Durch ansteigende Mechanisierungs- und Automatisierungsgrade wurde in den vergangenen
Jahren verstärkt der Produktionsfaktor Arbeit durch Kapital ersetzt (vgl. Männel 1999, S.5).
Hiervon blieben auch kleine und mittelgroße Unternehmen nicht unbetroffen. Dies führt zu
einer zunehmenden Bedeutung des Instandhaltungsmanagements. Es ist immer mehr von unternehmerischem
Interesse, dass Bereitstellung, Nutzung und die geplante Ausmusterung von
Anlagen gut durchdacht und vorbereitet werden. Eine sinnvolle Planung der durchzuführenden
Tätigkeiten hilft dabei, Unternehmensziele transparenter zu machen und produktionsbegleitend
zu unterstützen. Dem Bereich der Nutzung der Anlagen ist in diesem Zusammenhang
besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, da an dieser Stelle der eigentliche Prozess der Anlageninstandhaltung
ansetzt. Diese Ausarbeitung unterscheidet zunächst zwischen kleinen, mittelständischen
Unternehmen (KMU) und Grossbetrieben, um eine thematische Abgrenzung
des Anwendungsfeldes des Instandhaltungsmanagements vorzunehmen. Später werden instandhaltungsspezifische
Eigenschaften und Methoden für KMU aufgezeigt. Hier werden
Fragestellungen wie z.B. „Eigen- oder Fremdinstandhaltung?“ sowie „welche Möglichkeiten
hat ein Unternehmen, eine Instandhaltung durchzuführen und zu organisieren?“ behandelt.
Letztlich wird auf zwei für das Instandhaltungscontrolling relevante Werkzeuge zur Entscheidungsfindung
bestimmter Maßnahmen eingegangen: die Situationsanalyse mittels Schadensklassen
und Fragenkatalogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriff der kleinen und mittelgroßen Unternehmen
2.1 Abgrenzung der KMU von Großbetrieben
2.1.1 Generelles
2.1.2 Mögliche qualitative Merkmale
2.1.3 Mögliche quantitative Merkmale
2.2 Die strukturelle Entwicklung von KMU in der Wirtschaft
3 Instandhaltungsmanagement
3.1 Begriff und Umfang der Instandhaltung
3.2 Einordnung der Instandhaltung in den Anlagenlebenszyklus
3.3 Gestaltung der Instandhaltung von Anlagen
3.3.1 Generelles
3.3.2 Ablauf einer Instandhaltung
3.3.3 Arten von Instandhaltungsstrategien
3.3.4 Eigen- oder Fremdinstandhaltung?
3.3.5 Total Productive Maintenance
3.4 Werkzeuge im Rahmen des Instandhaltungsmanagements
3.4.1 Der aktuelle Stand
3.4.2 Bereitstellung von Wissen und Informationen
3.4.3 Kennzahlengestütze Werkzeuge zur Entscheidungsfindung
3.4.3.1 Bewährte Methoden
3.4.3.2 Konkrete Beispiele für die kennzahlengestützte Entscheidungsfindung
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Instandhaltungsmanagement im Kontext kleiner und mittelgroßer Unternehmen (KMU) zu analysieren und Methoden aufzuzeigen, wie Instandhaltungsprozesse effizient geplant und gesteuert werden können. Dabei liegt der Fokus darauf, trotz begrenzter Ressourcen eine hohe Anlagenverfügbarkeit sicherzustellen und Entscheidungshilfen für die Organisation der Instandhaltung zu entwickeln.
- Abgrenzung und strukturelle Bedeutung von KMU in der Wirtschaft
- Gestaltungsmöglichkeiten der Instandhaltung unter Berücksichtigung des Anlagenlebenszyklus
- Analyse von Instandhaltungsstrategien und der Make-or-Buy-Entscheidung
- Implementierung von Total Productive Maintenance (TPM) in KMU
- Einsatz von Kennzahlen und analytischen Werkzeugen zur Entscheidungsfindung
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Arten von Instandhaltungsstrategien
Eine Instandhaltungsstrategie für eine Anlage beschreibt wie in bestimmten Wartungssituationen von Art und Umfang her gehandelt werden soll (vgl. Schimmelpfeng/Steffen 2000, S. 320). Diese ist abhängig von bestimmten Einflussgrößen wie Struktur, Ausfallverhalten, oder Informationsmöglichkeiten über den Zustand. Die Vielzahl der Abhängigkeitsgrößen lässt nicht nur auf „die Instandhaltungsstrategie“ schließen. Folgende Möglichkeiten im Bereich des Instandhaltungsmanagements sind entstanden:
Bei der ausfallbedingten Instandhaltung oder auch „Feuerwehrstrategie“ genannt werden Instandsetzungsmaßnahmen erst dann getätigt, wenn ein Anlagenteil oder eine gesamte Maschine defekt ist. Hierbei liegt es an dem Instandhaltungsteam die Produktionsausfallzeit zu minimieren, um somit die Ausfallfolgekosten (entgangene Gewinne, vertragliche Konventionalstrafen, Preissenkungen wegen Minderqualitäten) möglichst gering zu halten. Da diese Art von Strategie einen nur recht kleinen Organisationsaufwand erfordert, ist sie im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen stark verbreitet (vgl. Schimmelpfeng/Steffen 2000, S. 321).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird die zunehmende Bedeutung des Instandhaltungsmanagements aufgrund steigender Automatisierung in KMU begründet und die Zielsetzung der Arbeit erläutert.
2 Begriff der kleinen und mittelgroßen Unternehmen: Dieses Kapitel definiert KMU anhand qualitativer und quantitativer Kriterien und beleuchtet deren strukturelle Rolle in der Wirtschaft.
3 Instandhaltungsmanagement: Der Hauptteil umfasst die begriffliche Einordnung, die Integration in den Anlagenlebenszyklus sowie detaillierte Strategien und Werkzeuge zur effizienten Instandhaltungsgestaltung.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der untersuchten Ansätze und betont das Potenzial für Verbesserungen durch systematische Instandhaltungsplanung in KMU.
Schlüsselwörter
Instandhaltungsmanagement, KMU, Anlagenlebenszyklus, Instandhaltungsstrategie, Total Productive Maintenance, TPM, Instandhaltungscontrolling, Outsourcing, Kennzahlen, Entscheidungsfindung, Schadensklassen, Fragenkataloge, Anlagenverfügbarkeit, Instandhaltungsprävention, Anlagenwirtschaftlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen, Strategien und Herausforderungen des Instandhaltungsmanagements speziell in kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von KMU, die Einbettung der Instandhaltung in den Anlagenlebenszyklus sowie die Auswahl passender Instandhaltungsstrategien und Controlling-Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, KMU Wege aufzuzeigen, wie sie Instandhaltungsaufgaben organisieren und Entscheidungen über Wartungsmaßnahmen mittels systematischer Methoden und Kennzahlen fundiert treffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der existierende Konzepte des Instandhaltungsmanagements und der Betriebswirtschaftslehre zusammengeführt und auf die spezifischen Bedingungen von KMU angewandt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Ablauf der Instandhaltung, verschiedene Strategien wie die präventive oder zustandsorientierte Instandhaltung, die Entscheidung zwischen Eigen- und Fremdleistung sowie das Konzept des Total Productive Maintenance.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Instandhaltungsmanagement, KMU, Total Productive Maintenance, Anlagenlebenszyklus, Instandhaltungscontrolling und Kennzahlen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdinstandhaltung für KMU so relevant?
Die Entscheidung beeinflusst maßgeblich die Fixkosten, die Abhängigkeit von Dritten und das Know-how im eigenen Betrieb, was für KMU angesichts begrenzter Ressourcen existenzentscheidend sein kann.
Wie helfen Schadensklassen bei der Entscheidungsfindung?
Schadensklassen erlauben es, Defekte anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung zu kategorisieren, um so priorisierte und kosteneffiziente Instandhaltungsmaßnahmen abzuleiten.
- Quote paper
- BSc Hendrik Lüder (Author), 2003, Instandhaltungsmanagement KMU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11205