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Schule und Schulkritik

Das Schulsystem und seine Funktion

Title: Schule und Schulkritik

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kristian Nebe (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Für eine Gesellschaft ist es unerlässlich, ihre „Folgegeneration“ in dem Sinne auszubilden und zu erziehen, dass der Fortbestand dieser und ihrer Werte gesichert wird. Daher ist es von großer Bedeutung, die Bildung und Erziehung in einer solchen Gesellschaft zu regeln und gesetzlich zu verankern. Den Auftrag zur Bildung und Erziehung übernimmt in modernen Gesellschaften das Bildungssystem. Es vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Werte, die die Heranwachsenden benötigen, um nach Abschluss ihrer Schullaufbahn eigenständig und im Rahmen der vorgegebenen Gesetze in der Gesellschaft überleben zu können. Klingt logisch, ist aber dennoch umstritten. So wird zunehmend diskutiert, was Schule leisten kann und darf und ob sie eine legitime Beeinflussung der Gesellschaftsmitglieder vollzieht. Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Autoren Freerk Huisken und Helmut Fend beschäftigen sich ausführlich mit diesen Fragen und unterziehen das aktuelle Bildungssystem der westlichen modernen Gesellschaften, vornehmlich das der BRD, einer eingehenden Prüfung und Kritik. Aufgabe dieser Arbeit ist es demnach, zu klären, wozu Bildung dient, wem sie nützt, für wen sie Chancen ermöglicht und versperrt – sprich: inwieweit die gesetzlich verlangte Chancengleichheit tatsächlich existiert – und welcher Zusammenhang schließlich zwischen Bildungssystem und Staat bzw. Gesellschaft besteht. Dabei wird Huiskens These der Ausnutzung des Bildungssystems durch das kapitalistische System und der These Fends der Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem nachgegangen.

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Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Wozu dient Bildung?

1.1 Individuelle Bedeutung der Bildung

1.2 Bedeutung der Bildung für Staat, Gesellschaft und Wirtschaft

1.3 Die gesellschaftliche Kontrolle des Bildungswesens

2. Rechtlicher Rahmen des deutschen Bildungswesens

2.1 Allgemeine Regelungen zum deutschen Bildungsrecht

2.2 Bildungsrecht in Sachsen

2.3 Staatliches Bildungsmonopol

2.3.1 Der Staat im Kampf gegen das kirchliche Bildungsmonopol

2.3.2 Der staatliche Kampf gegen Privilegien

2.3.3 Notwendigkeit der Schule aus Staatssicht

2.3.4 Zeugnisse als allgemein anerkannter Bildungsnachweis

3. Kritik am Bildungswesen

3.1 Die wahren Gründe für das staatliche Bildungsmonopol

3.2 Die Lüge der Chancengleichheit

3.3 Erklärungsmodelle zur Chancenungleichheit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die grundlegenden Funktionen des Schulsystems innerhalb moderner Gesellschaften, insbesondere der Bundesrepublik Deutschland, unter kritischer Berücksichtigung der Ansätze von Freerk Huisken und Helmut Fend. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Bildung, staatlicher Kontrolle, gesellschaftlicher Strukturierung und der Frage nach der tatsächlichen Chancengleichheit zu klären.

  • Analyse der individuellen und gesellschaftlichen Funktionen von Bildung
  • Untersuchung des rechtlichen Rahmens und des staatlichen Bildungsmonopols
  • Kritische Betrachtung der Leistungsideologie und Selektionsmechanismen
  • Diskussion über das Ausmaß an Chancenungleichheit im Bildungssystem
  • Bewertung des Einflusses von sozialer Herkunft auf den Bildungserfolg

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Der staatliche Kampf gegen Privilegien

Die staatliche Schulpflicht besteht hauptsächlich, um Bildungs- und damit Chancenungleichheiten in der Gesellschaft abzubauen oder zu verhindern. So bestand im Preußen des 19. Jahrhunderts lediglich eine Bildungspflicht, die jeden Bürger verpflichtete, für die Bildung seiner Kinder im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten zu sorgen. Dadurch entstanden bzw. verstärkten sich Klassen- bzw. Standesunterschiede im Zusammenhang mit den ökonomischen Unterschieden der Schichten untereinander und den sich daraus ergebenden Bildungsprivilegien der ökonomisch starken Schichten.

Dadurch hatten die unteren Gesellschaftsschichten keine Chance auf Bildung und somit auch nicht auf Verbesserung ihrer ökonomischen Situation. Daraus folgt laut Huisken (1998: 203f), dass die freie Wahl der Bildungsmittel nicht zur Chancengleichheit aller führt. Aber auch die heutige Schulpflicht dient nach Huisken (1998: 204) nicht der Umverteilung des ökonomischen Reichtums und nicht dem Abbau von Klassenschranken. Er betont allerdings auch die Vorteile der Schulpflicht in Deutschland. So hat jedes deutsche Kind unabhängig von Herkunft und Geschlecht einen kostenlosen Zugang zu allgemein bildenden Schulwesen und ist darüber hinaus sogar dazu verpflichtet.

Doch erfolgt allein hierdurch keine Veränderung der Reichtumsverteilung. Huisken (1998: 204) sieht gar die Schule generell als den falschen Ansatzpunkt zu Nivellierung ökonomischer Unterschiede in einer Gesellschaft, da Wissen nicht gleich Macht bzw. Teilhabe an Reichtum bedeutet. Als wesentlicher sieht er, ein bestimmtes Eigentum bereits zu haben, um sein Wissen umsetzen zu können. Demnach hängen Produktion und Verteilung von vorhandenem Eigentum ab. So ist Wissen erst ökonomisch nutzbar, wenn es durch einen Unternehmer als Geschäftsmittel eingesetzt wird bzw. durch Staatsmänner als solches gefördert wird (Huisken 1998: 205). Also: Um aus Wissen ökonomisch zu profitieren bedarf es eines gewissen bereits vorhandenen Reichtums oder Macht. Allerdings erweist sich Wissen als äußerst nutzbringend bei der Verbreitung von Macht und Reichtum.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung definiert den Bildungsauftrag als Instrument zur Sicherung gesellschaftlicher Werte und stellt die kritische Forschungsfrage nach der tatsächlichen Chancengleichheit sowie dem Zusammenhang zwischen Staat und Bildungssystem.

1. Wozu dient Bildung?: Dieses Kapitel beleuchtet die individuellen sowie gesellschaftlichen Funktionen des Bildungswesens, wie Qualifikation, Enkulturation und Allokation, und untersucht die Rolle der Schule bei der Wertevermittlung.

2. Rechtlicher Rahmen des deutschen Bildungswesens: Es wird die gesetzliche Verankerung des Bildungswesens analysiert, wobei besonders das staatliche Bildungsmonopol, die Schulpflicht und die Regelungen in Sachsen thematisiert werden.

3. Kritik am Bildungswesen: Dieser Teil setzt sich kritisch mit der staatlichen Kontrolle auseinander und hinterfragt die These der Chancengleichheit sowie die soziologischen Hintergründe der Chancenungleichheit.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert teilweise den Vorwurf der reinen Instrumentalisierung durch kapitalistische Mächte, betont jedoch die Notwendigkeit, bestehende Chancenungleichheiten weiter abzubauen.

Schlüsselwörter

Bildungssystem, Schulsystem, Chancengleichheit, Schulpflicht, Staatliches Bildungsmonopol, Sozialisation, Leistungsideologie, Bildungsfunktion, Gesellschaftsstruktur, Soziale Herkunft, PISA-Studie, Erziehungsauftrag, Bildungsbeteiligung, Kapitalismus, Selektion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Funktionen des Schulsystems in modernen Gesellschaften, insbesondere der Bundesrepublik Deutschland, und untersucht das Verhältnis zwischen staatlicher Steuerung und individuellen Bildungschancen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der rechtliche Rahmen des Bildungswesens, das staatliche Bildungsmonopol, die gesellschaftlichen Funktionen von Bildung sowie die soziologische Kritik an der mangelnden Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, wozu Bildung dient, welche gesellschaftlichen Interessen das Bildungssystem verfolgt und inwiefern die gesetzlich verlangte Chancengleichheit in der Realität besteht.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die modernitätstheoretischen Ansätze von Helmut Fend sowie die bildungskritischen Perspektiven von Freerk Huisken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Funktionen von Bildung, eine detaillierte Analyse des rechtlichen Rahmens und eine kritische Auseinandersetzung mit Mechanismen der Chancenungleichheit und der staatlichen Kontrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Chancengleichheit, Bildungsmonopol, Schulpflicht, Sozialisation, Leistungsideologie und soziale Selektion.

Wie bewertet der Autor das staatliche Bildungsmonopol in Deutschland?

Der Autor führt die Argumente von Huisken an, der das staatliche Monopol kritisch als Instrument zur Legitimation politischer Herrschaft und zur Steuerung der Gesellschaft betrachtet, auch wenn staatliche Vorgaben theoretisch die Freiheit der Wissenschaft schützen.

Warum wird im Dokument speziell auf die Ergebnisse der PISA-Studien eingegangen?

Die PISA-Studien werden angeführt, um empirisch zu belegen, dass das deutsche Bildungssystem stark sozial selektiv agiert und die Bildungschancen von Kindern aus bildungsfernen Schichten weiterhin benachteiligt sind.

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Details

Title
Schule und Schulkritik
Subtitle
Das Schulsystem und seine Funktion
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Schule und Schulkritik heute
Grade
1,3
Author
Kristian Nebe (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V111982
ISBN (eBook)
9783640107124
ISBN (Book)
9783640109289
Language
German
Tags
Schule Schulkritik Schule Schulkritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristian Nebe (Author), 2007, Schule und Schulkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111982
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