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Dramaturgie und Ästhetik des amerikanischen Piratenfilms

Title: Dramaturgie und Ästhetik des amerikanischen Piratenfilms

Thesis (M.A.) , 2007 , 96 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium René Filippek (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Plötzlich sind sie wieder da: Als die Leinwandpiraten aus dem hause Disney 2003 mit Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl die Kinos enterten und reiche Beute machten, war das eine veritable Überraschung. Anfang der 1950er Jahre verebbte die Welle der großen Piratenfilme. Danach gab es immer wieder ambitionierte Versuche, die Piraten wieder auf die Leinwand zu bringen, die jedoch allesamt an den Kinokassen scheiterten. Selbst ein anerkannter Meister wie Roman Polanski konnte dem Genre in den achtziger Jahren mit seinen Pirates kein neues Leben einhauchen.
Umso verwunderlicher ist der plötzliche Erfolg der Piraten im Kino. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer Auswahl von Piratenfilmen, deren Produktionszeit von der Stummfilmzeit bis in die jüngste Vergangenheit reicht. Im Zentrum steht die Frage, weshalb überhaupt ein Verbrecher, wie der Pirat ja nun einmal einer war, zu einer Identifikationsfigur taugt, und dass geschlechts- und generationenübergreifend. Insbesondere die Aspekte der Dramaturgie und der Ästhetik erfahren dabei besondere Berücksichtigung. Wie ist der Piratenheld gestaltet, dass ihm die Herzen der Zuschauer entgegenfliegen? Welche dramaturgischen Kniffe werden angewendet und wie wird die Farbigkeit des Films in diesem Sinne eingesetzt?

Die untersuchten Filme sind The Black Pirate (1926), Captain Blood (1935), The Black Swan (1943), The Crimson Pirate (1952) und Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl. Alle Filme waren zu ihrer Zeit große Kassenerfolge, weshalb sie sich für die genannte Fragestellung besonders eignen. Zudem wird auch auf andere Produktionen eingegangen, die für das Thema relevant sind. Der italienische Piratenfilm findet ebenso Berücksichtigung wie die Großproduktionen neuerer Zeit, wie Polanskis Pirates oder Renny Harlins Cutthroat Island.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.2.: Begriffsbestimmung

1.2.1.: Das Meer, das Schiff und der Mensch

1.2.2.: Die Rolle der Farbe

1.2.3.: Das Problem der Genreeinordnung

2. Filmanalysen

2.1.: The Black Pirate (USA 1926, Regie: Albert Parker)

2.1.1.: Dramaturgischer Aufbau

2.1.2.: Figurenkonstellation

2.1.3.: Die Ausstattung und die Farbe

2.2.: Captain Blood (USA 1925, Regie: Michael Curtiz): Chivalrous to Idiocy

2.2.1.: Dramaturgischer Aufbau

2.2.2.: Die Figur des Peter Blood

2.2.3.: Das kranke System

2.2.4.: Die Konstruktion des Raumes

2.2.5.: Exkurs: Flynn in Action- The Sea Hawk (USA 1940, Regie: Michael Curtiz)

2.3.: What a busy little cutthroat: The Black Swan (USA 1943, Regie: Henry King)

2.3.1.: Dramaturgischer Aufbau und Figurenkonstellation

2.3.2.: The Black Swan als Coming-of-Age Erzählung

2.3.3.: Der signifikative Gebrauch der Farbe in The Black Swan

2.3.4.: Der Schwarze Schwan als Akteur

2.4.: Believe half of what you see: The Crimson Pirate (USA 1952, Regie: Robert Siodmak)

2.4.1.: Aufbau und Figurenkonstellation

2.4.2.: Captain Vallo vs. HUAC?

2.4.3.: Die Farbgestaltung in The Crimson Pirate

2.5.: Die See wird sicherer: Abebben der Piratenfilmproduktion und Wiederbelebungsversuche

2.5.1.: Der italienische Piratenfilm

2.5.2.: Kindheitserinnerungen: Piratenfilme der 70er, 80er und 90er Jahre

2.6.: Waiting for the opportune Moment: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (USA 2003, Regie: Gore Verbinski)

2.6.1.: Aufbau und Figurenkonstellation

2.6.2.: Genreerweiterung und Farbeinsatz in Pirates of the Caribbean

3.: Resümee und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht, wie das Piratengenre in ausgewählten amerikanischen Filmen von der Stummfilmzeit bis zur Gegenwart den Piraten als positiven Leinwandhelden konstruiert und welche ästhetischen Mittel – insbesondere Farbe und die Symbolik von Seefahrt – dabei zum Einsatz kommen.

  • Historische Entwicklung der Darstellung des Piraten als Heldenfigur.
  • Analyse der ästhetischen Mittel wie Farbgebung und Symbolik.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Piratenethos und bürgerlichen Werten.
  • Einordnung des Piratenfilms innerhalb des Abenteuerfilm-Genres.
  • Vergleich verschiedener filmischer Epochen anhand beispielhafter Produktionen.

Auszug aus dem Buch

1.2.1.: Das Meer, das Schiff und der Mensch

Die Deutung von Symbolen und Metaphern ist in hohem Maße kontextabhängig; es gibt keine Lesart, die sich nicht in ihr Gegenteil verkehren lässt. Erscheint ein Schiff auf hoher See mit stolz geblähten Segeln und wehenden Fahnen wie ein Ausbund von Überlegenheit, Optimismus und Kraft (auch in sexueller Hinsicht), so kann dasselbe Schiff, geschädigt von Sturm oder Seeschlacht, als Ausdruck hilfloser Schwäche und Verzweiflung seinen Überlebenskampf führen. Diese Kontextabhängigkeit verbietet natürlich simple Gleichungen, die bestimmten Elementen eindeutige Sinngehalte zusprechen. Dennoch lassen sich bestimmte Grundmuster benennen.

Aus dem reichhaltigen Repertoire maritimer Symbole sind die für diese Arbeit wesentlichen die Motive des Meeres, verbunden mit dem Gegensatz des festen Landes, und das Motiv des Schiffes. Das Meer ist dabei mit einer Unzahl an Bedeutungen verbunden. Ein immer wiederkehrendes Bild jedoch ist die Dualität von Bedrohung und Anziehung, wie sie der französische Historiker Jules Michelet in seinem Werk über das Meer von 1861 beschreibt:

Für alle auf dem Land lebenden Wesen ist das Wasser das nicht zu atmende, das erstickende Element schlechthin. Eine zeitlose, schicksalhafte Schranke, die unwiderruflich die beiden Welten voneinander scheidet. Verwundern wir uns nicht, wenn die gewaltige Wassermasse, welche man das Meer heißt, fremd und düster in ihrer nicht zu erschließenden Tiefe, der menschlichen Einbildungskraft immer beängstigend erschien. Die östlichen Kulturen sehen in ihm nur den bitteren Abgrund, die Nacht der Untiefen. In sämtlichen alten Sprachen von Indien bis Irland hat das Wort Meer zum Synonym oder Analogon die Wüste oder die Nacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Renaissance des Piratenfilms und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Konstruktion positiver Piratenhelden.

2. Filmanalysen: Detaillierte Untersuchung von fünf zentralen Piratenfilmen und der allgemeinen Entwicklung des Genres über mehrere Jahrzehnte.

3.: Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse über die Inszenierung des Piratenhelden und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen des Subgenres.

Schlüsselwörter

Piratenfilm, Abenteuerfilm, Heldenfigur, Ästhetik, Farbgestaltung, Seefahrtsymbolik, Genreforschung, Hollywood, Technicolor, Konstruktion, Rezeption, Piraterie, Swashbuckler, Filmgeschichte, Identifikationsfigur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Piraten und analysiert, wie diese Verbrecherfiguren in der Geschichte des amerikanischen Kinos erfolgreich als positive Identifikationsfiguren etabliert wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die moralische Konstruktion des Helden, die ästhetische Gestaltung durch Farbe und Ausstattung sowie die symbolische Bedeutung von Seefahrt und Piratenschiffen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Handlungs- und ästhetischen Ebenen zu untersuchen, die zusammenwirken, um den Piraten als Helden zu konstituieren, und dabei die historische Entwicklung anhand von fünf Schlüsselfilmen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine tiefgehende Filmanalyse durch, die filmgeschichtliche Kontexte mit ästhetischen Theorien und symbolgeschichtlichen Analysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse von fünf Filmen – von The Black Pirate (1926) bis Pirates of the Caribbean (2003) – und diskutiert das Abebben und die Wiederbelebungsversuche des Genres.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernthema Piratenfilm sind Begriffe wie Swashbuckler, Genreforschung, Ästhetik und Farbgestaltung entscheidend für das Verständnis der Arbeit.

Warum wird der "Black Swan" als Wendepunkt diskutiert?

Der Film wird als Meilenstein gesehen, da er den Piraten von Anfang an als solchen akzeptiert, ohne ihn explizit moralisch "entschuldigen" zu müssen, und zudem das Dreifarben-Technicolor-Verfahren innovativ nutzt.

Welche Rolle spielt die Politik in der Analyse der Filme der 50er Jahre?

Die Arbeit zeigt auf, wie der politisch aufgeheizte Kontext der McCarthy-Ära und die Kommunistenjagd (HUAC) die Filmstoffe beeinflussten und zu einer unterschwelligen Allegorisierung in Piratenfilmen wie The Crimson Pirate führten.

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Details

Title
Dramaturgie und Ästhetik des amerikanischen Piratenfilms
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Filmwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Magister Artium René Filippek (Author)
Publication Year
2007
Pages
96
Catalog Number
V112137
ISBN (eBook)
9783640120314
ISBN (Book)
9783640120680
Language
German
Tags
Dramaturgie Piratenfilms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium René Filippek (Author), 2007, Dramaturgie und Ästhetik des amerikanischen Piratenfilms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112137
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