Der zunehmende Wettbewerb, technologischer Wandel und kürzere Innovationszyklen einhergehend mit steigenden Qualitätsansprüchen macht in vielen Unternehmen eine Reorganisation der bestehenden Prozesse erforderlich. Diese hat das Ziel, die Effizienz der Leistungserstellung zu verbessern, Prozesse zu verschlanken und Kostensenkungspotenziale zu erschließen. Dabei kommen auch sekundäre Prozesse und Wertschöpfungsketten, wie die Personalwirtschaft, auf den Prüfstand, um der von den Märkten geforderten Flexibilität und dem Kostendruck gerecht zu werden. Analog zu den Primärprozessen stellt sich auch hier die Frage nach der optimalen Wertschöpfungstiefe. Vor diesem Hintergrund kann das Outsourcing von personalwirtschaftlichen Leistungen auf externe Dienstleister ein strategisch und kostenpolitisch erfolgreicher Ansatz sein, um die Effektivität und Effizienz der Personalarbeit zu steigern. Im Zuge der Internationalisierung und Globalisierung wird HR-Outsourcing (Human Resources) sowie die Konzentration auf das Kerngeschäft für Großunternehmen verstärkt zu einem Thema, dem sich mittelfristig auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellen müssen.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den spezifischen Fragestellungen für den KMU-Bereich auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen und Kriterien
2.1 Outsourcing
2.1.1 Make-or-buy-Entscheidung
2.1.2 Strukturformen des Outsourcing
2.2 Funktionen der Personalarbeit
4. Outsourcing von Personalarbeit
4.1 Identifikation von auslagerungsfähigen Personalfunktionen
4.2 Umfang der Auslagerung im Personalbereich
Einzelaufgabe
Einzelprozess
Teilfunktion
Gesamte Personalarbeit
4.3 Chancen und Risiken des Outsourcing von Personalarbeit
4.3.1 Chancen des Outsourcing von Personalarbeit
4.3.2 Probleme und Risiken des Outsourcing von Personalarbeit
5. Ergebnisse empirischer Studien
6. Möglichkeiten des Outsourcing von Personalarbeit im KMU-Bereich
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strategischen und operativen Möglichkeiten der Auslagerung personalwirtschaftlicher Funktionen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang das Outsourcing von Personalarbeit sinnvoll ist, ohne den Aufbau unternehmenseigener Kernkompetenzen zu gefährden.
- Grundlagen des Outsourcing und der Make-or-buy-Entscheidung
- Systematik der Personalarbeit und deren Auslagerungspotenziale
- Strategische Relevanz von Kernkompetenzen im Personalbereich
- Empirische Analyse von Chancen und Risiken bei der Auslagerung
- Empfehlungen für die praktische Umsetzung in KMU
Auszug aus dem Buch
2.1 Outsourcing
Outsourcing ist ein angloamerikanisches Kunstwort, das sich aus den Begriffen Outside Resource Using zusammensetzt. Es beschreibt den Sachverhalt, betriebliche Leistungen von einem unternehmensexternen Dienstleister zu beziehen. Nach der Devise „Do what you can do best – outsource the rest.“ sollen alle Aufgaben, die nicht zu den Kerngeschäften eines Unternehmens gehören, ausgelagert und fremdbezogen werden. Outsourcing basiert damit auf ökonomischen Rationalkalkülen, bei denen wirtschaftliche Ziele im Vordergrund stehen. Es kann zu einer Kostensenkung (u. a. durch Skaleneffekte), Effizienzsteigerung und damit auch zu einer Erhöhung des Unternehmenswertes beitragen. Die Definition von Outsourcing und seiner Varianten ist noch nicht abgeschlossen. Nach Matiaske und Mellewigt gibt es in der Outsourcingliteratur keine begriffliche Klarheit, theoretische Durchdringung und empirische Fundierung der Argumentation. Matiaske und Kabst kommen zu dem Schluss, dass lediglich Einigkeit darüber besteht, dass Outsourcing die „Nutzung externer Ressourcen“ bedeutet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den wachsenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit für KMU, sich mit der Effizienzsteigerung der Personalwirtschaft durch Outsourcing auseinanderzusetzen.
2. Definitionen und Kriterien: Definiert die Grundlagen des Outsourcing, erörtert die Make-or-buy-Entscheidung und klassifiziert die verschiedenen Funktionen der Personalarbeit.
4. Outsourcing von Personalarbeit: Analysiert, welche Personalfunktionen auslagerungsfähig sind, differenziert nach dem Umfang der Auslagerung und beleuchtet die damit verbundenen Chancen und Risiken.
5. Ergebnisse empirischer Studien: Wertet bestehende Untersuchungen aus, um ein realistisches Bild über die Outsourcing-Praxis in Großunternehmen und KMU zu zeichnen.
6. Möglichkeiten des Outsourcing von Personalarbeit im KMU-Bereich: Fasst konkrete Handlungsfelder für KMU zusammen und diskutiert die Eignung verschiedener Outsourcing-Varianten.
7. Schlussbetrachtung: Resümiert die Notwendigkeit eines systematisch-methodischen Vorgehens und einer passenden IuK-Architektur für erfolgreiche Outsourcing-Projekte.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Personalarbeit, KMU, Kernkompetenzen, Make-or-buy-Entscheidung, Personalmanagement, Business Process Outsourcing, Kostensenkung, Effizienzsteigerung, Personaladministration, Personalbeschaffung, Strategie, Personalentwicklung, Fremdbezug, Dienstleister.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Auslagerung von personalwirtschaftlichen Aufgaben speziell in kleinen und mittleren Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Outsourcing, die Identifikation von Kernkompetenzen im Personalwesen und die Analyse von Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, KMU eine Entscheidungshilfe zu bieten, welche Personalfunktionen strategisch sicher ausgelagert werden können und wie eine solche Entscheidung methodisch fundiert getroffen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie die Auswertung relevanter empirischer Studien aus der Betriebswirtschaftslehre.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Abgrenzung von Kernkompetenzen, die Strategische Entscheidungsmatrix, die Formen des Outsourcing sowie die spezifischen Chancen und Risiken der Auslagerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Outsourcing, Kernkompetenzen, KMU, Kosteneffizienz und Personalwirtschaft.
Welche Rolle spielt die „strategische Entscheidungsmatrix“ nach Meckl?
Sie dient als Instrument, um Personalaufgaben anhand ihrer Kernkompetenzrelevanz und der Spezifität des Know-hows zu bewerten und daraus Outsourcing-Empfehlungen abzuleiten.
Warum wird im KMU-Bereich vor einer „Komplettauslagerung“ gewarnt?
Da KMU ihre Kernkompetenzen oft erst aufbauen müssen und der Verlust an internem Know-how bei einer Komplettauslagerung das Unternehmen strategisch schwächen könnte.
- Quote paper
- Axel Aschmutat (Author), 2007, Möglichkeiten des HR-Outsourcing von Personalarbeit in kleinen und mittleren Firmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112133