In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob die Einführung
des Euro zu Beginn des Jahres 1999 zu einem Anstieg der
Korrelationskoeffizienten innerhalb der Europäischen
Währungsunion (EWU) führte. Es wurde die Hypothese aufgestellt,
dass die neue Einheitswährung keinen signifikanten Anstieg der
Korrelationen verursachte. Eine Test – (EWU) und Kontrollgruppe
(Ex EWU1) wurde hierfür gebildet, um diesen Sachverhalt nicht nur
in Bezug auf die EWU, sondern ebenso im Vergleich zwischen der
EWU und der Ex EWU untersuchen zu können. Die Erkenntnis
dieser Arbeit beinhaltet im Wesentlichen zwei Punkte. Einerseits
kann gezeigt werden, dass die Euroeinführung zu keinen höheren
Korrelationen in der EWU führte und demzufolge die
Diversifikationsmöglichkeiten auf Länderbasis nicht nur geblieben
sind, sondern seit der Euroeinführung sogar zugenommen haben.
Anderseits wird beobachtet, dass sich die Gruppe der Euroländer
trotz der implementierten Konvergenzanstrengungen auf geld-, zinsund
währungspolitischer Ebene nach der Ratifizierung der Verträge
von Maastricht - im Vergleich zur Kontrollgruppe - durch ein deutlich
heterogeneres Bild charakterisieren.
1 Das Kürzel Ex EWU wird in Anlehnung an MSCI verwendet. Damit sind folgende europäischen Aktienmärkte
gemeint: Dänemark, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Grossbritannien
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1. MOTIVATION ZU DIESEM THEMA
1.2. ZIEL DER ARBEIT
1.3. AUFBAU DER ARBEIT
2. DIE EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTS- UND WÄHRUNGSUNION
2.1. HISTORISCHER HINTERGRUND
2.2. DIE EINFÜHRUNG DES EURO
2.3. KENNZAHLEN ZUR EUROPÄISCHEN WÄHRUNGSUNION
3. METHODIK UND DATEN
3.1. LITERATUR - ÜBERBLICK
3.1.1. Gestiegene Korrelation nach der Euroeinführung
3.1.2. Gesunkene Korrelationen nach der Euroeinführung
3.1.3. Korrelationen während der Konvergenzphase
3.2. DATEN
3.2.1. Frequenz
3.2.2. Indizes
3.3. ANALYSE DER INDIZES
3.3.1. Vergleich statistischer Kennzahlen vor und nach dem 1.1.1999
3.3.2. Korrelationen über die gesamte Periode
3.3.3. Test auf Gleichheit der Korrelationen im Zeitablauf
3.4. BOX’S M – TEST AUF STABILITÄT DER KORRELATIONSMATRIX
3.4.1. EWU - Gruppe
3.4.2. Ex EWU - Gruppe
3.5. PAARWEISER VERGLEICH DER KORRELATIONEN
3.5.1. EWU – Gruppe
3.5.2. Ex EWU – Gruppe
3.6. KORRELATION ZWISCHEN DER EWU UND EX EWU
3.6.1. BOX’s M – Test für Korrelationen zwischen der EWU und Ex EWU
3.7. IST EIN EURO – EFFEKT ERKENNBAR?
3.8. KORRELATIONEN SEIT 1988
3.8.1. Entwicklung der Korrelationskoeffizienten seit 1988
3.9. BOX’S M – TEST AUF STABILITÄT DER KORRELATIONSMATRIX
3.9.1. EWU – Gruppe
3.9.2. Ex EWU – Gruppe
3.10. PAARWEISER VERGLEICH DER KORRELATIONEN
3.10.1. EWU – Gruppe
3.10.2. Ex EWU – Gruppe
3.11. KORRELATION ZWISCHEN DER EWU UND EX EWU
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
A. ANHANG
A.1. PAARWEISE VERGLEICHE DER EINZELNEN KORRELATIONEN
A.2. VOLATILITÄTEN IM ZEITABLAUF
A.3. FORMELN
A.3.1. BOX’s M – Test auf Stabilität der Korrelationen
A.3.2. Fischer – Transformation
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht empirisch, ob die Einführung des Euro zu Beginn des Jahres 1999 zu einem signifikanten Anstieg der Korrelationskoeffizienten zwischen den Aktienmärkten der Länder der Europäischen Währungsunion (EWU) führte. Das zentrale Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Diversifikationsmöglichkeiten für international investierende Anleger zu bewerten.
- Analyse der Stabilität von Korrelationsstrukturen in der EWU
- Vergleich der Korrelationsentwicklung der EWU mit einer Kontrollgruppe (Ex EWU-Länder und USA)
- Untersuchung von Konvergenzeffekten nach der Ratifizierung der Maastrichter Verträge
- Einbezug der Volatilitätsentwicklung zur Interpretation der Korrelationsergebnisse
- Ableitung von Implikationen für eine länderübergreifende Portfoliodiversifikation
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Gesunkene Korrelationen nach der Euroeinführung
ADJAOUTE / DANTHINE (2001) bilden sowohl eine pre–convergence und post–convergence, als auch eine pre–euro und post–euro-Periode mit je 117 wöchentlichen Beobachtungen und kommen zum Ergebnis, dass sich nach der Einführung des Euro 36 der 45 (10 Länder, d.h. ohne Luxemburg) paarweisen Korrelationen, also genau 80%, verringert haben. Sie gewinnen in ihrer Arbeit die Erkenntnis, dass die Korrelationen während der Konvergenzphase stiegen, nach der Einführung des Euro aber sanken. Ihrem Test haftet der Nachteil an, dass sie den Fokus ihrer Betrachtung auf die EWU–Mitgliedsländer beschränken, und somit mit nicht partizipierenden Ländern keine Vergleiche angestellt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Motivation, Zielsetzung und der Struktur der Arbeit, welche den Einfluss des Euro auf die Korrelationen der Aktienmärkte untersucht.
2. DIE EUROPÄISCHE WIRTSCHAFTS- UND WÄHRUNGSUNION: Historischer Rückblick auf den Integrationsprozess, die Stufen der EWWU sowie Präsentation wichtiger ökonomischer Kennzahlen.
3. METHODIK UND DATEN: Literaturübersicht zum Thema Korrelationen sowie detaillierte Erläuterung der verwendeten Datenbasis, der statistischen Tests (insb. Box's M) und der gewählten Periodenunterteilung.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, welche belegen, dass die Euroeinführung nicht zu einem signifikanten Anstieg der Korrelationen in der EWU führte.
Schlüsselwörter
Euro, Europäische Währungsunion, EWU, Aktienmärkte, Korrelation, Diversifikation, Konvergenz, Volatilität, Finanzmarktintegration, Portfoliodiversifikation, Box's M-Test, Indexrenditen, Währungsraum, Kapitalmarkt, Europäische Zentralbank.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die Einführung der Einheitswährung Euro zu einer stärkeren Kopplung (höheren Korrelation) der europäischen Aktienmärkte untereinander geführt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Finanzmarkttheorie, die Integration der europäischen Kapitalmärkte, die empirische Analyse von Korrelationen zwischen Länderindizes sowie deren Bedeutung für das Risikomanagement in Portfolios.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Nullhypothese zu testen, dass sich die Korrelationen zwischen den Aktienmärkten der EWU seit der Euroeinführung nicht signifikant erhöht haben, um daraus Empfehlungen für Investoren abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden quantitative statistische Analysen durchgeführt, insbesondere der Box's M-Test zur Prüfung der Stabilität von Korrelationsmatrizen sowie paarweise Vergleiche der Korrelationskoeffizienten mittels Fischertransformation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einem historischen Überblick die methodischen Grundlagen gelegt, Daten von MSCI-Länderindizes analysiert, verschiedene Subperioden verglichen und die Stabilität der Korrelationsstrukturen sowohl innerhalb der EWU als auch im Vergleich zur Kontrollgruppe untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Euro, EWU, Korrelation, Diversifikation, Konvergenz, Finanzmarktintegration und Portfoliomanagement.
Warum wurden Griechenland und Luxemburg von der Analyse ausgeschlossen?
Griechenland wurde ausgeschlossen, da es der EWU erst 2001 beitrat, was den Datensatz verzerrt hätte. Luxemburg wurde aufgrund seiner im Vergleich sehr geringen Marktkapitalisierung und niedrigen Anzahl kotierter Unternehmen nicht in die Analyse einbezogen.
Was sind die wesentlichen Erkenntnisse bezüglich der Diversifikation?
Entgegen der Erwartung, dass die Integration zu einer homogenen Korrelation führt, zeigten die Ergebnisse, dass Diversifikationsmöglichkeiten auf Länderebene nach der Euroeinführung erhalten geblieben sind und die EWU-Märkte weiterhin heterogene Korrelationsstrukturen aufweisen.
- Quote paper
- Karl Flubacher (Author), 2002, Auswirkung des Euro auf die europäischen Aktienmärkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11239