Britische Besatzung in Bielefeld. Der Zweite Weltkrieg und seine Spuren


Projektarbeit, 2014

82 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick der Verhältnisse in Bielefeld
2.1 Kriegsverlauf in Bielefeld
2.2 Beginn der „Stunde Null“
2.3 Vorgehen der Siegermächte

3. Vorgehensweise der Britischen Besatzung
3.1 Wiederherstellung des Alltags in Bielefeld
3.2 Unterbringung der Besatzungstruppen und ihrer Familien
3.3 Wiederaufbau der Infrastruktur
3.4 Entnazifizierung in Bielefeld
3.5 Bethel unter der Besatzungsmacht

4. Kommunikation mit den Alliierten
4.1 Ausgangssituation nach dem Krieg
4.2 Entwicklung der Verhältnisse

5. Fazit der Britischen Besatzung

6. Anhang

1. Einleitung

Bei dem Thema „Der Zweite Weltkrieg und seine Spuren bis heute in Bielefeld und Ostwestfalen-Lippe“ war mein erster Gedanke die britische Besatzung. Denn es handelt sich dabei um ein großes und sehr spannendes Themenfeld, was sich anhand der Relikte wie den britischen Kasernen im Bielefelder Stadtgebiet abzeichnet. Ich für meinen Teil habe mich zuvor weniger mit im Stadtgebiet befindlichen Gebäuden und ihren Hintergründen beschäftigt und so bedeutete dieses Jahr der Recherchen und des Schreibens für mich mehr über die Stadt zu lernen, die ich meine Heimat nenne und doch in Wirklichkeit so wenig kenne.

Angeregt durch meine familiäre Historie und den historischen Bezug zum Zweiten Weltkrieg interessierte mich diese Arbeit von Anfang an. Doch nicht alleine meine persönliche Vernetzung zu den Ereignissen, sondern auch das Ziel mich umfassend mit diesem immensen Einschnitt in die deutsche Geschichte zu beschäftigen, motivierten mich. Aus meiner Sicht birgt der Wiederaufbau eines Staates - wohlgemerkt meines Heimatlandes - neben dem Interesse, wie der Wiederaufbau meiner Heimatstadt verlief, die Frage, wie es zu dieser Ausgangssituation kam. Daher beginne ich meine Projektarbeit bereits mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und seiner Entwicklung bezogen auf Bielefeld. Der Schwerpunkt liegt dennoch auf dem Vorgehen der britischen Besatzungsmacht - ihre Schritte zur Stabilisation und zum Wiederaufbau - und ihrer Kommunikation mit den Bielefeldern beziehungsweise den von Bodelschwingh'schen Anstalten.

Ich versuche, in dieser Projektarbeit infolgedessen einen möglichst vielseitigen und interessant gestalteten Einblick in die Zeit zu geben und dabei eine möglichst repräsentative Zusammenfassung auszuarbeiten, auch wenn ich keineswegs von mir sagen kann, dass mich die persönlichen Schicksale, die ich verfolgte, nicht selbst trafen oder zum Nachdenken anregten. Die Idee zum Kapitel „Bethel und die Britische Besatzung“ kam durch meine persönliche Bindung zu Bethel, weil ich dort als Einzelbetreuer arbeite und deshalb die Möglichkeit bekam, das Hauptarchiv besuchen zu können.

Meine Projektarbeit begann ich bereits Anfang November 2013 und sie begleitete mich daher knapp ein Jahr, in dem ich unzählige Akten durcharbeitete und mich mit einigen Büchern der Lokalgeschichte befasste. Denn mein voreiliger Plan, mir alle Daten auf einmal zu organisieren, erwies sich als unsinnig, nachdem ich das erste Mal im Stadtarchiv Bielefeld war. Aus diesem Grund begann ich meine Projektarbeit mit dem dritten Band von Reinhard Vogelsangs „Geschichte der Stadt Bielefeld“, um mich auf regionaler Ebene in das Thema einzuarbeiten. In den folgenden Monaten lieh ich mir immer wieder kleinere Aktenbände des Besatzungsamtes aus und arbeitete so die Themenpunke ab. Zudem erkannte ich auch, dass sich eine Betrachtung mehrerer Städte in OWL nicht rechnen würde und Bielefeld bereits eine gewaltige Datenmenge aufwies. Daneben wurde es zunehmend schwer, jeden Themenpunkt einzeln abzuarbeiten, weil beispielsweise die Aktenbände verschiedene Bereiche parallel beinhalteten. Dafür habe ich in diesem Jahr einiges über das richtige Strukturieren gelernt und ich glaube, dass ich durch die Projektarbeit viele inhaltliche Erkenntnisse gesammelt habe und nun mit anderen Augen auf Teile Bielefelds schaue.

Ich möchte mich abschließend besonders beim Stadtarchiv Bielefeld bedanken, das mir stets freundlich zur Seite stand und deren Experten mir gerne halfen. Außerdem liegt es an dieser Stelle nahe, die freundliche Unterstützung von Frau Eckardt, Frau Kleine-Grauthoff und Frau Stremme zu honorieren, die mir alle Fragen in absoluter Ruhe und mit vielen Details erklärten und mir viel lebensnäher die Ereignisse wiedergaben. Auch meiner Geschichtslehrerin Frau Weinert gilt es für ihre Unterstützung zu danken, denn nur durch ihre Hilfe bei Fragen zur Struktur und ihr Engagement sich meine Ergebnisse durchzulesen beziehungsweise mich auf Fehler hinzuweisen, macht diese Arbeit zu dem, was sie nun ist. Ein letzter Dank gilt meiner Familie und meinen Freunden, die mein ständiges Gerede ertragen mussten und durchgehend versuchten, mir trotzdem angeregt zuzuhören.

2. Überblick der Verhältnisse in Bielefeld

2.1 Kriegsverlauf in Bielefeld

Um in der folgenden Darstellung der Verhältnisse vor der britischen Besatzung in Bielefeld und den Ursachen ihrer Entstehung eine entsprechende Illustration der deutschen Bevölkerung und ihrer Rolle zu gewährleisten, gilt es zu allererst festzuhalten, dass der Nationalsozialismus und die Hitlerdiktatur im Allgemeinen beim Volk auf breite Zustimmung trafen, wie die Wahlen von 1932 beweisen. Diese Einstellung herrschte wie in ganz Deutschland auch in Bielefeld vor, weshalb man der Bevölkerung nicht nur die „Opferrolle“ zuweisen darf. Auch wenn die Allgemeinheit nur schwer an Informationen über das tatsächliche Vorgehen des NS-Regimes gelangen konnte, mindert dies nicht die Verantwortung, die beim Volk lag.1 Aufgrund dieser Beeinflussung der Medien ist es schwer, objektive Informationen und Eindrücke aus der Zeit zu gewinnen, jedoch führte Bielefeld wie ein Großteil der Städte eine Kriegschronik. Diese wurde in überarbeiteter Version von der Neuen Westfälischen Zeitung wiedergegeben und wurde kompakt im Buch „Mir zittern jetzt noch die Hände“ veröffentlicht, welchem ich deshalb die Zahlen in Bezug auf Bielefeld entnehme.2

Nach Ausbruch des Krieges am 1.09.1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen begannen in Bielefeld die Vorbereitungen für mögliche Angriffe auf die Stadt. Als Erstes starteten die Schüler daher am 4. September mit dem Ausheben von Deckungsgräben. Die Schüler des Ceciliengymnasiums wurden beispielsweise im weiteren Kriegsverlauf zu Flakhelfern rekrutiert.3

Am 24. September folgte die Einführung von Essensmarken als weitere Umstellungsmaßnahme auf die folgenden Kriegsjahre, denn Hitler konnte aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs lernen und versuchte, die Vorräte deshalb passend zu rationieren.4 Doch „gehungert haben wir da noch nicht, das kam erst nach dem Krieg mit dem neuen Verteilungssystem“ laut Aussage einer damals jugendlichen Zeitzeugin.5

Im Oktober 1939 wurden in Bielefeld die ersten 185 polnischen Kriegsgefangen untergebracht.6 Alleine das Kriegsgefangenenlager „Stalag 326“ in der Senne forderte in den Kriegsjahren 1941 bis 1945 die Leben von 65000 sowjetischen Kriegsgefangenen. Die sowjetischen Kriegsgefangenen mussten neben den äußerst schlechten Lebensbedingungen auch die härtesten Arbeiten verrichten, denn sie hatten der Friedenskonferenz in den Haag nicht beigewohnt und standen somit nicht unter dem Schutz der „Haager Landkriegsordnung“ von 1899. So galt für die sowjetischen Gefangenen nicht der festgelegte Umgang, der dem humanitären Völkerrecht unterstand.7 Ein geschockter amerikanischer Soldat bezeichnete das Lager nach Kriegsende als „einen Ort voller Dreck und Elend“8, in dem „täglich 15 bis 20 Männer den Hungertod fanden“9.

Neben dem Lager in der Senne existierten ebenfalls auf dem Johannisberg zwei Lager. Die Bewohner des Lagers „Bethlehem“ unterstanden den Dürkopp-Werken und wurden tagsüber in der Rüstungsindustrie eingesetzt.10 Insgesamt gab es in Bielefeld und Umgebung 50 Munitionsfirmen und 27 weitere in Vorbereitung, was laut einer Rüstungsinspektion der dritte Platz im deutschen Vergleich bedeutete.11 Das zweite Lager „Altbethlehem“ war hingegen im Besitz von 44 kleineren Bielefelder Unternehmen, die ihre Arbeiter alle dort unterbrachten, weil sie jeweils „zu wenig Arbeiter“ hatten, um ein eigenes Lager zu eröffnen. Die Belegungen in den Lagern stiegen immer weiter an; waren es in Bethlehem 1942 nur 612 Zwangsarbeiterinnen, so stieg die Zahl bis 1944 auf 850. Die Lebensbedingungen waren jedoch im Vergleich zu „Stalag 326“ besser, weil es sich bei den Lagern auf dem Johannisberg lediglich um Lager für Zwangsarbeiter handelte, die somit noch für die Arbeit genug Kraft benötigten. Dennoch wohnten die von den Nationalsozialisten als „Untermenschen“ eingestuften Osteuropäer aus dem baltischen und russischen Raum zu sechst in einem Raum mit 16 qm; wobei die Belegungszahl pro Raum auf acht Zwangsarbeiter im Jahr 1944 anstieg. In einem Schreiben des Gewerbeaufsichtsamtes vom 1.3.1944 heißt es: „Die Sauberkeit war sehr unzureichend, was wesentlich auf die mangelhafte Beseitigung der Abwässer zurückzuführen war.“12 Die Betitelung der Zwangsarbeiter als Nutztiere ist mit Blick auf dieses Schreiben daher eine treffende Beschreibung ihrer Lebenssituation und Stellung in der Gesellschaft. Die Ernährung im Lager und bei der Arbeit war ebenfalls unmenschlich; eine Bielefelderin berichtete:

„In der Firma Göricke wurde das Essen von einer Bielefelder Großküche geliefert. Obwohl es verboten war, habe ich öfter in die Essenskübel für die russischen Frauen geschaut. Es war völlig vergärt, brodelte richtig und stankentsetzlich. Man konnte nicht erkennen, was das Gekochte sein sollte.“13

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, machte in seinem Programm vom 20. April 1942 deutlich, dass er die Zwangsarbeiter ausschließlich als ein Gut betrachtete und damit zum Objekt herabwürdigte. Er war deshalb der Meinung „die in den eroberten sowjetischen Gebieten vorhandenen Menschenreserven voll auszuschöpfen“14 und unterstreicht dadurch den allgemein menschenunwürdigen Umgang der Nationalsozialisten mit der sowjetischen Bevölkerung. Alle bereits in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen aus Ost und West mussten in die immer bedeutsamer werdende Rüstungsindustrie eingebracht werden. Im Anschluss ging Sauckel noch einen Schritt weiter und riss den Vorschlag an, dass bei mangelnden Bereitwilligen „zur Zwangsverpflichtung geschritten werden“15 solle, falls die Bevölkerung der eingenommenen Gebiete nicht von alleine Bereitschaft zeige. Als die Menschen aus manchen Dörfern flohen, steckten die deutschen Truppen die Dörfer an und ließen sie herunterbrennen.16

Neben den Zwangsarbeitern gab es auch Verluste bei der Bielefelder Bevölkerung. Im Januar 1940 führte die Kriegschronik als ersten offiziellen Toten Volkmar Kisker an, welcher Oberleutnant der Luftwaffe war. Die ersten Bombenangriffe folgten am 21. Juni und forderten dabei erste Opfer in Bielefeld. Zum Schutz des Nachwuchses begannen deshalb am 16. Dezember die ersten Kinderlandverschickungen. Der erste größere Bombenanschlag am 13. Juni 1941 forderte 30 Tote. An Silvester 1941 wurden in Bielefeld erstmals die hier ansässigen Juden nach Riga deportiert. Mitte Juli folge die Deportation von 32 Bielefelder Juden nach Auschwitz - keiner davon überlebte. Im Jahr 1942 holte man am 18. Februar die Glocken der Altstädter Nikolaikirche herunter und schmolz sie für die Rüstungsindustrie ein. Weitere Kunst- und Kulturgegenstände sollten vor Bombenangriffen und dem Feind geschützt werden, indem am 25. August 1943 alle Kunst- und Kulturgegenstände aus der Stadt gebracht wurden. Im Dezember 1943 wurden außerdem die letzten Kinder aus der Stadt Bielefeld gebracht, denn die Alliierten rückten weiter vor.17

Besonders rigoros ging der NS-Staat mit seinen Gegnern um: Auch in Bielefeld gab es sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Widerstandsgruppen, die unter anderem mit Flugblättern und öffentlich gegen das NS-Regime Widerstand leisteten. Doch zwischen 1943 und 1944 wurde die Gruppe von der Gestapo zerschlagen und die Kämpfer Otto Appelfelder, Otto Giesselann, Gustav Höcker, Hermann Kleinewächter, Gustav Koch, Gustav Milse, Heiko Plöger, Bernhard Putjenter, Rudolf Sauer, Hermann Wörmann und Fritz Wolgast im September 1944 in Dortmund hingerichtet.18

Des Weiteren ereignete sich im Jahr 1944 am 30. September der größte Anschlag der Alliierten auf Bielefeld.19 20 Alleine dieser Anschlag forderte mehr als 600 Todesopfer und die komplette Innenstadt stand in Flammen. Die Leichen wurden von Bergungstruppen gesucht, gesammelt und aufgereiht, wobei den Angehörigen teilweise nur noch Knochen für die Bestattung übrig blieben. Als Folge dieses einen Angriffs war die Grundversorgung mit Strom und Wasser nicht mehr gewährleistet und die Destabilisierung des Alltagslebens schritt voran.

Darauf folgten im ereignisreichen Jahr 1945 im März zahlreiche weitere Bombenangriffe auf die Stadt, wodurch unter anderem das Eisenbahnviadukt in Schildesche am 14. März getroffen und zerstört wurde. In der Bevölkerung machte sich um Ostern 1945 bereits die Anspannung breit, schließlich rückten die Alliierten am 1. April aus Senne und am 2. April aus Jöllenbeck auf Bielefeld vor. Dabei lieferten sie sich kleinere Gefechte mit den Volkssturm- und Arbeitsdienstmännern; diese Gefechte waren aufgrund der materiellen und personellen Überlegenheit der amerikanischen Truppen dementsprechend schnell beendet.21

Schließlich standen der 2. und 8. Panzerdivision der Amerikaner lediglich 6500 bis 7000 Soldaten gegenüber, die weder über eine gute Ausrüstung noch über eine Einheit verfügten. Angesichts der Aussichtslosigkeit ließ der Brackweder Bürgermeister Hermann Bitter in der Nacht vom 2. auf den 3. April die Panzersperren öffnen. Die Tat bezahlte er am 3. April mit dem Leben, denn trotz der vorrückenden Truppen zeigten Hitlers Befehle immer noch ihre Wirkung und die „harte Linie“ wurde im Falle von Fehlverhalten bis zum bitteren Ende beibehalten.

Am Morgen des 3. April 1945 brachen die Alliierten gegen 6 Uhr morgens über die Gütersloher Straße in Richtung Bielefeld auf. Die letzte Sperre in Bielefeld versuchte der Volkssturm an der Kreuzapotheke auf der Gadderbaumer Straße Ecke Mühlendamm zu halten. Auch dieser Versuch endete mit einem Misserfolg der deutschen Truppen und gegen 16 Uhr waren alle Wege nach Bielefeld offen.22 In der Bevölkerung machte sich in manchen Fällen Trauer über den doch so sicher geglaubten Sieg breit, doch insbesondere für die Kinder und Jugendlichen bedeutete die Anwesenheit der Alliierten Erleichterung über das Ende der Bombardements. Die Aufmerksamkeit der Menschen weckten jedoch die afroamerikanischen Soldaten: Schließlich kannten sie die Panzer bereits aus der Rundschau, doch diese ersten Begegnungen waren „völlig fremd und auch unheimlich“23. Auch für die afroamerikanischen Soldaten war diese Zusammenkunft interessant, wie eine Zeitzeugin berichtete:

„...mein Lehrchef hatte einen kleinen Jungen, er hatte blonde Haare und blaue Augen, ganz entzückend! Für die schwarzen Soldaten war das ein Wunder, er bekam immer Schokolade geschenkt und sie waren stets höflich und nett zu allen!“24

Am 3. April brachen in Bielefeld zunehmend anarchieähnliche Zustände aus, weil die Nachricht von dem Vorrücken der Amerikaner immer lauter wurde. In dieser aussichtslosen Situation und angesichts der geschwächte Verfolgung von Straftaten, entschieden sich viele Bielefelder für einen rücksichtslosen Vorstoß: Dabei plünderten die Menschen das Luftbekleidungsamt und nahmen das mit, was sie in der Eile ergreifen konnten. Am darauf folgenden Tag überfielen einige auch das Heeresverpflegungsamt, welches neben Grundnahrungsmitteln auch Millionen Zigaretten und 100.000 Liter Wein und Schnaps aufbewahrte. Augenzeugenberichten nach versuchte jeder in dem Chaos so viel mitzunehmen, wie er tragen konnte.25

Ebenfalls zeitgleich zu den Plünderungen und dem Vorrücken der Amerikaner war der Bielefelder Sedan-Bunker der Kommandeure bereits leer. Die dort stationierten NS-Offiziere rund um Reineking als Reichverteidigungskommissar und Oberbürgermeister Budde erkannten anscheinend die ausweglose Lage und wollten sich nun in Sicherheit bringen. Mit der Aussage sie hätten „Befehlen nachzukommen, die eine anderweitige Verwendung für sie vorsähen“ verließen sie in ihren Wehrmachtsuniformen gekleidet den Bunker. Zumal sie versuchten durch die Uniformen den Eindruck von normalen Soldaten zu erwecken um direkten Maßnahmen gegen sie zu entgehen. Durch die Flucht wirkt der letzte Befehl des Stabsleiters Brüggemann bis zum „letzten Blutstropfen“ zu kämpfen umso perfider.26 Wie weit die NS-Offiziere kamen geht leider aus den Quellen nicht hervor; einzig von Bürgermeister Budde weiß man, dass er sich in einem Krankenhaus in Bethel versteckt hielt. Budde hatte bereits in Gesprächen mit der militärischen Führung gefordert, Bielefeld nicht zu verteidigen, doch er konnte sich nicht durchsetzen. Anscheinend erkannte Budde bereits Wochen vor vielen Anderen die schwierige Situation und traf deshalb Absprachen mit Pastor Pawlowski für den Fall einer Kapitulation. Nachdem sich die Bielefelder NS-Größen nun aus dem Sedan-Bunker abgesetzt hatten, übergab Pastor Pawlowski als geistliche Führungsperson die Stadt am 3. April 1945 an die Amerikaner und hisste daher am Rathaus eine weiße Flagge. Fast einen Monat später kapitulierte die Wehrmacht am 08.05.1945 und sorgte damit für das Ende des Kriegs.27 Zusammenfassend lässt sich die Situation in Bielefeld zum Zeitpunkt der Kapitulation folgendermaßen beschreiben:

„die Innenstadt zerstört, Trümmerberge auf den Straßen, die Versorgung mit Lebensmitteln, Brennstoffen und Energie wie Strom und Gas zum guten Teil lahm gelegt, der öffentliche Nahverkehr erheblich gestört, der Fernverkehr blockiert, Beschlagnahmen von Gebäuden und Wohnungen durch die Besatzungsmacht, Übergriffe der nun befreiten Zwangsarbeiter (.)“28

Mit Blick auf die vorherrschende Situation in Bielefeld standen die britischen Besatzer somit vor einer Menge an Aufgaben: Die Infrastruktur war völlig zerstört, die Menschen zutiefst niedergeschlagen und vom Krieg sowohl psychisch als auch physiologisch mitgenommen; in ihren Köpfen wehte oftmals trotzdem die Hakenkreuzflagge. Diese als archaisch zu beschreibenden Umstände bedurften einer eisernen und trotzdem fairen Haltung seitens der Militärregierung, welche es auf den folgenden Seiten zu untersuchen gilt.

2.2 Beginn der „Stunde Null“

Die offizielle Verwendung des Begriffs „Stunde Null“ beschreibt die Situation ab der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 08.05.1945, wobei für einen Großteil Deutschlands die „Stunde Null“ mit dem Moment der Einnahme ihrer Dörfer und Städte begann. Die Bezeichnung ist jedoch grundsätzlich nur eine gern angewandte Metapher für die Möglichkeit Deutschlands einen Neuanfang zu wagen. Alle Regierungsapparate die vorher herrschten, wurden obsolet und es gab die Möglichkeit eines Neuanfangs. Dafür musste sich das Volk von den Altlasten befreien. Dennoch war die Sicht der Menschen zur „Stunde Null“ keinesfalls ein positiver Blick in die Zukunft. So möchte ich mit der nachfolgenden Quelle einen groben Eindruck vermitteln:

„Ein Reich, ein Volk, ein Führer hatten die Propagandisten geschrien. Es gab kein Reich mehr. Nur noch ein verwüstetes Land. Es gab kein Volk mehr. Es gab nur noch einzelne, die sich zwischen den Steinhaufen wie Schatten bewegten, die auf den Straßen des verheerten und verbrannten Reiches irgend einem Ziel zustrebten, die in den Kellern und Bunker sich duckten, die nun vielleicht zum ersten Mal verstanden, wie grausam sie getäuscht worden 29

waren, wie grausam sie sich selbst getäuscht hatten.“29

Diese Primärquelle macht auf tragische Weise die vorherige Einstellung der Bevölkerung, die aktuelle Lage des Staates, der Menschen und der Infrastruktur deutlich. Vor dem Zweiten Weltkrieg herrschte Euphorie und ein Einheitsgedanke, doch nun war das Land verwüstet und es gab kein Volk mehr. Die Menschen waren von den Ereignissen des Kriegs auch psychisch geprägt. Die starken Anspannungen während des Krieges fielen nun von den Menschen ab und zugleich traten an diese Stellen die Hoffnungslosigkeit, Trauer und der tägliche Kampf ums Überleben.

Ein Großteil der deutschen Infrastruktur und der Wirtschaft war zerstört worden. Auch in Bielefeld trafen nun Menschen aller Gruppen - Flüchtlinge, Ausgebombte, Evakuierte, Kriegsgefangene, Arbeitsverpflichtete und ehemalige KZ-Insassen - aufeinander, die aus ihren Heimatorten verschlagen worden waren. Unzählige Familien waren zerrissen und voller Sorge um die Schicksale ihrer Angehörigen.

Von der „Stunde Null“ spricht man als absoluter Tiefpunkt der deutschen Geschichte beziehungsweise von dem totalen Zusammenbruch des Volkes, des Staates und der Gesellschaft. Doch erweckte dieser Zeitpunkt auch ein schmerzendes Hochgefühl von Freiheit, eine grenzlose Erwartung, sodass der Begriff von reiner beziehungsweise absoluter Trauer nicht treffend ist. Insbesondere die Jugendlichen waren erleichtert und freuten sich schlicht über das Ende der Bombenangriffe und der beklemmenden Angst, da sie noch nicht mit den Problemen direkt konfrontiert wurden. Eine zu dem Zeitpunkt jugendliche Bielefelderin berichtete: „Wir waren als Erstes glücklich, dass es keine Bombenangriffe mehr gab und wir nachts wieder ruhig schlafen konnten.“30

Doch die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen ließen ihrer über Jahre hinweg aufgestauten Wut nun freien Lauf und plünderten Häuser und Wohnungen.31 Russische Zwangsarbeiter und sowjetische Kriegsgefangene einer Bielefelder Metallfabrik verschafften sich nach Bekanntwerden der Kapitulation Bielefelds Alkohol und drangen in die Büros der Verwaltung ein. Des Weiteren vernichteten sie die Einrichtung und Teile der Akten, sie setzten „große Produkte der Verdauung“32 auf Schreibtische und Stühle, wie eine Zeitzeugin berichtete. Doch sie gingen noch einen Schritt weiter und erhängten einen sowjetischen Lehrer, der als Dolmetscher gearbeitet hatte und vergewaltigten stark alkoholisiert eine junge Frau, sodass sie ihr Leben lang nicht mehr redete.33

Die amerikanischen Truppen zeigten gegenüber den Plünderungen Verständnis und drückten wohl beide Augen zu, denn sie griffen nie ein. Doch nicht alleine die Ostarbeiter, sondern laut Zeitzeugenberichten auch andere Kriegsgefangene, die amerikanischen Truppen und die deutsche Zivilbevölkerung beteiligten sich an den Diebstählen. Erst mit Beginn der britischen Befehlsgewalt am 8. April begann man, die freigelassenen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen einzusammeln und in die Bülow-Kaserne zu bringen.34 Von Seiten der Zwangsarbeiter kam es 1945 auch weiterhin zu Diebstählen, da man den Menschen den Ausgang aus den Lagern nicht verbieten konnte und wollte. Angetrieben durch die Wut und die Unterversorgung in den Lagern kam es in den Bodelschwingh'schen Anstalten zu Diebstählen, die sich sowohl tags als auch nachts ereigneten und bei denen sich die Täter mit Schuss- und Stichwaffen ausgerüstet Zugang zu den Vorräten der Einrichtungen verschafften.35

Abgesehen von diesen groben humanitären Problemen, war auch insgesamt die Ausgangssituation Bielefelds zu Beginn der „Stunde Null“ katastrophal und stellte die Besatzer deshalb vor eine schier unmögliche Aufgabe. Von den 1939 vorhandenen 12.500 Wohnungen waren 2.930 komplett zerstört und nur ein Drittel blieb unbeschädigt. Die industriellen und gewerblichen Betriebe waren ebenfalls angeschlagen, sodass es sich bei 730 nicht mehr lohnte, sie wiederaufzubauen. Aus Schätzungen des Jahres 1946 gehen für den Raum Bielefeld 850.000 cbm Schutt- und Trümmermassen hervor. Die Bevölkerung sank ebenfalls zum Zeitpunkt der Besatzung von der Zahl 126.078 vor dem Krieg auf 69.446, wobei eine plötzliche Verdopplung bis zum Jahre 1946 das eigentliche Problem darstellte.36 Ausschlaggebend dafür war der immense Andrang an Flüchtlingen aus der sowjetischen Besatzungszone und den Kriegsgefangenen, die alle untergebracht und versorgt werden mussten.

An oberste Stelle rückten somit die genannten Problematiken, sprich „die Trümmerräumung, die Wohnraum- und Lebensmittelbeschaffung sowie das Instandsetzen der wichtigsten Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen“.37 Alle Beteiligten blickten deshalb zu diesem Zeitpunkt auf schwierige Jahre, die vor den Besatzern und Besetzten lagen. Nur durch eine gute Zusammenarbeit und den Blick auf einen gemeinsames Ziel bestand eine Chance, die vorherrschen Probleme zu bewältigen.

2.3 Vorgehen der Siegermächte

Nach der offiziellen Kapitulation am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte General Dwight D. Eisenhower sagte in seiner ersten Rede nach Amtsantritt:

„Wir kommen als ein siegreiches Heer, jedoch nicht als Unterdrücker. (...) Wir werden den deutschen Militarismus vernichten, die NSDAP beseitigen und die grausamen, harten und ungerechten Rechtssätzen und Einrichtungen, die von der NSDAP geschaffen worden sind, endgültig beseitigen.“38

Dieses Versprechen sollte in erster Linie die Menschen beruhigen, auch wenn es von Seiten der aktiven Unterstützer des NS-Regimes vielmehr als eine Drohung aufgefasst wurde.39 Grob geben die Ausschnitte aus der Rede auch die Leitziele der Besatzung ausgenommen der Regelungen für die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter wieder.

Am 5. Juni einigten sich die Siegermächte auf die „Berliner Erklärung“ und übernahmen jeweils die „supreme authority“ (oberste Regierungsgewalt).40 Das oft auch als Berliner Deklaration bekannte Dokument klärte die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen, sowie die Ernennung eines Alliierten Kontrollrates.41

In der Konferenz von Jalta im Februar 1945 war diese Aufteilung Deutschlands bereits grob geklärt worden, doch bereits während dieser Gespräche kam es zu ersten divergierenden Vorstellung. Der russische Delegierte Stalin forderte bereits zu diesem Zeitpunkt polnische Gebiete ein, um die russischen Staatgebiete nach den herben Verlusten des Zweiten Weltkriegs mit kommunistisch geprägten Staaten zu ummauern. Insbesondere die Stadt Berlin rückte ins Augenmerk und wurde deshalb in vier Abschnitte separiert, wovon drei Abschnitte westlich geprägt waren und nur ein Abschnitt dem kommunistischen Lager angehörte.42

Die deutschen Gebiete in Mitteldeutschland zwischen Elbe und Oder/Neiße wurden dabei den sowjetischen Truppen zugeordnet. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und später auch Bremen und Bremerhaven galten als Gebiete der amerikanischen Truppen. Bielefeld wurde als Teil des 1946 gegründeten Nordrhein-Westfalens zusammen mit Niedersachen und Schleswig-Holstein den Briten zugesprochen. Die nun übrigen Gebiete des Saarlands und die Rheinprovinzen standen zunächst unter der Leitung der Amerikaner und wurden später den Franzosen zugesprochen.43 Nach diesem ersten Plan trafen sich die drei Siegermächte Amerika, England und die Sowjetunion vom 17. Juli bis zum 2. August in Potsdam vor den Toren Berlins, „um über die Neuordnung Deutschlands und Europas zu beraten.“44

Schnell fällt hierbei auf, dass die französischen Alliierten nicht zu der Liste der „großen Drei“ gehörten, was Wunsch der drei großen Siegermächte war. Hatte Frankreich flächenmäßig schon eher einen kleinen Teil Deutschlands zugesprochen bekommen, so hielten die anderen Großmächte es für zu unbedeutend an dieser Erklärung mitzuarbeiten und stempelten es „als Sieger von geringem Rang ab“.45 Dennoch mussten auch sie am 4. August 1945 das „Potsdamer Kommuniqué“ unterzeichnen, bevor sie die Macht über ihre Besatzungszone übernehmen durften.46

Doch im Hintergrund der Verhandlungen vertraten alle Teilnehmer ihre eigenen Interessen, sodass sich das so schon vorhandene Misstrauen der Russen gegenüber einer sich ausbildenden Westfront und das Misstrauen der westlichen Alliierten gegenüber einer „Ausdehnung des sowjetischen Machtbereichs in Osteuropa“47 vergrößerten. Der britische Delegierte Winston Churchill sprach aufgrund der sich immer weiter spaltenden Lager vom sogenannten „Eisernen Vorhang“. Neben diesen Schwierigkeiten sorgten politische Veränderungen für Schwierigkeiten: Winston Churchill wurde wegen Neuwahlen Ende Juli 1945 von Clement R. Attlee abgelöst und der neue amerikanische Präsident traf nach einer 8­tägigen Atlantikreise kurz nach seinem Amtsantritt als Nachfolger von Franklin D. Roosevelts Tod in Potsdam an.48 Doch auch Stalin war - genau wie seine Rivalen - alles andere als euphorisch gestimmt, weil er bedingt durch einen Herzanfall einen Tag später als geplant Potsdam erreichte. Für diese Reise bot er ein riesiges Sicherheitsaufgebot auf, weshalb insgesamt 19000 Soldaten des sowjetischen Geheimdienstes seine Reise von Moskau aus überwachten und sicherten.49

Trotz dieser angespannten Verhältnisse einigten sich die Siegermächte auf das Beibehalten der wirtschaftlichen Einheit und ließen sich dafür bei der Verwaltung alle Freiheiten. Des Weiteren waren sie in der Lage, sich auf die großen 4 Ziele der Demilitarisierung, Denazifizierung, Dezentralisierung und der Demokratisierung zu einigen. Dennoch fehlten auch hierzu nähere Definitionen, was eine freie Auslegung jeder Siegermacht ermöglichte . Das an das Volk gerichtete Potsdamer Protokoll zielte darauf ab, die Bevölkerung für ihre blinde Gehorsamkeit gegenüber dem NS-Regime büßen zu lassen.50

3. Vorgehensweise der Britischen Besatzung

3.1 Wiederherstellung des Alltags in Bielefeld

Bevor die britischen Alliierten am 8. April 1945 die Besatzung Bielefelds von formaler Seite aus übernahmen, begannen zuerst die amerikanischen Alliierten ab dem 3. April 1945 ihre Befehlsgewalt durchzusetzen. Die deutschsprechenden Amerikaner Hauptmann Fried und Oberleutnant Weiß führten als Sprecher die Truppe an und nahmen durch den Vermittler und Feldgeistlichen Barsh Kontakt mit den Bielefeldern auf. Die Abwehroffiziere Captain Guinan und Staatsanwalt L'evèu aus Chicago blieben als Einzige auch nach dem Eintreffen der Briten vor Ort, um unterstützend zu wirken.51

Sie zwangen die Bielefelder als erstes im Sinne der Demilitarisierung zur Entwaffnung, um sowohl ihre eigene Macht zu demonstrieren als auch die Menschen in eine friedfertige Zukunft zu führen. Um ihre Macht auch langfristig zu zeigen, für Ruhe zu sorgen und die Kontrolle zu erlangen, führten sie am 10. April in einer Sonderausgabe der sonst verbotenen Westfälischen Zeitung auch die Sperrstunden ein, die den Ausgang nur für wenige Stunden erlaubten. Jeder, der sich nach Ablauf dieser Zeitspannen - egal ob am Tag oder in der Nacht - noch außerhalb des Hauses befand, wurde ohne Aufruf erschossen. Zudem setzten sie die Tätigkeiten aller Behörden außer Kraft, lediglich die Stadtverwaltung sollte ihren Betrieb fortführen, sodass die Befehle weitergeleitet werden konnten und die Bevölkerung in Bielefeld erreichten. Diese Sachverhalte der ersten Tage beschreiben das Verhältnis vom Sieger gegenüber dem Besiegten, das die Amerikaner in den fünf Tagen ihrer Führung und die Briten ferner in der Anfangszeit aufwiesen. Allerdings war das Verhältnis vom ersten Tage an nicht nur von einem Überlegenheitsgefühl sondern auch von einer - anfangs nur in Ansätzen - zukünftig fairen Kooperation gekennzeichnet, die sich durch die Ernennung des Bielefelder Stadthauptmanns Niestroy exemplifizierte. Denn eine der im „Handbook for Military Government in Germany“ von Amerikanern verschriftlichten Aufgaben sah die Ernennung eines Bürgermeisters vor. Sie beauftragten deshalb den stellvertretenden Bürgermeister Dr. Graeven die Notabeln, die Spitzenbeamten der Stadt, zusammenzurufen:52

„Noch am selben Tag kamen die bestellten Männer im Rathaus zusammen, außer Dr. Graeven der Versicherungskaufmann Niestroy, der Präsident des Landgerichts Dr. Pfeil, Krankenhaus-Chefarzt Dr. Sprengell, der Geschäftsführer der Wirtschaftskammer Bulk, Reichsbahndirektor ter Vehn, dazu der katholische Dechant Schmidt, Pastor Pawlowski von der evangelischen Kirche, der Direktor der Reichpost Dr. Schober und der städtische Verwaltungsrat Röhrich.“53

Für die Rolle des Bürgermeisters galt es laut dem amerikanischen Handbook nun eine Person mit „(...) adequate educational background, practical experiences and freedom from Nazi contamination (,..)“54 zu finden. Dieser Person mussten sie guten Gewissens ihre Befehle übertragen und gleichzeitig auf die Ausführung der Befehle vertrauen können, da sie ihre Befehlsgewalt nicht direkt gegenüber dem Volk zum Ausdruck bringen konnten. Alle Mitglieder dieser zusammengewürfelten Versammlung abgesehen von Schmidt, Pawlowski und Niestroy waren ohne großen Aufwand als „belastet“ einzustufen, da ihre Verbindungen zum NS-Regime meist öffentlich bekannt oder mit Blick auf ihre berufliche Stellung unumgänglich waren.55

Warum die Wahl letztendlich auf den völlig unerfahrenen 42-jährigen Versicherungsdirektor und früheren schlesischen Polizisten Josef Niestroy fiel, ist reine Spekulation, doch erregte seine Ernennung bei der Bevölkerung großes Aufsehen. Schließlich erfüllte Niestroy nicht die oben genannten Voraussetzungen: Er stammte aus einer Familie engagierter Zentrumspolitiker und sollte nun in einer protestantisch geprägten Stadt arbeiten. Letztlich war wohl sein wenige Tage vorher entstandener Kontakt zu den Amerikanern auf Schloss Brinke - dem Evakuierungsort seiner Familie - ein Argument für ihn und er war der einzige nicht eindeutig nationalsozialistisch Geprägte oder Geistliche, der den Notabeln beziehungsweise dem sich daraus abgeleiteten „Beratenden Ausschuss“ angehörte.56

Außerdem wies Niestroy auf seine absolute Abneigung gegenüber dem NS-Regime hin, was ihn zusätzlich aus der Runde hervorhob. Doch geriet auch seine politische Integrität am 17. Mai 1945 ins Wanken als er seine Mitgliedschaft in der NSDAP von 1933-1937 zugab. Ferner ergibt sich aus dem Entnazifizierungsberufungsverfahren, welches auch 1949 noch bestand, dass er keinesfalls eine politisch „weiße Weste“ hatte.57 Zu seinem Stellvertreter wurde - auf expliziten Wunsch Niestroys - Dr. Graeven ernannt, da Niestroy ohne dessen Verwaltungserfahrungen die Aufgaben nicht hätte bewältigen können.58 Doch aufgrund seiner eidlichen Verpflichtung gegenüber dem NS-Regime galt Dr. Graeven direkt als schwer belastet, weshalb er wenige Tage später aus einer Sitzung heraus verhaftet wurde.59

In einer Bekanntmachung der „Westfälischen Zeitung“ vom 12. April 1945 versuchten die an die Macht gekommenen Briten, die notwendigsten Schritte zur Stabilisierung einzuleiten. Daher veranlasste Niestroy als Sprachrohr der Militärregierung alle Hauptstraßen freizuhalten, sodass die durchfahrenden Truppen ungehindert vorankamen. Ferner durften alle Evakuierten nicht in das Stadtgebiet zurückkehren, weil man weder den notwendigen Wohnraum noch die Nahrungskapazitäten hatte. Als letzten Punkt der Verordnung setzten sie im Sinne der von den Amerikanern angestrebten Entwaffnung eine Frist bis zum 14 April.60

Nachdem nun der Grundstein gelegt war, leiteten die Briten nach ihrer Übernahme am 8. April 1945 den langfristigen Aufbau einer demokratischen Regierung aus lokaler Ebene ein. Durch das am 2. August 1945 festgelegte „Potsdamer Abkommen“ wurde dieses Ziel zumindest vage formuliert. So sollte als Abkommen zwischen den Großmächten „eine Dezentralisierung der politischen Struktur“ in Verbindung mit einer örtlichen Selbstverantwortung initiiert werden, sodass man von einer Regionalisierung der Besatzungspolitik sprechen kann.61 Hierzu begannen die Briten basierend auf ihrer persönlichen Auslegung auf der Ebene der Gemeinden, Verwaltungen mit deutschen Beamten unter britischer Führung aufzubauen und versuchten alle Regierungsapparate, die nicht eindeutig nationalsozialistische Züge aufwiesen, bestehen zu lassen.62

Der Oberbefehlshaber der britischen Besatzungszone Montgomery formulierte des Weiteren am 30. Mai 1945 die wichtigsten Ziele der Besatzung wie folgt:

„My immediate object is to establish a simple and orderly life for the whole community. The first step will be that the population has (a) food (b) housing (c) freedom from disease. “63

Anhand dieser ersten Ziele sollte sich die gesamte Politik des Wiederaufbaus Deutschlands orientieren, sodass die Bielefelder - wie alle anderen Bewohner der britischen Besatzungszone - in nicht allzu ferner Zukunft auf eigenen Beinen stehen konnten. Das gesamte anfängliche Vorgehen der Briten lässt sich daher als eine Konzilianz der Briten werten und demonstriert gleichzeitig das elementare Ziel, die Bielefelder weniger zu supprimieren und verändern, sondern vielmehr sie zu respektieren und die Besatzungszone demokratisieren zu wollen. Hierzu erhielten die Bielefelder von Beginn an schrittweise ihre Unabhängigkeit zurück, indem man einen Vertreter der Stadt am ersten Tag einsetzte und politische Mitbestimmung durch Beratungsausschüsse ermöglichte .64 Allerdings sorgte besonders bis zum Sommer 1945 - der Anfangsphase der Besatzung - der geringste Widerstand gegen die Besatzer zur sofortigen Entlassung. Zudem wäre der Begriff von Demokratie, der Mitsprache aller an politischen Entscheidungen, zu diesem Zeitpunkt viel zu hoch gegriffen, da die Macht in jeder Hinsicht bei der Besatzungsmacht mit ihrer Verwaltungshierarchie lag.65

Als Teil dieser Hierarchie delegierten die Besatzer alle Versorgungsmaßnahmen in Bezug auf Nahrungsmittel an deutsche Beamte, die nicht nur die Versorgung der eigentlichen Bevölkerung zu gewährleisten hatten, sondern auch seit Mitte April die Lager der zusammengeführten Zwangsarbeiter wie bei den Dürkopp-Werken und der Diesterwegschule beliefern mussten. Anfang Juni 1945 folgte obendrein die Anweisung auch die Vorratshaltung und Verteilung zu steuern und für durchfahrende Transporte Nahrungsmittel bereitzustellen.

So erging durch den „Supply Officer“ am 22. Juni der Befehl, für den nächsten/übernächsten Tag „500 kg Mehl, 70 kg Margarine, 1800 kg Kartoffeln, 2050 kg Brot, 100 l entrahmte Milch, 100 l Frischmilch, 50 kg Kondensmilch, 100 kg Trockengemüse und 100 kg Trockenkartoffeln“ am Bahnhof bereitzustellen.66 Schnell wird hierbei die Problematik deutlich, in kurzer Zeit derartige Mengen bereitzustellen, wenn die reguläre Versorgung, die nur schwer gelang, trotzdem in Gang gehalten werden muss und eine einheitliche Organisation in Bielefeld nur schwerlich zustande kam. Doch gingen die Briten noch einen Schritt weiter und scherten sich - neben der Ausführung der regulären Versorgungsbefehle - ebenso wenig darum, wie die Versorgung der eigenen Truppen zustande kommen sollte. So waren die Bielefelder Ämter, die eigentlich von den Briten als höhere Instanz angel eitet werden sollten, auf sich selbst für die Umsetzung der Befehle gestellt.67

Ähnlich rigoros verhielten sich die Besatzer Anfang Mai 1945, als sie für zwingend zu erledigende Aufräumarbeiten deutsche Helfer in den Kasernen benötigten, sodass sie die Bielefelder Betriebe anwiesen mehrere hundert Mann bereitzustellen. Schnell beschwerten sich die Betriebe wie die Anker-Werke jedoch, weil ihre Arbeiter nur mit Eimer ausgestattet die Kellerräume der Wangenheimkaserne von Urin und Kot zu säubern hatten. Zudem wurden die Männer von ehemaligen Zwangsarbeitern angepöbelt und schikaniert, einzeln kam es auch zu tätlichen Angriffen. Allerdings kamen die Briten den Betrieben nicht entgegen, sondern beschwerten sich stattdessen, dass immer noch potentielle Helfer an den Straßen herumlungern würden. Das Arbeitsamt solle deshalb die Betriebe kontrollieren und alle Arbeitsfähigen auffordern, sich zu melden. Obendrein handele es sich hierbei um einen Befehl, dessen Zuwiderhandlung vom Militärgericht nachgegangen werde. Somit ist zu erkennen, dass die Briten als befehlsgebende Macht besonders zu Anfang ihrer Besatzung „von oben herab“ agierten und die angedachte faire Zusammenarbeit nicht in jedem Fall von Anfang ihre Umsetzung fand.68

Eine weitere Aufgabe der Briten lag in der Versorgung und Rückführung der früheren Zwangsarbeiter beziehungsweise „Displaced Persons“ (DPs) und hatte eine besonders hohe Priorität, weil diese nach ihrer Befreiung durch Bielefeld zogen und sich für die sklavenähnliche Behandlung der letzten Jahre rächten. Hierfür richteten die Briten mehrere Lager an der Heeper und Steinhagener Straße, sowie der Diesterwegschule, der Spinnerei Vorwärts und in der Nähe der Firma H. Wittler & Co., Amaturenfabrik ein.69 Sie veranlassten außerdem, dass „täglich 2250 kg Brot, 1023 kg Fleisch, 1636 kg Gemüse, 3272 kg Kartoffeln, dazu Marmelade, Zucker, Salz, Erbsen, Bohnen oder Linsen, Reis, Kaffee, Milch, Seife, Streichhölzer und 36000 Zigaretten“ an jene Einrichtungen geliefert würden.70 Doch variierten die Mengenangaben aufgrund schwankender Zahlen an DPs oder zu wenigen Gütern.71 Allgemein stand jedem Normalverbraucher ab dem 28. September 1945 eine Versorgung mit täglich 1531 Kalorien zu. Von dieser Regelung ausgenommen waren britische Staatangehörige, die höhere Lebensmittelrationen erhielten, und Polizisten, die in ihren Stationen für die Wintermonate eine Mahlzeit als Zusatzration bekamen. In Bielefeld waren obendrein ab dem 20. Juli 1945 zwanzig in den Akten aufgelistete Gastwirtschaften verpflichtet, Speisen gegen Lebensmittelmarken einzutauschen.72

[...]


1 Vgl.: Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld. Bielefeld 2005, S.274

2 Vgl.: Marienschule der Ursulinen: Mir zittern jetzt noch die Hände. Bielefeld 1995, S.8

3 Vgl.: Hans-Jörg Kühne: Der Tag, an dem Bielefeld unterging. Bielefeld 2003, S.25

4 Vgl.: Marienschule der Ursulinen, Mir zittern jetzt noch die Hände, S.8

5 Zeitzeugenbericht Waltraud Kleine-Grauthoff: Frage 4)

6 Vgl.: Marienschule der Ursulinen, Mir zittern jetzt noch die Hände, S.8

7 Vgl.: Hans-Jörg Kühne: Zwischen Krieg und Frieden. Bielefeld 2004, S.15f.

8 Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.17

9 Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.17

10 Vgl: Gisela Lehrke: Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945. Bielefeld 1987, Kapitel: Das Lager auf dem Johannisberg, S.1

11 Vgl.: Brigit Schepers: Die Mobilisierung Bielefelder Frauen für die Kriegsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Hg vom Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg: 90. Jahresbericht des historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. Ravensberg 2005, S.144

12 Lehrke, Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Das Lager auf dem Johannisberg, S.1

13 Vgl.: Lehrke, Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Lebenssituation, S.18

14 Hans-Jörg Kühne, Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Verschleppung, S.7

15 Kühne, Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Verschleppung, S.7

16 Vgl.: Lehrke, Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Das Lager auf dem Johannisberg, S.9

17 Vgl.: Marienschule der Ursulinen, Mir zittern jetzt noch die Hände, S.8

18 Vgl.: Lehrke: Widerstand und Verfolgung in Bielefeld 1933-1945, Kapitel: Widerstand aus der Arbeiterbewegung, S.25

19 Vgl.: Marienschule Der Ursulinen, Mir zittern jetzt noch die Hände, S.8

20 Vgl.: Kühne, Der Tag, an dem Bielefeld unterging, S.38ff.

21 Vgl.: Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.13, 23

22 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.325

23 Zeitzeugenbericht Waltraud Kleine-Grauthoff: Frage 5)

24 Zeitzeugenbericht Kleine-Grauthoff: Frage 7)

25 Vgl.: Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.19ff.

26 Vgl.: Marienschule der Ursulinen, Mir zittern jetzt noch die Hände, S.8

27 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.326 f.

28 Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.329

29 Klaus Bölling: Die zweite Republik. Köln/Berlin 1963, S.25

30 Zeitzeugenbericht Waltraud Kleine-Grauthoff: Frage 5)

31 Vgl.: Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.17

32 Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.17

33 Vgl.: Kühne, Zwischen Krieg und Frieden, S.27

34 Vgl.: Christian Meyer zu Verl: Die „Stunde Null“ für die Zwangsarbeiterinnen in Bielefeld

35 Vgl.: Stadtarchiv Bielefeld, Besatzungsamt Nr.14,1, Blatt 111

36 Vgl.: Monika Pelz: Das kommunalpolitische System nach 1945. Bielefeld 1983, S.8

37 Pelz, Das kommunalpolitische System nach 1945, S.8

38 Malte Zierenberg: Damals nach dem Krieg. München 2004, S.26

39 Vgl.: Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.26

40 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.326f.

41 Vgl.: Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.26

42 Vgl.: Tessloffs Weltgeschichte in Farbe - Zwei Weltkriege und die Nachkriegszeit (Band 4). 1982 Hamburg, S.238

43 Vgl.: Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.26

44 Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.61

45 Vgl.: Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.63

46 Vgl.: Matthias Uhl: Die Teilung Deutschlands. Berlin-Brandenburg 2009, S.12

47 Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.61

48 Vgl.: Zierenberg, Damals nach dem Krieg, S.61ff.

49 Vgl.: Uhl, Die Teilung Deutschlands, S.12

50 Vgl.: Ernst Klett Verlag GmbH, Geschichte und Geschehen. Stuttgart 2011, S.300

51 Vgl.: Dr. Monika Minninger: „... in jenen Tagen - Bielefeld 1945-1950“. Bielefeld 2005, S.33

52 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.327ff.

53 Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S. 328

54 Pelz, Das kommunalpolitische System nach 1945, S.59 zitiert nach Hartmut Pietsch: Militärregierung, Bürokratie und Sozialisierung. Zur Entwicklung des politischen Systems in den Städten des Ruhrgebiets 1945­1948. Duisburg 1978, S.44f.

55 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.327

56 Vgl.: Minninger, „.in jenen Tagen - Bielefeld 1945-1950“, S.42

57 Vgl.: Pelz, Das kommunalpolitische System nach 1945, S.63f.

58 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.327

59 Vgl.: Stadtarchiv Bielefeld, Nachlass Kühlwein 4, Nr.125, Bericht Kramer

60 Vgl.: Westfälische Zeitung vom 12. April

61 Pelz, Das kommunalpolitische System nach 1945, S.22

62 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.333

63 Pelz, Das kommunalpolitische Situation nach 1945, S. 21 zitiert nach Bernard Law: The Memoirs of Field­Marshal the Viscount of Alamein. London 1958, S.368

64 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.333

65 Vgl.: Pelz, Das kommunalpolitische System nach 1945, S.80

66 Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.335

67 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.334f.

68 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.340

69 Vgl.: Stadtarchiv Bielefeld, Besatzungsamt Nr.32, 2, Blatt 91, 113-115, 135

70 Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.334

71 Vgl.: Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld, S.333f.

72 Vgl.: Stadtarchiv Bielefeld, Besatzungsamt Nr.32, 2, Blatt 34-46

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten

Details

Titel
Britische Besatzung in Bielefeld. Der Zweite Weltkrieg und seine Spuren
Veranstaltung
Geschichtspreis 2014/15
Autor
Jahr
2014
Seiten
82
Katalognummer
V1119504
ISBN (eBook)
9783346509550
ISBN (Buch)
9783346509567
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Projektarbeit entstand anlässlich des Geschichtspreis 2014/15 durch den Verein für Zeitgeschichte und Regionale Erinnerungskultur e.V. Die Arbeit wurde mit dem ersten Platz prämiert.
Schlagworte
Britische Besatzung; Bielefeld; Zweiter Weltkrieg; Alliierte
Arbeit zitieren
Tim Kniepkamp (Autor:in), 2014, Britische Besatzung in Bielefeld. Der Zweite Weltkrieg und seine Spuren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119504

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