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Die Wahrnehmung von Nacktheit in der DDR der 60er-Jahre

Eine Coveruntersuchung von "DAS Magazin"

Title: Die Wahrnehmung von Nacktheit in der DDR der 60er-Jahre

Term Paper , 2021 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Humenda (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Welches Verständnis von Nacktheit konstruiert die künstlerische Darstellung nackter Körper vor dem Hintergrund der ostdeutschen FKK-Bewegung der 60er-Jahre und inwiefern grenzt sich dieses von der staatlich propagierten Sexualmoral ab?

Um dies zu beantworten, beginnt das zweite Kapitel mit einem Einblick in den wissenschaftlichen Diskurs rund um Nacktheit. Es wird deutlich, dass der menschliche Körper im Kontext gesellschaftlich und kulturell geformter Konventionen betrachtet und bewertet wird. Eng mit der Wahrnehmung von Nacktheit verbunden sind in der Geschichte Moral, Scham, Tabu und zahlreiche Dualismen, welche den Umgang mit ihr bestimmen. In Vorbereitung für ein umfassenderes Verständnis schließt daran eine Übersicht über die historischen Dimensionen der Deutungsebenen und der Inszenierung von Nacktheit an. Das dritte Kapitel widmet sich vertiefend den gesellschaftlichen Bedingungen der 60er-Jahre in der DDR. Im Fokus stehen dabei die propagierten Sexual- und Moralvorstellungen sowie die zensorischen Reglementierungen zur Durchsetzung der sozialistischen Linie. Ziel ist ein umfassendes Verständnis der DDR-Gesellschaft im Hinblick auf die beispielgebende Untersuchung von Covern der Unterhaltungszeitschrift DAS Magazin.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der nackte Körper

2.1 Nacktheit im Diskurs

2.2 Die Geschichte nackter Inszenierung bis 1960

3 Die DDR - Moral und Zensur

3.1 Der sozialistische Körper in der Ulbricht Ära

3.2 Zensur – Von Agitation bis zur Schere im Kopf

4 DAS Magazin – Die Nackte unterm Ladentisch

4.1 Einordnung in die DDR-Presselandschaft

4.2 Coveranalyse

5 Diskussion und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Nacktheit in den künstlerischen Darstellungen der Zeitschrift DAS Magazin während der 1960er Jahre in der DDR. Ziel ist es zu analysieren, wie diese Visualisierungen mit der staatlich propagierten Sexualmoral korrespondieren oder inwiefern sie sich bewusst von dieser abgrenzen und ein alternatives Körperbild konstruieren.

  • Wissenschaftlicher Diskurs über Nacktheit und Scham
  • Historische Entwicklung der Körperinszenierung in der DDR
  • Strukturen der staatlichen Zensur und moralische Leitlinien
  • Analyse der Cover-Illustrationen von Werner Klemke
  • Bedeutung der Nacktdarstellung als Zeichen gesellschaftlichen Wandels

Auszug aus dem Buch

4.2 Coveranalyse

Werner Klemke hatte nur ein Thema dem >Magazin< angemessen, nämlich Liebe, himmlische Liebe, Liebe irdisch, Liebe sofort und Liebe ewiglich. […] Was sich im Spannungsfeld der Geschlechter in unerschöpflichen Varianten der Anziehung abspielen mag, all die Taktiken des Verführens, Überwältigens, des Ausweichens, des koketten Verweigerns, Klemke setzt es ins Bild (Axel Bertram, o.D., zitiert nach Gebhardt 2006, S. 38).

Aus den insgesamt 120 Zeitschriften, die während der 60er Jahre erschienen sind, lassen sich etwa 40 Cover im Bereich der Akt-Illustrationen verorten. Die Anzahl der Cover mit allgemeinen Darstellungen zu erotischen Motiven und dem Liebesleben ist noch um einiges höher. Die 40 Cover setzen sich aus einer Auswahl aus Darstellungen von Körpern zusammen, welche explizit oder implizit Schambereiche, wie etwa die Brüste, das Gesäß oder den Genitalbereich exhibitionieren. ‚Implizit‘ bezieht sich in diesem Kontext beispielsweise auf Kleidung oder Objekte, welche die eben benannten Körperregionen knapp oder teilweise bedecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Freikörperkultur in der DDR ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der künstlerischen Darstellung von Nacktheit im Kontrast zur staatlichen Sexualmoral.

2 Der nackte Körper: Das Kapitel erörtert Nacktheit als kulturelles Konstrukt und zeichnet die historische Entwicklung der Körperinszenierung von der christlich-abendländischen Tradition bis hin zu modernen Nacktkulturen nach.

3 Die DDR - Moral und Zensur: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der DDR unter der Ulbricht-Ära beleuchtet, insbesondere das Spannungsfeld zwischen der staatlich kontrollierten Sexualmoral und dem zivilen Bedürfnis nach individueller Freiheit.

4 DAS Magazin – Die Nackte unterm Ladentisch: Dieses Kapitel untersucht die Rolle von DAS Magazin als Medium, das trotz staatlicher Zensur durch seine freizügige Covergestaltung und thematische Ausrichtung einen spezifischen Raum für gesellschaftliche Auseinandersetzungen schuf.

5 Diskussion und Fazit: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Coverbilder von DAS Magazin als Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels und als Symbol persönlicher Freiheit innerhalb des realsozialistischen Systems fungierten.

Schlüsselwörter

DDR, Nacktheit, Freikörperkultur, FKK, DAS Magazin, Sexualmoral, Zensur, Werner Klemke, Körperinszenierung, Sozialismus, Kulturgeschichte, Scham, Voyeurismus, Identität, 60er Jahre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Nacktheit in der DDR-Unterhaltungszeitschrift DAS Magazin während der 1960er Jahre und deren Verhältnis zur staatlichen Sexualmoral.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Kulturgeschichte der Nacktheit, das Spannungsfeld zwischen FKK-Bewegung und staatlichem Paternalismus sowie die mediale Inszenierung des weiblichen Körpers.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll untersucht werden, welches spezifische Verständnis von Nacktheit durch die Cover-Illustrationen konstruiert wurde und wie sich dieses von den offiziellen moralischen Dogmen der SED abhob.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Analyse basiert auf dem dreistufigen Interpretationsmodell von Erwin Panofsky, um eine fundierte ikonografische und ikonologische Auswertung der ausgewählten Zeitschriften-Cover vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Diskurs über Nacktheit und die DDR-spezifische Zensurgeschichte dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse ausgewählter Cover-Illustrationen von Werner Klemke.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie FKK, Sozialistische Moral, Bildinterpretation, Repression und gesellschaftlicher Wandel charakterisieren.

Wie beeinflusste das 11. Plenum des ZK die redaktionelle Linie des Magazins?

Das Plenum führte zu einer Verschärfung der Zensur und dazu, dass die Redaktion Inhalte teilweise anpassen musste, um nicht mit den moralischen Vorstellungen der Parteiführung in Konflikt zu geraten.

Welche Rolle spielte der Zeichner Werner Klemke für die visuelle Identität des Magazins?

Werner Klemke prägte das Magazin durch seine verspielten und doppelbödigen Illustrationen maßgeblich, wobei er Liebe und Erotik in vielfältigen, oft voyeuristischen Szenerien darstellte.

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Details

Title
Die Wahrnehmung von Nacktheit in der DDR der 60er-Jahre
Subtitle
Eine Coveruntersuchung von "DAS Magazin"
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Medienforschung)
Course
Visuelle Medienkultur
Grade
1,0
Author
Katharina Humenda (Author)
Publication Year
2021
Pages
19
Catalog Number
V1119774
ISBN (eBook)
9783346484079
ISBN (Book)
9783346484086
Language
German
Tags
Nacktdiskurs DDR Zensur Moral Nackt DDR-Presse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Humenda (Author), 2021, Die Wahrnehmung von Nacktheit in der DDR der 60er-Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119774
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