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Persönlichkeitsstörungen aus systemischer Sicht - Ein hilfreicher Blick?

Titel: Persönlichkeitsstörungen aus systemischer Sicht - Ein hilfreicher Blick?

Seminararbeit , 2008 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Kurzmann (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Innerhalb dieser Arbeit, die ich im Zuge des Mittelseminars „Systemische Beratung“ verfasst habe, beschäftige ich mich mit der systemischen Sichtweise auf Persönlichkeitsstörungen. Dabei soll herausgefunden werden, ob und inwieweit systemische Therapie auch bei schwer persönlichkeitsgestörten Menschen helfen kann, denn für viele psychiatrische Langzeitpatienten ist ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben nicht mehr denkbar. Hierauf basiert aber die systemische Sichtweise im Gegensatz zu „anerkannten“ Therapieverfahren und der medikamentösen Behandlung nach medizinisch-kausalen Krankheitsmodellen. Des Weiteren soll geklärt werden, ob es hilfreich ist, gerade in Bezug auf Persönlichkeitsstörungen, das ganze System sowohl in die Diagnostik als dann auch in die Therapie mit einzubeziehen. Gibt es Zusammenhänge zwischen bestimmten Beziehungskonstellationen innerhalb Familien mit einem persönlichkeitsgestörten Mitglied? Und wie wirkt sich die Zuschreibung „Du hast eine Persönlichkeitsstörung“ auf das Verhalten des Betroffenen und dessen Umwelt aus? All dies sind Fragen, die in den folgenden Ausführungen beantwortet oder zumindest so behandelt werden sollen, dass ein Verstehen von Persönlichkeitsstörungen aus dem systemischen Blickwinkel möglich wird.
Dazu erscheint es zu Beginn sinnvoll, einige grundlegenden Gedanken des Systemischen darzustellen sowie einige Definitionen anzuführen, die den folgenden Ausführungen eine Basis geben. Dabei liegt ein Fokus auf dem Krankheitsverständnis in der systemischen Therapie, welches auch eng im Zusammenhang mit dem dort herrschenden Verständnis des Problembegriffs steht. Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass aufgrund des Umfangs der Arbeit eine eingehende Beschäftigung mit konstruktivistischen Ideen und den Kommunikationstheorien, auf die sich die systemische Therapie stützt, nicht möglich ist und deshalb zum größten Teil vorausgesetzt wird.
Darauf folgend soll das spezifische Vorgehen in der systemischen Therapie mit persönlichkeitsgestörten Menschen dargestellt werden. Auch hier kann nur ein genereller Blick ermöglicht werden, der nicht auf die einzelnen Störungen eingeht, sondern sich mehr auf ein generelles Therapiekonzept für Persönlichkeitsstörungen und hilfreiche Methoden zur Entstörung richtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Grundlagen

2.1 Persönlichkeit

2.2 Persönlichkeitsstörung

2.3 Klassifikationssysteme und Diagnostik

2.4 Krankheit aus systemischer Sicht

2.4.1 Das „Problem“ und dessen Chronifizierung

3. Systemische Therapie bei Persönlichkeitsstörungen

3.1. Therapiekonzept

3.2 Wie wirksam ist Systemische Therapie?

4. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und Hilfreichkeit systemischer Therapieansätze bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Ziel ist es, das Verständnis von psychischen Erkrankungen aus einer systemischen Perspektive zu beleuchten, die Interaktionsmuster innerhalb der Lebenswelt der Betroffenen zu analysieren und zu klären, inwiefern eine systemische Sichtweise zur therapeutischen Wirksamkeit beitragen kann.

  • Grundlagen der systemischen Sicht auf Persönlichkeit und Störungen.
  • Krankheitsverständnis und Chronifizierung von Problemen im systemischen Kontext.
  • Therapeutische Konzepte und Methoden zur Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen.
  • Evaluation der Wirksamkeit systemischer Ansätze in der Psychiatrie.
  • Bedeutung des sozialen Umfelds und der Patienten-Therapeuten-Beziehung.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Das Problem und dessen Chronifizierung

Zum Verständnis des Krankheitsbegriffs aus systemischer Sicht ist es wichtig, auch den Problembegriff und dessen Chronifizierung zu beleuchten, da gerade in psychiatrischen Krankenkarrieren dies besonders häufig vorkommt.

Das systemische Verständnis von Problemen basiert auf dem Grundgedanken „Problemdeterminierter Systeme“. Dies bedeutet, dass ein System nicht ein Problem „hat“, sondern dass das Problem ein Strukturmerkmal dessen ist. So entsteht ein Problem nicht durch das System, sondern das Problem selbst erzeugt ein System. Dadurch werden Probleme auch nicht als „Ausdruck einer inhärenten ‚Dysfunktionalität’“ (Schweitzer/von Schlippe 2007a, S.102) des Systems gesehen, sondern stellen sich als eine Folge einer Verkettung von Umständen dar. Dies impliziert, dass Schuldzuweisungen nicht möglich sind. Zusätzlich muss aus dieser Sicht auch nicht das System komplett verändert werden, sondern nur die Kommunikation um und über das Problem (vgl. ebd.). Dabei können die Problemdefinitionen der systemischen Therapie schon selbst mögliche Lösungswege innehaben, denn ein Problem wird hier als zwar einerseits unerwünschter Zustand, aber andererseits auch als generell veränderbar und veränderungsbedürftig, gesehen (vgl. Ludewig 1992, S.116).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Wirksamkeit systemischer Therapie bei Persönlichkeitsstörungen vor und verortet das Thema in der systemischen Beratung.

2. Definitionen und Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe der Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung sowie das systemische Krankheitsverständnis im Gegensatz zu psychiatrischen Modellen.

2.1 Persönlichkeit: Es werden die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Erforschung der Persönlichkeit (idiographisch vs. nomothetisch) diskutiert.

2.2 Persönlichkeitsstörung: Die Definition von Persönlichkeitsstörungen wird aus psychologischer sowie systemischer Sicht gegenübergestellt.

2.3 Klassifikationssysteme und Diagnostik: Das Kapitel befasst sich mit der Komplexität und den Grenzen psychiatrischer Diagnosesysteme wie ICD-10 und deren Integration in die systemische Arbeit.

2.4 Krankheit aus systemischer Sicht: Hier wird dargelegt, wie Krankheiten als Teil sozialer Interaktionen auf verschiedenen Systemebenen (biologisch, psychisch, sozial) verstanden werden.

2.4.1 Das „Problem“ und dessen Chronifizierung: Dieser Unterpunkt analysiert, wie Probleme innerhalb eines Systems entstehen und durch Kommunikation oder strukturelle Gegebenheiten chronifiziert werden.

3. Systemische Therapie bei Persönlichkeitsstörungen: Darstellung von therapeutischen Haltungen und konkreten Ansätzen zur Arbeit mit schwer persönlichkeitsgestörten Menschen.

3.1. Therapiekonzept: Das Kapitel erläutert, wie durch positive Konnotation und Ressourcenorientierung eine therapeutische Veränderung angestoßen werden kann.

3.2 Wie wirksam ist Systemische Therapie?: Eine Auseinandersetzung mit empirischen Wirksamkeitsstudien und den methodischen Schwierigkeiten der Evaluationsforschung.

4. Resümee: Ein abschließendes Fazit, das den Nutzen systemischer Ansätze in psychiatrischen Einrichtungen hervorhebt und den Bedarf an gesellschaftlicher Anerkennung diskutiert.

Schlüsselwörter

Systemische Beratung, Persönlichkeitsstörungen, Systemische Therapie, Krankheitsverständnis, Problemsystem, Chronifizierung, Positive Konnotation, Ressourcenorientierung, Diagnostik, psychiatrische Versorgung, soziale Konstruktion, therapeutischer Dialog, Wirksamkeitsstudien, Interaktionsprozess, Familienkontext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung systemischer Therapieansätze bei der Behandlung von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen systemische Grundbegriffe, das Verständnis von psychischer Krankheit als soziale Konstruktion, die Chronifizierung von Problemen sowie die spezifische Methodik der systemischen Therapie im psychiatrischen Kontext.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob eine systemische Sichtweise bei Persönlichkeitsstörungen hilfreich ist und ob sie bei schwer gestörten Patienten zu einer verbesserten Lebensqualität beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse systemischer Konzepte und deren kritischer Reflexion im Vergleich zu medizinisch-kausalen Modellen unter Einbeziehung vorhandener Literatur und Metaanalysen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition und Abgrenzung von Persönlichkeitsstörungen, der systemischen Diagnostik, der Dynamik von Problemsystemen sowie der Evaluation der Wirksamkeit systemischer Therapieverfahren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Schlüsselwörter sind unter anderem Systemische Therapie, Persönlichkeitsstörungen, Ressourcenorientierung, Problemsysteme und psychiatrische Krankenkarrieren.

Was unterscheidet das systemische Krankheitsverständnis von der klassischen Psychiatrie?

Die systemische Sicht betrachtet Krankheit nicht als isolierte Eigenschaft einer Person, sondern als Ausdruck und Folge von komplexen Beziehungsmustern und Interaktionen innerhalb eines sozialen Systems.

Welche Rolle spielt die "Chronifizierung" in der Argumentation der Autorin?

Die Autorin argumentiert, dass psychiatrische Versorgungssysteme durch die Etikettierung als "krank" oft unfreiwillig dazu beitragen, Probleme zu konservieren, anstatt sie aufzulösen.

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Details

Titel
Persönlichkeitsstörungen aus systemischer Sicht - Ein hilfreicher Blick?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Pädagogisches Institut)
Veranstaltung
Systemische Beratung
Note
1,0
Autor
Katharina Kurzmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V112313
ISBN (eBook)
9783640115037
ISBN (Buch)
9783640116096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Persönlichkeitsstörungen Sicht Blick Systemische Beratung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Kurzmann (Autor:in), 2008, Persönlichkeitsstörungen aus systemischer Sicht - Ein hilfreicher Blick?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112313
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Leseprobe aus  21  Seiten
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