Die Bundesregierung hat, ausgehend von ihrer Annahme einer bereits heute positiven Klimabilanz von Elektrofahrzeugen, verschiedene Anreize und Begünstigungen geschaffen, um den Absatz von Elektrofahrzeugen zu fördern. Daran anknüpfend wird in dieser Arbeit ein Überblick über wesentliche steuerliche Fördermaßnahmen gegeben. Es wird ein steuerrechtskritischer Untersuchungsansatz verfolgt, sodass Steuerwirkungsbetrachtungen und kritische Analysen sowie Reformvorschläge zu den behandelten Fördermaßnahmen durchgeführt werden. Untersucht wird, inwieweit die betrachteten Anreize und Begünstigungen den Absatz von Elektrofahrzeugen fördern und inwieweit diese Fördermaßnahmen zu einer Reduktion von CO2-Emissionen beitragen können. Zudem wird analysiert, welche Weiterentwicklungen einzelner Besteuerungsregelungen in diesem Zusammenhang zielführender wären.
Betrachtet werden dazu der Umweltbonus für den Erwerb von Elektrofahrzeugen, die Sonderabschreibung gem. §7c EStG für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebener Lastenräder, die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge und die begünstigte Dienstwagenbesteuerung von Elektrofahrzeugen.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Themenabgrenzung
2 Begriffsdefinitionen und Umweltbonus
2.1 Definition der begünstigten Kraftfahrzeuge
2.2 Umweltbonus für den Erwerb von Elektrofahrzeugen
2.2.1 Regelungszweck und Voraussetzungen
2.2.2 Auswirkungen auf die Umsatzsteuer und auf die AfA
2.2.3 Vergleichsberechnung über die Auswirkungen des steuerlichen Wahlrechts gem. R 6.5 EStR
2.2.4 Kritische Analyse der Realisierbarkeit der angestrebten Zulassungszahlen
2.2.5 Reformvorschlag: Bonus-Malus-System
3 Sonderabschreibung gem. § 7c EStG für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenräder
3.1 Regelungszweck und Voraussetzungen
3.2 Auswirkungen der Sonderabschreibung gem. § 7c EStG
3.3 Vergleichsberechnung der Substitutionswirkung
3.4 Kritische Analyse der Anreizwirkung
4 Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge
4.1 Regelungszweck und Voraussetzungen
4.2 Auswirkungen der Kfz-Steuerbefreiung
4.3 Vergleichsberechnung der Kfz-Steuerbelastung
4.4 Kritische Analyse der Klimabilanz von Elektrofahrzeugen
5 Begünstigte Dienstwagenbesteuerung von Elektrofahrzeugen
5.1 Ermittlung der Besteuerung über einen pauschalierten Nutzungswert
5.1.1 Belastungsvergleich der Besteuerung der Privatnutzung von Kfz
5.1.2 Belastungsvergleich der Besteuerung der Nutzung von Kfz für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte
5.2 Ermittlung der Besteuerung über den tatsächlichen Nutzungswert
5.3 Auswirkungen auf die Umsatzsteuer
5.4 Anreizwirkung der begünstigten Dienstwagenbesteuerung
5.5 Kritik an der Förderung von Hybridelektrofahrzeugen
6 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die steuerlichen Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge in Deutschland mit dem Ziel zu analysieren, inwiefern diese Anreize den Absatz elektrisch betriebener Fahrzeuge fördern und zur Reduktion von CO2-Emissionen im Verkehrssektor beitragen können.
- Analyse steuerlicher Förderinstrumente (Umweltbonus, Sonderabschreibung, Kfz-Steuerbefreiung).
- Untersuchung der begünstigten Dienstwagenbesteuerung für Elektrofahrzeuge.
- Kritische Würdigung der Klimabilanz und tatsächlichen Anreizwirkung der Maßnahmen.
- Diskussion von Reformvorschlägen wie einem Bonus-Malus-System.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Regelungszweck und Voraussetzungen
Die Gewährung des Umweltbonus verfolgt das Ziel, die Verkaufszahlen für reine Elektrofahrzeuge und Hybridelektrofahrzeuge in der Phase des Markthochlaufs zu fördern. Die schnelle Verbreitung elektrisch betriebener neuer und junger gebrauchter Elektrofahrzeuge werde dadurch gefördert. Rechtsgrundlage bildet die Richtlinie für Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen zudem erfolgt die Förderung nach Maßgabe der §§ 23 und 44 Bundeshaushaltsordnung und nach Maßgabe des Gesetzes über die Errichtung eines Sondervermögens „Energie- und Klimafonds“.
Die Fördermittel werden laut Richtlinie so lange ausgezahlt, wie die Verfügbarkeit der Haushaltsmittel sichergestellt ist. Die Förderung ist längstens bis Ende des Jahres 2025 vorgesehen. Die Mittel werden aus dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds (EKF) entnommen und wurden ab 01.01.2020 mit einem Fördervolumen 2,09 Milliarden Euro veranschlagt. Antragsberechtigt sind sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine.
Die Zuwendung ist an mehrere Voraussetzungen geknüpft, welche im Folgenden erläutert werden: Gem. Nr. 3.1 der Richtlinie i. V. m. § 2 Nr. 1 Elektromobilitätsgesetz (EmoG) sind sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch Hybridelektrofahrzeuge förderungsberechtigt. Hybridelektrofahrzeuge werden nur gefördert, wenn deren Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emission je gefahrener Kilometer maximal 50 g betragen oder bestimmte Mindestreichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine erreicht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Themenabgrenzung: Einführung in die Klimaziele der Bundesregierung und die Rolle des Verkehrssektors bei der Reduktion von CO2-Emissionen.
2 Begriffsdefinitionen und Umweltbonus: Erläuterung der gesetzlichen Definitionen begünstigter Fahrzeuge und Analyse der Auswirkungen des Umweltbonus auf die steuerliche Behandlung.
3 Sonderabschreibung gem. § 7c EStG für Elektronutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenräder: Untersuchung der steuerlichen Anreize für betriebliche Anschaffungen und deren Investitionseffekte.
4 Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge: Analyse der steuerlichen Begünstigung des Haltens von Elektrofahrzeugen und deren Auswirkung auf das Kaufverhalten.
5 Begünstigte Dienstwagenbesteuerung von Elektrofahrzeugen: Vergleich der steuerlichen Belastung von Dienstwagen mit verschiedenen Antriebsarten und Kritik an der Förderung von Hybridmodellen.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der untersuchten Fördermaßnahmen hinsichtlich der Erreichung der Zulassungsziele bis 2030.
Schlüsselwörter
Elektrofahrzeuge, Umweltbonus, Dienstwagenbesteuerung, Sonderabschreibung, CO2-Reduktion, Steuerrecht, Elektromobilitätsgesetz, Klimaschutz, Hybridelektrofahrzeuge, Kaufprämie, Investitionsanreize, Umsatzsteuer, Klimabilanz, Verkehrswende, Bonus-Malus-System.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen steuerlichen Förderinstrumente, die der Gesetzgeber in Deutschland eingeführt hat, um den Absatz von Elektrofahrzeugen zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Umweltbonus, der Sonderabschreibung für E-Nutzfahrzeuge, der Kfz-Steuerbefreiung und der begünstigten Dienstwagenbesteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu prüfen, ob die steuerlichen Anreize tatsächlich den Absatz von Elektrofahrzeugen fördern und effektiv zur Reduktion von CO2-Emissionen im Verkehrssektor beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine steuerrechtskritische Untersuchung durchgeführt, die durch Vergleichsberechnungen der steuerlichen Belastungen verschiedener Fahrzeugtypen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vier genannten Fördermaßnahmen, wobei jeweils der Regelungszweck, die Auswirkungen und eine kritische Analyse mit Reformvorschlägen diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Elektrofahrzeuge, Umweltbonus, Dienstwagenbesteuerung, CO2-Reduktion, Steuerrecht und Klimaschutz.
Warum wird die Förderung von Hybridelektrofahrzeugen kritisch hinterfragt?
Die Kritik basiert auf Studien, die zeigen, dass reale Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen bei Hybriden oft deutlich höher liegen als im offiziellen Testzyklus, was die ökologische Lenkungswirkung infrage stellt.
Welcher Reformvorschlag wird in der Arbeit diskutiert?
Die Arbeit analysiert die Einführung eines Bonus-Malus-Systems, um gezielter Anreize für besonders emissionsarme Fahrzeuge zu schaffen und Mitnahmeeffekte zu reduzieren.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Die steuerliche Förderung von Elektrofahrzeugen. Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119505