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Die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge - Vom sündhaften zum heiligen Krieg

Title: Die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge - Vom sündhaften zum heiligen Krieg

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Felix Seidler (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Proseminarsarbeit will die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge aufzeigen. Konkret heißt dies, dass die Entwicklung des Krieges im Christentum als generell sündhafte Sache bis hin zum Krieg als verdienstvolle Handlungsform nachvollzogen, analysiert und bewertet werden soll. Jene geistigen Grundlagen werden in dieser Arbeit als erweiterter und komplexerer Begriff verstanden, der vor allem die geistigen Grundlagen aus Theologie und Theorie, aber auch teilweise Grundlagen aus Realakten abdecken soll. Auf eine exakte Definition des Kreuzzugsbegriffes sei für diese Arbeit bewusst verzichtet. Vielmehr soll hier mit einem generalisierenden Kreuzzugsbegriff operiert werden, der sich aber stark an den Kreuzzügen in die Region des heutigen Nahen Ostens orientiert.
In der Untersuchung der geistigen Grundlagen der Kreuzzüge muss vorweg erarbeitet werden, wie das Christentum im Laufe seiner Entstehung grundsätzlich zu Krieg und Gewalt stand. Nichts liegt hier näher, als mit einer Analyse entsprechender Bibelstellen zu beginnen und darauf aufbauend einen Blick in die christliche Theologie zu werfen. In der Arbeit wird dabei die These verifiziert werden, dass es im Christentum einen Wandel gegeben habe. Dieser Wandel wäre allerdings ohne die Schriften des Augustinus von Hippo Regius kaum vorstellbar, weshalb Augustinus vor Erarbeitung der Ursachen und Inhalte des Wandels Beachtung finden muss. Darauf aufbauend müssen die neuen Kriegsbilder vom „Gerechten“ und vom „Heiligen Krieg“ dargestellt und die beiden Kriegstypen voneinander abgegrenzt werden. Anschließend soll dann das vorher Genannte durch die Darstellung der Ideologie und Motivation der Kreuzfahrer untermauert und das Bild der geistigen Grundlagen damit vervollständigt werden.
Als zeitlicher Endrahmen sei für diese Arbeit das Ende des 12. Jahrhunderts gesetzt, da der Wandel aufgrund der Ereignisse bis dahin als weitestgehend abgeschlossen gelten kann. Die Recherche nach Quellen und Literatur für diese Arbeit gestaltete sich nicht besonders schwierig, da das Thema „Kreuzzüge“ als solches sehr gut erforscht ist. Komplizierter war dagegen die Auswahl der Quellen und Literatur, die tatsächlich in der Arbeit Verwendung finden sollten. Eine abschließende Bewertung der verwendeten Quellen und Literatur wird im Schluss erfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Christentum und die Gewalt bis zu den Kreuzzügen

1.1. Gewalt in der Bibel

1.2. Krieg in der christlichen Theologie

1.3. Gewalt und Märtyrertum bei Augustinus von Hippo Regius

2. Wandel der Einstellung zu Krieg und Gewalt

2.1. Ursachen und Inhalt des Wandels

2.2. Gerechter und Heiliger Krieg – Darstellung und Differenzierung

3. Ideologie und Motivation der Kreuzfahrer

3.1. Ideologie

3.2. Motivation und weitere Faktoren

Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge, indem sie die Transformation des christlichen Verständnisses von Krieg von einer primär sündhaften Handlung hin zu einem legitimierten, verdienstvollen "Heiligen Krieg" analysiert.

  • Die Entwicklung des pazifistischen Grundcharakters im Urchristentum.
  • Die zentrale Rolle der Schriften des Augustinus von Hippo Regius.
  • Ursachen und Auswirkungen des theologischen Wandels in der Vorkreuzzugszeit.
  • Differenzierung zwischen den Begriffen des "Gerechten Krieges" und des "Heiligen Krieges".
  • Ideologische Rechtfertigung und Motive der Kreuzfahrer für die Unternehmungen gen Jerusalem.

Auszug aus dem Buch

1.3. Gewalt und Märtyrertum bei Augustinus von Hippo Regius

Beschäftigt man sich mit den Vorstellungen von Krieg und Gewalt im Christentum im Zusammenhang mit den Kreuzzügen, so stößt man auf einen Namen eigentlich in jedem Werk. Augustinus von Hippo Regius und seine Schriften werden in der Literatur als eine, wenn nicht als die entscheidende geistige Grundlage der Kreuzzüge genannt. Seine Positionen sollen an dieser Stelle dargestellt werden.

Augustinus geht davon aus, dass gute und böse Menschen, auch wenn dieselbe Pein sie trifft, trotz ihrer gleichen Leiden dennoch ungleich leiden. Laut Augustinus komme es dabei eben nicht auf das Leiden an sich an, sondern darauf, wie das betreffende Individuum leide. Als Konsequenz daraus folgert er nicht nur, dass der Tod an sich weder gut noch schlecht sei, sondern, dass die Frage, wie der Tod und das Nachfolgende beschaffen sind, durch die Lebensführung des einzelnen Menschen beantwortet werde.

Diese Vorstellung wird wichtig, wenn man sich mit Augustinus´ Interpretation des fünften Gebotes beschäftigt. Der absolute Charakter dieses Gebotes wird von ihm zwar prinzipiell anerkannt, allerdings erklärt er und beruft sich dabei gleich zur Legitimation direkt auf Gott, dass es von diesem Gebot auch Ausnahmen gäbe. Wenn Gott selbst eine Tötung anordne, sei dies kein Mord mehr, sondern eine Vollstreckung des Willens Gottes und damit keine Sünde. Hier wird also Mord und auch Gewalt verdienstvoll, wenn sie Gottes Willen entspricht. Augustinus hat es mit dieser Auslegung des fünften Gebotes geschafft, den Absolutheitsanspruch des fünften Gebotes zu unterlaufen. Da Gott sich nicht direkt bei der Menschheit melden wird, um seine Befehle zu erteilen, ist hier Raum geschaffen für Menschen, sich zum Vertreter Gottes zu erklären und seine angeblichen Befehle zu verkünden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung und den methodischen Rahmen der Analyse über den Wandel des Kriegsbegriffs im christlichen Kontext bis zum 12. Jahrhundert.

1. Das Christentum und die Gewalt bis zu den Kreuzzügen: Das Kapitel belegt den pazifistischen Grundcharakter des Urchristentums durch eine Analyse biblischer Gebote und früher theologischer Positionen.

1.1. Gewalt in der Bibel: Hier wird anhand zentraler biblischer Stellen, insbesondere der Zehn Gebote und des Neuen Testaments, ein absolutes Gewaltverbot im frühen Christentum nachgewiesen.

1.2. Krieg in der christlichen Theologie: Es wird untersucht, wie die frühe christliche Theologie Krieg und Tötung bewertete und welche Bußstrafen für Gewaltakte existierten.

1.3. Gewalt und Märtyrertum bei Augustinus von Hippo Regius: Dieses Kapitel erläutert die entscheidende Rolle Augustinus', der durch die Interpretation göttlicher Willensvollstreckung Ausnahmen vom absoluten Tötungsverbot ermöglichte.

2. Wandel der Einstellung zu Krieg und Gewalt: Das Kapitel beleuchtet die historischen Ursachen für den Wandel der kriegskritischen Haltung der Kirche.

2.1. Ursachen und Inhalt des Wandels: Hier werden Faktoren wie das Reformpapsttum, der Investiturstreit und Einflüsse des Klosters Cluny als Treiber für die neue Wahrnehmung von Krieg analysiert.

2.2. Gerechter und Heiliger Krieg – Darstellung und Differenzierung: Es wird die begriffliche Abgrenzung zwischen dem defensiven "Gerechten Krieg" und dem moralisch überhöhten "Heiligen Krieg" vorgenommen.

3. Ideologie und Motivation der Kreuzfahrer: Dieses Kapitel verknüpft die zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlagen mit der tatsächlichen Kreuzzugsideologie.

3.1. Ideologie: Es wird das Selbstverständnis der Kreuzfahrer als "Volk Gottes" und Pilgerheer dargestellt, das unter einem Absolutheitsanspruch operierte.

3.2. Motivation und weitere Faktoren: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Beweggründe für die Teilnahme an Kreuzzügen, von der Sündenvergebung bis hin zu weltlichen Privilegien.

Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die fundamentale Bedeutung augustinischer Theologie für das Zustandekommen der Kreuzzüge hervor.

Schlüsselwörter

Kreuzzüge, Christentum, Gewalt, Heiliger Krieg, Gerechter Krieg, Augustinus von Hippo Regius, Theologie, Kreuzzugsideologie, Mittelalter, Papsttum, Märtyrertum, Sündenvergebung, Investiturstreit, Pilgerfahrt, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den mentalitätsgeschichtlichen und theologischen Wandel, der es der christlichen Kirche ermöglichte, den Krieg von einer zunächst abgelehnten, sündhaften Tätigkeit in eine religiös legitimierte und verdienstvolle Handlungsform umzudeuten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das biblische Gewaltverbot, die Lehren des Augustinus von Hippo Regius, die Entwicklung des Reformpapsttums und die Unterscheidung zwischen "Gerechtem" und "Heiligem" Krieg.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie sich das christliche Kriegsbild wandelte, um die geistigen Fundamente freizulegen, ohne die die Kreuzzüge historisch nicht möglich gewesen wären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoriegeleitete Literatur- und Quellenanalyse durch, indem er zentrale zeitgenössische Schriften und moderne Forschungsliteratur miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der pazifistischen Grundlagen, die Darstellung der Ursachen für den Einstellungswandel in der Kirche und die Analyse der Kreuzzugsideologie sowie der Motive der Teilnehmer.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Begriffe "Heiliger Krieg", "Augustinus", "Sündenvergebung" und "Kreuzzugsideologie" stehen zentral für den Inhalt der Untersuchung.

Welche Rolle spielt Augustinus von Hippo Regius konkret?

Augustinus wird als entscheidende geistige Instanz identifiziert, da er durch die Konstruktion der "göttlichen Willensvollstreckung" Ausnahmen vom Tötungsverbot schuf und damit die ethische Basis für legitimierte Kriege legte.

Wie unterscheidet der Autor zwischen dem "Gerechten" und dem "Heiligen" Krieg?

Der Autor definiert den "Gerechten Krieg" als defensiven Akt zur Friedenswiederherstellung mit moralischer Komponente, während der "Heilige Krieg" als religiös motiviertes, teils expansives Unternehmen ohne klares defensives Grundmuster beschrieben wird.

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Details

Title
Die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge - Vom sündhaften zum heiligen Krieg
College
University of Würzburg  (Institut für Geschichte)
Course
Die Kreuzzüge und die Kreuzfahrerstaaten bis 1187
Grade
2,3
Author
Felix Seidler (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V112266
ISBN (eBook)
9783640111077
ISBN (Book)
9783640111220
Language
German
Tags
Grundlagen Kreuzzüge Krieg Kreuzzüge Kreuzfahrerstaaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Seidler (Author), 2007, Die geistigen Grundlagen der Kreuzzüge - Vom sündhaften zum heiligen Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112266
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