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Jugend und Jugendkulturen

Title: Jugend und Jugendkulturen

Diploma Thesis , 2003 , 102 Pages , Grade: 1

Autor:in: Jakob Kandlbinder (Author)

Social Work
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Ein babylonischer Kulturkritiker soll dies vor ca. 5000 Jahren gesagt haben. Dieses Zitat läßt unschwer erkennen, daß die Jugend an sich schon vor vielen tausend Jahren ein brisantes Thema war und Anlaß zu heftigsten Diskussionen gegeben hat. Daß diese Brisanz bis zur heutigen Zeit keineswegs an Bedeutung verloren sondern sogar zugenommen hat, ist nicht verwunderlich. Dies belegen einerseits die jüngsten Erkenntnisse, daß jugendliche Peergroups mittlerweile schon fast der Familie und Schule den Rang als wichtigste Sozialisationsinstanzen abgelaufen haben, und andererseits der höchst ambivalente und mannigfaltige Charakter einer gegenwärtigen Jugend, die sich in eine kaum mehr überschaubare Artenvielfalt von Jugendkulturen mit jeweils eigenen Norm- und Wertvorstellungen, Kleidung und Sprache ausdifferenziert und pluralisiert hat.
In den nun folgenden Kapiteln meiner Diplomarbeit werde ich mich diesen Ausdifferenzierungen und Pluralisierungen von Jugend widmen.
Ich werde zum einen bedeutende, aktuelle Jugendkulturen, deren gesellschaftliche Entstehungsbedingungen und die Wesensmerkmale bzw. die Gemeinsamkeiten der jeweiligen Mitglieder im Denken und Handeln zu erkunden versuchen. Zum anderen werde ich zeitlich einen Schritt zurück zu den historisch-gesellschaftlichen Ursprüngen gehen und die Jugend bzw. einige wichtige Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre, deren Ausgangspunkte, Anreger bzw. Auslöser (Medienkultur, USA, England usw.) und gesellschaftliche bzw. kulturelle Trends beleuchten. Dies halte ich für unbedingt notwendig, da der heutige Charakter der Jugend und die Artenvielfalt von unterschiedlichsten Jugendkulturen ihren Ausgangspunkt in den 50er bzw. 60er Jahren mit dem Einsetzen der vielschichtigen Modernisierung haben (d.h. Mediatisierung, Kommerzialisierung usw.). Zudem ist in diesen beiden Dekaden der Ursprung für wesentliche Elemente unserer heutigen Vorstellung von Jugend zu finden, d.h. erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts beginnt die ´Realgeschichte´ von der Jugend, die mit dem gegenwärtigen Bedeutungsinhalt übereinstimmt.2

[...]

1 Babylonischer Kulturkritiker in T. Faix, 1997
2 vgl. D. Baacke, 1999 bzw. J. Zinnecker, 1987 bzw. V. Brand, 1993

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Jugend und Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre und der Gegenwart

1 Begriffsbestimmungen

1.1 Der Jugendbegriff

1.2 Der Kulturbegriff

1.3 Die Begriffe `Szene´ und `Clique´

1.4 Der Begriff `Gleichaltrigengruppe´ bzw. `Peergroup´ bzw. `Peers´

1.5 Die Begriffe ´Jugendkultur(en)´, ´Subkultur´ und ´Jugendsubkultur´

1.5.1 Der Jugendkulturbegriff

1.5.2 Der Subkulturbegriff

1.5.3 Der Jugendsubkulturbegriff

1.5.4 Persönliche Stellungnahme und Zusammenfassung

2 Jugend und Jugendkulturen der 50er Jahre

2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Hintergründe

2.1.1 Kampf zweier Kulturen, Konsumrausch und Beginn der `Kommerziellen Jugendkultur´

2.1.2 Kleidungskämpfe, Mediatisierung, stilistische Freiräume und Charakter der Jugend

2.1.3 Schmutz und Schund

2.2 Die `Halbstarken`

2.2.1 Der Begriff `Halbstarker`

2.2.2 Historische Vorläufer

2.2.3 Erscheinungsbild, Filme und Musik

2.2.4 Krawalle und Randale

2.2.5 Soziale Herkunft und Altersstruktur der ´Halbstarken`

2.2.6 Deutungen und Bewertungen der Rebellion

2.2.7 Das Ende der `Halbstarken`

2.3 Die `Teenager´

2.3.1 `Teenager´ als Produkt

2.3.2 Verbündete der Jugendlichen

2.3.3 Vom „folk devil“ zum ´Teenager´?

2.4 Die ´Existentialisten`

3 Jugend und Jugendkulturen der 60er Jahre

3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Hintergründe

3.1.1 Gesellschaftliche und politische Situation der 60er Jahre

3.1.2 Emanzipation und Sexuelle Revolution

3.2 Die ´Beat´-Kultur

3.2.1 Entstehung des ´Beat´

3.2.2 Der `Beat´ als Massenbewegung

3.2.2.1 Der gemeinsame Aufstieg der Beatles und der `Beat´-Musik

3.2.2.2 Reaktionen der Erwachsenengesellschaft

3.2.2.3 Die ´Beat´-Musik als Katalysator für ein neues Lebensgefühl

3.2.3 Das Ende der `Beat´-Ära

3.3 Die Studentenproteste

3.3.1 Schwabinger Jugend- und Studentenkrawalle

3.3.2 Vorboten und politische Hintergründe bzw. Rahmenbedingungen der Studentenproteste

3.3.3 Entwicklung und Verlauf der Studentenbewegung

3.3.4 Deutungen und Bewertungen der Revolte

3.3.5 Auswirkungen der Rebellion

3.4 Die ´Hippie´-Kultur

4 Jugend und Jugendkulturen der Gegenwart

4.1 Die ´Techno´-Kultur

4.1.1 Die Musik

4.1.2 Raves, Clubs, Paraden und Parties

4.1.3 Wertorientierung: „Love, peace, unity and happyness“

4.1.4 ´Techno´ und Drogen

4.1.5 Stil und Mode

4.1.6 Das Tanzen als Weg zum Glück

4.1.7 Deutungen und Bewertungen der `Techno´-Bewegung

4.2 Die (rechte) ´Skinhead´-Bewegung

4.2.1 Wurzeln der `Skinhead´-Bewegung

4.2.2 Soziale Herkunft und Wertorientierung der (rechten) ´Skins`

4.2.3 Entstehungsbedingungen für die Bildung rechtsorientierter ´Skinhead´-Gruppen und Gründe für rechtsextremistische Gewalt

4.2.4 Deutungen und Bewertungen der (rechten) ´Skinhead´-Gruppen

4.3 Die ´Rap/HipHop´-Kultur

C Abschließende Erörterung: Versuch einer Beleuchtung des Wandels von Jugend und Jugendkulturen

1 Wertewandel

2 Wandel der Bedeutung von Peergroups und Jugendkulturen

3 Strukturwandel der Jugendphase

4 Individualisierung, Pluralisierung, Differenzierung, Kommerzialisierung und Mediatisierung

5 Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Wandel von Jugend und Jugendkulturen im 20. Jahrhundert in Deutschland. Das Ziel ist es, die gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen und Wesensmerkmale bedeutender Jugendkulturen – von den Halbstarken der 50er Jahre über die Beat-Kultur und Studentenproteste der 60er Jahre bis hin zu zeitgenössischen Phänomenen wie Techno und Hip-Hop – zu analysieren und deren Wandel in einer zusammenfassenden Erörterung kritisch zu beleuchten.

  • Soziologische Begriffsbestimmungen (Jugend, Szene, Clique, Peergroup, Subkultur)
  • Historische Einordnung und Charakterisierung der Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre
  • Analyse der Studentenbewegung und deren Bedeutung für den gesellschaftlichen Wandel
  • Untersuchung moderner Jugendkulturen (Techno, rechtsextreme Skinhead-Szenen, Rap/Hip-Hop)
  • Erörterung grundlegender Wandlungsprozesse wie Individualisierung, Mediatisierung und Kommerzialisierung

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Krawalle und Randale

Das Verhalten der `Halbstarken´ war vielfältig: Die Erscheinungsformen erstreckten sich auf eine Reihe unterschiedlich auffälliger, belästigender oder sonstwie die Ordnung störender Verhaltensmuster:

„Vornehmlich finden die „Halbstarken“ Gefallen daran, Fußgänger zu belästigen. Sie rempeln diese an, „um sich Respekt“ zu verschaffen, stoßen sie vom Gehweg, gegen Häusermauern oder gegen andere Halbwüchsige und zwingen sie, vom Bürgersteig auf die Fahrbahn zu gehen. Grölend und pfeifend zum Teil mit Latten bewaffnet ziehen sie durch die Straßen oder stehen an Ecken und behindern den Fußgängerverkehr. Sie überschreiten im Gänsemarsch bei großer Zahl die Fahrbahn und blockieren so zeitweilig den Fahrverkehr. Besonders gern versperren sie verkehrsreiche Kreuzungen. Trotz der Hupsignale von ankommenden und wartenden Kraftfahrzeugen geben sie die Fahrtbahnmitte nicht oder nur zögerlich frei. Sie schieben parkende Wagen in die Fahrtbahnmitte oder auf den Bürgersteig und stellen ihre Fahrräder und Mopeds quer über die Fahrbahn, um dadurch den Verkehr lahmzulegen. Sie empfangen Omnibusse mit Geheul, stürzen Verkehrsschilder, werfen Mülltonnen um und an Baustellen lagernde Ziegelsteine auf die Straße. Bei alledem schießen sie gern mit Schreckschußpistolen und lieben es, Knallkörper abzubrennen oder Stinkbomben zu werfen. Nach Bürgern, die an Fenstern oder Balkonen lehnen und sich den Krach verbitten, werfen sie mit Steinen oder schießen mit Katapulten. Sie bespritzen Vorübergehende aus wassergefüllten Fahrradpumpen, schlagen ihnen das Speiseeis aus der Hand, versuchen, sie in eine Prügelei zu verwickeln, verdängen Rentner durch Pöbeleien und Drohungen vom Ruheplatz und fordern sie schließlich zum „Verschwinden“ auf. Auf den Rummelplätzen und Straßen pöbeln sie gern Mädchen, aber auch Ehepaare an. Sie bedrohen diese mit Zaunlatten oder mit Luftdruck- oder Gaspistolen. Auch reißen sie zum trocknen aufgehängte Wäsche herunter, klingeln an Wohnungstüren in der Art, wie man Klavier spielt, und bedrohen die darüber entrüsteten Mieter.“

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Diplomarbeit ein, indem sie Jugendkulturen als historisch gewachsene, ambivalente Phänomene beschreibt und die Notwendigkeit begründet, deren Entwicklung von den 50er Jahren bis zur Gegenwart zu untersuchen.

B Jugend und Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre und der Gegenwart: Dieser umfassende Hauptteil analysiert die Definition von Jugendbegriffen und unterteilt die Entwicklung in historische Epochen, beginnend bei den 50ern, über die 60er Jahre bis hin zu modernen Szenen der Gegenwart.

1 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel klärt die wesentlichen theoretischen Grundlagen der Diplomarbeit, darunter die Definitionen von Jugend, Subkultur, Szene und Peergroup im soziologischen Kontext.

2 Jugend und Jugendkulturen der 50er Jahre: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der 50er Jahre dargestellt, insbesondere der Kampf zwischen Tradition und beginnendem Massenkonsum, sowie die Phänomene der "Halbstarken" und "Teenager".

3 Jugend und Jugendkulturen der 60er Jahre: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der 60er Jahre, geprägt durch die Beat-Kultur, die antiautoritären Studentenproteste und den Aufstieg der Hippie-Bewegung.

4 Jugend und Jugendkulturen der Gegenwart: Hier werden aktuelle Jugendkulturen wie die Techno-Szene, rechte Skinhead-Gruppen und Rap/Hip-Hop in ihren spezifischen Ausdrucksformen, Wertorientierungen und sozialen Kontexten analysiert.

C Abschließende Erörterung: Versuch einer Beleuchtung des Wandels von Jugend und Jugendkulturen: Das abschließende Kapitel fasst den Struktur- und Wertewandel der Jugendphase sowie Trends wie Individualisierung und Kommerzialisierung zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.

Schlüsselwörter

Jugend, Jugendkultur, Subkultur, Peergroup, 50er Jahre, 60er Jahre, Halbstarke, Beat, Studentenbewegung, Techno, Skinheads, Rap, Hip-Hop, Individualisierung, Kommerzialisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit widmet sich dem Phänomen Jugend und Jugendkultur im 20. Jahrhundert. Sie untersucht, wie sich die Jugend und ihre verschiedenen Gruppierungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse entwickelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den 50er und 60er Jahren sowie der Gegenwart. Themen sind unter anderem der Wertewandel, die Bedeutung von Peergroups, politischer Protest, Konsumkultur und Mediatisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen und Wesensmerkmale wichtiger Jugendkulturen zu erkunden und den Prozess aufzuzeigen, wie sich Jugend über die Jahrzehnte hinweg ausdifferenziert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse von soziologischen Konzepten und Studien, um den historischen Kontext und die verschiedenen Jugendkulturen differenziert darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Zeitabschnitte: die 50er Jahre (Halbstarke, Teenager), die 60er Jahre (Beat-Kultur, Studentenproteste, Hippies) und die Gegenwart (Techno-Kultur, rechte Skinheads, Rap/Hip-Hop).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugend, Jugendkultur, Subkultur, Peergroup, Halbstarke, Beat-Kultur, Studentenproteste, Techno, Skinheads, Rap, Hip-Hop, Individualisierung und Kommerzialisierung.

Was unterscheidet die "Halbstarken" der 50er Jahre von späteren Jugendkulturen?

Die Halbstarken gelten als frühe Vorreiter eines rebellischen jugendlichen Selbstbewusstseins, deren Protest sich insbesondere gegen die restaurative, autoritäre Gesellschaftsordnung der 50er Jahre richtete, während spätere Kulturen stärker durch kommerzielle Faktoren geprägt waren.

Inwiefern hat sich die Rolle von Peergroups im Laufe der letzten 50 Jahre verändert?

Peergroups haben eine Bedeutungsverschiebung erfahren: Während sie früher primär als Ergänzung zur Sozialisation durch Familie und Schule fungierten, sind sie heute eigenständige, identitätsbildende Instanzen, die Lebenskonzepte und Orientierung vermitteln.

Excerpt out of 102 pages  - scroll top

Details

Title
Jugend und Jugendkulturen
College
University of Applied Sciences Coburg  (Fachbereich Sozialwesen)
Grade
1
Author
Jakob Kandlbinder (Author)
Publication Year
2003
Pages
102
Catalog Number
V11197
ISBN (eBook)
9783638174220
Language
German
Tags
Jugend Jugendkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jakob Kandlbinder (Author), 2003, Jugend und Jugendkulturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11197
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