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"Du kommst hier nicht rein!"

Migration - ein Hindernis im deutschen Schulsystem

Title: "Du kommst hier nicht rein!"

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bachelor Soziale Arbeit Rebecca Brohm (Author)

Social Work
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Die dritte PISA Studie hat es gezeigt: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund scheinen im deutschen Schul- und Ausbildungssystem Probleme zu haben. In einer Gesellschaft, in der schulische Leistungen von außerordentlicher Bedeutung sind für den zukünftigen Lebenslauf eines Menschen, sind die Ergebnisse alarmierend.
Viele ausländische Familien leben bereits in der 2. oder 3. Generation in Deutschland, trotzdem scheint eine Integration nicht wirklich stattgefunden zu haben. Die Probleme der Kinder und Jugendlichen in Schule und Ausbildung sind ein Aspekt an dem dies deutlich wird.
Ziel der Hausarbeit ist es mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu untersuchen und schließlich Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration ziehen.
Zunächst soll die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bezug auf Schule und Ausbildung dargestellt werden. Daraufhin soll der Frage nachgegangen werden, wieso dies so ist. Vorgestellt werden hierzu mögliche Risikofaktoren. Im darauffolgenden Teil schließlich werden Interventionsmöglichkeiten vorgestellt. Zuerst geht es um Möglichkeiten, die von Seiten der Schule angeboten werden könnten. Am Schluss wird anhand eines Beispiels aus der Praxis dargestellt, welche Rolle die Soziale Arbeit einnehmen kann um betroffenen Kindern und Jugendlichen zu helfen.
Eine wirklich umfassende Darstellung der Thematik ist in einer Hausarbeit leider nicht möglich, daher werden nur einzelne Aspekte dargestellt. Außerdem liegt die Konzentration auf Kindern und Jugendlichen in der Schule. Auch wird nicht im Speziellen zwischen der Situation von Jungen und Mädchen unterschieden, da es Ziel der Arbeit ist, einen allgemeinen knappen Überblick über das Thema darzustellen. Auch Probleme im Bereich Ausbildung, Studium etc. werden nur am Rande erwähnt, aber nicht extra beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und wie diese im bestehenden Schulsystem unterstützt und damit Leistungsunterschiede zu deutschen SchülerInnen verringert werden können. Es geht also nicht darum, ein komplett neues Schulsystemkonzept zu entwickeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsklärungen

1.1 Migration

1.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

2. Aktuelle Lage

3. Mögliche Risikofaktoren

3.1 Aufeinanderprallen verschiedener Erziehungsvorstellungen

3.2 Überforderung durch Selbstplatzierungsnotwendigkeit

3.3 Mangelnde Einbindung in die primäre Stufe des Bildungssystems (Kindergarten)

4. Interventionsmöglichkeiten

4.1 Bilinguales Schulsystem

4.2 Individuelle Förderung

4.2.1 Kindergarten/Vorschule

4.2.2 Schulzeit

4.3 Rolle der Sozialen Arbeit

4.3.1 Interkulturelle Kompetenz

4.3.2 Projektvorstellung Hamburg-Wilhelmsburg

5. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu untersuchen, die zu Bildungsschwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem führen, um daraus Schlussfolgerungen für eine gelingende Integration zu ziehen.

  • Aktuelle Situation von Kindern mit Migrationshintergrund im Bildungssystem
  • Analyse möglicher Risikofaktoren für schulischen Misserfolg
  • Bewertung von Interventionsmöglichkeiten wie bilingualem Unterricht
  • Bedeutung der individuellen Förderung im Kindergarten und in der Schule
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit und interkulturelle Kompetenz

Auszug aus dem Buch

3.1 Aufeinanderprallen verschiedener Erziehungsvorstellungen

Bildungs- und Erziehungsvorstellungen in Deutschland unterscheiden sich in vielen Fällen von denen in den Herkunftsländern der Migrantenfamilien. Robbers untersuchte u.a. diese Unterschiede in Bezug auf sozial schwache türkische Familien in Hamburg-Wilhelmsburg. Gerade wenn ein Elternteil erst durch die Hochzeit nach Deutschland gekommen ist, spielen kulturelle Werte des Herkunftslandes eine große Bedeutung in der Erziehung. Erziehungsmethoden der Argumentation und Induktion um so Kindern die Konsequenzen ihres Handelns für sich und andere bewusst zu machen, finden in moslemischen Kreisen wenig Anwendung. Stattdessen spielen Disziplinierungsmaßnahmen wie körperliche Bestrafung und Beschämung eine Rolle. Für viele moslemische Familien sind vorherrschende Werte Respekt, Gehorsam, Leistungsbereitschaft und die Erfüllung religiöser Pflichten. Eine große Rolle spielt der Begriff der Familienehre, der mit allen Mitteln nach außen verteidigt werden muss. Daraus resultieren unterschiedliche Grenzen für Jungen und Mädchen. Jungen haben die Ehre nach außen zu verteidigen, Mädchen sind mit ihrem Verhalten in der Familie dafür verantwortlich. Hier entstehen Konflikte mit hiesigen Vorstellungen von Erziehung. Eltern werden spätestens wenn Kinder in Kontakt mit deutschen Erziehungseinrichtungen kommen mit diesen entgegengesetzten Werten konfrontiert. Sicherlich merken auch die Kinder, dass hier andere Werte gelten und kommen möglicherweise in innere Konflikte.

Hinzu kommt, dass gerade bei türkischen Familien enge Bindungen zwischen den Generationen bestehen. In einem Dorf in der Türkei übernehmen alle Dorfbewohner Verantwortung für die Erziehung eines Kindes. In Deutschland sind die Eltern hingegen weitgehend auf sich selbst gestellt. Von ihnen wird viel mehr Erziehungskompetenz erwartet als im Heimatland. Am Beispiel der türkischen Familien wird deutlich, dass hier Spannungsfelder entstehen. Familien mit anderem Migrationshintergrund prallen an anderen Stellen auf Probleme. Diese Konflikte wirken sich auf die Kinder aus. In der Familie scheinen andere Werte zu gelten als in der Gesellschaft. Hierin müssen sie sich selbstständig zurecht finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärungen: Definition der Begriffe Migration sowie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zur Abgrenzung und Einordnung.

2. Aktuelle Lage: Darstellung der Bildungssituation von Migrantenkindern basierend auf den PISA-Studien und Aufzeigen der Leistungsunterschiede.

3. Mögliche Risikofaktoren: Untersuchung von Hindernissen wie unterschiedlichen Erziehungswerten, elterlicher Überforderung und mangelnder Einbindung in den Kindergarten.

4. Interventionsmöglichkeiten: Diskussion von bilingualen Schulsystemen, individueller Förderung und der Rolle der Sozialen Arbeit.

5. Schlusswort: Fazit über die Notwendigkeit einer langfristigen Integrationsförderung durch die deutsche Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Migration, Migrationshintergrund, Bildungssystem, PISA-Studie, Risikofaktoren, Erziehungsvorstellungen, Sprachförderung, Kindergarten, individuelle Förderung, Soziale Arbeit, Interkulturelle Kompetenz, Integration, Bildungschancen, Schulbildung, Hamburg-Wilhelmsburg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Bildungsbarrieren, auf die Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem stoßen, und sucht nach Wegen, diese zu überwinden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Bildungsbenachteiligung von Migranten, der Einfluss kultureller Erziehungswerte auf den Schulerfolg und die Bedeutung frühkindlicher Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge für die schulischen Schwierigkeiten zu identifizieren und konkrete Ansatzpunkte für die Soziale Arbeit und Bildungspolitik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, PISA-Studienergebnissen und die Analyse eines konkreten Praxisbeispiels aus Hamburg-Wilhelmsburg.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Risikofaktoren wie Erziehungskonflikte und Überforderung der Eltern sowie Lösungsansätze, darunter bilinguale Konzepte und die Stärkung interkultureller Kompetenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migration, Bildungschancen, Interkulturelle Kompetenz, Kindergarten und Schule geprägt.

Warum wird im Projektbeispiel besonders die türkische Sprache hervorgehoben?

Weil der Stadtteil Hamburg-Wilhelmsburg einen hohen Anteil türkischer Bewohner hat und die Muttersprache die Hemmschwelle senkt, sich über Erziehungsfragen auszutauschen.

Ist ein bilinguales Schulsystem laut der Autorin die Lösung für Deutschland?

Die Autorin ist skeptisch, da ein multilinguales System für die Vielzahl der Nationalitäten in Deutschland praktisch kaum leistbar und organisatorisch zu aufwendig erscheint.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Eltern?

Die Eltern werden als wichtigste Instanz gesehen, die jedoch häufig durch mangelnde Sprachkenntnisse und soziale Belastungen in ihrer Unterstützungskapazität eingeschränkt ist.

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Details

Title
"Du kommst hier nicht rein!"
Subtitle
Migration - ein Hindernis im deutschen Schulsystem
College
University of Applied Sciences Esslingen
Course
Entwicklung unter Risikobedingungen
Grade
1,0
Author
Bachelor Soziale Arbeit Rebecca Brohm (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V112328
ISBN (eBook)
9783640117086
ISBN (Book)
9783640117437
Language
German
Tags
Entwicklung Risikobedingungen Migration Bildung Migrationshintergrund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor Soziale Arbeit Rebecca Brohm (Author), 2006, "Du kommst hier nicht rein!", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112328
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