In der heutigen Zeit ist es einfach geworden, sich jederzeit mit digitaler Musik zu versorgen. Besonders die illegalen Musiktauschbörsen erlebten in den neunziger Jahren einen Boom.
Musik war sofort und kostenlos verfügbar. Aufgrund der Neuheit und Einfachheit dieser Möglichkeiten gibt es wenig Rechts- bzw. Unrechtsempfindungen bei den Nutzern. Der Schaden, der durch dieses Verhalten bei den Produzenten der Musik entsteht, ist, besonders nach Angaben der Musikindustrie, groß. Unter anderem aus diesem Grund gibt es Gesetze, die die Produzenten von geistigen Schöpfungen
vor unbefugter Nutzung ihrer Werke schützen. In Europa existiert hierzu das
Urheberrechtsgesetz, in den Vereinigten Staaten von Amerika wird das Copyright angewandt. Die beiden Gesetze haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede, auf die im Verlauf der Arbeit näher eingegangen wird. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den ökonomischen Auswirkungen der beiden Konzepte. Als Grundlage für diese Betrachtung wird die Theorie der Property Rights dienen. In diesem Zusammenhang soll untersucht werden, wie sich die Aspekte der Verfügungsrechte, des Eigentums und der Allokation jeweils in den unterschiedlichen
Szenarien verhalten.
Zuerst soll zu diesem Zweck auf digitale Musik als öffentliches Gut und die Probleme, die dadurch entstehen eingegangen werden. Im Folgenden werden die Grundlagen der Property-Rights-Theory erläutert und diese, nach der Vorstellung der beiden Gesetze, auf die vorliegende
Rechtslage angewandt.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Digitale Musik als öffentliches Gut
1.1 Öffentliche Güter
1.2 Anreize zur marktlichen Bereitstellung
2 Grundlagen der Property-Rights-Theory
3 Property Rights für Musik in Urheberrecht und Copyright
3.1 Das kontinental-europäische Urheberrecht
3.1.1 Inhalte
3.1.2 Property Rights
3.2 Das anglo-amerikanische Copyright Law
3.2.1 Inhalte
3.2.2 Property Rights
4 Copyright und Urheberrecht - Rahmenbedingungen für eine effiziente Allokation von Musik?
5 Fazit
A Gesetzestexte
A.1 Urheberrechtsgesetz
A.2 Copyright Law
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Schutz digitaler Musik durch das Urheberrecht und das Copyright im Hinblick auf ökonomische Effizienz. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die beiden Rechtssysteme durch ihre Ausgestaltung der Verfügungsrechte exklusives Eigentum schaffen können, um eine effiziente Allokation sicherzustellen und Anreize für die Produktion geistiger Werke zu wahren.
- Charakterisierung digitaler Musik als ausschließbares öffentliches Gut
- Anwendung der Property-Rights-Theorie auf den Bereich des geistigen Eigentums
- Vergleich der juristischen Ausgestaltung von Urheberrechten und Copyright
- Analyse der ökonomischen Auswirkungen von Schrankenregelungen und Ausnahmen
Auszug aus dem Buch
3 Property Rights für Musik in Urheberrecht und Copyright
Wie in Abschnitt 1.2 geschildert, fehlen den Produzenten von digitaler Musik Anreize zur ausreichenden Produktion Ihrer Kreationen. Grund dafür sind die Eigenschaften der ausschließbar öffentlichen Güter, die der Musik anhaften. Aufgrund der nicht autorisierten Nutzung durch die Trittbrettfahrer entsteht ein Marktversagen.40 Zur Lösung dieses Problems müssen Anreize in Form von Erträgen, die der Produzent für seine Schöpfung erhält, geschaffen werden. Copyrights und Urheberrechte stellen eine künstliche Versteuerung dar, um die technisch problemlose Übertragung von Informationsgütern auf Informationsträger für Unbefugte zu kompensieren, bzw. zu sanktionieren.41 Sie schützen den Produzenten (oder auch Rechteinhaber) vor unbefugter Nutzung seiner Schöpfung und erzeugen hinsichtlich der Vermarktung des Gutes eine gesetzlich geschützte, zeitlich begrenzte Monopolstellung. Das im europäischen Raum entstandene und verwendete Urheberrecht sowie das amerikanische Copyright weisen grundlegende, juristisch und ökonomisch relevante, Unterschiede auf,42 die im Folgenden erläutert werden sollen. Dabei sollen auch die Aspekte der Property Rights-Theory einbezogen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Hinführung zur Problematik der digitalen Musiknutzung und Darstellung des Untersuchungsgegenstands hinsichtlich ökonomischer Auswirkungen des Urheberrechts und Copyrights.
1 Digitale Musik als öffentliches Gut: Erläuterung der ökonomischen Eigenschaften digitaler Musik als ausschließbares öffentliches Gut und der resultierenden Marktproblematik.
2 Grundlagen der Property-Rights-Theory: Einführung in die ökonomische Theorie der Verfügungsrechte zur Analyse von Allokation und Eigentumsstrukturen.
3 Property Rights für Musik in Urheberrecht und Copyright: Detaillierte Gegenüberstellung der rechtlichen Strukturen in Kontinentaleuropa und den USA unter Anwendung der Property-Rights-Theorie.
4 Copyright und Urheberrecht - Rahmenbedingungen für eine effiziente Allokation von Musik?: Kritische Diskussion darüber, ob die untersuchten Rechtssysteme durch ihre Beschränkungen tatsächlich exklusives Eigentum und effiziente Allokation ermöglichen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Mängel beider Schutzsysteme und Ausblick auf mögliche Anpassungen unter Berücksichtigung sowohl ökonomischer als auch sozialer Aspekte.
A Gesetzestexte: Dokumentation der relevanten Paragraphen aus dem deutschen Urheberrechtsgesetz und dem US-amerikanischen Copyright Law.
Schlüsselwörter
Digitale Musik, öffentliches Gut, Property Rights, Urheberrecht, Copyright, Allokative Effizienz, Marktversagen, Verfügungsrechte, Exklusives Eigentum, Transaktionskosten, geistiges Eigentum, Fair Use, Anreize, ökonomische Analyse, Schutzsysteme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen von Urheberrecht und Copyright auf den Schutz und die Allokation von digitaler Musik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Property-Rights-Theorie, die ökonomische Einordnung von Musik als öffentliches Gut und der Vergleich der Rechtslage in Europa und den USA.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Vergleich beider Rechtssysteme unter dem Gesichtspunkt, ob sie durch die Schaffung exklusiven Eigentums eine ökonomisch effiziente Allokation von Musik ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtsvergleichende und ökonomische Analyse auf Basis der Property-Rights-Theorie angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den ökonomischen Grundlagen, einer detaillierten Analyse der Rechteinhaber-Strukturen in beiden Rechtssystemen sowie deren Auswirkungen auf die Handlungsfreiheit und Markteffizienz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Digitale Musik, Property Rights, Urheberrecht, Copyright, Marktversagen und allokative Effizienz sind die tragenden Begriffe.
Warum wird digitale Musik als "ausschließbar öffentliches Gut" klassifiziert?
Weil sie zwar bei Nicht-Rivalität im Konsum unbegrenzt kopierbar ist (öffentliches Gut), aber durch technische Maßnahmen (DRM) oder rechtliche Rahmenbedingungen dennoch in ihrer Nutzung begrenzt und damit ausschließbar gemacht werden kann.
Was unterscheidet das europäische Urheberrecht wesentlich vom anglo-amerikanischen Copyright?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Übertragbarkeit: Im europäischen Recht sind die persönlichkeitsrechtlichen Elemente des Schöpfers unveräußerlich, während das US-Copyright eine vollständige ökonomische Übertragung aller Rechte erlaubt.
Inwiefern beeinflussen Ausnahmeregelungen die Effizienz der Schutzsysteme?
Ausnahmen führen laut der Arbeit zu hohen Transaktionskosten und Unsicherheit, was die Bildung exklusiven Eigentums verhindert und somit die angestrebte ökonomische Effizienz untergräbt.
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- Iris Grelus (Author), 2007, Digitale Musik und effiziente Allokation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112298