Analyse und Bewertung von Corporate Social Responsibility im Kontext von Unternehmensgründungen


Diplomarbeit, 2007
75 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Konzeptionelle Grundlagen
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise der Arbeit

2 Gegenstand und Kennzeichen von CSR
2.1 Entwicklung des Bedeutungsinhaltes von CSR
2.1.1 Aktueller Stand der CSR-Forschung
2.1.1.1 Englischsprachige CSR-Forschung
2.1.1.2 Deutschsprachige CSR-Forschung
2.1.2 CSR als dynamisches und umfassendes Konzept
2.2 Erläuterung und Abgrenzung benachbarter Begriffe
2.2.1 Corporate Responsibility
2.2.2 Corporate Citizenship
2.2.3 Nachhaltigkeit
2.2.4 Corporate Social Opportunity

3 Unternehmensgründungen als Forschungsfeld
3.1 Überblick verschiedener Ansätze in der Gründungsforschung
3.2 Entscheidungsverhalten im Gründungsprozess

4 Gestaltungsrahmen von CSR und dessen Implikationen für Unternehmensgründungen
4.1 Dimensionen und Handlungsfelder
4.1.1 Markt
4.1.2 Arbeitsplatz
4.1.3 Gemeinwesen
4.1.4 Umwelt
4.2 Erweitertes Entscheidungsverhalten im Gründungsprozess
4.2.1 Gründungsprozess nach Wickham
4.2.2 Entscheidungsverhalten nach Molteni.
4.3 Instrumente zur Umsetzung von CSR bei Unternehmensgründungen
4.3.1 Verhaltenskodizes
4.3.2 Gütesiegel
4.3.3 CSR-Managementsysteme
4.3.4 CSR-Berichte
4.3.5 Ratgeber
4.3.6 Konventionelle Instrumente der Gründungsplanung
4.4 Herausforderungen und Handlungsempfehlungen

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gründungsprozess nach Wickham

Abbildung 2: Gesellschaftlich-wettbewerbliche Synthese nach Molteni

Abbildung 3: Gestaltungsrahmen von CSR für Unternehmensgründungen

Abbildung 4: Diamanten-Modell der nationalen Wettbewerbsfähigkeit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Meilensteine der englischsprachigen CSR-Forschung

Tabelle 2: Dimension Markt: Konkretisierung der Handlungsfelder

Tabelle 3: Dimension Arbeitsplatz: Konkretisierung der Handlungsfelder

Tabelle 4: Dimension Gemeinwesen: Konkretisierung der Handlungsfelder

Tabelle 5: Dimension Umwelt: Konkretisierung der Handlungsfelder

Tabelle 6: CSR-Instrumente für Unternehmensgründungen

1 Konzeptionelle Grundlagen

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

"Die Leute haben genug zu tun, nur das nackte Leben zu retten. Gute Vorsätze bringen sie an den Rand des Abgrunds, gute Taten stürzen sie hinab."[1]

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein integratives Konzept, das sich mit der Wahrnehmung von der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung[2] durch Unternehmen beschäftigt. Es erfordert eine Balance zwischen ökonomischen Zielen und den Belangen von Mitarbeitern, Gesellschaft und Umwelt. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist heutzutage in den unterschiedlichsten Kontexten von Bedeutung, beispielsweise in der „... globalen Debatte über die Grenzen nationalstaatlichen Handelns und die Verantwortung von Unternehmen …“, als „… kommunikatives und konzeptionell-strategisches Dach aller unternehmerischen Aktivitäten …“, als „… positives Leitbild für die Beziehung zwischen Unternehmen und Gesellschaft …“ und als „…Bestandteil des Corporate Branding, der Imagepflege, des Reputation Management…“.[3]

Doch warum sollte sich ein Unternehmensgründer mit einem komplizierten[4], für große Unternehmen entwickelten Begriff auseinandersetzen? Ich möchte in Anlehnung an das Diktum des US-amerikanischen Ökonom und Nobelpreisträgers Milton Friedman von 1970 zusammen mit Knudsen darauf antworten, um zugleich den Ausganspunkt dieser Arbeit zu verdeutlichen: "the business of business is a different kind of business."[5]

Waren es zu Beginn einzelne Nichtregierungsorganisationen (NRO), zeigen heutzutage breite Schichten der Konsumenten, viele große Unternehmen, die Medien, Investoren und die Politik Interesse an verantwortlicher Unternehmenstätigkeit.[6] CSR wird für Unternehmen zunehmend wichtig. Mitarbeiter suchen nach guten Arbeitgebern. Investoren bewerten Unternehmen zunehmend auf der Grundlage ökologischer und ethischer Kriterien. Meinungsführer, egal ob Medien, Forschung, oder Politik, tragen einen hohen Erwartungsdruck an Unternehmen heran. In jüngster Zeit hat die Forschung erkannt, welches Potential in CSR auch im Hinblick auf kleine und mittlere Unternehmen steckt.[7] Doch wie können Unternehmensgründer und die gesamte Volkswirtschaft von der aktuellen Entwicklung profitieren?[8] Letztendlich bestimmt der Wettbewerb auch in Bezug auf CSR ihr Verhalten. „Das Unternehmen fällt auch in seinem gesellschaftlichen Engagement nicht aus seiner Rolle. … Es bleibt immer ein Unternehmen im Wettbewerb. `Tue Gutes und profitiere davon!´, lautet dann die Parole.“[9] CSR heißt dann, dass sich ein Unternehmen mit den Interessen Dritter, z.B. Mitarbeiter, Kunden, Investoren, NRO, aktiv auseinandersetzt und darauf eingeht.

Verwunderlich ist die Tatsache, dass sowohl das Thema CSR, als auch das Thema Unternehmensgründungen innerhalb der internationalen[10] betriebswirtschaftlichen Forschung an Bedeutung gewonnen haben[11], sich aber bis heute nur eine Handvoll von Forschern ansatzweise mit der Fragestellung dieser Arbeit auseinandergesetzt haben.[12] Darin ist eine Chance zu sehen, nach der schumpeterschen Tradition eine neue Kombination aus bereits Bestehendem zu schaffen.[13] Das lässt die Diskussion über die Eignung des CSR-Konzepts für Unternehmensgründungen und deren Besonderheiten aufkommen.[14] Was ist der Unterschied zu mittleren und großen Unternehmen und welche Auswirkungen hat dies auf die Durchführung von CSR? Wie sieht der neue Gründungsprozess aus, der CSR integriert? Wie kann die Umsetzung von CSR aussehen? Sind die vorhandenen Denkstrukturen, Strategien und Instrumente der CSR-Forschung anwendbar oder ist ein neuer Ansatz erforderlich?

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein theoretisches Modell zu entwickeln. Es soll als Ausgangspunkt für zukünftige Forschungsarbeiten dienen, beratenden Institutionen eine Möglichkeit der Typologisierung von Unternehmensgründungen bieten sowie als Analyseraster die Überprüfung der Umsetzung von CSR möglich machen und Unternehmensgründer auf dem Weg zu ihrem Unternehmen in Bezug auf CSR orientieren.

Konkret stehen dabei folgende Problemstellungen im Vordergrund:

- Herausarbeiten der konstitutiven Merkmale von CSR basierend auf dem aktuellen Entwicklungsstand der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion sowie deren Konsequenzen und Möglichkeiten für Unternehmensgründungen,
- Entwickeln eines begrifflichen und konzeptionellen Interaktionsmodells, welches die Perspektive der Unternehmer-Umwelt-Beziehung aufgreift und die Relevanz von CSR für Unternehmensgründer erläutert,
- Zusammenstellen von Herausforderungen, die sich für Unternehmensgründungen mit dem Konzept von CSR ergeben.

In jedem Fall hofft der Verfasser, mit dieser Arbeit die wissenschaftliche wie auch praxisbezogene Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung von CSR anzuregen und weiterzuentwickeln. Diese Arbeit zeigt, dass CSR die Tür zu neuen Märkten, neuen Möglichkeiten und neuen Geschäftsbeziehungen in Verbindung mit einer höheren Wettbewerbsfähigkeit öffnen kann.[15] Deutlich wird auch, dass in jedem erfolgreichen CSR-Engagement immer ein innovativer, unternehmerischer Prozess steckt.

1.2 Vorgehensweise der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit wird die Ausübung der gesellschaftlichen Verantwortung (CSR) aus der Perspektive von Unternehmensgründungen in einem "topdown"-Ansatz mithilfe wissenschaftlicher Arbeiten der Unternehmensethik, Umweltforschung, Entrepreneurship-Forschung und der Forschung zum strategischen Management untersucht.

Mit dem Grundlagenteil in Kapitel 1 bis 3 wird ein begriffliches und konzeptionelles Verständnis für die verschiedenen Elemente geschaffen, die den Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit bilden. Nach kurzer Darstellung der Ausgangssituation und Erörterung der Problemstellung wird zuerst ein Überblick über die Entwicklung von CSR bis hin zu seiner aktuellen Bedeutung gegeben. Mit Hilfe von Definitionen und Interpretationen verschiedener Akteure werden Merkmale herausgestellt, die das Konzept von CSR begründen. Es schließt sich die Abgrenzung des CSR- Konzepts zu anderen Formen des Unternehmensengagements und verwandter Begriffe an. Damit öffnet sich das Blickfeld für die neuartigen Frageund Problemstellungen, die auf Unternehmensgründer im Zusammenhang mit CSR zukommen können. Anschließend wird ein Überblick über das heterogene Forschungsfeld, das sich mit Unternehmensgründungen auseinandersetzt, gegeben.

In Kapitel 4 wird ein theoretisches Modell entwickelt, um die Zusammenhänge zwischen CSR und Unternehmensgründungen zu veranschaulichen. Die theoretische Modellierung orientiert sich an der systemtheoretischen Sichtweise von Hans Ulrich.[16]

Ausgehend vom Idealtypus eines verantwortungsvollen Unternehmers werden vier Dimensionen von CSR aufgespannt und entsprechende Handlungsfelder benannt. Ein verantwortungsvoller Unternehmer glänzt durch Fairness und Ehrlichkeit in den Beziehungen zu seinen Kunden, Geschäftspartnern und Mitbewerbern (Markt). Er kümmert sich um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter (Arbeitsplatz), handelt in seiner Gemeinde als Vorbild (Gemeinwesen) und achtet die natürlichen Ressourcen der Umwelt (Umwelt).[17]

Interessant ist vor allem der strategische Erfolg, der von den CSR-Initiativen ausgehen soll. Deshalb wird in einem weiteren Gliederungspunkt der traditionelle Gründungsprozess um die gesellschaftlich-wettbewerbliche Synthese erweitert und zusammen mit den Dimensionen und Handlungsfeldern in ein Interaktionsmodell überführt.

Strategisches Handeln setzt die passenden Instrumente voraus. Daher wird in Kapitel 4.6 untersucht, inwieweit die derzeit bestehenden CSR-Instrumente und Standards geeignet sind, um von Unternehmensgründern angewandt zu werden. Schließlich werden die spezifischen Herausforderungen zur weiteren Entwicklung und Verbreitung von CSR im Kontext von Unternehmensgründungen erläutert.[18]

In der Schlussbetrachtung werden alle Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Forschungsarbeiten gegeben.

2 Gegenstand und Kennzeichen von CSR

2.1 Entwicklung des Bedeutungsinhaltes von CSR

2.1.1 Aktueller Stand der CSR-Forschung

Der CSR-Begriff wird in der Literatur uneinheitlich definiert und vielschichtig verwendet.[19] Im Folgenden wird auf die für das Verständnis von CSR notwendigen Grundlagen eingegangen.

2.1.1.1 Englischsprachige CSR-Forschung

In Amerika wurde nach dem zweiten Weltkrieg die Frage nach der gesellschaftspolitischen Verantwortung von Unternehmen unter dem Begriff CSR zum ersten Mal diskutiert.[20] Die ersten CSR-Ansätze stammen aus den 60er Jahren. Bowen lieferte erstmalig eine Definition von CSR, indem er die ‘‘obligations of businessmen to pursue those policies, to make those decisions, or to follow those lines of action which are desirable in terms of the objectives and values of our society’’[21] betont. Der Schwerpunkt der angestoßenen CSR-Diskussion lag auf großen Unternehmen, die aus Sicht der Gesellschaft verantwortungsvoller mit ihrer Macht umzugehen hätten. Ungeachtet der Kritik,[22] breitete sich das CSR-Konzept Anfang der 70er Jahre nach Europa aus. Dyllick weist darauf hin, dass sowohl in den USA als auch in Europa die Initiative zu dieser Diskussion von der Management-Praxis ausging und erst dann von der Theorie aufgegriffen wurde.[23]

Ende der siebziger Jahre rückte die Analyse der Beziehung zwischen CSR und der „Corporate Social Performance“ in den Mittelpunkt.[24] Viele Modelle wurden daraufhin entwickelt. Das in diesem Zusammenhang am häufigsten genannte und vielfach weiterentwickelte Modell ist der integrierte Ansatz von Carrol in Form einer geschichteten Pyramide.[25] Die gesellschaftliche Verantwortung wird in vier unterschiedliche Teil-Verantwortungen zerlegt. Diese umfassen neben einer wirtschaftlichen und gesetzlichen Verantwortung, eine moralische sowie eine darüber hinausgehende freiwillige Verantwortung. Auch andere Modelle gehen von der Annahme aus, dass Unternehmen als Teil der Gesellschaft bestimmte Verantwortlichkeiten haben. "Corporate Social Responsiveness" bezeichnet in diesem Zusammenhang die aktive Gestaltung dieser Verantwortlichkeiten.[26] Drucker erkannte als erster die positiven Auswirkungen auf das Unternehmen in Bezug auf die Ausübung gesellschaftlicher Verantwortung.[27]

In den 80er Jahren kam der Stakeholder-Gedanke ins Spiel. Damit sind ‘‘those groups who can affect or are affected by the achievement of an organization’s purpose’’[28] gemeint, die gesellschaftlichen Gruppen[29] also, die im Umfeld eines Unternehmens aktiv sind und von deren Sicht und Handlungsweise der Unternehmenserfolg abhängt. Obwohl es viele verschiedene Interpretationen der Stakeholder Theorie gibt, ist die Idee, die Organisation und die Geschäftsaktivitäten eines Unternehmens aus Sicht der Stakeholder zu erklären und zu führen.[30]

In den 90er Jahren wurden die Indikatoren zur Messbarkeit von CSR auf die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales (Triple Bottom Line)[31] erweitert.

Ab 2000 beschäftige sich die Strategieforschung zunehmend mit CSR. Porter zeigte die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Gesellschaft aus seiner Sicht auf.[32] Für ihn muss CSR in die Unternehmensstrategie integriert werden. Entlang der Wertschöpfungskette können Unternehmen Chancen entdecken, wie sie für die Gesellschaft Verantwortung übernehmen und gleichzeitig ihren Wettbewerbsvorteil ausbauen. Ergänzt werden sollte diese Analyse durch eine Suche nach Möglichkeiten für ein strategisch effektives soziales Engagement im Wettbewerbsumfeld. Um die gewonnenen Erkenntnisse dann in die Praxis umzusetzen, muss die CSR-Perspektive in die bestehenden Modelle und Handlungsabläufe integriert werden.

Im Zusammenhang mit kleinen Unternehmen wird vor allem der Begriff "social capital" diskutiert. Er wird von Spence wie folgt definiert: „social capital refers to connections among individuals – social networks and the norms of reciprocity and trustworthiness that arise from them.”[33] Die Bedeutung von informellen Beziehungen, gegenseitigem Vertrauen und Solidarität wird hervorgehoben.[34]

Folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Meilensteine der englischsprachigen CSR-Forschung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Meilensteine der englischsprachigen CSR-Forschung In Anlehnung an Schwerk (2007), S.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.1.2 Deutschsprachige CSR-Forschung

Im Gegensatz zur verstärkt anwendungsbezogenen CSR-Forschung in den USA und Großbritannien, beschäftigt sich die Unternehmensethik-Forschung im deutschsprachigen Raum eher mit philosophisch-normativen Fragestellungen.[49] CSR wird als ethische Verpflichtung der Unternehmen gesehen bzw. basiert auf moralischen Wertfindungsprozessen.[50] Nach Homann und Blome-Drees befasst sich Unternehmensethik mit der Fragestellung, welche moralischen Normen und Ideale unter den Bedingungen der modernen Wirtschaft und Gesellschaft von Unternehmen zur Geltung gebracht werden können.[51] Hunziker erkennt bereits 1980, dass das Verhältnis zwischen Unternehmen und Gesellschaft einem steten Wandel unterliegt.[52][35][36][37][38][39][40][41][42][43][44][45][46][47][48]

Suchanek stellt die Verbindung von Ethik und unternehmerischem Erfolg her, indem er danach fragt, wie Moral und Eigeninteresse füreinander fruchtbar gemacht werden können.[53] Er untersucht die Bedingungen für Investitionen in die gesellschaftliche Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. Unter Investitionen zur Auflösung des Konflikts vesteht er: Investitionen in das Produkt, Investitionen in die Produktivität der Mitarbeiter bzw. in die Unternehmenskultur, Investitionen in die Reputation, Investitionen in Beziehungen (Sozialkapital), Investitionen in die Rahmenordnung des Wettbewerbs und Investitionen in wirtschaftsund unternehmensethische Aufklärung. Seine Überlegungen fasst er zusammen „in Form eines Imperativs, der verstanden werden kann als ökonomische Reformulierung des Grundgedankens globaler Ethik, der Goldenen Regel ... Investiere in die Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil!“[54]

Einen anderen Ansatz verfolgt Müller-Christ mit der Gestaltung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements.[55] Aus einer wirtschaftsökologischen Perspektive erkennt er die Notwendigkeit, mehr in den Nachschub an ökologischen, sozialen und ökonomischen Ressourcen zu investieren und widerlegt damit den Resource- Dependence-Approach. Das Ausnutzen von Ressourcen sei nicht mehr rational im Umgang mit den betrieblichen Umwelten, greift viel zu kurz und bedroht langfristig das Überleben der Unternehmen.[56] „Systemtheoretische, koevolutionstheoretische wie auch haushaltstheoretische Überlegungen weisen darauf hin, dass das Überleben der Unternehmen vom Überleben ihrer Umwelten abhängt.“[57][58]

2.1.2 CSR als dynamisches und umfassendes Konzept

Heutzutage basiert das CSR-Verständnis auf dem Stakeholder Modell, das je nach Unternehmen und Kontext variiert und sich aus Sicht der verschiedenen Stakeholder dynamisch darstellt.[59] Die inhaltliche Konkretisierung des CSR-Konzepts wird von verschiedenen Gruppen diskutiert.[60]

Als Mittel zur Institutionalisierung der gesellschaftlichen Verantwortung entwickelten Organisationen wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Organisation der Vereinten Nationen (UNO)[61] Mindeststandards und Verhaltenskodizes, die vor allem die Aktivitäten multinationaler Unternehmen regeln und sich mit Fragen der Sozialpolitik, Auslandsinvestitionen und des Technologietransfers beschäftigen.[62] Dyllick stellt fest: "Sie sind als Formen der Fremdregulierung anzusehen, die z.T. .. quasi-gesetzlichen Charakter haben."[63] Kuhlen weist darauf hin, dass Unternehmen diese als Orientierung für eigene Mindeststandards verwenden können.[64] Weiterhin diskutieren und unterstützen vielerlei nationale und internationale Initiativen das Konzept CSR. Es ist an dieser Stelle nicht meine Absicht auf die Vielzahl an Verhaltenskodizes, Standards und Initiativen einzugehen, obwohl sie zum heutigen CSR-Verständnis erheblich beigetragen haben.[65]

Nichtregierungsorganisationen fordern die Etablierung dieser CSR-Normen.[66] Je nach Interesse des Akteurs werden unterschiedliche Elemente betont (Menschenrechte, Umweltstandards, etc.). Investoren legen ihren Schwerpunkt auf andere Bereiche von CSR (Ethische Investments, Ratings, Transparenz und Kontrolle, Corporate Governance). Weitere Treiber der Diskussion um CSR sind die Konsumenten. Mit der Möglichkeit des Boykotts können sie ihre Marktmacht gegenüber den Unternehmen demonstrieren. Hinzu kommt, dass die Berichterstattung in den Medien immer mehr Verbraucher hin zu einem nachhaltigen Konsum sensibilisiert. Nicht zuletzt deshalb integrieren die Unternehmen CSR in ihre Unternehmensstrategie. Über entsprechendes Marketing (Cause-Related-Marketing) und Public Relations verstärkt sich die öffentliche Wahrnehmung bezüglich CSR. Ein anderer Aspekt betrifft ihre Lieferketten. Zunehmend setzen vor allem multinationale Unternehmen Standards entlang ihrer gesamten Lieferketten. Unternehmensgründer, die eine Zusammenarbeit mit einem dieser Unternehmen anstreben, kommen dann - wenn ihnen die Chance einer solchen Kooperation nicht entgehen soll - zwangsweise mit CSR in Berührung. Einer der wichtigsten Akteure in Europa ist die Politik.[67] CSR als strategisches Konzept wird von der Europäischen Kommission seit dem Jahr 2000 diskutiert und gesteuert. Sie sucht den Dialog mit allen Interessenvertretern, um ihre Ziele durchzusetzen.[68]

Abschließend soll anhand des europäischen CSR-Verständnisses[69]die Definition von CSR, von der die vorliegende Arbeit ausgeht, deutlich gemacht werden.[70] Die Europäische Kommission definiert CSR als „ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehung mit ihren Stakeholder zu integrieren. Sozial verantwortlich handeln heißt nicht nur, die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, sondern über die bloße Gesetzeskonformität hinaus 'mehr' investieren in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehungen zu anderen Stakeholdern.“[71] Unternehmen wird zusätzlich zu ihrer Verantwortung gegenüber den Shareholdern eine Verantwortung für das Gemeinwohl und die öffentlichen Aufgaben zugesprochen. CSR stützt sich auf die drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Umwelt[72] und setzt auf freiwillige Initiativen der Unternehmen.[73] CSR soll in allen Dimensionen unternehmerischen Handelns wirken.[74] Aktuell sieht die Europäische Kommission CSR als Quelle von Innovationen für gesellschaftliche Problemstellungen.[75] Beziehungen mit externen Stakeholdern können Unternehmen dazu veranlassen, neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Aufbauend auf den vorangegangenen Ausführungen lässt sich abschliessend CSR als ein dynamisches und umfassendes Konzept definieren, das

- soziale Belange und die Umwelt betrifft,
- zu nachhaltiger Entwicklung beiträgt,
- die Einhaltung der Rechtsvorschriften voraussetzt,
- unternehmerisches Engagement über die Einhaltung der Rechtsvorschriften hinaus beinhaltet,[76]

[...]


[1] Brecht (1964), S. 131, Unternehmerisches Handeln nach moralischem Gesetz, zum Wohl der Gesellschaft und als individuelles Glücksbedürfnis ist für den dritten Gott in Brechts Parabelstück „Der gute Mensch von Sezuan“ unmöglich.

[2] Die Begriffe „Corporate Social Responsibility“ und „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen“ werden in der vorliegenden Arbeit synonym verwendet.

[3] Wieland (2005), S. 9f.

[4] ‘‘an eclectic field with loose boundaries, multiple memberships, and differing perspectives; broadly rather than narrowly focused, multidisciplinary; wide breadth; brings in a wider range of literature; and interdisciplinary’’ Carroll (1994), S. 14

[5] Knudsen (2007), URL siehe Literaturverzeichnis. Die dargestellte Sicht auf die heutige Wirtschaft kann das zu Beginn erwähnte Dilemma auflösen. Auch Zsolnai bemerkt: "The moral foundation of capitalism should be reconsidered. ... We should find substantive value-backgrounds to develop alternative views on economic activities." Zsolnai (2003), S. 6 Die Anlehnung an Friedman ist in diesem Zusammenhang nur an der Wortwahl zu verstehen, da Friedman sich auf Unternehmensentscheidungen von Managern bezog, die Agenten eines Prinzipals, nämlich der Kapitalgeber, sind. Bei Unternehmensgründungen besteht diese Prinzipal-Agenten Beziehung nur, wenn ein Investor beteiligt ist.

[6] vgl. Brink (2002), S. 11ff sowie Hansen (2005), S. 373ff.

[7] vgl. Holzborn (2006), S. 93, Quairel/Auberger (2005), S. 111ff., Spence u.a. (2003), S. 17ff., Spence/Schmidpeter (2003),

S. 93ff., Spence/Rutherfoord (2003), S. 1ff., Spence/Lozano (2000), S. 43ff., Spence u.a. (2000), S. 945ff., Tilley (2000), S. 31ff., Princic u.a. (2003), URL siehe Literaturverzeichnis

[8] Unternehmensgründungen gelten als Triebfeder für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum von Volkswirtschaften. vgl. Schwarz/Grieshuber (2003), S. 1, Carree/Thurik (2000), S. 437ff. Für aktuelle Statistiken zum Gründungsgeschehen in Deutschland vgl. Kohn/Spengler (2007), S. 2ff., Sternberg u.a. (2007), S. 11ff. sowie IFM (2007), URL siehe Literaturverzeichnis

[9] Habisch (2006), S. 40f

[10] In der deutschsprachigen BWL wird das Thema CSR noch selten behandelt, da es „nicht als Erfolgsfaktor gesehen ... und dann auch nicht dem Leitbild betriebswirtschaftlicher Forschung entspricht.“ Hansen (2004), S. 66

[11] So ergibt eine Datenbanksuche (EBSCO - Business Source Premier) nach wissenschaftlichen Artikeln mit dem Schlagwort "Corporate Social Responsibility" im Titel innerhalb des letzten Jahrzehnts (1997 bis 2007) 2438 Treffer, während es im vorletzten (1986 bis 1996) nur 144 Treffer waren. Bei Unternehmensgründungen und dem in der Gründungsforschung dafür international verwendeten Begriff "Entrepreneurship" sind es 13371 Treffer (1997 bis 2007) zu 3228 Treffern (1986 bis 1996). Die Zunahme der wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesen Themen spricht für eine wachsende Bedeutung innerhalb der betriebswirtschaftlichen Forschung.

[12] Hierzu zählen u.a. Hildegard Schick, die Unternehmensgründungen in Bezug auf ihre ökologische Orientierung untersucht hat, vgl. Schick (2007), S. 1ff., Schick u.a. (2002), S. 59ff., Kai N. Hockerts, der das Entstehen von Nachhaltigkeitsinnovaionen analysiert hat, vgl. Hockerts (2003), S. 2ff., Undine Dellisch, die einen eLearning Kurs entworfen hat, vgl. Dellisch (2006), S. 303ff. sowie einige Forschungsarbeiten zu „Ecopreneurship“ und „Social Entrepreneurship“. vgl. hierzu Kapitel 4.1.3 und 4.1.4

[13] "Die Innovation besteht nicht darin, daß etwas zum Vorschein kommt, was verborgen war, sondern darin, daß der Wert dessen, was man immer schon gesehen und gekannt hat, umgewertet wird." Groys (2002), S. 11

[14] CSR-Ansätze basieren auf der Annahme, dass große Unternehmen die Norm darstellen. Sie wurden in und für große Unternehmen entwickelt. vgl. in diesem Zusammenhang Jenkins (2004), S. 55ff. und Tilley (2000), S. 31ff.

[15] „Strategische CSR hilft Unternehmen ... sich eine einzigartige Position zu verschaffen ... soziale Themen (eröffnen; der Verf.) gleichzeitig neue Geschäftschancen und Innovationsmöglichkeiten.“ Porter/Kramer (2007), S. 26

[16] Seit Hans Ulrich ist die Unternehmung als "ein umfassendes, im gesellschaftlichen Kontext stehendes Ganzes, als produktives, soziales System zu verstehen." Ulrich (2001), S.7 „Dieses Denken in dynamischen, offenen Systemen ist zwangsläufig interdisziplinär, gemessen an den bisherigen Grenzziehungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen. Es gibt ja für den handelnden Menschen keine disziplinären Probleme, sondern es gibt nur disziplinäre Wissenschaften.“ ebenda, S. 542

[17] Ziel der Arbeit ist es nicht, eine optimale Umsetzungsform von CSR vorzugeben. Es soll hier auch nicht der Eindruck entstehen, dass für Unternehmensgründer alle Bereiche von CSR relevant sind, denn es kann kein absolutes und für alle Unternehmen „ideales“ CSR geben. Mit den aufgespannten Dimensionen und vorgeschlagenen Handlungsfeldern wird der Vielschichtigkeit an Ausgestaltungsmöglichkeiten eines unternehmerisch verantwortlichen Handelns Rechnung getragen.

[18] Die besonderen Aspekte von CSR bei Unternehmensgründungen in Entwicklungsländern, die sicher auch eine große Rolle spielen, werden aus Gründen der Themenabgrenzung nicht weiter berücksichtigt.

[19] "In der angloamerikanischen Szene variiert der Terminus auf dem Kontinuum von der traditionell-ökonomischen Friedmanschen Interpretation der Gewinnorientierung bzw. -maximierung bis hin zu modernen Interpretationen der Corporate Good Citizenship..." Brink (2002), S. 27. Vgl. in diesem Zusammenhang auch Carrol (1999), S. 268ff., Kreikebaum (1996), S. 39f. und Sachs (2000), S. 15ff.

[20] Für einen guten Überblick zum interdisziplinären und differenzierten Gebrauch der Begriffe "Verantwortung" und "Corporate Social Responsibility" in den USA vgl. Brink (2002), S. 12ff. sowie die dort angegebene umfangreiche Originalliteratur.

[21] Bowen (1953), S. 6

[22] vgl. Friedman (1962), S. 3ff. und Levitt (1958), S. 41ff.

[23] vgl. Dyllick (1989), S. 86

[24] vgl. Wartick and Cochran (1985), S. 758

[25] vgl. hierzu und im Folgenden Carrol (1991), S. 42 und Carrol (1979), S. 500

[26] vgl. Epstein (1987), S. 99

[27] vgl. Drucker (1984), S. 53

[28] Freeman (1984), S. 49

[29] In der Literatur taucht auch manchmal der Begriff „Anspruchsgruppen“ auf. Die Begriffe „Stakeholder“ und „Anspruchsgruppen“ werden in der vorliegenden Arbeit synonym verwendet.

[30] vgl. Donaldson/Preston (1995), S. 70 sowie Freeman u.a. (2004), S. 364ff.

[31] Der Begriff „Triple Bottom Line“ (TBL) bezeichnet die dreifache Rechenschaftslegung eines Unternehmens nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten. vgl. dazu u.a. Elkington (1997), S.3ff., Norman/MacDonald (2004), S. 243ff. sowie Kapitel 2.2.3

[32] vgl. hierzu und im Folgenden Porter/Kramer (2007), S. 22 und Porter/Kramer (2003), S. 42ff.

[33] Spence/Rutherdoord (2003), S. 1, vgl. dazu auch Spence/Schmidpeter (2003), S. 93ff., Spence u.a. (2003), S. 17ff. Für eine ausführliche Darstellung des Begriffs vgl. Adler/Kwon (2002), S. 17ff. sowie die dort angegebene Originalliteratur.

[34] vgl. Spence u.a. (2003), S. 17ff

[35] Bowen (1953), S.6

[36] McGuire (1963), S. 144

[37] vgl. hierzu und im Folgenden Friedman (1970), S. 253ff.

[38] vgl. hierzu und im Folgenden Sethi (1975), S. 58ff.

[39] vgl. die Ausführungen zu CSR1 und CSR2 bei Loew (2004), S. 23f.

[40] Frederick (1987), S. 6

[41] Carroll (1979), S. 500

[42] vgl. Drucker (1984), S. 53ff.

[43] Wartick/Cochran (1985), S. 758ff.

[44] vgl. Freeman (1984), S. 49ff

[45] vgl. Epstein (1987), S. 99ff.

[46] vgl. Elkington (1997), S.3ff.

[47] vgl. Porter/Kramer (2007), S. 22 und Porter/Kramer (2003), S. 42ff

[48] Spence/Rutherdoord (2003), S. 1

[49] vgl. hierzu Schwerk (2007), S. 18 sowie Beschorner u.a. (2005), S. 11 und Palazzo (2000), S. 103

[50] Normenund wertorientierte Ansätze argumentieren aus einer deontologischen Perspektive. Der moralische Wert an sich steht im Vordergrund; oft wird Kants Kategorischer Imperativ als Beispiel angeführt. vgl. Schwerk (2007), S. 18

[51] vgl. Homann/Blome-Drees (1992), S. 14

[52] vgl. Hunziker (1980), S. 13

[53] vgl. hierzu und im Folgenden Suchanek (2001), S. 108ff. 54 Suchanek/Lin-Hi (2006), S. 15

[55] vgl. hierzu und im Folgenden Müller-Christ (2001), S. 1ff.

[56] vgl. in diesem Zusammenhang auch die Ausführungen zum Begriff „Naturkapital“ bei Hockerts (2003), S. 22f und Held/Nutzinger (2001), S. 11ff.

[57] Müller-Christ (2001), S. 434

[58] Eine allgemein anerkannte Definition von CSR gibt es auf internationaler Ebene bisher nicht. Es ist also notwendig, zu einem Konzeptverständnis von CSR zu gelangen, auf dessen Basis sich Umsetzungsprozesse der gesellschaftlichen Verantwortung in der Praxis überprüfen lassen.

[59] vgl. Dunfee (1991), S. 23ff.; Hasnas (1998), S. 19ff.

[60] "... der Diskurs um Corporate Social Responsibility (ist; der Verf.) sowohl interessengesteuert als auch dynamisch ..." und erfährt " ... durch aktuelle gesellschaftliche Themen und die Medienberichterstattung kontinuierlich inhaltliche Wandlungen .." Bassen u.a. (2005), S. 233

[61] v.a. der Wirtschaftsund Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC)

[62] vgl. Kuhlen (2005), S. 17 und 61ff.

[63] Dyllick (1986), S. 97

[64] vgl. Kuhlen (2005) S. 17

[65] Auf internationaler Ebene sind vor allem die Global Reporting Initiative (GRI), der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), die Coalition for Environmentally Responsible Economies (CERES), Business for Social Responsibility (BSR), CSR Europe, The Copenhagen Centre (TCC), Social Accountability International (SAI), das Weltwirtschaftsforum (WEF) und die World Bank Group zu nennen. Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Darstellung bei Garcia (2005), S. 286. Auf nationaler Ebene sind vor allem CSR-Germany, das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Bundesinitiative Unternehmen: Partner der Jugend (UPJ) sowie das studentische Netzwerk für Wirtschaftsund Unternehmensethik (Sneep) zu nennen.

[66] vgl. hierzu und im Folgenden Bassen (2005), S. 232 67 vgl. hierzu und im Folgenden Wieland (2004), S. 2

[68] „Der Ausgangspunkt war der Lissabon-Prozess, in dem die EU-Mitgliedsstaaten sich darauf verpflichtet haben, Europa zu einem führenden Zentrum wirtschaftlichen Wachstums und der Prosperität zu gestalten und dies vor allem auch im Hinblick auf die Osterweiterung mit entsprechenden sozialen Mindeststandards zu flankieren.“ ebenda

[69] Die EU-Interpretation ist grundlegend für den europäischen Wirtschaftsraum anzusehen. Mit ihr soll ein einheitliches CSR-Verständnis gefördert werden. vgl. Europäische Kommission (2002), S. 7

[70] "In this sense, the EU interpretation of CSR is consistent with some of the most recent academic literature...” Perrini (2006), S. 306. Perrini stellt aber auch kritisch fest: "From the academic perspective, therefore, there is no one clear-cut definition of CSR. Responsible corporate behaviour is subjectively motivated. In particular, if social responsibility encompasses interaction with the entire social environment, then the difference between the managerial/academic literature and actual CSR behaviour must refer to the limitless possible interpretations of social phenomena and the links that result between companies and their stakeholders." ebenda

[71] Europäische Kommission (2001), S. 7

[72] "CSR can also be understood as the contribution to sustainable development. Social and environmental responsibilities are not separate, but two sides of the same coin, the responsible business." UNECE (2004), S. 30

[73] vgl. Homann (2004), S. 3

[74] vgl. Habisch (2003), S. 165

[75] vgl. hierzu und im Folgenden Europäische Kommission (2007), S. 3

[76] Die Frage nach der Gesetzeskonformität und des darüber hinaus gehenden, freiwilligen unternehmerischen Engagements ist einer der wesentlichen Diskussionspunkte in der europäischen Diskussion um CSR und wird deshalb mit in die Definition aufgenommen. Die Problematik ergibt sich aus der im Vergleich USA - Europa sehr unterschiedlichen Regelungsdichte bezüglich sozialer und ökologischer Aktivitäten im Rahmen der Unternehmenstätigkeit. Für die vorliegende Arbeit wird diese Problematik nicht geklärt.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten

Details

Titel
Analyse und Bewertung von Corporate Social Responsibility im Kontext von Unternehmensgründungen
Hochschule
Universität Stuttgart  (Betriebswirtschaftliches Institut)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
75
Katalognummer
V112212
ISBN (eBook)
9783640111367
ISBN (Buch)
9783640112708
Dateigröße
842 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Bewertung, Corporate, Social, Responsibility, Kontext, Unternehmensgründungen
Arbeit zitieren
Christian F. Lamparth (Autor), 2007, Analyse und Bewertung von Corporate Social Responsibility im Kontext von Unternehmensgründungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112212

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