Östgaards Theorie als „Grundstein“[24] der Nachrichtenwerttheorie an, denn er fasst zum ersten Mal verschiedene empirische Ergebnisse zur Nachrichtenauswahl zusammen und ermittelt Faktoren, die den Nachrichtenfluss systematisch beeinflussen.[25]

1.2.2 Galtung und Ruge

Auf der Arbeit von Östgaard aufbauend, folgt der Aufsatz „The structure of foreign news“ von Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge. Galtung und Ruge unterscheiden zwölf Nachrichtenfakten. Die ersten acht Nachrichtenfaktoren sind kulturunabhängig, die letzten vier gelten nur im westlichen Kulturkreis. Die Gültigkeit ihrer Hypothesen überprüfen sie anhand von Inhaltsanalysen der Kongo-, Kuba- und Zypernkrise in vier norwegischen Zeitungen.[26]

1. Frequenz (frequency): Unter Frequenz verstehen sie die Zeitspanne, die ein Ereignis benötigt, um stattzufinden und registriert zu werden. Je besser das Ereignis dabei zu den Produktionsabläufen der Medien passt, desto größer ist die Chance, vom Ereignis zur Nachricht und damit veröffentlicht zu werden.
2. Aufmerksamkeitsschwelle (threshold): Aufgrund des hohen Selektionsdrucks, dem Journalisten ausgesetzt sind, benötigt ein Ereignis eine hohe Intensität, um die Aufmerksamkeit von Journalisten zu erlangen. Als Beispiel führen Galtung und Ruge an: “the more violent the murder the bigger the headlines it will make.“
3. Eindeutigkeit (unambiguity): Unter Eindeutigkeit ist die klare und einfache Struktur des Ereignisses zu verstehen. Je einfacher es ist, desto höher die Chance von Journalisten beachtet und damit publiziert zu werden.[27]
4. Bedeutsamkeit (meaningfulness): Der Faktor Bedeutsamkeit ist rezipientenorientiert. Besitzt ein Ereignis eine hohe kulturelle Nähe oder hat es große Auswirkungen auf das Leben der Menschen ist es relevant für die Menschen. So steigt die Chance veröffentlicht zu werden.[28]
5. Konsonanz (consonance): Die Rezipienten haben an Ereignisse Erwartungen oder Wünsche. Je mehr ein Ereignis diesen Erwartungen entspricht, desto größer die Chance von Medien gedruckt oder gesendet zu werden. Bei diesem Faktor gilt jedoch: „news are actually olds“[29], weil sie dem entsprechen was Rezipienten erwarten und nicht vollkommen neu sind.
6. Überraschung (unexpectedness): Bei dem Faktor Überraschung gilt, je ungewöhnlicher oder überraschender ein Ereignis ist, desto eher berichten Medien darüber. Bei diesem Nachrichtenfaktor spielen die Faktoren Bedeutsamkeit und Konsonanz zusammen, denn der Faktor Überraschung tritt nur ein, wenn das überraschende Ereignis für Leser oder Hörer relevant ist oder den Erwartungen entspricht.
7. Kontinuität (continuity): Ist ein Ereignis bereits zur Nachricht geworden, ist die Chance groß, dass die Medien weiterhin darüber berichten.
8. Variation (composition): Um ihr Medium für das Publikum interessant zu halten, müssen Medien die Themen variieren und über Ereignisse berichten, die im Kontrast zu anderen Meldungen stehen.[30]
9. Bezug zu Elite-Nationen (reference to elite nations): Dieser Faktor ist kulturabhängig. Westliche Medien berichten über Ereignisse, wenn Elite-Nationen an einem Ereignis beteiligt oder davon betroffen sind. Elite-Nationen dienen Rezipienten aus diesen Nationen zur Identifikation.
10. Bezug zu Elite-Personen (reference to elite persons): Ebenso wie bei dem Faktor Elite-Nationen berichten westliche Medien stärker über Ereignisse, wenn Elite-Personen wie politische Würdenträger oder Prominente an ihnen beteiligt sind. Sie dienen zur Identifikation.
11. Personalisierung (reference to persons): Dieser Faktor beschreibt die Tendenz der Medien Ereignisse als individuelle Handlungen von einzelnen Personen oder einer kleinen Personengruppe darzustellen. Ein Grund für den Trend zur Personalisierung liegt im „cultural idealism“[31] begründet. Zum dient Personalisierung der Identifikation. Andere Aspekte, die ebenfalls wirken, sind Frequenz sowie die technischen Struktur von Medien. Frequenz kommt zum Tragen, weil Medien einfacher und schneller über menschliche Handlungen berichten können, als über die Entwicklungen politischer Strukturen, weil diese meist einen längeren Zeitraum benötigen, um sich zu entwickeln. Die technische Struktur der Medien ist für den Faktor Personalisierung entscheidend, weil es einfacher ist einen Menschen zu fotografieren oder ein Interview mit ihm zu führen, als einen komplexen Sachverhalt für Jeden verständlich zu erläutern.
12. Negativität (reference to something negative): Unter diesem Faktor verstehen die Autoren, dass die Medien verstärkt über negative Ereignisse wie Unglücke, Verbrechen, Konflikte, etc. berichten. Je negativer ein Ereignis, desto größer Chance, dass die Medien darüber berichten.[32]

Die Mechanismen, die bei den Nachrichtenfaktoren wirksam werden, sind für sie kognitive Prozesse, die bei allen Menschen ähnlich ablaufen: „The journalist scans the phenomena (in practice to a large extent by scanning other newspapers) and selects and distorts, and so does the reader when he gets the finished product, the news pages, and so do the middle-men…“[33]

Die Faktoren sind nicht unabhängig voneinander zu sehen, sondern stehen in Abhängigkeit zueinander. Im zweiten Schritt des Aufsatzes leiten Galtung und Ruge aus ihren Nachrichtenfaktoren fünf Hypothesen ab:

Die Selektionshypothese besagt, je mehr Nachrichtenfaktoren ein Ereignis auf sich vereinigt, desto größer die Chance, dass die Medien über das Ereignis publizieren.

Wenn ein Ereignis die Aufmerksamkeitsschwelle überwunden hat und zur Nachricht geworden ist, betonen Journalisten jene Faktoren, die dem Ereignis den Nachrichtenwert verleihen. So werden Ereignisse klischeelastiger und enthalten häufiger Stereotype. Die Ereignisse werden somit verzerrt dargestellt. (Verzerrungs-Hypothese)

Da Nachrichten von der ersten Meldung bei der Nachrichtenagentur über verschiedene Redakteure bei den Massenmedien bis hin zur Veröffentlichung viele Stationen durchlaufen haben, sind Selektions- und Verzerrungshypothese verstärkt. (Wiederholungshypothese)

Nachrichtenfaktoren sind außerdem komplementär, dass heißt, ein Faktor kann den anderen ersetzen. (Komplementaritäts-Hypothese) Je mehr Nachrichtenfaktoren ein Ereignis aufweist, desto wahrscheinlicher ist, dass Medien über das Ereignis berichten.[34]

Diese fünf Hypothesen überprüfen die Friedensforscher anhand von Inhaltsanalysen der Berichterstattung vier norwegischer Zeitungen über die Kongo-, Kuba- und Zypernkrise. Galtung und Ruge nehmen 1960 und 1964 anderthalb Monate Stichproben. Sie erfassen dabei für alle Meldungen die Nachrichtenfaktoren Bedeutsamkeit, Bezug zu Elite-Nationen sowie Negativität.[35]

Sie stellen unter anderem fest: Je größer die kulturelle Entfernung, desto stärker werden die Handlungen der Elite-Personen betont. (Faktor 10 und 11) Je geringer der soziale Rang der Personen, desto negativer war das Ereignis, wie Naturkatastrophen (Faktor 12). Je größer der kultureller Unterschied zum Land, desto stärker wird die Relevanz betont. (Faktor 4). Die beiden können jedoch keine Beziehung zwischen kultureller Entfernung und Negativität feststellen.[36]

Winfried Schulz bewertet die Ergebnisse der Theorie negativ. Er ist der Meinung: „Diese wenigen Befunde stehen in keinem rechten Verhältnis zu Umfang und Reichweite der von Galtung/Ruge entworfenen Theorie, so daß man wohl kaum davon sprechen kann, daß die Autoren ihre Hypothesen bestätigt hätten.“[37] Friedrich Staab kritisiert ihr theoretisches Konzept. Er sagt, der Unterschied zwischen Selektions- und Additiväts-Hypothese sei unklar und Addititvitäts- und Komplementaritäts-Hypothese seien logisch äquivalent. Wie bei Östgaard beanstandet er, dass Galtung und Ruge nicht zwischen Ereignisaspekten und Meldungscharakteristika unterscheiden.[38] Christiane Eilders zeigt sich ebenfalls von den Ergebnissen enttäuscht: „Die Wirksamkeit der einzelnen Faktoren wurde nicht überprüft, von den Zusatzhypothesen wurde nur die Komplementaritätshypothese getestet und auch diese nur für vier Faktorpaare, und das Untersuchungsmaterial ließ kaum Verallgemeinerungen zu.“[39] Der Verdienst von Galtung und Ruge bestünde allerdings in dem umfangreichen Theorieentwurf. Schulz lobt die Theorie wegen „ihrer Plausibilität, ihres Informationsgehalts, ihrer Systematik und empirischen Überprüfbarkeit.“ Daher sei sie der „bisher bedeutendste Beitrag“ zur Nachrichtenforschung.[40]

1.2.3 Ein neuer methodischer Ansatz: Karl Erik Rosengren

Karl Erik Rosengren bemängelt an Galtung und Ruge vor allem deren empirisches Vorgehen. Er sagt, dass es nicht möglich sei, die Unterschiede zwischen dem Bild der Welt, das die Massenmedien entwerfen und der Wirklichkeit aufzuzeigen, wenn man nur Nachrichten analysiert.[41] Ein gültiger Vergleich sei nur dann gegeben, wenn man die Nachrichten in den Medien mit „wirklichen“ Ereignissen vergleicht. Als geeignete Ereignisse nennt Rosengren Parlamentswahlen, Regierungswechsel, Vertragsabschlüsse, Änderungen der Zinsrate, schwere Unfälle und Katastrophen, wissenschaftliche Kongresse oder internationale Sportereignisse. Die medien-unabhängigen Daten nennt er Extra-Media-Daten. Geeignete Quellen für diese Extra-Media-Daten seien amtliche Quellen, Stastiken oder Archive. Als Beweis für die Gültigkeit seiner Theorie legt er eine Inhaltsanalyse vor, bei der er die Berichterstattung über Parlamentswahlen in den Zeitungen „The Times“ aus London, „Neues Deutschland“ aus dem damaligen Ost-Berlin, „Dagens Nyheter“ aus Stockholm mit Daten des „Keesington’s Contempary Archives“ und anderen offiziellen und halboffiziellen Publikationen vergleicht.[42] Er stellt fest, dass die Medien über viele Parlamentswahlen nicht berichten. Bei den Wahlen, über deren Ausgang die Medien informieren, findet meist ein Regierungswechsel statt, obwohl dies seltener vorkam, als die Erhaltung der bestehenden Mehrheiten. Zudem zeigt Rosengren eindeutig, dass ökonomische Faktoren bei der Berichterstattung eine wesentliche Rolle spielen. Je höher die Wirtschaftskraft eines Landes, desto größer die Chance, dass die Parlamentswahlen dieses Landes zur Nachricht werden.[43] Rosengren fordert aus seinen Ergebnissen eine Neuorientierung: „Replace the psychological theory of Galtung & Ruge by an economic, political and sociological theory of flow and structure of international news flow”.[44]

An der Studie von Rosengren gibt es starke Kritik, vor allem vom Kommunikationswissenschaftler Winfried Schulz. Zunächst weist er daraufhin, dass Rosengren in seiner Studie durch die Beschränkung auf Parlamentswahlen nur eine Form von Ereignissen analysiert hat. „Ob der Befund auch auf andere Arten des politischen Geschehens zutrifft, ist fraglich und darf wohl mit einiger Berechtigung bezweifelt werden.“[45] Zudem sei nicht klar, welche Nachrichtenfaktoren er untersucht habe. Der größte Kritikpunkt ist für Schulz erkenntnistheoretisch begründet. „Uns scheint jedoch der Versuch, die Medienrealität falsifizieren zu wollen, grundsätzlich ungerechtfertigt und auch unmöglich zu sein.“[46] Denn die Frage, die sich bei der Methode des Extra-Media-Vergleichs stellt, ist, ob Archive, Statistiken und ähnliches „mehr Realitätstreue besitzen als Nachrichten“.[47] Für Schulz ist klar, dass auch diese angeblich objektiven Quellen Daten selektieren und interpretieren. Letztendlich, so Schulz, vergleiche Rosengren „nur Berichte aus verschiedenen Quellen miteinander“.[48] Rosengrens Vorschlag, sich auf ökonomische, politische und soziologische Daten zu reduzieren, verkenne zudem eine wichtige Eigenart von Medien. Denn Nachrichten besagen in der Regel nicht nur, dass etwas passiert ist, sondern beantworten die journalistischen W-Fragen: was, wann, wo, wie, warum. So nennen Nachrichten zusätzlich Hintergründe und Details oder zitieren Beteiligte.[49]

Da Nachrichten durch das Einflechten von Nachrichtenfaktoren Zusatzinformationen enthalten, sind Nachrichten und Extra-Media-Daten eben nicht, wie von Rosengren behauptet, gleichartige Quellen und können aus methodischen Gründen nicht miteinander verglichen werden.

1.2.4 Winfried Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien

Schulz erläutert, dass es aufgrund seiner Kritik an Rosengren zu einer Neuorientierung der Fragestellung in der Nachrichtenforschung kommen müsse. Die Frage müsse lauten: „Ist das Bild, das die Medien von der Realität zeichnen, richtig? Entspricht es dem, was wirklich geschah? Oder beeinträchtigen die Medien den Nachrichtenfluß, verzerren oder verfälschen sie gar das wahre Bild der Realität?“[50] Doch er ist sich bewusst, dass sich eine Frage mit einem solch metaphysischen Charakter nicht beantworten lasse. Es lasse sich lediglich untersuchen, ob das von den Medien gezeichnete Bild der Realität der Norm entspreche.[51]

Schulz sagt, analysiere man die bis dahin vorliegenden Studien zeige sich, dass die Realität der anderen Autoren immer eine fiktive Realität sei, die utopische Züge trage: so seien beispielsweise immer alle Nationen gleich.[52] Daher müsse man die „Abbildtheorie“ der Nachrichten aufgeben. Es sei plausibler, Nachrichten als Interpretation der Welt anzusehen. Seine Ausgangsfrage lautet daher: „Mit welchen Merkmalen ist die von den Nachrichtenmedien konstruierte Welt ausgezeichnet? Welches sind die Kriterien der Selektion, Interpretation und Sinngebung von Realität?“[53] Nachrichtenfaktoren sind demnach als „journalistische Hypothesen von Realität“ zu interpretieren.[54]

Schulz unterscheidet als erster Forscher zwischen Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert. Der Nachrichtenwert eines Ereignisses dient zur Erleichterung der Selektionsentscheidung der Journalisten.[55] Indikatoren für einen hohen Nachrichtenwert einer Nachricht sind Umfang und Platzierung. Je höher der Nachrichtenwert, desto herausragender wird ein Journalist eine Nachricht in einer Zeitung/Zeitschrift platzieren; im Rundfunk wäre der beste Platz am Anfang der Sendung.

Sein Untersuchungsansatz beruht auf folgender Hypothese: „Je mehr eine Meldung dem entspricht, was Journalisten für wichtige und mithin berichtenswerte Eigenschaften der Realität halten, desto größer ist ihr Nachrichtenwert.“[56] Vergleicht man nun die Nachrichtenfaktoren von Meldungen mit hohem und niedrigem Nachrichtenwert, ist ein Rückschluss auf die Definitionskriterien möglich, die Journalisten für Realität anwenden.

Für seine Analyse verwendet er eine überarbeitete Liste der Nachrichtenfaktoren von Galtung und Ruge. Wie sie ist Schulz der Meinung, dass wahrnehmungspsychologische Aspekte ein Ansatz zur Erklärung sind. Allerdings spielen auch soziale, politische, ökonomische und technische Faktoren eine Rolle.[57] So umfasst die Untersuchung von Schulz 18 Nachrichtenfaktoren, die er zu sechs Faktorendimensionen zusammenfasst.

1. Zeit: Zu der Dimension Zeit gehören für ihn die Faktoren Dauer und Thematisierung. Unter Dauer versteht er die Zeitspanne des Ereignisses, unter Thematisierung die Etablierung eines Themas.[58]
2. Nähe: Hierunter fasst er die Faktoren räumliche Nähe, politische Nähe, kulturelle Nähe und Relevanz. Der Faktor räumliche Nähe beschreibt die geographische Entfernung zwischen Ereignisort und Sitz der Redaktion. Politische Nähe zeigt die bündnis- und wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen Ereignisland und Land des berichtenden Mediums an. Die sprachlichen, religiösen, literarischen und wissenschaftlichen Beziehungen fallen unter den Faktor kulturelle Nähe. Die Betroffenheit und existentielle Beziehung der Ereignisse ordnet Schulz der Relevanz zu. Die Faktoren politische und kulturelle Nähe treffen ausschließlich auf internationale Ereignisse zu.[59]
3. Status: Zur Dimension gehören die Faktoren regionale Zentralität, nationale Zentralität, persönlicher Einfluss und Prominenz. Die politisch-ökonomische Bedeutung von Ereignissen innerhalb einer Nation schlägt sich im Faktor regionale Zentralität nieder, unter nationaler Zentralität versteht er die wirtschaftliche, wissenschaftliche und militärische Bedeutung eines Ereignislandes bei internationalen Ereignissen. Diese Faktoren lehnen sich an den Faktor Bezug auf Elite-Nationen von Galtung und Ruge an. Der Faktor persönlicher Einfluss zeigt die politische Macht der beteiligten Personen an, die Bekanntheit der Personen bei unpolitischen Meldungen findet sich im Faktor Prominenz. Diese Faktoren lehnen sich an den Faktor Bezug auf Elite-Personen von Galtung und Ruge an.[60]
4. Dynamik: Unter Dynamik fallen die Nachrichtenfaktoren Überraschung und Struktur. Schulz versteht unter Überraschung die Erwartbarkeit des Ereigniszeitpunkts sowie deren Verlauf und das Resultat. Unter Struktur ist die Komplexität des Verlaufs, die Beteiligung und die Überschaubarkeit eines Ereignisses zu sehen.[61]
5. Valenz: Unter Valenz differenziert Schulz Aspekte des Faktors Negativismus von Galtung und Ruge. Die Faktoren sind Konflikt, Kriminalität, Schaden, ergänzt durch den positiven Faktor Erfolg. Unter Konflikt sind Ereignisse mit aggressivem Charakter zu verstehen, Kriminalität bezeichnet rechtswidriges Verhalten, zum Faktor Schaden gehören Misserfolge sowie Personen-, Sach- oder finanzielle Schäden. Der positive Faktor Erfolg umfasst „Fortschritt“ auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem oder wissenschaftlichem Gebiet.[62]
6. Identifikation: Die Faktoren Personalisierung und Ethnozentrismus repräsentieren die Dimension Identifikation. Den Faktor Personalisierung übernimmt Schulz von Galtung und Ruge. Ethnozentrismus zeigt den Bezug eines Ereignisses zu der Bevölkerung im Land, in dem das Medium erscheint.[63]

Schulz weist an dieser Stelle darauf hin, dass sein Faktorenkatalog keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, sondern lediglich den Stand der damaligen Forschung widerspiegelt.[64]

Das Untersuchungsdesign sieht verkürzt dargestellt folgendermaßen aus: Schulz führt an der Berichterstattung von zehn bundesdeutschen Tageszeitungen, den Nachrichtensendungen von drei Hörfunksendern, den Hauptnachrichtensendungen der Fernsehsender ARD und ZDF und des Basisdienstes der Nachrichtenagentur dpa Inhaltsanalysen durch. Er analysiert bei den Tageszeitungen ausschließlich die Nachrichten im allgemeinen Teil. Im Buch präsentiert er die Ergebnisse von fünf Tageszeitungen („Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, „Braunschweiger Zeitung“, „Kissinger Saale-Zeitung“, „Bild-Zeitung“), die Nachrichten der Hörfunksender „Bayerischer Rundfunk“, „Hessischer Rundfunk“ und des „Westdeutschen Rundfunk“, der beiden Fernsehsender und von dpa.[65] Dabei wurde jeder Beitrag in drei Kategorien formale und inhaltliche Merkmalen und den Nachrichtenfaktoren codiert. Den Nachrichtenwert errechnet er mittels Beachtungsgrad und Umfang. Den Beachtungsgrad des jeweiligen Beitrags hält er in einer vierstufigen Intensitätsskala fest. Je besser eine Nachricht platziert ist, desto größer ihr Beachtungsgrad.[66] Der Untersuchungszeitraum umfasst elf Tage im Juni 1975.

Auf Grund der umfangreichen Ergebnisse werden, wie bei der Darstellung der Untersuchungsmethode, nur die wichtigsten Ergebnisse von Schulz präsentiert. Bei der Analyse der Nachrichtenfaktoren von Beiträgen über deutsche Politik findet er heraus, dass die Dimension Zeit mit dem Merkmal Thematisierung den stärksten Einfluss auf den Nachrichtenwert hat. Bei der Dimension Nähe erreicht der Faktor Relevanz einen hohen Nachrichtenwert. Die Dimension Status hat mit dem Faktor Regionale Zentralität geringeren Nachrichtenwert. In der Dimension Dynamik haben die Faktoren Komplexität und Überraschung einen hohen Nachrichtenwert. Überraschung erzielt dagegen vor allem bei Rundfunkmedien einen hohen Nachrichtenwert. Die letzte Dimension Identifikation spielte keine Rolle.[67]

Für Nachrichten über internationale Politik stellt Schulz folgende Ergebnisse fest: Wie bei der deutschen Berichterstattung hat der Faktor Thematisierung den höchsten Nachrichtenwert.[68] Die Nachrichtenfaktoren räumliche, politische und kulturelle Nähe haben keinen signifikant großen Nachrichtenwert. Der Faktor Relevanz erzielt einen höheren Nachrichtenwert. Der Faktor persönlicher Einfluss ist bei der Dimension der Faktor mit dem höchsten Nachrichtenwert. Bei der Dimension Dynamik bestätigen sich die Ergebnisse der deutschen Berichterstattung bezüglich des Faktors Struktur in der internationalen Politik. Im Unterschied dazu, spielt der Faktor Überraschung keine Rolle.[69] Die Auswertung der Dimension Valenz widerlegt die These, dass Medien hauptsächlich über negative Ereignisse berichten. Im Gegenteil: Der Faktor, der in dieser Dimension den höchsten Nachrichtenwert erzielt, ist Erfolg . [70] Wie bei der deutschen Berichterstattung diagnostiziert Schulz keine hohen Nachrichtenwerte für den Faktor Personalisierung.

Schulz ermittelt den Zusammenhang von Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert bei unpolitischen Nachrichten nur für Printmedien. Der Wert für Rundfunk war zu gering. Dies ist im Bezug zu dieser Diplomarbeit ein interessanter Punkt. Hohe Nachrichtenwerte erzielen Nachrichten, die die Nachrichtenfaktoren Dauer und Ethnozentrismus enthalten.[71]

Diese Ergebnisse belegen, dass nicht alle Nachrichtenfaktoren gleich wirken, sondern, dass es auf die Nachrichtenart und das Medium ankommt. Schulz ist der Meinung, dass dies ein Hinweis auf eine unterschiedliche Definition von Wirklichkeit der verschiedenen Medien ist.[72] Für Nachrichten über deutsche wie internationale Politik ist der Faktor persönlicher Einfluss eine Determinante für einen hohen Nachrichtenwert.

Für Schulz ist daher klar: „Politisches Geschehen wird durchweg nur im Handeln einflußreicher Personen sichtbar; dabei richten die Medien ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Aktivitäten der Exekutive“.[73]

Hans Mathias Kepplinger würdigt die Theorie mit folgenden Worten:

„Auf Schulz geht die klare Unterscheidung zwischen Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert zurück. Er hat den wuchernden Nachrichtenwert-Faktoren-Katalog von Galtung und Ruge differenziert und systematisiert, einzelne Faktoren umbenannt und einen Faktor – „Konsonanz“ – eliminiert. Damit hat er die Faktoren operational definiert und die Voraussetzung für zuverlässige Inhaltsanalysen geschaffen.“[74]

Kepplinger fasst die Verdienste von Schulz zusammen: „Durch seine begrifflich-methodischen Innovationen hat Schulz aus einer brillanten theoretischen Idee eine prüfbare Theorie gemacht.“[75] Christiane Eilders bemerkt: „Während Nachrichtenfaktoren in den norwegischen Arbeiten noch deutlich als Ereignismerkmale bzw. als journalistische Verarbeitungsmechanismen konzeptionalisiert waren, werden sie nun immer stärker als Beitragsmerkmale aufgefaßt.“[76]

1.2.5 Das Finalmodell von Joachim Friedrich Staab

Eine der größten Kritiker von Schulz ist Joachim Staab. Er hält es beispielsweise für fragwürdig, dass der Nachrichtenwert einer Meldung in ihrer komplexen Struktur liege. „Umfangreiche Beiträge besitzen aber per se eine komplexere Struktur als Kurzmeldungen, so daß nicht zu entscheiden ist, ob die Komplexität einer Meldung die Ursache für ihren Umfang oder der Umfang die Ursache für ihre Komplexität ist.“[77] Staab vermutet, dass es sich um zwei Indikatoren handle, die dasselbe messen würden. Seine Hauptkritik gilt dem Kausalmodell, dass von Schulz und seinen Vorgängern vertreten wird. In diesem Modell sind Nachrichtenfaktoren, wie in den vorangegangenen Kapiteln dargelegt, Ursachen von Meldungen. Journalistische Selektionsentscheidungen bestimmen die Nachrichtenfaktoren. Die Nachrichtenfaktoren sind somit die unabhängige Variable, die Nachrichtenauswahl die abhängige.[78] Dieses Modell schreibt den Journalisten also eine sehr passive Rolle zu. „Die Nachrichtenauswahl der Massenmedien wird hier im Grund als bloßer Reflex auf einzelne Realitätsaspekte verstanden, dem ‚objektive’ Kriterien und verbindliche Normen zugrunde liegen.“[79] Für Staab zeigen die Ergebnisse der „News-Bias“-Forschung, dass die Nachrichtenauswahl häufig einseitig ist und Journalisten bei der Nachrichtenauswahl durchaus politisch handeln. Er entwickelt daher das „Finalmodell“. Staab integriert seine Überlegungen in die Hypothese der „Instrumentellen Aktualisierung“ von Hans Mathias Kepplinger, der davon ausging, dass die Selektionsentscheidungen der Journalisten zielgerichtete Handlungen sind.[80] Journalisten wählen zum Beispiel aufgrund der zu erwartenden Publikationsfolgen, wie einer hohen Auflage oder einer hohen Quote im Fernsehen, bestimmte Ereignisse aus. Sie können durch die Betonung eines Ereignisaspekts einer Meldung einen hohen Nachrichtenwert überhaupt erst zuweisen. In diesem Fall sind Nachrichtenfaktoren eingesetzte Mittel, einem Beitrag hohe Beachtung zu sichern. Im Gegensatz zum Kausalmodell ist im Finalmodell also die Publikationsentscheidung die unabhängige Variable, die Nachrichtenfaktoren der publizierten Nachricht, die abhängige Variable. Staab betont, dass das Finalmodell das Kausalmodell nicht ausschließt, sondern ergänzt. Seine Hypothese: „Nur wenn die Nachrichtenfaktoren tatsächlich als Selektionsentscheidung und an ihnen orientierte professionelle Normen bestehen, können sie glaubhaft zur Legitimation von Publikationsentscheidungen genutzt werden.“[81]

Zur Überprüfung seiner Theorie führt Staab 1984 Inhaltsanalysen durch. Er überarbeitet den Nachrichtenfaktorenkatalog von Winfried Schulz und legt 22 Faktoren fest.

1. Räumliche Nähe: Beschreibt die Entfernung vom Ereignisland zu Deutschland.
2. Politische Nähe: Beschreibt die Ähnlichkeit des politischen Systems des Ereignislands zum deutschen System.
3. Wirtschaftliche Nähe: Zeigt die Ähnlichkeit des Wirtschaftsystems vom Ereignisland zu Deutschland und die Intensität der Wirtschaftsbeziehung an.
4 . Kulturelle Nähe: Unter kultureller Nähe versteht Staab die Ähnlichkeit der Sprache, Religion und Kultur vom Ereignisland zu Deutschland.
5. Status der Ereignisnation: Wirtschaftliche, politische und militärische Aspekte bestimmen den Status der Ereignisnation im Vergleich zu Deutschland.
6 . Status der Ereignisregion: Gleiche Faktoren wie bei Nachrichtenfaktor fünf bestimmen den Status einer Ereignisregion innerhalb Deutschlands.
7. Institutioneller Einflus s : Beschreibt die politische, wirtschaftliche oder kulturelle Macht einer Institution.
8 . Persönlicher Einflus s: Beschreibt die politische, wirtschaftliche oder kulturelle Macht einer einzelnen Person.
9 . Prominenz: Misst den Bekanntheitsgrad einer Person.
10. Personalisierung: Beschreibt die Bedeutung einer Person für den berichtenden Sachverhalt.
11. Kontroverse: Darstellung verschiedener Meinungen.
12. Aggression: Beschreibt die Androhung oder Anwendung von Gewalt.
13. Demonstration: Unter Demonstration versteht Staab die kollektive Darstellung von Zielen.
14. Überraschung: Die Erwartbarkeit oder Unerwartbarkeit von Ereignissen.
15. Reichweite: Beschreibt die Zahl der Personen, die von einem Ereignis betroffen sind.
16. Tatsächlichem Nutzen/Erfolg: Beschreibt die positiven Auswirkungen eines Ereignisses.
17. Möglicher Nutzen/Erfolg: Unter möglichem Nutzen/Erfolg definiert er die positiven Folgen eines Ereignisses, das möglicherweise passieren könnte.
18. Tatsächlicher Schaden/Misserfolg: Beschreibt die negativen Auswirkungen eines Ereignisses.
19. Möglicher Schaden/Misserfolg: Die negativen Folgen eines Ereignisses, die eventuell eintreten könnten.
20 Zusammenhang mit Themen: Die Verbindung zwischen den berichteten Ereignissen und eingeführten Themen.
21. Etablierung der Themen: Beschreibt den Zeitraum, den die Medien einem Thema einräumen.
22. Faktizität: Beschreibt die Ereignishaftigkeit von Meldungen.[82]

Diese Nachrichtenfaktoren teilt Staab in zwei Klassen. Die erste Klasse sind die indizierbaren Nachrichtenfaktoren, sie sind quasi objektiv, weil man sie nachprüfen kann. Darunter fallen die Faktoren räumliche Nähe, politische Nähe, kulturelle Nähe sowie Status der Ereignisnation/region. Die restlichen Nachrichtenfaktoren gehören der zweiten Klasse an und sind die konsensbedingte Faktoren. Sie sind subjektiv und beruhen auf gesellschaftlichen Konventionen. Wie Schulz entwickelt er eine vierstufige Skala. Staab ermittelt neben den Nachrichtenfaktoren auch das zentrale Ereignis des Beitrags, den Umfang in cm beziehungsweise in Sekunden sowie die Platzierung des Beitrags. In zwei Inhaltsanalysen im Februar 1984 untersucht er die Verallgemeinbarkeit des Kausalmodells und die Bedeutung der Nachrichtenfaktoren. In beiden Fällen bilden vier überregionale Qualitätszeitungen, („Frankfurter Rundschau“, „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Die Welt“), vier regionale Abonnementzeitungen, („Mainzer Allgemeine Zeitung“, „Wiesbadener Kurier“, „Rheinpfalz“ und „Frankfurter Neue Presse“) zwei Boulevardzeitungen („Abendpost/ Bild-Zeitungen), die Abendnachrichten der Hörfunksender („Bayerischer Rundfunk“, „Deutschlandfunk“, „Hessischer Rundfunk“, „Süddeutscher Rundfunk“, „Südwestfunk“), die Spätnachrichten der ARD und ZDF und die Nachrichten des dpa-Basisdiensts die Bestandteile der Analyse.[83]

Hier nun zusammengefasst die wichtigsten Ergebnisse von Staab: Seine Ergebnisse zeigten, dass sich in Umfang und Platzierung der Beiträge auf Nachrichtenfaktoren zurückführen lassen. Der Einfluss der Nachrichtenfaktoren auf den Umfang ist relativ stark, auf die Platzierung dagegen relativ schwach.[84] Er findet allerdings auch heraus, dass der Zusammenhang zwischen Nachrichtenfaktoren-Gesamtintensität und Platzierung bei allen Mediengattungen in der Berichterstattung über vier Konflikte relativ schwach waren. Staab schließt aus seinen Ergebnissen eine große Erklärkraft des Kausalmodells, schränkt sie jedoch gleich ein:

„Die geringe Erklärkraft der Nachrichtenfaktoren für die Platzierung von Beiträgen sowie die Unterschiede zwischen einzelnen Mediengattungen und verschiedenen Themenbereichen relativieren jedoch dessen Verallgemeinbarkeit.“[85]

Laut Hypothese ist daher die Ergänzung des Kausalmodells durch das Finalmodell erforderlich. Die Ergebnisse seiner Erhebung bestätigen seine Theorie: „Diese Befunde legen eine Erweiterung und Umkehrung des Kausalmodells der Nachrichtenwert-Theorie nahe.“[86] Die hohe Gesamtintensität der Nachrichtenfaktoren könne durch die Thematisierung verschiedener Teilaspekte hervorgerufen werden. Beiträge mit großem Umfang weisen eine hohe Nachrichtenfaktoren-Gesamtintensität auf und werden auf Grund ihres großen Umfangs sehr gut platziert.

Aus seinen Ergebnissen folgert Staab, dass die Nachrichtenwert-Theorie eine relativ große Erklärkraft besitzt.[87] Allerdings schränkt er die Gültigkeit der Ergänzung von Kausal- durch das Finalmodell ein, denn beide klammern den Selektionsprozess aus und beschränken sich auf die Beschränkung von Strukturen der Medienrealität.

1.2.6 Georg Ruhrmann: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen

Nun folgt die wichtigste theoretische Grundlage dieser Diplomarbeit. Georg Ruhrmann beschäftigt sich als einziger deutscher Medienwissenschaftler in einer langjährigen Untersuchung ausschließlich mit Nachrichtenfaktoren im Fernsehen. Ruhrmann analysiert von 1992 – 2000 die Hauptnachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben. Ab 1995 kommen die Sender VOX und RTL.2, 1998 als letzter Sender Kabel 1 hinzu.

Seine Untersuchung hat ein mehrstufiges Untersuchungsdesign. Es umfasst die Befragung einzelner Journalisten zu Nachrichtenfaktoren, die Inhaltsanalyse einzelner Sendungen mit dem Konzept der Nachrichtenfaktoren, sowie die Reproduktion ausgewählter Nachrichtensendungen durch Rezipienten und die Inhaltsanalyse dieser reproduzierten Meldungen. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Erhebung der Nachrichtenfaktoren und die Interviews mit den Journalisten vorgestellt, da diese für diese Diplomarbeit relevant sind.

Die Befragung der Journalisten erfolgt mit Leitfadengesprächen, bei denen unter anderem deren Selbstverständnis untersucht wird. Zudem ist ein standardisierter Fragebogen entwickelt worden, der darüber Auskunft gibt, ob und welche Nachrichtenfaktoren die Journalisten ihren Nachrichten zuordnen.[88]

Die Stichprobe nimmt er in je einer Programmwoche 1991, 1995, 1998 und 2001. Er legt seine Analyse als Frequenz- und Themenanalyse an. Dabei untersucht er die Art und Häufigkeit von Themen, die Platzierung der Meldung, Dauer und Umfang der Meldung, sowie die Variable der Nachrichtenfaktoren.[89] Die Untersuchungsfragen lauten:

1. Welche Faktoren beeinflussen im Jahr 2001 die Publikationsentscheidungen von Journalisten?
2. Wie verläuft die Entwicklung von einzelnen Faktoren im Untersuchungszeitraum? Ihn interessierten dabei vor allem die Faktoren Konflikt, Personalisierung und Sensationalismus/Emotion.
3. Ihn beschäftigt zudem die Frage, ob sich Nachrichtenfaktoren zu einer übergeordneten Struktur zusammenfassen lassen.

Um seine Untersuchungsfragen beantworten zu können, entwickelt er 22 Nachrichtenfaktoren, die er zwar an die Studien von Staab und Christiane Eilders anlehnt, allerdings verändert er einige Faktoren, um sie speziell dem Medium Fernsehen anzupassen:

1. Status der Ereignisnation: Unter dem Status der Ereignisnation versteht Ruhrmann die wirtschaftliche, politische und militärische Bedeutung der Nation.
2. Räumliche Nähe: Unter räumlicher Nähe versteht er die geographische Entfernung des Ereignislandes zu Deutschland.
3. Poltische Nähe: Die politische Nähe beschreibt die Ähnlichkeit des politischen Systems und der Außenpolitik des Ereignislandes zum deutschen System.
4. Wirtschaftliche Nähe: Unter der wirtschaftlichen Nähe versteht er die Ähnlichkeit der Wirtschaftssysteme und die Intensität der wirtschaftlichen Beziehungen vom Ereignisland zu Deutschland.
5. Kulturelle Nähe: Unter kultureller Nähe versteht er die Ähnlichkeit von Sprache, Religion und Kultur vom Ereignisland zu Deutschland.
6. Ortstatus: Dieser Faktor betrifft nur Meldungen, in denen Orte innerhalb Deutschlands vorkommen. Die Bedeutung des Ortes ergibt sich aus der Einwohnerzahl, der politischen Bedeutung und der Wirtschaftskraft.
7. Deutsche Beteiligung: Zu diesem Faktor hat er folgende Variablen differenziert: a) das Ereignis findet im Ausland ohne deutsche Beteiligung statt, b) das Ereignis findet im Ausland mit deutscher Beteiligung statt, c) das Ereignis findet in Deutschland mit ausländischer Beteiligung statt und d) das Ereignis findet in Deutschland ohne deutsche Beteiligung statt.
8. Etablierung von Themen: Die Etablierung von Themen meint den Zeitraum, in dem Medien über ein Thema berichten.
9. Einfluss: Der Faktor Einfluss beschreibt die Macht einer Gruppe, Institution oder deren Vertreter. Die Intensität steigert sich von geringem Einfluss mit Einfluss auf kommunaler Ebene bis zur Variablen größter Einfluss mit Einfluss auf bundespolitischer oder sogar internationaler Ebene.
10. Prominenz: Die Prominenz einer Person wird von ihrer politischen oder wirtschaftlichen Macht bestimmt.
11. Personalisierung: Die Bedeutung einer Person, die ihr im Beitrag zugesprochen wird, bestimmt den Grad der Personalisierung. Je stärker eine Gruppe im Beitrag betont wird, desto weniger personalisiert ist er.
12. Faktizität: Ruhrmann unterscheidet die Variable a) statische Situation, Handlungsabstraktionen, dynamische Situationen, c) Sprecherhandlungen/Meinungsäußerungen, d) konkrete Handlungen/Ankündigungen/Beschlüsse/Gesetze/Staatsbesuche.
13. Reichweite: Die Reichweite beschreibt die Anzahl der Personen, die von einem Ereignis betroffen sind.
14. Überraschung: Überraschung trifft auf Ereignisse zu, die unerwartet geschehen oder sogar bestehenden Erwartungen widersprechen.
15. Nutzen/Erfolg: Unter Nutzen/Erfolg versteht er solche Ereignisse, deren positive Folgen in dem Beitrag explizit dargestellt werden.
16. Schaden/Misserfolg: Unter Schaden/Misserfolg versteht er solche Ereignisse, deren negative Folgen explizit in dem Beitrag dargestellt werden.
17. Kontroverse: Der Faktor Kontroverse betrifft die Darstellung von verbalen oder schriftlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten.
18. Aggression: Unter Aggression versteht er die Androhung oder Anwendung von Gewalt.
19. Demonstration: Unter dem Faktor Demonstration versteht er die kollektive Darstellung von Zielen.
20. Bildliche Darstellung von Emotion: Dieser Faktor betrifft die bildliche Darstellung von menschlichen Emotionen wie Freude, Trauer oder Angst. Diese Emotionen zeigen sich in Mimik und Gestik von Personen.
21. Sexualität/Erotik: Hiermit ist die verbale oder bildliche Darstellung von Anspielung auf Sexualität oder Erotik gemeint.
22. Visualität: Dieser Faktor gibt den Grad der Visualität des Beitrags an.[90]

Die Nachrichtenfaktoren teilt er in eine mehrstufige Intensitätsskala. Weiterhin werden die Platzierung der Meldung innerhalb der Sendung, der Umfang der Berichterstattung gemessen in Sekunden, die Ankündigung des Themas zu Beginn der Sendung, ein Verweis auf nachfolgende Sendungen zum selben Thema und die journalistische Darstellungsform codiert.

Die Faktoren Bildliche Darstellung von Emotion und Visualität sind Faktoren, die nur das Medium Fernsehen betreffen. Hiermit zeigt Ruhrmann, wie entscheidend Bilder für das Fernsehen sind.

Den Analyseergebnissen sind die Ereignishintergründe vorangestellt. Michaela Maier erklärt, dass die Analysen der Faktoren so inhaltlich und thematisch einzuordnen sind und

„ob das analysierte Datenmaterial als ‚typisch’ bzw. die Variable bestimmter Werte und Maße als durchschnittlich bezeichnet werden können oder ob die Stichproben ungewöhnliche, besonders dramatische Geschehnisse beinhalten.“[91]

Die Ergebnisse von Ruhrmanns Studie sind sehr umfangreich. Maier fasst sie in 13 Befunden zusammen. Hier die Ergebnisse, die die Nachrichtenfaktoren betreffen:

Der erste Themenkomplex umfasst Politik und andere gesellschaftlich kontroverse Themen wie Wirtschaft und Gesellschaft. Der zweite Themenkomplex umfasst Nicht-politische Sachthemen mit den Themen gesellschaftliches Leben, Mensch/Welt/ Natur, der dritte Komplex sind Human-Touch-Themen wie Zerstreuungs- (Personality) und Angstthemen (Kriminalität). Der vierte Themenbereich umfasst Lebenswelten mit Verbraucher-, Physis- und Psychethemen.

Die Analyse der Themenstruktur zeigt einen deutlichen Rückgang der politischen Berichterstattung von 74 Prozent 1992 auf 61 Prozent 2001. Dagegen steigen Human-Touch-Themen von 14 Prozent 1992 auf 28 Prozent 2001 an. Dabei ist zu beobachten, dass Anfang der Neunziger Jahre zunächst Angstthemen von neun auf 15 Prozent, Zerstreuungsthemen erst 2001 auf elf Prozent steigen.[92]

Der Faktor Visualität scheint in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden zu sein. Bei der Präsentation sind Nachrichten im Film (NiFs) und Beiträge heute bei öffentlich-rechtlichen und Privatsendern die häufigsten Präsentationsformen, die Sprechermeldung spielt nur noch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern eine Rolle. Dort ist sie allerdings die zweitwichtigste Präsentationsform.[93]

Die erste Untersuchungsfrage ist, welche Bedeutung einzelne Nachrichtenfaktoren im Jahr 2001 haben. Daher stellt Maier die Ergebnisse der Nachrichtenfaktoren der Themenkomplexe Deutsche Innenpolitik, Deutsche Außenpolitik, internationale Politik und unpolitische Ereignisse in Prozent vor.

An dieser Stelle die drei wichtigsten Faktoren: Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist Einfluss für die Beiträge der deutschen Innenpolitik, der deutschen Außenpolitik und der internationalen Politik der wichtigste Nachrichtenfaktor. Das heißt, gemäß der Definition von Ruhrmann, dass besonders häufig über die Macht einer Gruppe, einer Institution oder deren Vertreter berichtet wurde.

Der Faktor Prominenz ist ähnlich wichtig. Über Prominente aus Politik, Sport, Kultur oder Wirtschaft wird vor allem im Zusammenhang mit der deutschen Innen- und Außenpolitik berichtet.

Der Faktor Faktizität ist für unpolitische Ereignisse der wichtigste Faktor und bei Nachrichten der deutschen Außenpolitik der fünf-wichtigste Nachrichtenfaktor. Dieser Zusammenhang liegt auf der Hand, denn der Faktor Faktizität codiert Handlungsabstraktionen, dynamische Situationen, zudem Sprecherhandlungen/ Meinungsäußerungen. Er ist für das Thema Außenpolitik wichtig, denn auf Staatsbesuchen oder Gipfeltreffen werden Beschlüsse oder Gesetze bekanntgegeben und beschlossen.[94]

Die Verteilung der Nachrichtenfaktoren bei den Privatsendern sieht ähnlich aus: In Meldungen über deutsche Innen- und Außenpolitik war der Nachrichtenfaktor Einfluss am häufigsten codiert.

Der Trend zur Visualisierung spiegelt sich in Beiträgen zu unpolitischen Ereignissen wieder, bei denen der Faktor Visualität der wichtigste Nachrichtenfaktor ist.

Auf Platz drei folgt der Faktor Faktizität bei Beiträgen der internationalen Politik. Zwar nur auf Platz fünf der internationalen Politik, aber dennoch erwähnenswert, weil er bei den öffentlich-rechtlichen Sendern fehlt, ist der Nachrichtenfaktor Aggression mit 68 Prozent.[95]

Die Entwicklung der Nachrichtenfaktoren im Vergleich der Jahre 1992 und 2001 soll exemplarisch anhand der Faktoren Kontroverse und Aggression, des Faktors Personalisierung und der Nachrichtenfaktoren Visualität und Darstellung von Emotionen geklärt werden.

Die Konfliktorientierung der Nachrichten hat sowohl bei öffentlich-rechtlichen als auch bei den Privatsendern bei den Themenkomplexen deutscher Innen- und Außenpolitik zugenommen. Der Nachrichtenfaktor Kontroverse nimmt im Vergleich von 1992 zu 2001 bei öffentlich-rechtlichen und Privatsendern nur bei der deutschen Außenpolitik zu. Eindeutiger ist die Entwicklung des Faktors Aggression : In allen Themenkomplexen bei öffentlich-rechtlichen und Privatsendern nimmt der Nachrichtenfaktor Aggression zu.

Ein Zuwachs des Faktors Personalisierung ist nicht generell festzustellen, nur in unpolitischen Ereignissen bei Privatsendern ist ein leichter Zuwachs zu verzeichnen.

Die Faktoren Visualität und Darstellung von Emotionen nehmen bei allen Sendern zu. Dies ist ein weiterer Hinweis auf den Visualisierungstrend, zudem einen Trend zum Sensationalismus.

Bei Privatsendern ist besonders der Faktor Visualisierung mit über 80 Prozent in allen Themen präsent.[96]

Ruhrmann überprüft die Nachrichtenfaktoren nach einer übergeordneten Struktur.

Bezogen auf die Berichterstattung der innenpolitischen Berichterstattung prägen Ereignisse mit Prominenten oder einflussreichen Personen bei öffentlich-rechtlichen und Privatsendern die Struktur der Meldungen. Bei Privatsendern haben zudem die Nachrichtenfaktoren Konflikte und Visualisierung hohe Nachrichtenwerte.

Für die Struktur von internationalen Nachrichten ist der Faktor Nutzen wichtig, auch die bildliche Darstellung der Ereignisse ist ein entscheidender Faktor. Diese Ereignisse gelten für öffentlich-rechtliche und Privatsender. Der Faktor Nähe prägt die Berichterstattung bei öffentlich-rechtlichen und Privatsendern die Nachrichten über internationale Ereignisse, denn er zeigt die geographische, kulturelle, wirtschaftliche und politische Nähe des Ereignislandes zu Deutschland an. Diese Angabe ist für eine Meldung über internationale Politik unabdingbar.[97] Die Struktur der unpolitischen Berichterstattung ist in beiden Mediensystemen von den Faktoren Negativität, Nähe und Visualität geprägt. Interessant ist der Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und Privatsendern: Bei ARD und ZDF spielen Länder und Handlungen mit geringer Reichweite eine größere Rolle, während Privatsender größeren Wert auf eine große Reichweite legen.[98]

Wie Schulz analysiert Ruhrmann in seiner Studie den Zusammenhang zwischen Nachrichtenwert und Nachrichtenfaktoren. Der Nachrichtenwert wird demnach von Umfang, Platzierung und Aufmachung bestimmt.[99] Michaela Maier stellt exemplarisch die Ergebnisse aus dem Jahr 2001 vor.[100] Im Vergleich der Themenkomplexe innenpolitische, internationale und unpolitische Berichterstattung ist festzustellen, dass die Erklärkraft der Nachrichtenfaktoren stark vom Thema abhängt. Größte Erklärkraft haben die Faktoren Etablierung des Themas, Nähe und bildliche Darstellung für den Beachtungsgrad bei internationaler Berichterstattung.[101]

Ruhrmanns Untersuchungsdesign sieht zudem Leitfadeninterviews und einen Fragebogen, den die Journalisten ausfüllen mussten, vor. Dazu befragt sein Team zwölf TV-Nachrichtenjournalisten der Nachrichtensender deren Sendungen er zuvor in der Inhaltsanalyse untersucht hatte. Nicole Diehlmann nennt den Grund des Fragebogens:

„Die Ergebnisse der Fragebögen sollten Aufschluss darüber geben, welche Auswahlkriterien analog zu den Nachrichtenfaktoren Journalisten spontan und ohne wissenschaftlichen Hintergrund den von ihnen ausgewählten Meldungen zuschreiben und welche sie eventuell zusätzlich nennen.“[102]

Da diese Diplomarbeit die Nachrichtenfaktoren der Sendungen Tagesschau und RTL aktuell vergleicht, werden nur die Antworten der Leitfadengespräche von ARD und RTL-Redakteuren vorgestellt.

Ein wichtiger Grund dafür die Antworten vorzustellen ist, die Theorie der Nachrichtenwerttheorie der „journalistischen Wirklichkeit“ gegenüber zu stellen. Frau Hahnen von der ARD erklärt, dass die klassischen Nachrichtenfaktoren der Wissenschaft auch in ihren Sendungen eine Rolle spielen. Sie nennt politische und emotionale Faktoren sowie herausragende Persönlichkeiten. „Wir wählen natürlich aus nach, was ist neu, welche Auswirkungen hat es, nicht nur bundespolitisch, möglicherweise auch weltpolitisch … hat es innenpolitische Auswirkungen, hat es gesellschaftliche Auswirkungen…“[103] Deutlich wird in diesem Zitat zudem, dass die Faktoren Überraschung und Auswirkung bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Thomas Präkelt, Redaktionsleiter von RTL Leipzig, betont den Faktor Visualität: „Durch die visuelle Überreizung der Zuschauer sind die Bilder natürlich immer stärker in den Mittelpunkt gerückt bei der Entscheidung, was bringe ich noch im Fernsehen. … Weil Fernsehen im eigentlichen Sinne heißt, eben den Menschen auch visuelle Reize zu bieten und nicht irgendwie Bilder, die statisch sind und nichts aussagen.“[104] Patrick Leclerq von der ARD weist beim Faktor Visualität auf die Verantwortung der Journalisten hin: „Bilder haben immer eine Dominanz, besonders, wenn es ungewöhnliche, außergewöhnliche Bilder sind, wie am 11.September, … Da muss der Fernsehjournalist mit großer Akribie damit umgehen, es muss ihm klar sein, was er damit anrichten kann. Sie können schon bestimmte Bilder senden, aber Sie müssen sie dann einordnen.“[105]

[...]


[1] http://www.dpa.de/de/produkte/wort/basisdienst.html vom 07.01.2008.

[2] vgl, Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid: Nachrichtenauswahl, in: Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid (Hrsg): Publizistik, Ein Studienhandbuch, Köln 2001, S.241ff.

[3] Muckenhaupt, Manfred: Boulevardisierung in der TV-Berichterstattung, in: Holly, Werner/ Biere, Bernd Ulrich (Hrsg): Medien im Wandel, Opladen 1998, S. 118.

[4] Lippmann, Walter: Die öffentliche Meinung, deutsche Übersetzung, Bochum 1964, S. 61.

[5] vgl. ebd, S. 240.

[6] ebd, S.242.

[7] Lippmann, S.237.

[8] Buckalew, James K.: A Q-Analysis of Televsion News Editors’ Decisions, in: Journalism Quarterly 46 (1969), 135-137.

[9] vgl, Buckalew, S. 136.

[10] Östgaard, Einar: Factors influencing the flow of news, in: Journal of Peace Research Peace Journal 1, (1965), S. 39.

[11] ebd,. S. 40.

[12] ebd, S. 40.

[13] ebd, S. 45f.

[14] ebd, S. 46.

[15] ebd S. 47.

[16] vgl, S. 50.

[17] vgl, ebd. S. 51.

[18] vgl, ebd. S. 52.

[19] vgl, ebd. S. 55.

[20] ebd, S. 55

[21] ebd, S. 53.

[22] Staab, Joachim Friedrich :Nachrichtenwert-Theorie, Freiburg/München 1990, S.55.

[23] vgl. S.55f.

[24] Eilders, Chrisitiane: Nachrichtenfaktoren und Rezeption, Eine empirische Analyse zur Auswahl und Verarbeitung politischer Informationen, Opladen 1997, S 21.

[25] vgl, ebd, S. 21.

[26] Galtung, Johan/ Ruge, Mari Holmboe: The structure of foreign news, The presentation of the Congo, Cuba und Cyprus crises in four Norwegian newspapers. In: Journal of Peace Research 2 (1965), S. 64-81.

[27] vgl, ebd, S. 66.

[28] vgl, ebd, S.66f.

[29] vgl, ebd, S. 67.

[30] vgl,. S. 67.

[31] ebd, S. 68.

[32] vgl, ebd. S. 69.

[33] ebd, S. 71.

[34] vgl, ebd, S. 71.

[35] vgl. ebd, S. 72 ff.

[36] vgl. ebd, S. 81ff.

[37] Schulz, Winfried: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien, Freiburg/München 1976, S. 20.

[38] vgl. Staab, S. 64.

[39] Eilders, S. 27.

[40] ebd. S. 20.

[41] Rosengren, Karl Erik: International News, Methods, Data and Theory, in: Journal of Peace Research, 1(1970) S. 146f.

[42] Rosengren, S. 151.

[43] vgl,ebd, S. 152 ff.

[44] ebd, S. 154.

[45] Schulz, S.23.

[46] ebd, S.25.

[47] ebd, S.25.

[48] ebd, S.25.

[49] vgl, Schulz, S. 26.

[50] ebd. S. 27.

[51] vgl, ebd. S. 27.

[52] Ebd, S. 27.

[53] vgl, ebd, S. 28.

[54] ebd, S. 30.

[55] vgl, ebd, S. 30.

[56] ebd, S. 30.

[57] vgl,S. 31.

[58] vgl, S. 32.

[59] vgl,. S. 33.

[60] vgl, S. 33.

[61] vgl,. S. 33.

[62] vgl, S. 34.

[63] vgl., S. 34.

[64] vgl, S. 34.

[65] vgl, ebd, S. 46.

[66] vgl, ebd, S. 38.

[67] vgl, ebd, S. 77f.

[68] vgl, ebd , S. 86.

[69] vgl, ebd, S. 87.

[70] vgl, ebd, S. 88.

[71] vgl, ebd, S. 94.

[72] vgl, ebd, S. 95.

[73] ebd, S .116.

[74] Kepplinger, Hans Matthias: Der Nachrichtenwert der Nachrichtenfaktoren, in: Holtz-Bacha, Christina (Hrsg): Wie die Medien die Welt erschaffen und wie die Menschen darin leben, Wiesbaden 1998, S. 21.

[75] ebd, S. 22.

[76] Eilders, S. 34.

[77] Staab, S. 91.

[78] ebd, S. 93f.

[79] ebd., S. 94.

[80] vgl, ebd, S. 96.

[81] vgl, ebd, S. 98.

[82] vgl, ebd, S. 120f.

[83] vgl, ebd, S. 125.

[84] vgl. ebd, S. 211.

[85] ebd, S. 212.

[86] ebd, S. 213.

[87] vgl, ebd, S. 214.

[88] vgl, Ruhrmann, Georg: Der Wert von Nachrichten, Ein Modell zur Validierung von Nachrichtenfaktoren, in: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen, Ein Modell zur Validierung von Nachrichtenfaktoren, Opladen 2003, S. 23ff.

[89] vgl, ebd, S. 25.

[90] Ruhrmann, S. 86.

[91] Maier, Michela: Operationalisierung der Inhaltsanalyse, in: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen, Ein Modell zur Validierung von Nachrichtenfaktoren, Opladen 2003, S. 61.

[92] vgl, Maier, Michaela: Analysen deutscher Fernsehnachrichten, in: Der Wert deutscher Fernsehnachrichten, Ein Modell zur Validierung von Nachrichtenfaktoren, Opladen 2003, S. 66f.

[93] vgl, ebd, S. 74f.

[94] vgl, ebd, S. 77f.

[95] vgl, ebd, S. 78.

[96] vgl, ebd, S. 82f.

[97] vgl, ebd, S. 87f.

[98] vgl, ebd, S. 90.

[99] vgl, ebd, S. 91.

[100] vgl, ebd, S. 92.

[101] vgl, ebd, S. 95.

[102] Diekmann, Nicole: Journalisten und Fernsehnachrichten, in: Der Wert deutscher Fernsehnachrichten, Ein Modell zur Validierung von Nachrichtenfaktoren, Opladen 2003, S.106.

[103] ebd, S. 117.

[104] ebd, S. 123.

[105] ebd, S. 133.

Ende der Leseprobe aus 144 Seiten

Details

Titel
Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten - Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Medienwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
144
Katalognummer
V111950
ISBN (eBook)
9783640185795
ISBN (Buch)
9783640218370
Dateigröße
1016 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachrichtenfaktoren, Fernsehnachrichten, Vergleich, Nachrichtensendungen, Tagesschau
Arbeit zitieren
Anne Rasche (Autor), 2008, Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten - Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111950

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nachrichtenfaktoren in Fernsehnachrichten - Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden