Der derzeitige Qualitätsstandard von technischen Dokumentationen lässt sich am besten durch ein Zitat eines spöttischen Zeitgenossen belegen – „Wenn man erst einmal mit einem Gerät umgehen kann, versteht man bald auch die Gebrauchsanweisung“ - . Die Ironie des Satzes verdeutlicht bereits die Problematik, das schlechte Produkte auch durch umfangreiche Dokumentationen nicht besser werden. Weitere erschwerende Gesichtspunkte liegen in der geforderten – oft aber nicht gegebenen – Intelligenz-Symmetrie von Hersteller/Verfasser und Benutzer/Leser, sowie der Tatsache, dass ein direkter Nachweis des Nutzens nicht möglich ist.
Diese Ausarbeitung soll helfen die Wichtigkeit der Technischen Dokumentation in der Industrie zu verdeutlichen und zu erklären.
Die technische Dokumentation dient als Bindeglied zwischen Produkt (Hersteller) und Benutzer (Anwender) im Gesamtbereich industrieller Erzeugnisse.
Grundinformationen zum Inhalt und zur Gliederung von Benutzerinformationen sind in unterschiedlichen Normen dargestellt.
Dem Hersteller technischer Produkte sollen diese Richtlinien eine Orientierung bei dem strategischen, organisatorischen, technischen und personellen Planen von Benutzerinformationen geben. Die enge Zusammenarbeit aller betroffenen Abteilungen ist die Voraussetzung für angemessene und wirksame Benutzerinformationen. Je nach Produktart oder Produktanwendung sind verschiedene Ziele erreichbar wie z.B. die Reduzierung von Kundenreklamationen sowie Garantie- und Kulanzleistungen, die Verringerung des Aufwandes für Anwenderschulungen, die wirksame Schulung des Verkaufs- und Kundendienstpersonals oder die schnelle Nutzung der Produkte.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Technische Dokumentation
1.1 Aufbau/Gesamtumfang der Technischen Dokumentation
1.2 Was ist Interne Technische Dokumentation?
1.3 Aufgaben der Internen Technischen Dokumentation
1.4 Forderung an die Interne Technische Dokumentation
2. Anwendung der CE-Richtlinien
2.1 Ausblick
2.2 Maschinenrichtlinie
2.3 Sicherheitsbauteil
2.4 Zukünftige Entwicklung
3. Instandhaltung
4. Technische Unterlagen
5. Normen und Richtlinien
6. Facility Management
6.1 Betrachtung von Lebenszykluskosten
6.2 Kapitalkosten
6.3 Bewirtschaftungskosten
6.4 Energiekosten
6.5 Instandhaltungs- und Bedienungskosten
6.6 Kosten für Verwaltung
6.7 Abriss- und Entsorgungskosten
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Technischen Dokumentation als Bindeglied zwischen Produkt und Benutzer. Ziel ist es, die Bedeutung einer strukturierten Dokumentation in industriellen Prozessen hervorzuheben, rechtliche Anforderungen zu erläutern und die Integration in das Facility Management sowie die Berücksichtigung von Lebenszykluskosten zu verdeutlichen.
- Grundlagen und Aufgaben der Internen Technischen Dokumentation
- Anwendung von CE-Richtlinien und Maschinenrichtlinien
- Strukturierung technischer Unterlagen für unterschiedliche Unternehmensbereiche
- Normative Anforderungen und deren praktische Umsetzung
- Kostenbetrachtung und Wirtschaftlichkeit im Facility Management
Auszug aus dem Buch
1.2 Was ist Interne Technische Dokumentation?
Die Interne Technische Dokumentation beinhaltet alle technischen Informationen über ein Produkt, die im Unternehmen verbleiben; diese werden in unterschiedlichen Dokumenten nachvollziehbar festgehalten. Weiterhin umfasst sie alle notwendigen Angaben zu Entwicklung, Fertigung, anwendungsbezogener Prüfung, Instandhaltung, Produktbeobachtung und Entsorgung. Über den Umfang einer Internen Technischen Dokumentation zu einem Produkt entscheidet der Hersteller entsprechend den gesetzlichen Forderungen und Anforderungen der Kunden. Die Interne Technische Dokumentation als Teilbereich der Technischen Unternehmensdokumentation ist in Bild 02 dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Einleitende Betrachtung der Problematik, dass Qualitätsprodukte eine fundierte Dokumentation benötigen, um als Bindeglied zwischen Hersteller und Anwender zu fungieren.
1. Technische Dokumentation: Differenzierung zwischen betriebsinterner und -externer Dokumentation sowie Erläuterung der vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten und des funktionsorientierten Aufbaus.
2. Anwendung der CE-Richtlinien: Detaillierte Darstellung der Anwendungsprüfung für Produkte, insbesondere im Kontext der Maschinenrichtlinie und der Klassifizierung von Sicherheitsbauteilen.
3. Instandhaltung: Erläuterung der logischen Aktivitäten bei der Instandsetzung und der notwendigen Begleitdokumentation in Form von Wartungs- und Inspektionslisten.
4. Technische Unterlagen: Übersicht über die Gliederung technischer Unterlagen, die auf verschiedene Unternehmenszweige übertragen werden kann.
5. Normen und Richtlinien: Zusammenstellung der maßgeblichen technischen Normen und Richtlinien für Anleitungen, Gestaltung und Terminologie.
6. Facility Management: Analyse der Lebenszykluskosten eines Produkts und deren Integration in ein ertragssteigerndes Facility Management.
Schlüsselwörter
Technische Dokumentation, CE-Richtlinien, Maschinenrichtlinie, Interne Dokumentation, Produktlebenszyklus, Instandhaltung, Facility Management, Lebenszykluskosten, Normen, Benutzerinformation, Anwender, Produkthaftung, Stand der Technik, Wirtschaftlichkeit, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Technischen Dokumentation als unverzichtbares Bindeglied zwischen einem technischen Produkt und dessen Benutzer.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der internen Dokumentationsstruktur, den CE-Anforderungen, den technischen Unterlagen im Betrieb sowie der kostenorientierten Betrachtung im Facility Management.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Herstellern eine Orientierungshilfe für das strategische und organisatorische Planen von Benutzerinformationen zu bieten, um Rechtssicherheit zu gewährleisten und Prozesse effizienter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte theoretische Aufarbeitung auf Basis relevanter Normen, Richtlinien und fachspezifischer Literatur zur technischen Dokumentation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Technischen Dokumentation, die Anwendung rechtlicher Rahmenbedingungen wie CE-Richtlinien sowie die ökonomische Betrachtung innerhalb des Lebenszyklusmanagements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Technische Dokumentation, Lebenszykluskosten, CE-Richtlinien, Facility Management und Benutzerinformation.
Welche Rolle spielt die CE-Kennzeichnung laut dem Autor?
Der Autor betont, dass die CE-Kennzeichnung in eigener Verantwortung des Herstellers erfolgt und kein allgemeines Garantiesiegel darstellt.
Warum sind Lebenszykluskosten für die Dokumentation relevant?
Da Dokumentationen Kosten verursachen und gleichzeitig Potenziale zur Senkung von Folgekosten bieten, ist ihre ganzheitliche Betrachtung für die wirtschaftliche Steuerung eines Produkts essenziell.
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- Dipl.-Ing., MBA Jens Magenheimer (Author), 2004, Technische Dokumentation - Bindeglied zwischen Produkt und Benutzer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112122