Besitzt „Kunst“ die Möglichkeit etwas für die Menschen zu tun? Kann ästhetische Erziehung etwas zur Persönlichkeitsentwicklung eines Schülers beitragen? Hat der ästhetische Prozess tatsächlich Einwirkungen auf die Identität eines Individuums? Kann „Kunst“ also die Identitätsentwicklung und –entfaltung eines Menschen fördern? Wie wirken sich diese positiven Wirkungsfaktoren aus, wenn ersteres zutrifft? In einer Welt, in der Schüler ihre Umwelt kaum mehr zur produktiven, phantasievollen und kreativen Eigentätigkeit nutzen und deshalb eine Unterreizung der Sinne im emotionalen, motorischen, taktilen und haptischen Bereich erfahren, vermag Landart diesen Faktoren entgegenzuwirken. Als Möglichkeit des außerschulischen Lernens, verbunden mit dem ganzheitlichen Konzept des Lernens mit Kopf, Herz und Hand, öffnet sie einen neuen Weg zur Natur und fördert dabei die sinnliche Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit der Schüler (...).Da Landart ein Teilbereich der Erlebnispädagogik ist, wird das pädagogische Konzept in dieser Kunstrichtung vorgeschrieben (...). Das zweite Kapitel erörtert zunächst die theoretischen Grundlagen, die der Planung und Durchführung des Projektes zugrunde liegen (...). Kapitel drei beleuchtet die Planung der ganzheitlichen Landarteinheit in der Schule, deren Verlauf in Kapitel vier nachvollzogen werden kann. Die einzelnen Sequenzen werden als reflektierende Verlaufsbeschreibungen dokumentiert, wobei jeder Sequenz Lernziele vorangestellt werden, an deren Erreichung sich die jeweils abschließende Reflexion orientiert. Kapitel fünf befasst sich mit einer abschließenden Reflexion der Einheit. Die hierbei zu beantwortenden Fragestellungen zielen dabei auf zwei zentrale Gesichtspunkte ab: Gelingt es, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern, indem diese sich intensiv mit dem Thema „Landart“ auseinandersetzen und eigene Landartkunstwerke gestalten? Gelingt es, dieses Projekt von den Schülern weitestgehend selbständig planen und durchführen zu lassen?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE ERÖRTERUNGEN
2.1. Die Kunstrichtung Landart
2.1.1. Definition Landart
2.1.2. Landart als Teilbereich der Erlebnispädagogik
2.1.2.1. Definition Erlebnispädagogik
2.1.2.2. Kunst in der Landschaft als erlebnispädagogischer Prozess
2.1.3. Landart als Themenbereich in der ästhetischen Erziehung
2.1.3.1. Definition ästhetische Erziehung
2.1.3.2. Landart als ästhetischer Zugang zur Natur
2.2. Der Projektunterricht
2.2.1. Begriffsklärung
2.2.2. Der Projektunterricht als methodisches Konzept
2.2.2.1. Merkmale der Projektmethode
2.2.2.2. Phasen der Projektmethode
2.2.2.3. Definition Projektmethode
2.2.3. Die schülerorientierte Umsetzung des Themas „Landart“ durch die Projektmethode
3. PLANUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT
3.1. Bedingungsanalyse
3.1.1. Institutionelle Voraussetzungen
3.1.2. Voraussetzungen der Schüler
3.2. Legitimierung des Lerninhalts
3.2.1. Schüler- und Gesellschaftsrelevanz
3.2.2. Fachrelevanz
3.3. Strukturierung des Lerngegenstands
3.3.1. Sachanalyse
3.3.2. Didaktische Reduktion
3.3.3. Lernziele der Unterrichtseinheit
3.3.4. Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
4. DARSTELLUNG UND REFLEXION DER EINHEIT
4.1. Vorbemerkungen
4.2. Übersicht über die Einheit
4.3. Die Einführungs- und Initiativphase
4.3.1. Lernziele der Einführungs- und Initiativphase
4.3.2. Dokumentation der Einführungs- und Initiativphase als reflektierende Verlaufsbeschreibung
4.3.3. Reflexion
4.4. Die Informations- und Planungsphase
4.4.1. Lernziele der Informations- und Planungsphase
4.4.2. Dokumentation der Informations- und Planungsphase als reflektierende Verlaufsbeschreibung
4.4.3. Reflexion
4.5. Die Produktions- und Vertifikationsphase
4.5.1. Lernziele der Produktions- und Vertifikationsphase
4.5.2. Dokumentation der Produktions- und Vertifikationsphase als reflektierende Verlaufsbeschreibung
4.5.3. Reflexion
4.6. Die Präsentations- und Abschlussphase
4.6.1. Lernziele der Präsentations- und Abschlussphase
4.6.2. Dokumentation der Präsentations- und Abschlussphase als reflektierende Verlaufsbeschreibung
4.6.3. Reflexion
5. ABSCHLIEßENDE REFLEXION
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das erlebnispädagogische Potenzial der Kunstrichtung „Landart“ im Kunstunterricht einer vierten Grundschulklasse. Ziel ist es, herauszufinden, ob durch die aktive, schülerorientierte Auseinandersetzung mit Naturmaterialien die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder gefördert und die Naturentfremdung reduziert werden kann.
- Erlebnispädagogik und ihre Verbindung zur Kunstrichtung Landart
- Methodik des Projektunterrichts in der Grundschule
- Förderung sinnlicher Wahrnehmung durch den ästhetischen Zugang zur Natur
- Selbstständige Planung und Durchführung von Landart-Projekten durch Schüler
- Entwicklung von Schlüsselkompetenzen durch kooperatives Handeln im Naturraum
Auszug aus dem Buch
4.3.2 Dokumentation der Einführungs- und Initiativphase als reflektierende Verlaufsbeschreibung
Da unsere Kunststunden auf einen Montag fallen, bot sich nach den Herbstferien die Gelegenheit, erst einmal über persönliche Freizeit- und Ferienerlebnissen zu berichten. „Und was haben sie in den Ferien gemacht?“, kam die von mir schon erwartete Frage. Jetzt war ich dran. In den Ferien hatte ich mich bereits im „Eigenstudium“ auf unser anstehendes Landartprojekt vorbereitet und erzählte den Schülern von meinen Spaziergängen durch den Wald, von kunstvoll arrangierten Mandalas aus herbstlichen Blättern, von waghalsig ausbalancierten Steintürmen und von schwimmenden Blätterschlangen. Inzwischen wurde es mucksmäuschenstill und große Augen schauten mich erwartungsvoll an: „Erzählen sie doch weiter!“ Die Neugierde der Schüler war geweckt, aber anstatt weiter zu erzählen, fragte ich die Schüler, ob sie denn nicht selbst schon einmal solche Naturkunstwerke gebaut hätten.
Sofort strömten von mehreren Seiten Erlebnisberichte der Schüler auf mich ein. Voller Aufregung und Freude wurde von Schneemännern, Iglus, Pyramiden aus Brennholz, Staudämmen, Sandburgen und sogar von einem Hasen-Parcours aus den verschiedensten Materialien im heimischen Garten berichtet. Anschließend legte ich wortlos Fotos der Landartwerke „Cherry Leaves“, „Broken Pebbles“ und „Tame Buzzard Line“ in die Mitte des Sitzkreises. Die Schüler betrachteten die Werke von allen Seiten und überlegten gemeinsam, wie diese Werke entstanden sein könnten, welche Materialien benutzt wurden, wodurch einzelne Werke zusammenhalten und welche Wirkung sie haben. Erst dann erklärte ich ihnen, dass diese Werke von so genannten „Naturkünstlern“ stammen, die lediglich Naturmaterialien verwenden, die sie vor Ort finden. Schnell wurden Wunschäußerungen der Schüler laut: „Können wir so was auch mal in Kunst machen?“ oder „Können wir draußen auch mal Kunstwerke bauen wie diese Naturkünstler?“, waren nur einige der zahlreichen Anfragen die an mich gestellt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet das Interesse an der Kunstrichtung Landart und formuliert die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Identitätsentwicklung von Schülern durch ästhetische Prozesse.
2. THEORETISCHE ERÖRTERUNGEN: Es werden die Grundlagen der Landart als erlebnispädagogisches Konzept sowie die theoretischen Ansätze der ästhetischen Erziehung und der Projektmethode erläutert.
3. PLANUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT: Das Kapitel detailliert die Rahmenbedingungen, die Relevanz des Themas sowie die didaktische Strukturierung und Lernziele für das geplante Projekt.
4. DARSTELLUNG UND REFLEXION DER EINHEIT: Die einzelnen Projektsequenzen werden chronologisch dokumentiert und anhand der Lernziele reflektiert, um den Prozess der Umsetzung nachzuvollziehen.
5. ABSCHLIEßENDE REFLEXION: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen unter Bestätigung des Erfolgs der gewählten Methode für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
Schlüsselwörter
Landart, Erlebnispädagogik, Ästhetische Erziehung, Projektunterricht, Grundschule, Naturerfahrung, Identitätsentwicklung, Schülerorientierung, Naturmaterialien, Schlüsselqualifikationen, Selbsttätigkeit, Persönlichkeitsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser pädagogischen Prüfungsarbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung eines Landart-Projekts in einer vierten Grundschulklasse, um die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder durch ganzheitliche Naturerfahrungen zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Kunst, der Anwendung der Projektmethode sowie der Bedeutung des ästhetischen Zugangs zur Natur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu evaluieren, ob Schüler durch die selbstständige Auseinandersetzung mit Landart in ihrer Identitätsbildung gestärkt werden und ob ein solches Projekt weitgehend eigenständig geplant und umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein praxisorientiertes Projekt, das durch theoretische Erörterungen sowie eine reflektierende Verlaufsbeschreibung und begleitende Dokumentation gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Unterrichtsplanung sowie die konkrete Darstellung und Reflexion des Projektverlaufs in verschiedenen Sequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Projekt?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Landart, Erlebnispädagogik, Selbsttätigkeit, ästhetische Erziehung und projektorientiertes Lernen.
Wie reagierten die Schüler auf das Thema Landart?
Die Schüler zeigten sich sehr aufgeschlossen und neugierig; sie entwickelten eine hohe Eigenmotivation und konnten soziale Kompetenzen durch kooperative Gruppenarbeit unter Beweis stellen.
Warum wurde die Projektmethode für diese Einheit gewählt?
Die Projektmethode wurde gewählt, um die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Schüler in den Vordergrund zu rücken und ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand zu ermöglichen.
Welche Bedeutung spielt die Umgebung für das Projekt?
Der Naturraum, bestehend aus Wiese, Wald und Flusslauf, fungiert als zentrales „Naturatelier“, das den Schülern neue Wahrnehmungsräume eröffnet und eine authentische künstlerische Auseinandersetzung ermöglicht.
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- Angela Gutsmandl (Author), 2007, Landart. Ein erlebnispädagogisches Projekt in und mit der Natur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112143