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Der deutsche Strommarkt und die ökonomische Beschaffung von Strom in energieintensiven Industrieunternehmen

Title: Der deutsche Strommarkt und die ökonomische Beschaffung von Strom in energieintensiven Industrieunternehmen

Diploma Thesis , 2008 , 121 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Wittwer (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
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Summary Excerpt Details

Durch die Liberalisierung des europäischen Strommarktes hat die Energiewirtschaft in Europa und damit auch in Deutschland in den letzten Jahren einen grundlegenden Strukturwandel erfahren. So wurden die regionalen und nationalen Versorgungsmonopole in Deutschland durch die Entflechtung (Unbundling) der Unternehmensbereiche Erzeugung, Verteilung und Vertrieb sukzessive aufgelöst, was ein bedeutsamer Schritt zu einem besser funktionierenden Wettbewerb gewesen ist. Infolgedessen konnte in den Jahren 1998 bis 2000 zunächst eine Belebung des Wettbewerbs und ein stetiger Rückgang der Strompreise für Stromverbraucher sowohl in der Industrie als auch in den privaten Haushalten beobachtet werden.
Durch Zusammenschlüsse und Übernahmen der acht großen Stromkonzerne im weiteren Verlauf der Liberalisierung reduzierte sich die Anzahl der Konzerne in den Jahren 2000 und 2001 auf die Hälfte. Dies stärkte und vergrößerte deutlich die Marktstellung und die Macht der jeweilig verbliebenen Konzerne. Dementsprechend erfuhr der Strompreis für die Stromkonsumenten in der Industrie einen immensen Anstieg von über 70 Prozent (Zeitraum: 2000-2006). Dieser wurde außerdem sowohl durch höhere Primärenergiekosten (Öl, Gas, Kohle) und durch eine Verknappung des Angebots (Kraftwerkskapazitäten wurden abgebaut) als auch durch die Umlegung der CO2 – Zertifikatspreise auf die Strompreise begünstigt. Darüber hinaus wurde die Entwicklung des Strompreises von einer hohen Volatilität innerhalb der jeweiligen Jahre begleitet. Diese zog zusätzliche Unsicherheit für die beschaffenden Industrieunternehmen bei der Wahl des optimalen Beschaffungszeitpunktes nach sich.
Vor diesem Hintergrund rückt mittlerweile bei mehr und mehr Industrieunternehmen das Interesse am Strommarkt und der ökonomischen Beschaffung von Strom in den strategischen Blickwinkel, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die inländische Industrie beinahe die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland in Anspruch nimmt.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

1.1 Einstieg in die Thematik

1.2 Ziel der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen und Rahmenbedingungen des Stromhandels in Deutschland

2.1 Besonderheiten der Handelsware Strom

2.2 Das deutsche Übertragungsnetz für Elektrizität

2.2.1 Struktur des deutschen Stromnetzes

2.2.2 Netzzugang

2.2.3 Netznutzungsentgelte

2.3 Aktuelle energierechtliche Rahmenbedingungen

2.3.1 Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes 2005 (EnWG)

2.3.2 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

2.3.3 Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

2.3.4 Konzessionsabgabeverordnung (KAV)

2.3.5 Stromsteuergesetz (StromStG)

3. Der deutsche Strommarkt und seine Funktionsweise

3.1 Struktur des heutigen deutschen Strommarktes

3.2 Marktteilnehmer und Einflussnehmer

3.2.1 Energieversorgungsunternehmen (EVU)

3.2.1.1 Überregionale EVU (Verbundunternehmen)

3.2.1.2 Regionale EVU

3.2.1.3 Lokale EVU

3.2.2 Neue Marktteilnehmer

3.2.2.1 Stromhändler

3.2.2.2 Strombroker und Strommakler

3.2.2.3 Portfoliomanager

3.2.2.4 Strombörse

3.2.3 Netzbetreiber

3.2.4 Stromkonsumenten (Industrieunternehmen)

3.2.5 Einflussnehmer

3.2.5.1 Staatliche Einflussnehmer

3.2.5.2 Privatwirtschaftliche Einflussnehmer

3.3 Verteilung der Marktmacht auf dem Strommarkt

3.4 Struktur der Stromerzeugung nach Energieträgern (Stromsplit)

4. Ökonomische Strombeschaffung in energieintensiven Industrieunternehmen

4.1 Grundlagen der Strombeschaffung

4.1.1 Beschaffungsprozess bei klassischer Vollstromversorgung in Industrieunternehmen

4.1.2 Marktplätze

4.1.2.1 Bilaterale Marktplätze (OTC-Markt)

4.1.2.2 Institutionelle Marktplätze (Börse)

4.1.3 Der Strompreis

4.1.3.1 Strompreisentwicklung in Deutschland

4.1.3.2 Elemente des Strompreises

4.1.3.3 Preisbildung auf dem Spotmarkt der Börse

4.1.3.4 Werttreiber des Strompreises

4.1.4 Lastprofil und Lastprognose

4.2 Beschaffungsstrategien

4.2.1 Klassische Vollstromversorgung

4.2.2 Vollstromversorgung in mehreren Tranchen

4.2.3 Strukturierte Strombeschaffung

4.2.3.1 Basisprodukte

4.2.3.2 Ergänzungsprodukte

4.2.4 Eigenerzeugung

4.3 Wahl der optimalen Beschaffungsstrategie

4.3.1 Kostenvergleichsrechnung: Vollstrom- vs. Tranchenbezug

4.3.2 Make or buy: Eigenerzeugung oder Fremdbezug?

4.3.3 Make or buy: eigen- oder fremdgeführtes Portfolio?

4.3.4 Handlungsempfehlung

5. Weiterführende innerbetriebliche Maßnahmen

5.1 Lastmanagement

5.2 Steigerung der Energieeffizienz

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die fundierte Analyse des deutschen Strommarktes, um energieintensiven Industrieunternehmen als Entscheidungshilfe für eine ökonomisch optimale Strombeschaffungsstrategie zu dienen. Die Arbeit untersucht hierbei insbesondere, wie Unternehmen angesichts volatiler Preise und komplexer Marktstrukturen ihre Beschaffung effizient gestalten können.

  • Strukturanalyse des liberalisierten deutschen Strommarktes und seiner Teilnehmer
  • Untersuchung verschiedener Beschaffungsstrategien (Vollstrom, Tranchen, Strukturierte Beschaffung, Eigenerzeugung)
  • Methodische Instrumente zur Bewertung und Auswahl der optimalen Beschaffung
  • Innerbetriebliche Ansätze zur Kostensenkung durch Lastmanagement und Energieeffizienz

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Beschaffungsprozess bei klassischer Vollstromversorgung in Industrieunternehmen

Seit der Liberalisierung des Strommarktes stehen sowohl energieintensiven Industrieunternehmen als auch anderen Marktteilnehmern auf der Beschaffungsseite eine Reihe von Stromprodukten bzw. Beschaffungsstrategien zur Verfügung. So können sie ihren Strombezug nach ihren jeweiligen Präferenzen wie z.B. der Höhe von Preis- und Zeitpunktrisiken oder der Abhängigkeit von Lieferanten gestalten. Jedoch kann nach knapp zehn Jahren der Liberalisierung immer noch beobachtet werden, dass die altbewährte klassische Vollstromversorgung ein Bezugsmodell ist, das in vielen Unternehmen weit verbreitet ist. Allerdings stellt sich hier zunehmend die Frage, ob diese Beschaffungsstrategie im liberalisierten Markt noch wirtschaftlich zu vertreten ist bzw. die effizienteste Lösung darstellt. Daher soll im Folgenden der Ausschreibungs- bzw. Anfrageprozess zur Vollstromversorgung erläutert werden, um im Kapitel 4.2 „Beschaffungsstrategien“ aufgrund dieser Ausgangsbasis die Stärken und Schwächen der einzelnen Strategien sowie deren Kostentreiber zu ermitteln und bewerten zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Liberalisierung des Strommarktes ein und erläutert die Relevanz einer ökonomischen Strombeschaffung für energieintensive Industrien.

2. Grundlagen und Rahmenbedingungen des Stromhandels in Deutschland: Dieses Kapitel betrachtet die physikalischen Besonderheiten der Handelsware Strom, die Netzstrukturen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen des Energierechts.

3. Der deutsche Strommarkt und seine Funktionsweise: Der Fokus liegt auf der Marktstruktur, den Rollen von EVU und neuen Akteuren, der Marktmachtverteilung sowie der Zusammensetzung der Stromerzeugung.

4. Ökonomische Strombeschaffung in energieintensiven Industrieunternehmen: Das Hauptkapitel analysiert Beschaffungsgrundlagen, bewertet verschiedene Strategien wie Vollstromversorgung oder Eigenerzeugung und bietet Entscheidungshilfen zur Wahl des optimalen Modells.

5. Weiterführende innerbetriebliche Maßnahmen: Hier werden Möglichkeiten zur Lastspitzenreduktion und Energieeffizienzsteigerung als ergänzende Strategien zur Kostensenkung untersucht.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit evaluiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit für Industrieunternehmen, sich strategisch mit der Strommarktkomplexität auseinanderzusetzen.

Schlüsselwörter

Strommarkt, Energiebeschaffung, Industrieunternehmen, Vollstromversorgung, Tranchenbeschaffung, Strombörse, Energieeffizienz, Lastmanagement, Netznutzungsentgelte, Strompreis, Marktmacht, Eigenerzeugung, Portfoliomanagement, Liberalisierung, Energiewirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der ökonomischen Strombeschaffung von Unternehmen aus der energieintensiven Industrie auf dem liberalisierten deutschen Strommarkt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Struktur des Strommarktes, die Rolle verschiedener Marktteilnehmer, rechtliche Rahmenbedingungen sowie konkrete Beschaffungsstrategien und innerbetriebliche Effizienzmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, energieintensiven Industrieunternehmen eine fundierte Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, um ihre Strombeschaffungsstrategie unter ökonomischen Gesichtspunkten zu optimieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse der energiewirtschaftlichen Fachliteratur, Preismodellierungen und der Anwendung von Instrumenten wie der Kostenvergleichsrechnung oder Make-or-buy-Analysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Marktes, die detaillierte Vorstellung und Bewertung von Beschaffungsmodellen (von klassischer Vollversorgung bis zur Eigenerzeugung) und die Untersuchung innerbetrieblicher Einsparpotenziale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Strombeschaffung, Strommarkt, Energieeffizienz, Lastmanagement, Beschaffungsstrategien und Marktliberalisierung.

Wie wirkt sich die Liberalisierung auf energieintensive Betriebe aus?

Die Liberalisierung ermöglichte zwar zunächst sinkende Preise, führte jedoch auch zu einer komplexeren Marktsituation und einer hohen Volatilität, die Unternehmen zwingt, ihre Beschaffung aktiver und strategischer zu gestalten.

Welche Rolle spielt die Eigenerzeugung für Industrieunternehmen?

Eigenerzeugung bietet Chancen wie Unabhängigkeit von Marktpreisen und Risikominimierung, erfordert jedoch hohe Investitionen und spezialisiertes Know-how, was eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse unabdingbar macht.

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Details

Title
Der deutsche Strommarkt und die ökonomische Beschaffung von Strom in energieintensiven Industrieunternehmen
College
Kiel University of Applied Sciences
Grade
1,3
Author
Markus Wittwer (Author)
Publication Year
2008
Pages
121
Catalog Number
V112001
ISBN (eBook)
9783640107223
ISBN (Book)
9783640109357
Language
German
Tags
Strommarkt Beschaffung Strom Industrieunternehmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Wittwer (Author), 2008, Der deutsche Strommarkt und die ökonomische Beschaffung von Strom in energieintensiven Industrieunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112001
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