R.E.M. – eine Band, die dieses Jahr ihr 20jähriges Bestehen feiert, eine Band, die ihre
Darstellung in der Öffentlichkeit einschätzt als „R.E.M. is part lies, part heart, part truth
and part garbage.“ (Mike Mills, 1990), eine Band, die vielen Bands als Vorbild dient, weil
sie sich (angeblich) nie den Regeln des Musikgeschäfts unterworfen hat, schlicht
„America’s Best Rock’n’Roll Band“ (Rolling Stone, 1987). Diesem „Starphänomen
R.E.M.“ widmet sich die vorliegende Arbeit. Dabei gilt es die soziale, kulturelle und
kommerzielle Umgebung von R.E.M näher zu untersuchen.
Zahlreiche Bücher sind mittlerweile über R.E.M. erhältlich, vor allem seit der Band
vor neun Jahren der internationale Durchbruch mit Losing My Religion gelang. Jedoch
haben sich bisher nur wenige Autoren genauer mit der umfangreichen R.E.M.-Materie
auseinandergesetzt. Somit beschränkt sich der überwiegende Teil dieser Bücher nur auf
dürftige chronologische Darstellungen der Band, die vielfach angereichert sind mit
Bildern. Es scheint, daß bisher nur ein Autor die verschiedenen Aspekte R.E.M.s näher
beleuchtete – Marcus Gray in It Crawled From The South. Dieses Buch bildet nicht nur die
Grundlage für andere Bücher über R.E.M. wie Documental von Dave Bowler und Bryan
Dray oder R.E.M. von David Harrington, sondern fließt auch in diese Arbeit ein. Auf dem
deutschsprachigen Buchmarkt erschienen vornehmlich zur Zeit der Monster-Tour 1995
diverse Bücher über R.E.M. wie R.E.M. - Amerika träumt: Der ungewöhnliche Aufstieg
der wichtigsten Rockband der USA von Stefan Nink oder R.E.M. von Annette Weidner, die
mit vielen Ungenauigkeiten und Fehlern angereichert sind. Darüber hinaus wurden einige
Zitatensammlungen (z.B. R.E.M.: Talk About The Passion, An Oral History von Denise
Sullivan oder R.E.M.: In Their Own Words von Peter Hogan) und Artikelsammlungen
(z.B. The R.E.M. Companion von John Platt oder R.E.M.: The Rolling Stone Files)
publiziert. Eine schier unerschöpfliche Quelle bildet das Internet mit unzählige Gigabytes
an Informationen über R.E.M. (Diskographien, Biographien, über 800 englischsprachige
Artikel).
Im Rahmen dieser Arbeit soll den folgenden Fragen nachgegangen werden: Wie sieht
der sozio-kulturelle Hintergrund der Band aus? Welchen musikalischen Einflüssen waren
die Bandmitglieder ausgesetzt? Welche Rolle spielen die Südstaaten der USA in der Musik
von R.E.M.? Wie werden R.E.M. von den Medien aufgenommen? Wie gehen R.E.M. mit
den Medien um? [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurze Biographie der Bandmitglieder von R.E.M.
3. R.E.M. im sozio-kulturellen Kontext
3.1 Musikalische Einflüsse
3.2 Einfluß der Südstaaten auf R.E.M.
4. Medien
4.1 Die Medien und R.E.M.
4.2. R.E.M. und die Medien
5. Das Image von R.E.M.
6. Die Stellung von R.E.M. als Stars
6.1. R.E.M.s sozial-politisches Engagement
6.2 Der Einfluß von R.E.M. auf die Musikszene (in den USA)
7. Der Marktwert von R.E.M.
8. Schlußbemerkungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das „Starphänomen R.E.M.“ und analysiert die soziale, kulturelle und kommerzielle Umgebung der Band, um zu verstehen, wie R.E.M. ihren Status als Stars erlangt und gepflegt haben. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die wechselseitige Beziehung zwischen der Band, ihrer kulturellen Herkunft aus den Südstaaten, ihrem Image sowie ihrem Umgang mit Medien und kommerziellem Erfolg.
- Analyse des sozio-kulturellen Hintergrunds und Einflusses der US-Südstaaten.
- Untersuchung der wechselseitigen Dynamik zwischen der Band und den Medien.
- Erfassung des Images von R.E.M. und der Rolle von Michael Stipe.
- Diskussion des sozial-politischen Engagements der Bandmitglieder.
- Bewertung des Einflusses von R.E.M. auf die amerikanische Musikszene.
- Ökonomische Betrachtung des Marktwerts und des kommerziellen Erfolgs.
Auszug aus dem Buch
4.2. R.E.M. und die Medien
Im vorangegangenen Abschnitt wurde darauf eingegangen, daß die Medien erst mit der Veröffentlichung des fünften Albums Document auf R.E.M. richtig aufmerksam wurden. Darüber hinaus wurde die Umgangsweise der Medien (Versuche des Kategorisierens und das Hochpreisen der Band) mit R.E.M. beschrieben. In diesem Abschnitt gilt es nun, die Einstellung R.E.M.s gegenüber den Medien, die sich im Laufe der Zeit änderte, zu beschreiben.
1983 hatten R.E.M. weder das Budget, das Aussehen noch den Stil, um auf MTV gespielt zu werden. Die Einstellung von R.E.M. zu dieser Zeit gegenüber MTV, war, wie Peter Buck erklärte:
They sell images, and we’re not a band that takes to the selling of images... Also, frankly, I don’t give a shit about videos. I like playing. ... These rock’n’roll bands have such bad imaginations... It’s really on the level of Cowboys and Indians and Firemen. Y'know, `Let’s dress up and pretend.‘ If that’s what their inner lives are like, it makes me embarrassed.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen R.E.M. ein, skizziert den Stand der Literatur und benennt die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Kurze Biographie der Bandmitglieder von R.E.M.: Dieses Kapitel bietet einen Abriss der Lebensläufe von Peter Buck, Michael Stipe, Bill Berry und Mike Mills sowie deren Zusammenfinden in Athens, Georgia.
3. R.E.M. im sozio-kulturellen Kontext: Es werden die musikalischen Wurzeln der Band sowie der spezifische Einfluss der Südstaaten auf ihre Musik und Texte beleuchtet.
4. Medien: Die beiden Unterkapitel untersuchen die allgemeine theoretische Funktion der Medien und die spezifisch kritische, sich wandelnde Haltung der Band gegenüber den Massenmedien.
5. Das Image von R.E.M.: Dieses Kapitel analysiert die Konstruktion des Band-Images sowie die Wahrnehmung der Mitglieder in der Öffentlichkeit.
6. Die Stellung von R.E.M. als Stars: Hier liegt der Fokus auf dem politischen Engagement der Band sowie ihrem direkten und indirekten Einfluss auf die amerikanische Musikszene.
7. Der Marktwert von R.E.M.: Es wird die ökonomische Dimension der Bandgeschichte, insbesondere anhand von Plattenverträgen und Verkaufszahlen, erörtert.
8. Schlußbemerkungen: Das Fazit fasst das „Starphänomen R.E.M.“ zusammen und reflektiert die Sonderrolle der Band innerhalb des Musikgeschäfts.
Schlüsselwörter
R.E.M., Musikwissenschaft, Starkult, Medien, Sozio-kultureller Kontext, Musikindustrie, Image, Politische Einstellung, Südstaaten, Musikszene, Marktwert, Vermarktung, Popkultur, Alternative Rock, Authentizität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das sogenannte „Starphänomen R.E.M.“ und analysiert, wie die Band über zwei Jahrzehnte hinweg eine bedeutende Stellung in der internationalen Musikwelt einnehmen konnte, während sie gleichzeitig eine eigenwillige künstlerische Identität wahrte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des sozio-kulturellen Hintergrunds der Band, dem Einfluss der Südstaaten auf ihr Werk, dem Verhältnis der Band zu den Medien sowie ihrer Position als Stars mit sozial-politischem Engagement und hohem Marktwert.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das „Konstrukt Star“ anhand von R.E.M. zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie die Band trotz ihres massiven kommerziellen Erfolgs das Image einer integeren und glaubwürdigen Kultband aufrechterhalten konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung zahlreicher zeitgenössischer Quellen, Musik-Fachpublikationen, Interviews mit den Bandmitgliedern sowie einer Auswertung von Wirtschaftsdaten zu Plattenverträgen und Verkaufszahlen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Bandbiografie, den musikalischen Einflüssen, der kritischen Medienarbeit, der Entwicklung des Band-Images, dem politischen Engagement sowie der ökonomischen Entwicklung der Band im Kontext der Musikindustrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind neben R.E.M. selbst, die Begriffe Starkult, Medien, Authentizität, Marktwert, Vermarktung und der kulturelle Einfluss der US-Südstaaten auf die Musikgeschichte.
Wie begründet die Band ihren kommerziellen Erfolg gegenüber dem Image als Kultband?
Die Bandmitglieder argumentieren, dass sie sich nicht den kommerziellen Mechanismen unterworfen haben, sondern dass der Erfolg ein Nebenprodukt ihrer künstlerischen Arbeit ist. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass insbesondere die Nutzung der Medien für das Image eine bewusste strategische Komponente beinhaltete.
Welchen Einfluss hatte der Wechsel zu Warner Brothers auf die Band?
Der Wechsel von einem Independent-Label zu einem Major-Label löste bei Fans einen „Ausverkauf“-Vorwurf aus, während er der Band ermöglichte, ein internationales Profil aufzubauen und finanziell in die „kommerzielle Oberliga“ aufzusteigen.
- Arbeit zitieren
- Dana Kabbani (Autor:in), 2000, Das Straphänomen R.E.M., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11237