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Machtverhältnisse innerhalb der UNO - Vetopolitik im Sicherheitsrat

Title: Machtverhältnisse innerhalb der UNO - Vetopolitik im Sicherheitsrat

Diploma Thesis , 2008 , 90 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Bogdan Zivaljevic (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Im Rahmen der Politikwissenschaft wird gelehrt, dass die Begriffe Macht und Interesse eine zentrale Stelle einnehmen. Das Ziel dieser Arbeit ist das Überprüfen ihrer Existenz im Rahmen der internationalen Politik. Als Zeitraum für die mit diesen Begriffen verbundene Konstellationsanalyse werden die Zeit des Kalten Kriegs und die nach dem Demise of Communism entstandene Weltordnung genommen. Dabei wird die Polarität der Beziehungen in der internationalen Politik überprüft. Was die Theorie betrifft, werden v. a. Begriffe wie Macht, Legalität und Interesse in Betrachtung genommen. Sie werden später bei der Verifizierung (der Resolutionen und anderer UNO-Verabschiedungen) der mittels der Triangulation gewonnenen Daten verwendet und können dadurch als ihr theoretischer Vordergrund gesehen werden. Sowohl in theoretischer als auch in empirischer Hinsicht existiert ein gewisser Forschungsfreiraum, der dazu dient, eine möglichst kompakte und plausible Analyse gewährleisten zu können und ihre Bindung an die Haupt(Hypo)Thesen klar zu machen. Am Ende der Forschung soll ein individueller Stand zur heutigen Weltordnung erzeugt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) EINLEITUNG

Begründung und Eingrenzung des Themas

Formulierung der Fragestellung

Methodisches Vorgehen

Zielsetzungen

2) MACHT

Typologisierung der Macht

Macht im Kontext der internationalen Beziehungen

Neorealistischer Ansatz als passende Theorie in Bezug auf die Macht

Soft und Hard Power in Internationalen Beziehungen

3) INTERESSE

Interessenausgleich

Interessenheterogenität

Interessenaggregation

Interessenartikulation

Interessenverbände / Lobbies

4) WELTORDNUNGSMODELLE

Charakteristika

Grundmodelle

Unipolarität

Bipolarität

Multipolarität

Das Ende der bipolaren Ordnung

Gleichgewicht

Legitimität

Global Governance

Der neue Multilateralismus

Zukunftsperspektiven

5) DIE VEREINTEN NATIONEN

Historischer Überblick

Die rechtlichen Rahmen / Befugnisse des Sicherheitsrates:

Resolution als rechtliches Instrument der Entscheidungsdurchsetzung

Veto

S/ PV 190: Mitgliedschaftsapplikation Österreichs

S/3787: Die Indien-Pakistan Frage (Jammu und Kaschmir)

S/9696: Die Frage in Bezug auf die Situation in Südrhodesien

S/15185: Die Situation am Nahen Osten

Die Resolution 1244, Kosovo Frage

6) ZUKUNFTSDEBATTE/HEGEMONIE

Conclusio

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Diplomarbeit ist die Analyse der Machtverhältnisse und deren Konstellationen innerhalb der Vereinten Nationen, insbesondere im UN-Sicherheitsrat. Der Fokus liegt dabei auf der theoretischen Einbettung und empirischen Verifizierung machtbezogener Phänomene im Kontext des Kalten Krieges sowie der Weltordnung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.

  • Machtbegriff und Machttypologien in den internationalen Beziehungen
  • Analyse von Interessenskonflikten und deren Auswirkungen auf globale Entscheidungsfindungsprozesse
  • Untersuchung von Weltordnungsmodellen (Unipolarität, Bipolarität, Multipolarität)
  • Bedeutung und Funktion des Vetorechts als Instrument der Machtausübung
  • Fallstudien zu spezifischen UN-Resolutionen und deren politischer Relevanz

Auszug aus dem Buch

Macht im Kontext der internationalen Beziehungen

Die Einzigartigkeit des Machtbegriffs besteht darin, dass er in Zusammenhang mit jedem politikwissenschaftlichen Begriff steht. Viele Begriffe erscheinen als ihre Derivate und ihre Polarität ist auch machtpolaritätsabhängig. In den kommenden Zeilen möchte ich den Begriff der Macht insbesondere in dem Sinne diskutieren. Obwohl ich nicht hundertprozentig mit der Theorie der einen, einzigen Weltmacht einverstanden bin, ist die Dominanz der Vereinigten Staaten zweifellos erkennbar und beweisbar. Diese Macht würde ich nach Brzezinskis Kriterien (vgl. Brzezinski, 1994, 107) in vier Kategorien unterteilen: 1) globale militärische Reichweite, 2) globaler ökonomischer Einfluss, 3) globale kulturell-ideologische Anziehungskraft und 4) globale politische Einflussnahme.

Obwohl das Buch gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geschrieben war, hat sich diese Typologisierung nicht besonders geändert. Was sich aber geändert hat ist die Superiorität der USA im globalen Kontext. Daraus stelle ich fest, dass man heutzutage weder von einer Uni- noch von einer Multipolarität reden kann. Diese Aussage soll im Rahmen der Forschung, insbesondere in dem letzten, evaluierenden Kapitel diskutiert werden.

Wie Brzezinski (1998,112) weiter anmerkt, kommt es auch zu einer Globalisierung der politischen Moral. In seinem Sinne kann die Globalisierung der Moral als Gesamtheit der ethischen Normen verstanden werden. Ihr amerikanisches Attribut und ihre Dominanzrolle sind noch immer spürbar. Wenn die Globalisierung als treibende Kraft der Weltordnung wahrgenommen wird, fragen wir uns nach ihrem Charakter. Sie erscheint heute weniger amerikanisch als vor zehn Jahren. Die heutige Lage entspricht mehr einem undefinierten, einiger Maßen chaotischen Zustand. Die Auseinandersetzungen dieser vom Westen führenden Globalisierung lassen sich in Abwesenheit der politischen Einheit erkennen. Der Krieg gegen Terrorismus wird immer mehr der Krieg eines Staates gegen einen undefinierten Feind. Anderseits verliert die Globalisierung, die in ihren Phasen als eine Mischung der Europäisierung und Amerikanisierung verstanden werden konnte, an ihrem Standardwert und ihrer Einheit. Deswegen wäre es vielleicht diskutabel von einer Globalisierung in ihrem ursprünglichen Sinne zu reden. Die Machtausübung erfolgt immer mehr als Ergebnis einer unilateralen Politik und die Ohnmacht der internationalen Institutionen warnt über ein mögliches Scheitern der Gleichgewichtsanstrebungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Macht- und Interessenanalyse innerhalb der internationalen Politik mit Fokus auf die Zeit des Kalten Krieges und die Ära danach.

2) MACHT: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Machtbegriff, seiner Typologisierung und Anwendung im Kontext internationaler Beziehungen.

3) INTERESSE: Analyse des Begriffs Interesse als zentrales Element des politischen Prozesses sowie dessen Einfluss auf Machtkonstellationen.

4) WELTORDNUNGSMODELLE: Untersuchung theoretischer Modelle wie Unipolarität, Bipolarität und Multipolarität und deren Relevanz für das Verständnis der heutigen Weltpolitik.

5) DIE VEREINTEN NATIONEN: Historischer Überblick und rechtliche Analyse der Funktionsweise des Sicherheitsrates sowie praktische Fallstudien anhand ausgewählter Resolutionen.

6) ZUKUNFTSDEBATTE/HEGEMONIE: Diskussion über hegemoniale Zustände, Imperien und Zukunftsperspektiven der internationalen Ordnung.

Schlüsselwörter

Macht, Interesse, Vereinte Nationen, Sicherheitsrat, Veto, Weltordnung, Bipolarität, Multipolarität, Geopolitik, Internationale Beziehungen, Legitimität, Global Governance, Neorealismus, Außenpolitik, Machtkonstellation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Machtverhältnisse innerhalb der Vereinten Nationen, mit einem speziellen Fokus auf die Vetopolitik im Sicherheitsrat und deren Auswirkungen auf die internationale Weltordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den Machtbegriff, Interessenartikulation im globalen Kontext, verschiedene Weltordnungsmodelle sowie die rechtliche und politische Struktur des UN-Sicherheitsrates.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch eine Inhaltsanalyse von UN-Resolutionen zu verstehen, wie Macht in der internationalen Politik lokalisiert ist und wie sich diese Prozesse über verschiedene zeitliche Epochen hinweg verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine Triangulation, bestehend aus Inhaltsanalysen von Resolutionen, Experteninterviews und der Analyse von Sitzungsprotokollen sowie Medienberichten, um eine sozialwissenschaftliche Untersuchung der Machtphänomene zu gewährleisten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Macht, Interesse, Weltordnungsmodelle) erarbeitet und mit einer empirischen Analyse von historischen Vetofällen verknüpft, um die Dynamik der internationalen Politik aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Macht, Veto, Sicherheitsrat, Bipolarität, Multipolarität, Legitimität und Global Governance.

Warum ist das Vetorecht für die Arbeit so wichtig?

Das Veto wird als zentrales Kontrollinstrument und Realitätsausdruck der Machtverhältnisse der Vetomächte im Sicherheitsrat identifiziert, welches die Interessen der Blockmächte widerspiegelt.

Welche Rolle spielt die Resolution 1244 in der Untersuchung?

Die Resolution 1244 zur Kosovo-Frage dient als aktuelles Fallbeispiel, an dem die Turbulenz der heutigen Weltordnung und die Kompromissfindung zwischen den Großmächten verdeutlicht wird.

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Details

Title
Machtverhältnisse innerhalb der UNO - Vetopolitik im Sicherheitsrat
College
University of Vienna  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,00
Author
Bogdan Zivaljevic (Author)
Publication Year
2008
Pages
90
Catalog Number
V112276
ISBN (eBook)
9783640122295
ISBN (Book)
9783640123650
Language
German
Tags
Machtverhältnisse Vetopolitik Sicherheitsrat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bogdan Zivaljevic (Author), 2008, Machtverhältnisse innerhalb der UNO - Vetopolitik im Sicherheitsrat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112276
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