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Kontext-Interferenz-Effekt beim Bewegungslernen

Title: Kontext-Interferenz-Effekt beim Bewegungslernen

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniel Feldkamp (Author), Janne Peter (Author)

Sport - Kinematics and Training Theory
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Das motorische Lernen ist ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Feld in der Sportwissenschaft und im Sport allgemein. Im Bewegungslernen geht es darum, Tätigkeiten oder Bewegungen immer wieder auszuführen, mit dem Ziel das Geübte zu späteren Zeitpunkten, z.B. in einem Wettkampf anwenden zu können (vgl. Wiemeyer 1998, S. 82 f.). Übungs- und Anwendungskontext können sich allerdings erheblich voneinander unterscheiden. Vor allem hinsichtlich der situativen Variabilität, z.B. in den Sportspielen sowie im Bezug auf die Präsenz lernunterstützender Maßnahmen, wie extrinsische Rückmeldungen oder Hilfestellungen. Bezüglich der Differenz zwischen Üben und Anwenden ist zudem zwischen kurzfristigen und langfristigen, überdauernden Effekten zu unterscheiden. Wie soll nun aber effizientes Üben und Lernen unter der Berücksichtigung dieser Differenzen gestaltet werden?
In der Vergangenheit hat sich vermehrt gezeigt, dass Übungsbedingungen mit kurzfristigen positiven Auswirkungen langfristig bezüglich des überdauernden Lernerfolgs nicht effektiv sind. Andersherum gilt dies ähnlich, so fand Battig (1972) heraus, dass Übungen, die sich kurzfristig als nachteilig erweisen, langfristigen Lernerfolg versprechen und effektiv sind (vgl. Magill & Hall 1990, S. 245 f.). Ein solcher Umkehreffekt findet sich bei der Übung unter der Bedingung hoher versus niedriger Kontext-Interferenz. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Kontext-Interferenz-Effekt (CI-Effekt), dabei wird insbesondere auf die Bedingungen eingegangen, unter denen der Kontext-Interferenz-Effekt auftritt, sowie einige Erklärungsmodelle diskutiert.
Im zweiten Kapitel wird der CI-Effekt dargestellt sowie auf die Entdeckung des Effektes eingegangen, daran anschließend wird in Kapitel drei der CI-Effekt auf das motorische bzw. sportmotorische Lernen übertragen. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Moderatorvariablen, die einen Einfluss auf die Ausprägung des Kontext-Interferenz-Effektes haben. Im fünften Kapitel werden abschließend einige Erklärungsansätze des CI-Effekt geliefert, bevor es im letzten Kapitel zu einem kurzen Fazit kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kontext-Interferenz-Effekt und seine Entdeckung

3. Kontext-Interferenz-Effekte im motorischen und sportmotorischen Lernen

4. Moderierende Bedingungen des Kontext-Interferenz-Effekts

4.1 Aufgabenmerkmale

4.2 Anzahl der Übungsversuche

4.3 Personenbezogene Merkmale

5. Erklärungsansätze

5.1 Elaborations-Hypothese

5.2 Rekonstruktions-Hypothese

5.3 Hypothese verminderter Nutzbarkeit von Rückmeldungen

5.4 Motivationale Hypothese

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Kontext-Interferenz-Effekts (CI-Effekt) beim Bewegungslernen, bei dem eine schwierige Übungsgestaltung langfristig zu einem besseren Lernerfolg führt als eine einfache, obwohl sie kurzfristig die Leistung während der Übungsphase verschlechtert. Es wird analysiert, unter welchen Bedingungen dieser Effekt auftritt, welche moderierenden Variablen seine Wirksamkeit beeinflussen und welche theoretischen Hypothesen (kognitive und motivationale) ihn erklären können.

  • Grundlagen des Kontext-Interferenz-Effekts
  • Übertragung auf motorisches und sportmotorisches Lernen
  • Einfluss von Aufgabenmerkmalen und Übungshäufigkeit
  • Bedeutung personenbezogener Faktoren wie Impulsivität und Fertigkeitsniveau
  • Kognitive und motivationale Erklärungsansätze

Auszug aus dem Buch

3. Kontext-Interferenz-Effekte im motorischen und sportmotorischen Lernen

Im motorischen Lernen taucht der Begriff des Kontext-Interferenz-Effekts erstmalig bei einem Laborversuch von Shea und Morgen im Jahr 1979 auf (vgl. Wulf 1994, S. 34 f.). Das Lernen von motorischen Fertigkeiten erfolge demnach anhand einer Sequenz differenzierter Bewegungen; es soll in diesem Versuch in möglichst kurzer Zeit; ein Tennisball aufgenommen, verschiedene Barrieren im Anschluss umgestoßen und am Ende der Tennisball in eine Zielposition gebracht werden. Die Versuchgruppe wird in 2 Gruppen eingeteilt und hat jeweils drei Bewegungsvariationen (à 18 Versuche) durchzuführen. Gruppe 1 trainiert in geblockter Form, während die Gruppe 2 in randomisierter Form übt. Am Ende der Übungsphase werden zudem 2 Transfertest durchgeführt. Als Ergebnisse lassen sich Vorteile bei der geblockt übenden Versuchgruppe in Bezug auf die Gesamtgeschwindigkeit während der Übungsphase feststellen. In den späteren Transfertests ist jedoch die randomisiert übende Gruppe überlegen. Die Annahme Battigs zur Kontext-Interferenz lässt sich somit auch in Bezug auf das motorische Lernen bestätigen (vgl. Wulf 1994, S. 35). Bei Magill und Hall findet sich ein Überblick zu ähnlichen Untersuchungen, die den Kontext-Interferenz-Effekt beim motorischen Lernen bestätigen (vgl. Magill & Hall 1990, S. 249 ff.).

Auch im Bereich der sportmotorischen Bewegungen liegen Untersuchungen und Ergebnisse vor, die den Kontext-Interferenz-Effekt in diesem Bereich bestätigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des motorischen Lernens ein und stellt die Fragestellung vor, wie effizientes Üben unter Berücksichtigung von kurzfristigen und langfristigen Effekten gestaltet werden kann, wobei der Kontext-Interferenz-Effekt als zentrales Thema definiert wird.

2. Der Kontext-Interferenz-Effekt und seine Entdeckung: Das Kapitel erläutert den CI-Effekt, bei dem randomisiertes Üben trotz kurzfristiger Leistungsnachteile zu besseren langfristigen Retentionsergebnissen führt, und beleuchtet die historische Entdeckung durch Battig im verbalen Lernen.

3. Kontext-Interferenz-Effekte im motorischen und sportmotorischen Lernen: Hier wird dargelegt, wie der CI-Effekt von laborbasierten motorischen Studien auf sportmotorische Fertigkeiten übertragen wurde und dass randomisiertes Üben auch hier zu überlegenen Transferleistungen führt.

4. Moderierende Bedingungen des Kontext-Interferenz-Effekts: Dieses Kapitel untersucht Variablen, die die Ausprägung des CI-Effekts beeinflussen, darunter spezifische Aufgabenmerkmale, die Anzahl der Übungsversuche sowie personenbezogene Faktoren wie Impulsivität und Erfahrungsniveau.

5. Erklärungsansätze: Verschiedene wissenschaftliche Hypothesen werden vorgestellt, die den CI-Effekt zu erklären versuchen, wobei zwischen kognitiven (Elaborations-, Rekonstruktionshypothese, Hypothese verminderter Rückmeldungsnutzbarkeit) und motivationalen Ansätzen differenziert wird.

6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass der CI-Effekt ein robustes, aber von vielen Faktoren abhängiges Phänomen ist, und betont die Notwendigkeit zukünftiger Forschung zur Wechselwirkung der verschiedenen Erklärungsansätze.

Schlüsselwörter

Kontext-Interferenz-Effekt, Bewegungslernen, motorisches Lernen, sportmotorisches Lernen, randomisiertes Üben, geblocktes Üben, Retentionstest, Transfertest, Elaborations-Hypothese, Rekonstruktions-Hypothese, motivationale Hypothese, Aufgabenmerkmale, Übungshäufigkeit, personenbezogene Merkmale, kognitive Prozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Kontext-Interferenz-Effekt (CI-Effekt), einem Phänomen beim motorischen Lernen, bei dem eine Übungsform, die kurzfristig schwieriger erscheint, langfristig zu einem effektiveren Lernerfolg führt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Definition und historische Einordnung des CI-Effekts, seine Anwendung im Sport, die Faktoren, die seine Wirksamkeit beeinflussen, sowie verschiedene kognitive und motivationale Erklärungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, das Zustandekommen des CI-Effekts zu beleuchten, Bedingungen für sein Auftreten zu identifizieren und die theoretischen Erklärungsansätze kritisch zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener empirischer Untersuchungen zur Thematik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entdeckung des Effekts, seine Übertragung auf sportmotorische Fertigkeiten, die moderierenden Einflussfaktoren (Aufgaben, Anzahl der Versuche, Persönlichkeit) und theoretische Erklärungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Kontext-Interferenz-Effekt, motorisches Lernen, randomisiertes versus geblocktes Üben, sowie verschiedene kognitive und motivationale Hypothesen.

Welchen Einfluss hat die Persönlichkeit der Lernenden auf den Effekt?

Die Arbeit zeigt, dass personenbezogene Merkmale wie Impulsivität und das Erfahrungsniveau eine Rolle spielen. So profitieren reflektive Personen weniger von randomisiertem Üben als impulsive, und auch das Fertigkeitsniveau beeinflusst die Effektivität.

Warum sind Ergebnisse aus dem Sportbereich oft schwächer als im Labor?

Die Arbeit führt dies darauf zurück, dass in Sportstudien wichtige Faktoren wie eine ausreichende Übungshäufigkeit oder ein passendes Fertigkeitsniveau im Vergleich zu kontrollierten Laborbedingungen oft nicht in gleicher Weise gegeben sind.

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Details

Title
Kontext-Interferenz-Effekt beim Bewegungslernen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Course
Grundlagen der Bewegungswissenschaft
Grade
1,7
Authors
Daniel Feldkamp (Author), Janne Peter (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V111993
ISBN (eBook)
9783640107209
Language
German
Tags
Kontext-Interferenz-Effekt Bewegungslernen Grundlagen Bewegungswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Feldkamp (Author), Janne Peter (Author), 2007, Kontext-Interferenz-Effekt beim Bewegungslernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111993
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