Eingebettet in die Ebene des Alpheios, am südlichen Abhang des Kronoshügels liegt das
berühmte Stadion von Olympia.
Noch heute besuchen jährlich tausende Menschen das Stadion, das in dem Zustand wie es
heute zu sehen ist, Mitte des 5. Jh. v. Chr. erbaut wurde und in der Neuzeit wiederhergestellt
und restauriert worden ist. Aber noch vor einigen Jahrzehnten lag es unter einer riesigen
Schwemmschicht, die das Stadion seit dem Mittelalter durchschnittlich ca. 5 m tief unter sich
begrub. Erst 1936 begann man damit das gesamte Stadion durch Abtragen der
Schwemmschicht freizulegen, zuvor hatte man bei den Grabungen von 1875- 1881 unter der
Leitung von Ernst Curtius darauf verzichten müssen und lediglich einige Gräben angelegt,
um zumindest die Ablauf- und Zielschwellen des Stadions zu ermitteln. Am 22. Juni 1961
konnte das wiederhergestellte antike Stadion dann endlich feierlich eingeweiht werden; in
diesem Zustand ist es heute immer noch zu sehen und zu bewundern.
Doch was ist es, was die Menschen an diesem Stadion so fasziniert? Was ist der Grund dafür,
dass es heute immer noch tausende Touristen an diesen Ort zieht? Nun, es ist kaum
vorstellbar, dass allein, das in seiner Bauweise sehr schlichte und bescheiden wirkende
Stadion der Grund dafür ist. So gibt es doch viel ansehnlichere und besser ausgestattete
Stadien als jenes, wie es auf Abb. 1 zu sehen ist. Um es ganz banal auszudrücken, sieht man
hier in Olympia nur eine sandige Laufbahn, die von begrasten Zuschauerwällen umgeben ist,
auf denen nicht einmal steinerne Sitzreihen aufgebaut sind. Doch es ist wohl mehr die
Bedeutung/ der „Mythos“ dieses Stadions und weniger seine schlichte Bauweise, der es bis in
die heutige Zeit so bedeutsam und sehenswert gemacht hat. Die Olympischen Spiele genossen
im Vergleich zu den anderen panhellenischen Sportspielen, wie den Pythien, den Isthmien
und den Nemeen, sehr großes Ansehen und waren außerordentlich beliebt. Die Olympien
waren die ältesten und angesehensten Spiele in ganz Griechenland und somit war auch das
Stadion eines der ältesten und berühmtesten, wenn nicht sogar das Älteste und Berühmteste in
Griechenland überhaupt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Olympische Stadion
3 Stadionphase I
4 Stadionphase II
5 Stadionphase III
6 Stadionphasen IV und V
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit hat zum Ziel, die historische Entwicklungsgeschichte des Stadions von Olympia detailliert darzustellen, wobei der Fokus auf den baulichen Veränderungen und den wichtigsten architektonischen Einrichtungen über die verschiedenen Stadionphasen hinweg liegt.
- Bauphasen und zeitliche Einordnung der Stadionentwicklung
- Gestaltung der Laufbahn und der Start- bzw. Zielschwellen
- Konstruktion und Bedeutung der Zuschauerwälle
- Die Rolle des "Westwalls" und des Stadioneingangs
- Die Ehrentribüne (Kathedra) der Hellanodiken
Auszug aus dem Buch
3. Stadionphase I:
Wie anfangs erwähnt beginnt die Geschichte des Olympischen Stadions bereits im 8.- 7. Jh. v. Chr.. Von einem Stadion aus dieser Zeit oder etwa von Überresten seiner Laufbahn hat man jedoch keine Spuren gefunden, somit lassen sich auch keine genaueren Angaben dazu machen. Es wird aber angenommen, dass die Lage des Urstadions etwa die gleiche der späteren Stadien I und II war und dass anfangs eine natürliche Mulde am Abhang des Kronoshügels als Laufbahn diente. Eine dauerhafte Einrichtung von Zuschauertribünen ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, wenn man die schlichte Gestaltung der Nachfolgeanlage, also des Stadions I, mit ihren nur sehr flachen Wallaufschüttungen in Betracht zieht.
Demnach haben die Zuschauer wohl einfach am Abhang des Hügels Platz genommen, der damals den einzigen Wall im Norden der Laufbahn bildete.
Auch von Stadion I sind nicht sehr viele Spuren unter den Aufschüttungen der folgenden Stadien zurückgeblieben. Emil Kunze formulierte es so: „…eine bescheidene Anlage, von der gerade genug erhalten ist, dass man sie nachweisen kann.“ Sein Nachweis lässt sich allerdings nur anhand der vielen Brunnen und der zahlreichen Pfostenlöcher für die Tropaia, den Waffenweihungen führen und nicht etwa anhand der Überreste der Laufbahn selbst. Denn seine Laufbahn, die man höher gelegen annimmt als die des späteren Stadions II, wurde bei dessen Erbauung restlos beseitigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die geografische Lage und die historische Bedeutung des Stadions von Olympia sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Das Olympische Stadion: Erläuterung der grundlegenden Bestandteile wie Laufbahn, Zuschauerwälle und die religiöse Bedeutung des Stadions.
3 Stadionphase I: Analyse der ältesten, archaisch geprägten Stadionform und der frühen Spurensuche durch Archäologen.
4 Stadionphase II: Darstellung der ersten wesentlichen Erweiterungen der Wälle und der baulichen Anpassungen der Laufbahn.
5 Stadionphase III: Detaillierte Betrachtung der bedeutendsten Umbaumaßnahmen, darunter der Bau des Westwalls, der Echohalle und des Tunnelzugangs.
6 Stadionphasen IV und V: Beschreibung der finalen Ausbauzustände und des langsamen Niedergangs bis zur Schließung der Spiele.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflexion über die bauliche Entwicklung und die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die antike Sportstätte.
Schlüsselwörter
Olympia, Stadion, Laufbahn, Antike, Bauphasen, Hellanodiken, Archäologie, Stadion I, Stadion II, Stadion III, Zuschauerwälle, Westwall, Echohalle, Sportgeschichte, Zeusaltar
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der baulichen Entwicklungsgeschichte des Stadions von Olympia von der archaischen Zeit bis zum Untergang der Olympischen Spiele in der Antike.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die archäologische Datierung, die verschiedenen Bauphasen, die bautechnischen Veränderungen der Laufbahn und die funktionale Erweiterung der Zuschaueranlagen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die wesentlichsten Einrichtungen und baulichen Veränderungen zu geben, die das Stadion im Laufe seiner Geschichte erfahren hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse archäologischer Berichte und sekundärwissenschaftlicher Ausarbeitungen, um widersprüchliche Datierungen zu vergleichen und zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert das Stadion in seine chronologischen Phasen (I bis V) und analysiert spezifische Merkmale wie die Startschwellen, die Kathedra und die bauliche Anbindung an das Heiligtum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Olympia, Stadion, antike Sportstätten, Bauphasen und archäologische Befunde charakterisiert.
Warum wurde das Stadion im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut?
Die Umbauten waren größtenteils eine Reaktion auf das wachsende Zuschauerinteresse und die notwendige Verbesserung des organisatorischen Rahmens für die immer beliebter werdenden Spiele.
Was hat es mit der "Krypte Esodos" auf sich?
Dabei handelt es sich um einen überwölbten Tunnel, der den Athleten einen verborgenen Zugang zur Wettkampfstätte ermöglichte, um einen dramatischen Auftritt vor dem Publikum zu gewährleisten.
Warum wurden keine permanenten Steinsitze für Zuschauer errichtet?
Das Stadion in Olympia blieb stets durch seine natürlichen bzw. aufgeschütteten Erdwälle geprägt; steinerne Anlagen waren, anders als in anderen griechischen Städten, unüblich.
- Citation du texte
- Katja Spudat (Auteur), 2005, Die Geschichte des Stadions von Olympia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112208