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"Teenager außer Kontrolle"

Erziehungslager als sinnvolles reformpädagogisches Konzept?

Title: "Teenager außer Kontrolle"

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Inga Hemmerling (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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[...]

In den „Bootcamps“ wird der Wille der Insassen systematisch und entwürdigend gebrochen. Es soll, so Wolfgang Bosbach von der CDU, darum gehen, den Kriminellen eine Einrichtung anzubieten, in denen sich die Straftäter unter geschulter pädagogischer Aufsicht an einen geregelten Tagesablauf und an bestimmte einzuhaltende Regeln gewöhnen sollen. Ziel der Unionsfraktion ist es, Jugendliche schnellst möglich aus ihren kriminellen Milieus herauszuholen und ihnen die strikte Beachtung von Normen und Werten in Erziehungslagern beizubringen. Da die SPD aber anders als die CDU Erziehungslager als Verstoß gegen die Menschenrechte definiert, ist der Streit zwischen den Parteien um das Reizthema „Erziehungslager“ noch nicht beendet.
Was aber ist nun die richtige Entscheidung in der Diskussion um Erziehungslager? Können sie so aufgebaut und konzeptioniert sein, dass sie ihr Ziel, das Herausführen der Jugendlichen aus ihren kriminellen Milieus, ohne menschenunwürdige Aspekte erfüllen können?
Um sich an eine Antwort dieser Fragen annähern zu können, müssen verschiedene Modelle von Erziehungscamps benannt und hinsichtlich ihrer inneren Struktur betrachtet werden. In dem Rahmen dieses Aufsatzes werden zwei Formen eines Erziehungslagers vorgestellt werden: Das Wildnis-Therapie-Programm der Organisation Catherine Freer und das „Boxcamp“ von Lothar Kannenberg. In beiden Konzepten stehen bestimmte leitende Elemente im Mittelpunkt. In dem Konzept Cetherine Freers ist die Natur das Herzstück des Programms, während sich in dem Erziehungslager Lothar Kannenbergs alles um den Sport dreht.
Die Thematik der Erziehungslager soll anschließend in die pädagogische Linie dreier Ansätze eingegliedert werden, die von Aspekten geprägt sind, die sich auch die Konzepte der Erziehungslager zu Eigen machen. Näher betrachtet werden soll im Rahmen dieser Arbeit die Idee der Charaktererziehung von Foerster, die Erlebnispädagogik Hanhs und die Konzeption der Landerziehungsheime von Lietz.
Abschließend werden die Modelle des Erziehungslagers kritische reflektiert, um im Fazit eine erste vorsichtige Beantwortung der zu Beginn gestellten Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Erziehungslagern geben zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 „TEENAGER AUßER KONTROLLE – LETZTER AUSWEG WILDER WESTEN“

3 DAS „BOXCAMP“

4 EINORDNUNG DER KONZEPTIONEN IN REFORMPÄDAGOGISCHE IDEEN

4.1 Die Charaktererziehung Foersters

4.2 Die Erlebnispädagogik

4.3 Die Landerziehungsheime Lietz’

5 ERZIEHUNGSLAGER ALS REFORMPÄDAGOGISCHES KONZEPT? EINE KRITISCHE REFLEXION

6 FAZIT

7 LITERATURANGABEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Sinnhaftigkeit von Erziehungslagern für kriminelle Jugendliche durch einen Vergleich aktueller Programme mit historischen reformpädagogischen Konzepten.

  • Analyse der Erziehungscamp-Modelle "Wildnis-Therapie" und "Boxcamp"
  • Vergleich mit den Ansätzen der Charaktererziehung, Erlebnispädagogik und Landerziehungsheime
  • Kritische Reflexion der verwendeten Erziehungsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkung
  • Untersuchung der Resozialisierungspotenziale und ethischer Bedenken
  • Diskussion über menschenwürdige pädagogische Alternativen in der Jugendhilfe

Auszug aus dem Buch

Die Charaktererziehung Foersters

Die erst reformpädagogische Idee, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll, ist die von Friedrich Wilhem Foerster. Seine Doktorarbeit mit dem Titel "Der Entwicklungsgang der Kantischen Ethik bis zur Kritik der reinen Vernunft" verdeutlichte, dass Foerster die Charakter- und Willensbildung, sowie die Schulung des menschlichen Gewissens als Mittelpunkt jeder Erziehung ansah. Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen hatten nach ihm den Auftrag, sie zu sozialem und verantwortungsvollem Denken und Handeln zu befähigen. Foerster begründete sein reformpädagogisches Konzept durch intensive Beobachtungen und Erziehung von Kindern und Jugendlichen und machte auch mit Jugendlichen aus armen Verhältnissen oder kriminellen Milieus Erfahrung. Er wollte keine Pädagogik entwickeln, die auf das „Einwirken“ auf Jugendliche ausging, sondern die sich als „Hilfswissenschaft“ verstehen sollte, die sich mit der Leitung von Menschen und einer „psychologisch und ethisch vertiefte[n] Art der Menschenbehandlung“ beschäftigte. „Der Sinn solcher pädagogischen Menschenbehandlung würde eben darin bestehen, nicht nur von außen zu treiben, sondern alle konstruktiven Anlagen zur Mitwirkung aufzurufen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die aktuelle Debatte um Jugendkriminalität und die kontroverse Diskussion über Erziehungslager als politisches Instrument.

2 „TEENAGER AUßER KONTROLLE – LETZTER AUSWEG WILDER WESTEN“: Vorstellung des Wildnis-Therapie-Programms der Organisation Catherine Freer als ein Beispiel für erlebnisorientierte Erziehung.

3 DAS „BOXCAMP“: Untersuchung des Trainingscamps von Lothar Kannenberg, bei dem Sport und Struktur zur Resozialisierung delinquenter Jugendlicher im Mittelpunkt stehen.

4 EINORDNUNG DER KONZEPTIONEN IN REFORMPÄDAGOGISCHE IDEEN: Theoretische Einbettung der Erziehungscamps in die Geschichte der Reformpädagogik durch Bezugnahme auf Foerster, Hahn und Lietz.

4.1 Die Charaktererziehung Foersters: Darlegung der historischen Grundlagen von Charakterbildung und Jugendarrest als Vorläufer heutiger Ansätze.

4.2 Die Erlebnispädagogik: Erläuterung, wie das "Erleben" in der Natur als zentrales pädagogisches Element bei der Persönlichkeitsentwicklung fungiert.

4.3 Die Landerziehungsheime Lietz’: Vergleich der Landerziehungsheime als geschützte Gemeinschaftsräume mit den Strukturen heutiger Erziehungscamps.

5 ERZIEHUNGSLAGER ALS REFORMPÄDAGOGISCHES KONZEPT? EINE KRITISCHE REFLEXION: Kritische Auseinandersetzung mit der Methodenwahl, den Menschenrechten und der Wirksamkeit der untersuchten Camps.

6 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung, die trotz einiger förderlicher Aspekte Zweifel an der Sinnhaftigkeit von quälerischen Sanktionen äußert.

7 LITERATURANGABEN: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Erziehungslager, Jugendkriminalität, Reformpädagogik, Resozialisierung, Charaktererziehung, Erlebnispädagogik, Landerziehungsheime, Wildnis-Therapie, Boxcamp, Jugendstrafrecht, Menschenwürde, Pädagogik, Disziplinierung, Lernpsychologie, Verhaltensmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Erziehungslager für kriminelle Jugendliche ein sinnvolles Konzept zur Resozialisierung darstellen und inwieweit ihre Methoden reformpädagogischen Idealen entsprechen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich moderner Erziehungscamps mit den historischen Konzepten der Charaktererziehung nach Foerster, der Erlebnispädagogik und den Landerziehungsheimen nach Lietz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Reflexion darüber, ob solche Einrichtungen Jugendliche erfolgreich aus kriminellen Milieus führen können, ohne dabei menschenunwürdige Methoden anzuwenden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse von Konzeptbeschreibungen der Erziehungscamps mit theoretischen Ansätzen der Pädagogik, ergänzt durch eine kritische Diskursanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Programme von Catherine Freer und Lothar Kannenberg sowie deren wissenschaftliche Einordnung in reformpädagogische Strömungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Erziehungslager, Reformpädagogik, Resozialisierung, Erlebnispädagogik und kritische Reflexion.

Wie unterscheidet sich das Boxcamp von der Wildnis-Therapie?

Ein wesentlicher Unterschied ist die Freiwilligkeit; während Teilnehmer im Wildnis-Therapie-Programm oft bleiben müssen, können Jugendliche das Boxcamp von Lothar Kannenberg jederzeit verlassen.

Welche Rolle spielt die Menschenwürde in der Arbeit?

Die Arbeit thematisiert intensiv die Kritik an drastischen Methoden wie Gewaltmärschen, die als Verstoß gegen Menschenrechte wahrgenommen werden und kontraproduktiv für die Resozialisierung sein können.

Was ist das Fazit zur Wirksamkeit der Erziehungslager?

Das Fazit bleibt skeptisch, da es keine einwandfreie methodische Wirksamkeit gibt und Studien auf höhere Rückfallquoten bei freiheitsentziehenden Sanktionen hindeuten.

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Details

Title
"Teenager außer Kontrolle"
Subtitle
Erziehungslager als sinnvolles reformpädagogisches Konzept?
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Pädagogik)
Course
"Alte" und "neue" Reformpädagogik
Grade
1,3
Author
Inga Hemmerling (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V112514
ISBN (eBook)
9783640108473
ISBN (Book)
9783640110025
Language
German
Tags
Teenager Kontrolle Alte Reformpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Inga Hemmerling (Author), 2008, "Teenager außer Kontrolle", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112514
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