Benchmarking - Analyse und Bewertung der verschiedenen Ansätze


Seminararbeit, 2008
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Merkmale und Abgrenzung des Benchmarking

3 Analyse der verschiedenen Ansätze
3.1 Benchmarking-Partner
3.1.1 Internes Benchmarking
3.1.2 Externes Benchmarking
3.2 Benchmarking-Objekte
3.3 Zielgrößen

4 Prozess des Benchmarking
4.1 Planungsphase
4.2 Analysephase
4.3 Maßnahmenphase
4.4 Aktionsphase
4.5 Kontrolle

5 Erfolgsfaktoren des Benchmarking

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Unterscheidung nach Benchmarking-Partnern6

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Benchmarking[1] ist ein Managementinstrument, mit dessen Hilfe Untersuchungsgegenstände einer Organisation mit anderen Organisationsbereichen oder fremden Organisationen, die Spitzenleistungen erzielen, verglichen werden.[2] Es handelt sich hierbei um einen Prozess systematischer und zielorientierter Vergleiche von Produkten, Dienstleistungen, Prozessen, Methoden oder Strukturen. Ziel ist dabei, dass durch den Vergleich Leistungslücken des eigenen Unternehmens erkannt werden, auf welche daraufhin Lern- und Anpassungsprozesse anknüpfen sollen. Somit soll durch die Schließung der identifizierten Leistungslücken erreicht werden, dass die eigenen Unternehmensleistungen gesteigert und Wettbewerbsvorteile errungen werden.[3] Benchmarking ermöglicht den Unternehmen durch eine systematische Beobachtung des unternehmerischen Umfeldes die Unternehmensorganisation im Hinblick auf ihre Effektivität und Effizienz zu verbessern.[4]

Bei den nachfolgenden Ausführungen werden die Merkmale des Benchmarking näher betrachtet sowie eine Abgrenzung zu klassischen Betriebsvergleichen und Konkurrenzanalysen vorgenommen. Zentral werden die verschiedenen Ansätze des Benchmarking analysiert und die einzelnen Phasen des Benchmarking-Prozesses im Einzelnen dargestellt. Abschließend werden die Erfolgsfaktoren des Benchmarking aufgezeigt.

2 Merkmale und Abgrenzung des Benchmarking

Durch die Anwendung des Benchmarking erzielt das Unternehmen den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, wodurch das Festhalten an bisherigen internen Maßstäben abgeschafft werden soll. Der Horizont des Unternehmens wird erweitert und eigene Leistungslücken werden durch das Benchmarking erkannt, wodurch das Lernen und Umsetzen im eigenen Unternehmen ermöglicht wird. Oberstes Ziel ist dabei die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsweise des eigenen Unternehmens, so dass man als Ergebnis die Position des `Besten der Besten´ einnimmt.[5]

Beim Benchmarking stehen nicht die Unterschiede zu anderen Unternehmen im Vordergrund, sondern die gezielte Identifikation der besten Praktiken von führenden Unternehmen, mit denen Wettbewerbsvorteile erzielt werden können.[6]

Das Benchmarking lässt sich durch die nachfolgenden zentralen Merkmale charakterisieren, womit es sich anschließend auch von klassischen Betriebsvergleichen und Konkurrenzanalysen differenziert.

- Verwendung von Maßgrößen:

Für den Vergleich von Unternehmen oder Unternehmensbereichen werden Leistungs- bzw. Zielerreichungslücken auf der Basis von quantitativen Messgrößen (Benchmarks) erschlossen

- Eingehen einer Partnerschaft:

Beim (kooperativen) Benchmarking ist es Voraussetzung, dass die Benchmarking-Partner bereit sind, die notwendigen Informationen untereinander auszutauschen. Deshalb ist es erforderlich, sich von dem Konkurrenzdenken zu distanzieren, so dass es möglich ist, eine vertrauensvolle partnerschaftliche Beziehung einzugehen. Aus diesem Grund kann das Benchmarking als eine Art Kooperation bezeichnet werden.

- Erfordernis der Kontinuität:

Beim Benchmarking besteht die unerlässliche Forderung nach einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, d.h. erst die kontinuierliche Durchführung des Benchmarking führt zum gewünschten Erfolg.

- Breiter Anwendungsbereich:

Das Benchmarking ist ein flexibles Instrument, welches sich gewissermaßen auf alle Bereiche eines Unternehmens anwenden lässt.[7] Mit Hilfe des Benchmarking können z.B. veraltete Unternehmensstrukturen aufgedeckt, Optimierungsmöglichkeiten von Geschäftsprozessen aufgezeigt und Entscheidungs-unterstützung bei strategischen Fragen geleistet werden.[8]

Das Benchmarking ist eine Weiterentwicklung von zahlreichen anderen betriebswirtschaftlichen Instrumenten. Es basiert sozusagen auf verschiedenen Methoden, reicht aber noch viel weiter hinaus.[9]

Im Vergleich zu klassischen Betriebsvergleichen ist festzustellen, dass die Maßgrößen beim Benchmarking mit den Kennzahlen beim Betriebsvergleich dahingehend unterschiedlich sind, dass beim Benchmarking die Kennzahlen nicht nur im Ergebnis verglichen werden, sondern auch daraufhin erklärt, wie und warum das Vergleichsunternehmen besser abschneidet.[10] Zudem sind beim Benchmarking der breite Anwendungsbereich sowie die Möglichkeit der Einbeziehung branchenfremder Unternehmen als Weiterentwicklung anzusehen.[11]

Beim Vergleich des Benchmarking mit der klassischen Konkurrenzanalyse wird deutlich, dass sich die Konkurrenzanalyse nicht wie das Benchmarking auf unternehmensweite, sondern nur auf bestimmte Vorgänge bzw. Gebiete des Unternehmens wie z.B. für Akquisitionen oder für den Vergleich von Produkten beschränkend anwenden lässt.[12]

3 Analyse der verschiedenen Ansätze

Durch die Kombination der unterschiedlichen Ausgestaltungsformen bezüglich der Benchmarking-Objekte, -subjekte und der Zielgrößen können vielfältige Formen des Benchmarking differenziert werden. Bei den Benchmarking-Objekten handelt es sich um mögliche Untersuchungsgegenstände und bei den Benchmarking-Subjekten um mögliche Vergleichspartner. Die Zielgrößen dienen dagegen im späteren Vergleich als Benchmarks.[13]

3.1 Benchmarking-Partner

Bezüglich der Benchmarking-Subjekte bzw. -Partner kann zwischen unternehmensinternen und unternehmensexternen Vergleichspartnern unterschieden werden. In beiden Fällen ist das Ziel, Unternehmen oder Unternehmensbereiche zu finden, die auf einem oder mehreren Gebieten die besten Leistungen erzielen oder die niedrigsten Kosten verursachen.

3.1.1 Internes Benchmarking

Bei dem unternehmensinternen Benchmarking werden die Benchmarking-Objekte, z.B. verschiedene Betriebe, Werke oder Filialen eines Unternehmens miteinander verglichen. Dabei kann ersichtlich werden, dass sich innerhalb desselben Unternehmens unterschiedliche Ausprägungen der Benchmarking-Objekte zeigen können, die beispielsweise auf Effizienzunterschiede in den verschiedenen Unternehmensbereichen zurückzuführen sind.[14]

Als Vorteile des internen Benchmarking sind zum einen die einfache und kostengünstige Datenbeschaffung und zum anderen die höhere Vergleichbarkeit der Daten zu nennen. Desweiteren bewirkt das interne Benchmarking einen zunehmenden Wettbewerb zwischen den Vergleichseinheiten, wodurch ein Anreiz bei den Mitarbeitern erzeugt wird, besser abzuschneiden als die `interne Konkurrenz´, wodurch Leistungssteigerungen der Mitarbeiter zu erwarten sind. Vor allem aber werden durch das interne Benchmarking die Problembereiche der eigenen Organisation deutlich. Es werden gegenwärtige Leistungen aufgezeigt und die effizienteste Praxis innerhalb der eigenen Organisation identifiziert, von denen die anderen Bereiche der Organisation lernen können.[15]

Dagegen sind auch die Nachteile der begrenzten Anzahl an Vergleichspartnern und das niedrigere Verbesserungspotential zu beachten. Dadurch, dass man das Unternehmen nur einem internen Vergleich unterzieht, besteht vor allem auch die Gefahr, dass man einige Leistungsdefizite aufgrund von der sogenannten Betriebsblindheit gar nicht erst identifizieren kann. Vor allem aber ist vor Augen zu führen, dass nicht unbedingt gewährleistet ist, dass innerhalb des eigenen Unternehmens die anderen Filialen oder Werke als `best practice´ anzutreffen sind.[16] Auf der anderen Seite wird allerdings auch empfohlen zunächst ein internes Benchmarking durchzuführen, bevor die Unternehmen das externe Benchmarking anwenden. Der Grund ist, dass die Unternehmen somit erst einmal Erfahrungen mit dem neuen Instrument sammeln können, um dann auf das externe Benchmarking besser vorbereitet zu sein.[17]

[...]


[1] Der Begriff Benchmarking stammt ursprünglich aus dem Bereich der Vermessungskunde und

bezeichnet in diesem Zusammenhang einen Referenz- bzw. Orientierungspunkt.

[2] Vgl. Fischer/Becker/Gerke, DBW 2003, S. 684.

[3] Vgl. Götze 2007, Kostenrechnung und Kostenmanagement, S. 321.

[4] Vgl. Vollmuth 1997, Marktorientiertes Kostenmanagement, S. 64.

[5] Vgl. Vollmuth 1997, Marktorientiertes Kostenmanagement, S. 68.

[6] Vgl. Mertins/Siebert/Kempf 1995, Benchmarking, S. XV.

[7] Vgl. Hoffjan 1997, Kostenmanagement, S. 347 f. sowie Götze, Kostenrechnung und

Kostenmanagement, S. 321 f.

[8] Vgl. Mertins/Siebert/Kempf 1995, Benchmarking, S. XV.

[9] Vgl. Hoffjan 1997, Kostenmanagement, S. 346.

[10] Vgl. Eichholz, Reinhold E., BC 2000, S. 17.

[11] Vgl. Götze 2007, Kostenrechnung und Kostenmanagement, S. 323.

[12] Vgl. Hoffjan 1997, Kostenmanagement, S. 346.

[13] Vgl. Fischer/Becker/Gerke, DBW 2003, S. 684.

[14] Vgl. Kremin-Buch 2001, Strategisches Kostenmanagement, S. 183.

[15] Vgl. Leibfried 1996, Benchmarking, S. 85 f.

[16] Vgl. Fischer/Becker/Gerke, DBW 2003, S. 685.

[17] Vgl. Vollmuth 1997, Marktorientiertes Kostenmanagement, S. 71.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Benchmarking - Analyse und Bewertung der verschiedenen Ansätze
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Unternehmensprüfung und Controlling
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V112157
ISBN (eBook)
9783640107902
ISBN (Buch)
9783640109692
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Benchmarking, Analyse, Bewertung, Ansätze, Unternehmensprüfung, Controlling
Arbeit zitieren
Seda Temiz (Autor), 2008, Benchmarking - Analyse und Bewertung der verschiedenen Ansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112157

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