Erinnerung in Jonathan Safran Foers "Everything Is Illuminated"


Examensarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Theoretische Grundlagen
II.1 Die Anfänge: Halbwachs’ Konzept des „Kollektiven Gedächtnisses“
II.2 Pierre Noras « Lieux de Mémoire »
II.3 Das Assmannsche „Kulturelle Gedächtnis“ und die Differenzierung von „Speicher- und Funktionsgedächtnis“
II.4 Holocaust-Erinnerung in den Vereinigten Staaten

III. Jonathan Safran Foers Everything Is Illuminated
III.1 Trachimbrod: Die Kulturgeschichte eines Schtetls
III.1.1 Die Rolle mnemonischer Symbole für das kollektive Gedächtnis Trachimbrods
III.2 Was ist Geschichte? Die Frage im Spannungsverhältnis von Bewahren und Neugestalten
III.2.1 Die konservierte Vergangenheit – das Speichergedächtnis als unbeseelter Erinnerungsträger
III.2.2 History repeating – oder: wir alle schreiben Geschichte
III.2.2.1 Das Formspiel der Geschichtsschreibung im intersubjektiven Beziehungsgeflecht
III.3 There was nothing – Die Nicht-Darstellung des Holocaust
III.3.1 Die Würdigung des Unvorstellbaren über die Repräsentation
III.3.2 “This is not true,” Grandfather said. – Die zerberstende Maske des Selbstschutzes

IV. Schlussbetrachtung und Ausblick: Die ewige Suche

V. Literatur

I. Einleitung

Shall I forget myself to be myself?[1]

Dieser Ausruf Queen Elizabeths in William Shakespeares Drama Richard III stellt das zirkulare und unabdingbare Verhältnis von Erinnerung und Identität heraus. Diese Kernfrage unserer Existenz ist auch das Leitmotiv Jonathan Safran Foers Roman Everything Is Illuminated[2]. Die Identitätsstiftung über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist nicht nur für das einzelne Individuum gewährleistet, sondern gilt gleichermaßen auch für Kollektive wie soziale Gruppen, Gesellschaften und Kulturen. Im gemeinsamen Erinnern an Vergangenes, wie es sich in Traditionen, Riten und Jahrestagen, aber auch über bedeutsame Schriften, Denkmäler, Gebäude und in anderen mnemonischen Symbolen niederschlägt, entwickelt sich ein kollektives Selbstverständnis von der gemeinsamen Vergangenheit vor dem Geschehen einer sich ständig wandelnden Gegenwart. Ein kollektives Selbstbild stützt sich maßgeblich auf materielle Erinnerungsträger, auf Repräsentationen also, über welche der Erhalt der zu erinnernden Vergangenheit über die Zeit hinweg gesichert werden kann.

Dieses scheinbar selbstverständliche Verhältnis von Erinnerung und Identität über eine Repräsentation des Vergangenen ist jedoch seit Mitte des 20. Jahrhunderts in ein neues Licht gerückt: Mit dem Holocaust brach ein Ereignis in den Lauf der Geschichte ein, welches häufig als ein historisches Moment bezeichnet wird, welches alles Bisherige transzendiert, sich über die Geschichte selbst stellt.[3] Dieser Feststellung hat sich ein von einigen Autoren – unter ihnen der Holocaust-Überlebende Elie Wiesel – postuliertes Darstellungsverbot des Holocaust angeschlossen: Die Schrecken der Shoah sind schlicht in keine Vor- und somit auch in keine Darstellung zu bringen.

Wie jedoch kann die Erinnerung an die Katastrophe über die natürliche Schwelle der Erinnerungen von Überlebenden und Zeitzeugen hinweg bestehen, an welcher wir uns zum aktuellen Zeitpunkt befinden, wenn nicht über eine wie auch immer geartete Form der Repräsentation?

Dieses Spannungsverhältnis von Undarstellbarkeit und gleichzeitiger Notwendigkeit des Erinnerns fordert ein Darstellungsmittel, welches sich in eben diesem Zwischenraum – diesem Frei-Raum – bewegen kann. Es verlangt nach dem Raum des Ästhetischen. Jonathan Safran Foer wählt für seine Auseinandersetzung mit eben diesem Spannungsverhältnis die Form des Romans. Über sie wird dem Kollektiv der Leserschaft ermöglicht, an dem fiktional ausgestalteten Erinnerungsprozess teilzunehmen.

Everything Is Illuminated präsentiert sich als eine Hommage an die Erinnerung, wobei es die Aktivität des Erinnerns ist, die alle Inhalte „überleuchtet“: Erinnerung und das Fortschreiben der Erinnerung ist das, was uns im Kern zusammenhält. Dies herauszuarbeiten soll die Aufgabe der vorliegenden Arbeit sein.

Bevor der Roman Everything Is Illuminated analysiert wird, werden in einem ersten theoretischen Teil der Arbeit wichtige kollektive und kulturelle Gedächtnistheorien vorgestellt, wie sie von Maurice Halbwachs, Pierre Nora sowie Jan und Aleida Assmann konzeptualisiert wurden. Hier werden Begriffe festgelegt, anhand welcher am Primärtext gearbeitet und argumentiert wird. Dazu skizziere ich kurz den amerikanischen Diskurs zur Holocausterinnerung. Im Übrigen hat diese Arbeit nicht den Anspruch eine vollständige Darstellung der hinzugezogenen Theorien abzuliefern. Es gilt vielmehr einzelne Punkte dieser Theorien herauszuarbeiten, die für die Fragen in dieser Arbeit relevant sind, ohne jedoch aus dem logischen Gesamtzusammenhang ihrer Konzepte auszubrechen.

II. Theoretische Grundlagen

II.1 Die Anfänge: Halbwachs’ Konzept des „Kollektiven Gedächtnisses“

Die Anfänge der neueren kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung werden im Allgemeinen mit dem Franzosen Maurice Halbwachs (1877-1945) in Verbindung gebracht. Der Soziologe, der als „Gründungsvater der Disziplin“[4] gilt, unternahm bereits in den 1920er Jahren Studien zur mémoire collective, die von der sozialen Bedingtheit der Erinnerung als zentrale These ausgehen. Mit dieser Grundannahme setzt sich Halbwachs von vorherrschenden Gedächtniskonzepten seiner Zeit ab, die, ausgehend von den Gedächtnistheorien u.a. Siegmund Freuds und Halbwachs’ Lehrer Henri Bergsons, Erinnerung als ein individuelles Phänomen verstehen.[5] Bei der Frage nach der Entstehung und Festigung von Erinnerung geht Halbwachs nicht etwa von biologisch neuronalen, also individuellen Bedingungen aus, sondern stellt die Frage in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Grundlegend geht er davon aus, dass Phänomene wie Sprache, Bewusstsein und auch Gedächtnis ohne bestimmte soziale Bezugsrahmen, von ihm als cadres sociaux bezeichnet, gar nicht denkbar sind. Für ihn sind es eben diese Bezugsrahmen, die „für eine kollektiv geteilte, stabilitätsgewährende Ordnung“ sorgen, und „vor deren Hintergrund persönliche Erfahrungen erst interpretier- und erinnerbar werden“[6].

Halbwachs’ Konzept des kollektiven Gedächtnisses stützt sich elementar auf das Verhältnis zwischen dem Individuum und intersubjektiven Gruppen wie etwa der Familie, der Glaubensgemeinschaft oder dem Freundeskreis, deren Mitglied der Einzelne ist. Bei der genaueren Betrachtung dieses Verhältnisses[7] geht Halbwachs einerseits vom Blickwinkel des Individuums aus um in einem nächsten Schritt auf der „Makroebene“[8] die Gedächtnisse der unterschiedlichen Gruppen in den Blick zu nehmen.

Halbwachs stellt zunächst fest, dass auch persönlichste Erfahrungen immer mit einem sozialen Konstrukt in Verbindung stehen, da das Individuum beim Erinnern zwingend auf soziale Bezugsrahmen zurückgreifen muss: „Man kann ebenso gut sagen, daß das Individuum sich erinnert, indem es sich auf den Standpunkt der Gruppe stellt“[9]. Diese Bezugsrahmen können diverser Art sein, wie Halbwachs am Beispiel eines Spaziergangs durch London veranschaulicht: Während des Spaziergangs, den er zwar alleine unternimmt, ist er doch gedanklich begleitet von einer Anzahl an Personen, mit welchen er die Straßen der Stadt schon einmal durchwandert hatte. So sieht er etwa eine Brücke mit den Augen eines befreundeten Malers, die bevölkerte Innenstadt lässt ihn an einen ihm bekannten Kaufmann denken. Aber auch Erinnerungen an vergangene Leseerfahrungen werden auf dem Weg geweckt. So werden etwa bei dem Anblick des Mansion House Erinnerungen an die Romane von Charles Dickens in ihm wach.[10] Halbwachs schlussfolgert aus diesem Beispiel: „Von keinem Augenblicke, von keiner dieser Situationen kann ich sagen, daß ich allein war, daß ich allein nachdachte“[11]. Gleichgültig, ob seine Gedanken geprägt waren durch einen abwesenden Freund, den Zeichner eines Stadtplans oder einen Romanautor, seine „Erinnerungen bleiben kollektiv und werden […] von anderen Menschen ins Gedächtnis zurückgerufen.“[12] Dass wir uns dennoch nur schwer von der Vorstellung trennen können, dass es durchaus Erinnerungen gibt, die nur uns gehören und somit eine Form des individuellen Gedächtnisses fordern, erklärt Halbwachs damit, dass die Mehrzahl sozialer Einflüsse von uns unbemerkt bleiben.[13] Für ihn führt dies unweigerlich zu dem Schluss, „dass individuelles und kollektives Gedächtnis derart miteinander verflochten sind, dass ihre Grenze nicht nur permeabel, sondern letztlich hinfällig wird.“[14]

Nachdem wir Halbwachs’ Argumentation gegen die Existenz individueller Erinnerung, bzw. für die kollektive Prägung des individuellen Gedächtnisses nachvollzogen haben, wenden wir uns im Folgenden der Betrachtung der „Makroebene“, der Gedächtnisse der unterschiedlichen Gruppen zu. Jede Gruppe, so Halbwachs, verfügt über ein bestimmtes Repertoire an von allen Mitgliedern der Gruppe geteilten Erinnerungen. Indem sich die Gruppenmitglieder über diese Erinnerungen austauschen, „vergegenwärtigen Gruppen jene Aspekte ihrer Vergangenheit, die sie als eben diese Gruppe auszeichnen und daher nicht in Vergessenheit geraten dürfen“[15]. Indem die Gruppenmitglieder über gemeinsame Erfahrungen sprechen, aber auch gemeinsame Bräuche praktizieren, konstruieren sie ihre kollektive Identität. Anders formuliert lässt sich also sagen, dass „[d]ie kollektive Identität […] einer Gruppe das Resultat der gemeinsamen Vergangenheitsauslegung“[16] ist. Indem es die einzelnen Gruppenmitglieder sind, die sich erinnern, setzt sich das kollektive Gedächtnis aus der Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven der Erinnerung zusammen. Diesem Merkmal des kollektiven Gedächtnisses wird auch in der Romananalyse der vorliegenden Arbeit eine entscheidende Rolle zukommen. Für Jan Assmann stellt sich das kollektive Gedächtnis als „eine Frage der Distribution“[17] dar, oder wie es Halbwachs selbst formuliert:

[…] jedes individuelle Gedächtnis ist ein „Ausblickspunkt“ auf das kollektive Gedächtnis; dieser Ausblickspunkt wechselt je nach der Stelle, die wir einnehmen, und diese Stelle selbst wechselt den Beziehungen zufolge, die ich mit dem Milieu unterhalte.[18]

Die unterschiedlichen „Ausblickspunkte“ entscheiden so letztendlich darüber, welche Erinnerungen Eingang in das kollektive Gedächtnis der Gruppe finden. Folglich stehen diejenigen Erinnerungen im Vordergrund, „die die größte Anzahl ihrer Mitglieder betreffen“[19]. Da die Summe der Perspektiven der einzelnen Mitglieder einem ständigen Wandel unterliegt, ist das kollektive Gedächtnis auch als Reaktion angesichts „gruppenspezifischer Sinnbedürfnisse“[20] zu verstehen, welches immer wieder neu konstruiert und modifiziert wird. Die gemeinsame Vergangenheitsauslegung der Gruppe bewegt sich also immer in einem gegenwärtigen Rahmen. Doch was beeinflusst die jeweiligen „Ausblickspunkte“, bzw. die Perspektivität des Einzelnen und führt so zur Selektion der Erinnerungen hin zum kollektiven Gedächtnis? Halbwachs weist auf die Bedeutung von Emotionen in Bezug auf das Erinnern hin: „Betrachten wir […] unsere Eindrücke. Sie lassen sich zweifellos durch das erklären, was im Mittelpunkt unseres Gefühl- und Geistesleben stand“[21]. Es wird erinnert, was als bedeutsam wahrgenommen wurde. Emotionen als „Aufmerksamkeitsverstärker“ tragen so zur Stabilisierung der Erinnerung bei[22] und ebnen damit den Weg ins kollektive Gedächtnis.

Unweigerlich mit dem Erinnern verbunden ist seine Schattenseite: das Vergessen. Halbwachs zufolge können Erinnerungen, die Teil des kollektiven Gedächtnisses einer Gruppe waren, in Vergessenheit geraten, wenn sich die „gruppenspezifischen Sinnbedürfnisse“ ändern oder sich die Gruppe gänzlich auflöst. Dem Einzelnen droht das Vergessen dieser Erinnerungen, indem er sich von der Gruppe löst. Einen Lebensabschnitt vergisst man, indem man die Verbindung zu denjenigen Menschen verliert, die einen in jener Zeit umgaben. Eine Sprache verlernt man, indem man keinen Kontakt mehr zu Menschen aus dem jeweiligen Sprachraum pflegt.[23] Halbwachs’ Auffassung von Vergessen führt zu einem weiteren grundlegenden Merkmal der mémoire collective: Es „konstituiert sich […] allein in der Kommunikation lebender Individuen“[24]. Mit anderen Worten gesagt: das kollektive Gedächtnis einer Gruppe hört dann auf zu existieren, wenn es keine Interaktion der Mitglieder mehr gibt, sei es, indem die Verbindungen abbrechen, oder die Gruppe durch den Tod ihrer Mitglieder zwangsläufig aufgelöst wird. Das Kriterium der lebendigen Kommunikation führt letzten Endes auch zu dem entscheidenden Unterschied zwischen Gedächtnis und Geschichte im Halbwachsschen Verständnis. Es gibt für ihn „keine objektivierten Ausdrucksformen gruppenspezifischer Vergangenheitsdeutung“[25] ; solange eine Erinnerung in der lebendigen Kommunikation fortbesteht, „ist es unnötig, sie schriftlich festzulegen, sie überhaupt festzulegen“[26].

Sechzig Jahre nach Halbwachs’ Konzeptualisierung der mémoire collective wird die Theorie auch in Hinblick auf die Opposition von Gedächtnis und Geschichte im Sinne der „Geschichtswissenschaft“ weiter vertieft.

II.2 Pierre Noras « Lieux de Mémoire »

Der französische Historiker Pierre Nora (*1931) greift das kollektive Gedächtnis und dessen topografische Strukturiertheit[27] auf und macht es sich für eine in einem Großprojekt verwirklichte Bestandsaufnahme französischer Lieux de mémoire zu Eigen. Das Projekt beinhaltet eine umfangreiche Untersuchung geografischer Orte, Gebäude, Denkmäler, aber auch historischer Figuren, Ereignisse sowie Kunst- und Literaturwerke, die von Nora als „Kristallisationspunkte des Kollektiv-gedächtnisses“[28] verstanden werden. In seinem dreibändigen Werk Les lieux de mémoire[29] dokumentiert Nora eine große Anzahl an Einzelstudien, die er drei Analysekategorien unterordnet: der Republik, der Nation und „Les Frances“. Die einzelnen Beiträge rangieren zwischen so unterschiedlichen Sujets wie „der Eiffelturm“, „Jeanne d’Arc“ und „Paris – Provinz“[30]. Sie alle werden als Erinnerungsorte verstanden und liefern in ihrer Gesamtheit die Grundlage der französischen Identität.

Was aber macht Erinnerungsorte für Nora so bedeutsam, welche Funktion erfüllen sie – bei ihm am konkreten Beispiel der französischen Nation? Die Antwort auf diese Frage führt zu einer der Kernthesen Noras: „There are lieux de mémoire, sites of memory, because there are no longer milieux de mémoire, real environments of memory“[31]. Erinnerungsorte sind für Nora symptomatische Erscheinungen der modernen Gesellschaft, die das Ende der „Gedächtnisgeschichte und Gedächtnisgesellschaft“[32] mit sich bringt. Die Tendenz, Ereignisse aus der Vergangenheit medial zu konservieren und zu vermitteln, führt zu einem Ende natürlicher, lebendiger Erinnerungsgemeinschaften. In einer Zeit also, in der Erinnerungen von ihren Trägern nicht mehr gelebt werden, avancieren vormals rein materielle oder ideelle Entitäten zu Erinnerungsorten und werden so zu Bewahrern alter Traditionen. Die unweigerlich damit einhergehende semantische Aufwertung der Entitäten geschieht Nora zufolge durch das Ineinandergreifen dreier Dimensionen: der materiellen, der symbolischen und der funktionalen[33]. Nur im Falle einer Koexistenz dieser drei Faktoren kann man von einem lieu de mémoire sprechen, der aus einem gemeinschaftlichen Willen heraus entstanden ist, „etwas im Gedächtnis festzuhalten“. Hinter einem Erinnerungsort steht also immer ein kollektiver Prozess, der über das entscheidet, was erinnert werden soll und der das Erinnerte in einem Zeichen- und Symbolsystem manifestiert. Das kollektive Erinnern im Noraschen Sinne findet über das gemeinsame Verständnis dieses Systems statt. So sind es nicht die Erinnerungsorte selbst, die das identitätsstiftende Moment der Gruppe bilden, vielmehr sind sie es, in denen sich das Zeichen- und Symbolverständnis durch das oben erwähnte Ineinandergreifen der Dimensionen niederschlägt. Da sich die Gemeinsamkeiten einer Gruppe in den jeweiligen Erinnerungsorten kristallisieren, hat dies auch Konsequenzen für die Konzeptualisierung des kollektiven Gedächtnisses. Anders als bei Halbwachs, der das kollektive Gedächtnis innerhalb von sowohl räumlich als auch zeitlich koexistierenden Mitgliedern einer Gruppe verortet, versteht Nora es als ein weitaus offeneres Konzept. Ein jeder kann sich mit beliebig vielen Erinnerungsorten identifizieren, was im Gegenzug bedeutet, dass das Kollektivgedächtnis „als nahezu beliebige Variation verschiedener Einzelerinnerungen“ verstanden wird. Überdies macht es die Tatsache, dass über ein gemeinsames Zeichen- und Symbolsystem erinnert wird, möglich, dass Gruppen auch in räumlicher Distanz, ohne einander zu kennen und vor allem auch über die Lebzeiten seiner einzelnen Mitglieder hinaus existieren können. Die Nation etwa ist ein Beispiel einer solchen Gruppe, die über Generationen hinweg besteht. Über ihre politische, aber auch kulturelle Symbolik wird sie im Kollektivgedächtnis als Einheit zusammengehalten.

Die Geschichte einer Gruppe, etwa der Nation, wie sie sich in Zeichen gelebter Erinnerung z.B. rituellen Praktiken konkretisiert, grenzt Nora scharf gegenüber der Geschichtsschreibung derselben Gruppe ab, die sich in Zeichen der Geschichtswissenschaften niederschlägt. So führt er Halbwachs’ Dichotomie von Gedächtnis und Geschichte weiter und mahnt für die heutige Zeit das Ende des Gedächtnisses an:

Memory and history, far from being synonymous, appear now to be in fundamental opposition. […] Memory is a perpetually actual phenomenon, a bond tying us to the eternal present; history is a representation of the past. […] Memory installs remembrance within the sacred; history, always prosaic, releases it again. Memory is blind to all but the groups it binds […]History, on the other hand, belongs to anyone and to no one, whence its claim to universal authority.[34]

Erinnerungsorte als Phänomen einer historisierten Zeit nehmen in der Opposition von Gedächtnis und Geschichte eine Zwischenposition ein. Aus ihrem ehemaligen Bedeutungsrahmen und Gebrauchskontext herausgebrochen, als Bewahrer von Vergangenem, machen sie Erinnerung zwar nicht lebendig erfahrbar, sie sind aber auch nicht auf einen historiografisch wissenschaftlichen Selbstzweck gerichtet. So dienen lieux de mémoire der modernen Gesellschaft, die ihre Geschichte immer mehr unter dem Vorzeichen der Wissenschaftlichkeit wahrnimmt, als eine Art Anker ihrer Erinnerungen.[35]

Noras Ansatz und seine Konzeptualisierung der lieux de mémoire ist aus einem tiefen Misstrauen gegenüber der modernen Gesellschaft entstanden. Dass materielle Träger von Erinnerungen aber auch in einem anderen Licht gesehen werden können, verdeutlicht vor allem der im Nachfolgenden vorgestellte Ansatz.

II.3 Das Assmannsche „Kulturelle Gedächtnis“ und die Differenzierung von „Speicher- und Funktionsgedächtnis“

Anfang der 1980er Jahre entwickelten Aleida und Jan Assmann, ebenfalls im Anschluss an Halbwachs’ kollektives Gedächtnis, das Konzept des kulturellen Gedächtnisses. Der mittlerweile zu einer der wichtigsten Gedächtnistheorien innerhalb der deutschsprachigen Forschung avancierte Ansatz „umfasst die Inhalte, kulturellen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Überlieferungsformen der kollektiven Erinnerung“[36]. Die Kernthese des Ansatzes geht davon aus, dass kollektive Sinnbildung nicht allein über Interaktion lebender Individuen im Halbwachsschen Sinne vonstatten geht. Vielmehr „findet sie auch Eingang und manifestiert sich in den zahlreichen medial stabilisierten Formen des kulturellen Gedächtnisses“[37]. Um eine systematische Unterscheidung der unter- schiedlichen Formen des kulturellen Erinnerns möglich zu machen, schlagen Aleida und Jan Assmann eine grundlegende konzeptuelle Differenzierung zweier Arten von Gedächtnis vor: sie stellen ein soziales oder kommunikatives Gedächtnis einem kulturellen Gedächtnis gegenüber. Ersteres ist im Sinne Halbwachs’ mémoire collective getragen von lebenden Individuen. Dadurch bedingt ist es zeitlich auf drei Generationen bzw. maximal hundert Jahre befristet, und speist sich vor allem durch die Kommunikation. In der Form des sogenannten conversational remembering bzw. memory talk werden Erinnerungen im alltäglichen, oftmals spontanen Austausch vermittelt und manifestiert. Das kulturelle Gedächtnis, auf der anderen Seite, stützt sich auf materielle Träger wie Denkmäler, Texte oder Bilder. Es ist auf Dauer und Wiederholung ausgerichtet und zeitlich ungebunden. Anders als beim kommunikativen Gedächtnis wird Erinnerung hier über festgelegte und vor dem jeweiligen kulturellen Hintergrund allgemeinverständliche Zeichen und Symbole vermittelt.[38]

Erinnerungen, die Eingang in das kulturelle Gedächtnis finden, werden jedoch nicht einfach zu diesen, indem sie in Museen und Archiven gesammelt und aufbewahrt werden. Vielmehr unterliegen sie häufig einer bewussten Auswahl, die sie zu Botschaftern für spätere Generationen machen. Dieses „Ausschlussverfahren“ ist wiederum unweigerlich mit dem Vergessen verbunden, denn nicht alle Erinnerungen können, ja, sollen vielleicht auch gar nicht, für die Nachwelt erhalten bleiben. Aleida Assmann sieht nun zwischen der Opposition von Erinnern und Vergessen „viele Grautöne und permanente Verschiebungen, die in den eindimensionalen Begriffen nicht annähernd beschrieben werden können.“[39] Um dieser Dynamik des kulturellen Gedächtnisses gerecht zu werden, nimmt Aleida Assmann eine weitere Ausdifferenzierung des Begriffs vor, indem sie zwischen dem Funktionsgedächtnis und dem Speichergedächtnis einer Erinnerungsgemeinschaft unterscheidet. Das Funktionsgedächtnis ist durch die „Sicherungsformen der Wiederholung“ gekennzeichnet. Es bildet in Form von Riten, Traditionen und einer Kanonisierung von Artefakten[40] einen festen Bestandteil der Gesellschaft. Erinnerungen des Funktionsgedächtnisses werden von der Gemeinschaft gelebt, es bleibt ihnen eine „Funktion“ innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft gewahrt. Das Speichergedächtnis, auf der anderen Seite, ist auf die Sicherungsformen der Dauer angelegt. In Form von materiellen Repräsentationen sind sie aus ihrem ursprünglichen Gebrauchskontext herausgenommen und in Museen, Bibliotheken oder Archiven eingelagert.[41] Sie liegen somit außerhalb des alltäglichen Erinnerungsdiskurses, obschon sie jederzeit einen Zugang ermöglichen. In der Unterscheidung zwischen Funktions- und Speichergedächtnis ist also das Verhältnis, das Ineinandergreifen von Erinnern und Vergessen mit angelegt, da mit dem Speichergedächtnis denjenigen Ereignissen und Artefakten aus der Vergangenheit ein Raum geboten ist, die wir vermeintlich vergessen haben. Trotz dem, dass das Speichergedächtnis eine weitaus größere Kapazität als das Funktionsgedächtnis aufweist, sind seine Bestände nicht endlos und wahllos. Vielmehr bedürfen auch sie der Konservierung und Pflege, wie sie von Experten wie Archivaren und Bibliothekaren vorgenommen wird.

Die Tatsache, dass Dinge, die in Vergessenheit geraten waren, durch ein bestimmtes Ereignis oder einen Umstand wieder an die Oberfläche der Erinnerung kommen können, vice versa aber auch Dinge in die Tiefen der Vergessenheit herabsinken können, setzt ein hohes Maß an Rekonstruktivität[42] auf Seiten sowohl des Funktions- als auch des Speichergedächtnisses voraus. Es handelt sich also nicht um starre „Erinnerungsgefäße“ sondern vielmehr um überaus dynamische, auf rasche Wandelbarkeit eingestellte Gebilde. Ein erstaunliches Beispiel für ein solch unverhofftes Wiederauftauchen von längst Vergessenem ist im Entstehungskontext des Romans Everything Is Illuminated gegeben: der Autor Jonathan Safran Foer stieß auf einer Reise in die Ukraine auf der Suche nach seinen familiären Wurzeln zufällig auf die von den Nazis vollkommen zerstörte jüdische Siedlung Trachimbrod oder Trochenbrod, bzw. auf das, was von ihr übrig geblieben ist. Indem er diesen Ort anschließend in seinem Roman fiktional verarbeitete, ließ er ihn in der literarischen Form wieder aufleben und rückte ihn so ins Licht der Öffentlichkeit.[43]

Dass Trachimbrod aus den Tiefen der Vergessenheit hervorgeholt wurde, ist somit zwei Tatsachen zu verdanken. Zum Einen vollzog Jonathan Safran Foer als Autor des Romans die Kodifizierung der Erinnerung an das Dorf in einen lesbaren Text und lieferte so eine Überschreibung auf einen materiellen Träger. Der materielle Träger forderte nun die zweite Tatsache: denn erst eine breite, interessierte Leserschaft ließ den Roman und mit ihm die Erinnerung an Trachimbrod Teil eines öffentlichen Bewusstseins werden. Dieses Beispiel liefert exemplarisch – und im Kleinen – die Voraussetzungen für das kulturelle Gedächtnis, die Aleida Assmann als „symbolische Ausdehnung und psychologische Identifikation“[44] festgelegt hat. Repräsentationen bilden Assmann zufolge das Fundament eines kulturellen Gedächtnisses. Die Repräsentationen bedürfen jedoch immer – ganz gleich ob es sich um Texte, Bilder, oder auch um Institutionen handelt – ihrer Rezipienten, die ihnen ihren Sinn, ihre symbolische Kraft verleihen.

Die Re-Präsentation von Ereignissen und Erfahrungen, wie das kulturelle Gedächtnis sie verlangt, führt im Falle des Holocaust jedoch zu einem Problem, welches die öffentliche Debatte um die Auseinandersetzung mit dem Ereignis von Anfang an begleitet hat. Denn „ein bestimmtes Maß an Greueln [sei] nicht übertragbar“[45]. Diese Aussage Lanzmanns steht an dieser Stelle für eine Anzahl an Autoren, die ein grundsätzliches Darstellungs- und Abbildungstabu fordern für ein Geschehen, welches dem Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel zufolge die Geschichte transzendiere und so weder in Worten noch in Bildern zu repräsentieren sei.[46]

Die Einsicht des Darstellungstabus ist aber gerade zum aktuellen Zeitpunkt von Neuem zu überdenken. Wir befinden uns heute an einer Schwelle zu einer neuen Form der Holocaust-Erinnerung, indem die so wichtige Komponente des Erfahrungsgedächtnisses – repräsentiert durch Überlebende und Zeitzeugen – naturgemäß ausstirbt. Um die Erinnerung an den Holocaust dennoch zu erhalten, sind wir heute dazu aufgefordert, uns an andere Träger dieser Erinnerung zu wenden. Dem Bruch mit dem Erfahrungsgedächtnis haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nicht unvorbereitet genähert. Und so kommt es, dass der Holocaust, trotz der oben erwähnten hitzigen Debatte um seine (Nicht-) Darstellung, das wohl am besten dokumentierte Verbrechen an der Menschheit ist.[47] Die Erinnerung an das Ereignis ist in unserer Gesellschaft in Form von Museen, Archiven, Büchern, Filmen und Kunstprojekten[48], und vielem mehr beinahe schon omnipräsent. Die Repräsentation des Holocaust hat also längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten und sie ist noch längst nicht abgeschlossen. Denn im Sinne des Halbwachsschen kollektiven Gedächtnisses stellt sich die Frage nach ihrer Art und Weise immer vor einem gegenwärtigen Rahmen und präsentiert sich somit von Generation zu Generation in einem neuen Licht.

Es hat sich seit Autoren wie Lanzmann und Wiesel also bereits eine deutliche Verschiebung vollzogen. Während sich „jene noch auf den Holocaust als nachwirkende Präsenz des historischen Ereignisses bezogen haben“, beziehen wir uns heute bereits auf „einen als soziale Konstruktion und kulturelle Repräsentation vermittelten Holocaust“[49]. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Darstellungsformen mit der dritten und vierten Nachkriegsgeneration noch einmal einen erheblichen Wandel durchlaufen werden. Denn in der Tat geht mit dem Ende des kommunikativen Erinnerns eine zwangsläufige Distanzierung zum Ereignis einher. Dieses Entfernen, so zeigt die Entwicklung der vergangenen sechzig Jahre, bringt die Erinnerung jedoch nicht in die Gefahr einer historisierten „Erkaltung“ oder gar des Vergessens. Vielmehr sind die zeitlich weiter entfernten Generationen vor die Aufgabe gestellt, einen Weg zu finden, das Ereignis in angemessener Form im kulturellen Gedächtnis zu bewahren. Gerade der dritten Nachkriegsgeneration, die naturgemäß an der Schwelle des Erfahrungsgedächtnisses steht, kommt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die lebendige Erinnerung an den Holocaust und an die Zeit seines Geschehens von den letzten Überlebenden und Zeitzeugen abzuholen, um sie auf materielle und mediale Träger und somit auf das kulturelle Gedächtnis zu überschreiben. Dieses liefert den nachfolgenden Generationen die Grundlage und die Möglichkeit, sich ihren eigenen Zugang zur Holocaust-Erinnerung zu schaffen. Oder, um es mit den Worten des Holocaust-Überlebenden Ivan Ivanji zu sagen besteht „der Sinn der Aufgabe der Erinnerung, die wir uns selbst gestellt haben, mehr im Suchen als in der Möglichkeit der endgültigen Findung der Wahrheit’“[50].

Wir haben uns nun dem konkreten Beispiel der Holocaust-Erinnerung angenähert, der auch in der späteren Romananalyse eine übergeordnete Rolle zukommen wird. Im folgenden Schritt wird nun ein Blick auf die Holocaust-Diskussion in den Vereinigten Staaten geworfen, in dessen Tradition auch Foers Roman Everything Is Illuminated einzuordnen ist.

[...]


[1] Shakespeare, William: Richard III. In: The Complete Works of William Shakespeare. Comprising His Plays and Poems. 11th impression. The Hamlyn Publishing Group LTD: Middlesex 1968, S. 590.

[2] Foer, Jonathan Safran: Everything Is Illuminated. A Novel. Penguin Books: London 2002. Im Folgenden unter dem Sigle E mit der Angabe der Seitenzahl.

[3] Vgl.: etwa: Wiesel, Elie: „Trivializing the Holocaust“. In.: The New York Times, 16. April 1978.

[4] Assmann, Jan: „Zum Geleit.“ In: Kontexte und Kulturen des Erinnerns: Maurice Halbwachs und das Paradigma des kulturellen Gedächtnisses. Echterdorff, Saar (Hgg.). Konstanz 2002, S. 7.

[5] Vgl.: Nünning, Ansgar: „Halbwachs, Maurice“. In: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie: Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart/Weimar 2004, S. 243.

[6] Birgit Neumann: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“. In: Literatur – Erinnerung – Identität. Theoriekonzeptionen und Fallstudien. Astrid Erll, Marion Gymnich, Ansgar Nünning (Hrsg.). Trier 2003, S. 52.

[7] Vgl.: Halbwachs, Maurice: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen. Frankfurt a.M. 1985.

[8] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, a.a.O., S. 52.

[9] Halbwachs, Maurice: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen, a.a.O., S. 23.

[10] Vgl.: Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis. Frankfurt a.M. 1985, S. 2f.

[11] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, ebd., S. 3.

[12] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, ebd., S. 2.

[13] Vgl.: Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, ebd., S. 27.

[14] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, a.a.O., S. 27.

[15] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, ebd., S. 52.

[16] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, ebd., S. 53.

[17] Assmann, Jan: Das kulturelle Gedächtnis: Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. C.H. Beck Verlag: München 1992.

[18] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, a.a.O., S. 31.

[19] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, ebd., S. 25.

[20] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, a.a.O., S. 53.

[21] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, a.a.O., S. 23.

[22] Vgl.: Assmann, Aleida: „Soziales und kollektives Gedächtnis“, unter: http://www.bpb.de/files/0FW1JZ.pdf [gesehen: 06.03.08].

[23] Vgl.: Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, a.a.O., S. 3ff.

[24] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, a.a.O., S. 53.

[25] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, ebd., S. 53.

[26] Halbwachs, Maurice: Das kollektive Gedächtnis, a.a.O., S. 66.

[27] Halbwachs argumentiert für einen festen räumlichen Bezugsrahmen des kollektiven Gedächtnisses, wie etwa das Wohnmilieu, der Wirtschaftsraum oder auch der Religionsraum; vgl. hierzu: Wischermann, Clemens: Die Legitimität der Erinnerungen und die Geschichtswissenschaft. Stuttgart 1996, S. 62.

[28] Nora, Pierre: „Das Abenteuer der Lieux de mémoire“. In : Etienne Francois (Hg.) : Nation und Emotion. Göttingen 1995, S. 83.

[29] Nora, Pierre: Les lieux de mémoire. Bd. I : La République; Bd. II : La Nation ; Bd. III : Les Frances. Paris 1984, 1986, 1993.

[30] Titel übernommen aus der deutschen Übersetzung von Michael Bayer: Erinnerungsorte Frankreichs. München 2005.

[31] Nora, Pierre: „Between Memory and History: Les Lieux de mémoire”. In: Representations, No. 26, S. 7-24.

[32] Wischermann, Clemens: Die Legitimität der Erinnerung und die Geschichtswissenschaft. Stuttgart 1992, S. 62

[33] Vgl.: Nora, Pierre: „Between Memory and History” Les lieux de mémoire”, a.a.O., S. 19.

[34] Nora, Pierre: „Between Memory and History“, a.a.O., S. 8f.

[35] Vgl.: Nora, Pierre: „Between Memory and History“, ebd., S. 9.

[36] Nünning, Ansgar: „das kulturelle Gedächtnis“. In: MetzlerLexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze – Personen – Grundbegriffe, a.a.O., S. 218.

[37] Neumann, Birgit: „Literatur als Medium kollektiver Erinnerungen und Identitäten“, a.a.O., S. 57.

[38] Vgl.: Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München 2006, S. 54.

[39] Assmann, Aleida: „Zur Mediengeschichte des kulturellen Gedächtnisses“. In: Medien des kollektiven Gedächtnisses: Konstruktivität – Historizität – Kulturspezifität. Astrid Erll & Ansgar Nünning (Hrsg.). Berlin 2004, S. 45.

[40] Vgl.: Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, a.a.O., S. 58.

[41] Vgl.: Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, ebd., S, 58.

[42] Vgl.: zu „Rekonstruktivität“ und weiteren Merkmalen des kulturellen Gedächtnisses: Assmann, Jan: „Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität“. In: J. Assmann & T. Hölscher: Kultur und Gedächtnis. Frankfurt a.M. 1988.

[43] Vgl.: „Trachimbrod“, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Trachimbrod, [gesehen: 20.03.2008].

[44] Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, a.a.O., S. 210.

[45] Lanzmann, Claude: „Ihr sollt nicht weinen“. In: Christoph Weiß (Hg.): Der gute Deutsche. St. Ingbert 1995, S. 175.

[46] Vgl.: Wiesel, Elie: „Trivializing the Holocaust“, a.a.O.

[47] Vgl: Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit – Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, a.a.O., S. 246.

[48] Vgl. etwa das Projekt des Künstlers Gunter Demnig (*1947), der zahlreiche Messingsteine (13.000 Steine: Stand Nov. 2007), sog. Stolpersteine, in der Bundesrepublik, Österreich, Ungarn und den Niederlanden zur Erinnerung an die von den Nazis deportieren und ermordeten Menschen verlegte. Die Stolpersteine sind in den Straßenbelag eingelassen und sind somit in den alltäglichen Lebensraum eingebunden. Vgl.: „Stolpersteine“, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine, [gesehen: 27.03.2008].

[49] Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit – Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, a.a.O., S. 237.

[50] Zitiert nach Assmann, Aleida: Die langen Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik, ebd., S. 238.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten

Details

Titel
Erinnerung in Jonathan Safran Foers "Everything Is Illuminated"
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
69
Katalognummer
V112397
ISBN (eBook)
9783640120963
ISBN (Buch)
9783640120734
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erinnerung, Jonathan, Safran, Foers, Everything, Illuminated
Arbeit zitieren
Elisabeth Bracker (Autor), 2008, Erinnerung in Jonathan Safran Foers "Everything Is Illuminated", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112397

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