Ziel dieser Arbeit ist die Vermittlung eines Überblicks über die Grundlagen der Gewerbesteuerpflicht. Hierzu wird zunächst die sachliche Steuerpflicht dargelegt, welche die Formen des Gewerbebetriebs, Befreiungen von der Gewerbesteuerpflicht sowie den Zeitraum der Gewerbesteuerpflicht umfasst, um dann die persönliche Steuerpflicht zu erläutern. Anschließend wird konzeptionell auf die Ermittlung der zu zahlenden Gewerbesteuer eingegangen. Zum Schluss wird ein Fazit gezogen und es werden Kontroversen rund um die Gewerbesteuer beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1 Einleitung
2 Sachliche Gewerbesteuerpflicht
2.1 Steuergegenstand
2.1.1 Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Tätigkeit
2.1.2 Gewerbebetrieb kraft Rechtsform
2.1.3 Gewerbebetrieb kraft wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs
2.1.4 Befreiungen von der Gewerbesteuerpflicht
2.2 Zeitraum der Gewerbesteuerpflicht
3 Persönliche Steuerpflicht
4 Ermittlung der zu zahlenden Gewerbesteuer
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die Vermittlung eines fundierten Überblicks über die Grundlagen der Gewerbesteuerpflicht in Deutschland. Dabei wird insbesondere auf die Abgrenzung der sachlichen von der persönlichen Steuerpflicht sowie den Prozess der Steuerermittlung eingegangen, um das Verständnis für diese komplexe Ertragsteuer zu fördern.
- Systematik der sachlichen Gewerbesteuerpflicht und Abgrenzung der Gewerbebetriebsarten.
- Zeitliche Bestimmung des Beginns und Endes der Steuerpflicht.
- Konkretisierung der persönlichen Steuerpflicht durch die Steuerschuldnerschaft.
- Methodischer Ablauf der Ermittlung der zu zahlenden Gewerbesteuer.
- Kritische Würdigung der aktuellen Gewerbesteuersituation und bestehender Reformdiskussionen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Tätigkeit
Der Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Tätigkeit betrifft gewerbliche Unternehmen i.S.d. Einkommensteuergesetzes (EStG) und wird in § 2 Abs. 1 GewStG definiert. Ein solcher Gewerbebetrieb liegt – wie in Abbildung 2 zu erkennen ist – demnach vor, wenn es sich um eine selbstständige, nachhaltige, mit Gewinnerzielungsabsicht unternommene Tätigkeit handelt, die sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt. Anzumerken ist hierbei, dass gemäß Richtlinie (R) 2.1 Abs. 1 Gewerbesteuer-Richtlinien (GewStR) sowohl eine persönliche Selbstständigkeit des Unternehmens als auch eine sachliche Selbstständigkeit des Betriebs erforderlich sind. Die Tätigkeit muss hierbei nach § 15 Abs. 2 EStG den Umfang der Vermögensverwaltung, die in § 14 AO definiert wird, überschreiten. Ferner gelten die Negativkriterien, dass es sich nicht um die Ausübung von Land und Forstwirtschaft oder einer selbstständigen Arbeit i.S.d. § 18 EStG handeln darf.
Aufgrund des Rückgriffs auf die Legaldefinition nach dem EStG kann eine Gewerbesteuerpflicht also immer dann angenommen werden, „wenn die Inhaber eines Einzelunternehmens oder die Gesellschafter einer Personengesellschaft Einkünfte aus Gewerbebetrieb beziehen.“ Der Gewerbebetrieb kraft gewerblicher Tätigkeit kann hierbei auf jedes Unternehmen unabhängig von seiner Rechtsform zutreffen. Zu beachten sind hierbei zwei Ausnahmen. Gemäß § 2a GewStG ist die Tätigkeit von „Arbeitsgemeinschaften, deren alleiniger Zweck in der Erfüllung eines einzigen Werkvertrags oder Werklieferungsvertrags besteht“ von der Definition ausgenommen. Ebenso ausgeschlossen sind gemäß R 2.2 GewStR Betriebsverpachtungen. Im Gegensatz hierzu ist es im Falle einer Betriebsaufspaltung, bei der ja ebenso eine reine Vermietung bzw. Verpachtung vorliegt, jedoch so, dass aufgrund der Aufspaltung in Besitz- und Betriebsgesellschaft auch die Besitzgesellschaft als Gewerbebetrieb gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung ordnet die Gewerbesteuer als wichtige Ertragsteuer in das deutsche Steuersystem ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Sachliche Gewerbesteuerpflicht: Hier werden die Tatbestandsmerkmale des Steuergegenstandes, die verschiedenen Ausprägungsformen des Gewerbebetriebs sowie die Befreiungsgründe und der zeitliche Anwendungsbereich der Steuerpflicht detailliert analysiert.
3 Persönliche Steuerpflicht: Dieses Kapitel spezifiziert die Steuerschuldnerschaft und klärt, wer unter welchen Voraussetzungen zur Entrichtung der Gewerbesteuer verpflichtet ist.
4 Ermittlung der zu zahlenden Gewerbesteuer: Es wird der mehrstufige Prozess von der Ermittlung des Gewerbeertrags über die Anwendung des Steuermessbetrags bis hin zur endgültigen Steuerberechnung mittels des gemeindespezifischen Hebesatzes erläutert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die anhaltende Kritik an der Gewerbesteuer sowie die Herausforderungen einer möglichen Reform.
Schlüsselwörter
Gewerbesteuer, Ertragsteuer, Gewerbebetrieb, Steuerpflicht, Gewerbeertrag, Steuermessbetrag, Hebesatz, Steuergegenstand, Steuerschuldner, Gewerbesteuerreform, Betriebsstätte, Finanzverwaltung, Kommunalfinanzierung, Gewinnerzielungsabsicht, Abgabenordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen der Gewerbesteuer in Deutschland, insbesondere mit der Systematik der Steuerpflicht und dem Verfahren zur Ermittlung der Steuerschuld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die sachliche und persönliche Steuerpflicht, die Abgrenzung von Gewerbebetrieben, die Berechnungsgrundlagen der Gewerbesteuer sowie aktuelle politische Reformdiskussionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die Gewerbesteuerpflicht zu geben, um die Komplexität dieser Steuerart und ihre Bedeutung für das kommunale Steueraufkommen verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf der Analyse von Gesetzestexten (GewStG, EStG, AO), Richtlinien und aktueller Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert zunächst die sachliche Steuerpflicht, unterteilt in die verschiedenen Formen des Gewerbebetriebs, definiert dann die persönliche Steuerpflicht und erklärt abschließend den dreistufigen Prozess der Gewerbesteuerermittlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gewerbesteuer, Steuermessbetrag, Hebesatz, Gewerbeertrag und Steuerpflicht charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Gewerbesteuer von anderen Ertragsteuern?
Die Gewerbesteuer ist eine Real- oder Objektsteuer, die an das Objekt des Gewerbebetriebs anknüpft und die individuellen persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen außer Acht lässt.
Welche Rolle spielen die Gemeinden bei der Gewerbesteuer?
Die Gemeinden sind sowohl Erhebungs- als auch Empfangsberechtigte der Gewerbesteuer und haben durch die eigenständige Festsetzung des Hebesatzes einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der tatsächlich zu zahlenden Steuer.
Warum wird die Gewerbesteuer häufig kritisiert?
Die Kritik richtet sich primär gegen den hohen bürokratischen Aufwand für Unternehmer und die regionalen Ungleichgewichte, die durch den Wettbewerb der Gemeinden bei den Hebesätzen entstehen.
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- Louis Steinfeld (Author), 2021, Grundlagen der Gewerbesteuerpflicht. Sachliche und Persönliche Steuerpflicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1119821