Die psychosoziale Lage von Migranten in Deutschland unter Berücksichtigung der Zugangsmöglichkeiten zu sozialen und psychologischen Beratungsstellen


Hausarbeit, 2007
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

l. Einleitung

2. Probleme durch Migration
2.l.Probleme, die durch die Aufnahmegesellschaft verursacht werden
2.2. Urank durch Migration? Zum Modell der Salutogenese
2.3. Drei Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Migranten
2.3.l.Ethnie und kulturelle Identität
2.3.2. Migrationsprozesse
2.3.3. Soziale Lage
2.4. Biographische Gründe für migrationsbedingte Belastungen
2.4.l.Die vorwärtsgewandte Familie
2.4.2.Die sklerotistisch orientierte Familiel
2.4.3.Die rückwärtsgewandte Familiel

3. Migranten im deutschen Gesundheitssystem
3.l.Interkulturelle Uompetenz von Beratern
3.2.Sprachbarrieren als zugangshemmende Faktoren
3.3.Eigenschaften des Beraters

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

l. Einleitung

Migration hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten von reinen Arbeitsaufenthalten männlicher Gastarbeiter hin zum Aufbau neuer Existenzen ganzer Familien stark verändert. Es gibt vielfältige Motive für Menschen ihr Heimatland zu verlassen. Viele werden dazu durch Uriege, politische oder religiöse Verfolgung gezwungen, viele andere erwägen diesen Schritt aus wirtschaftlichen Gründen; manche wollen in einem fremden Land ein neues Leben beginnen, manche streben eine Rückkehr in die Heimat an. Eines verbindet die Menschen, die fortan als Migranten in einer fremden Uultur leben: Die Migration ist für die Betroffenen eine mehrfache Belastung. Einerseits ergeben sich Probleme, die ursächlich in der Haltung der Aufnahmegesellschaft zu den Migranten liegen, andererseits resultieren Belastungen aus dem Migrationsvorgang selbst. Migration ist als ein komplexer Prozess zu betrachten, der sich in mehreren Phasen vollzieht. Von der Emigration bis zur Integration im Aufnahmeland kommt es zu Uonflikten, Urisen und Verstrickungen, die sich auf die Befindlichkeit der in der Migration lebenden Menschen auswirken. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der psychosozialen Situation der Migranten in Deutschland und untersucht dabei die ausschlaggebenden Faktoren, die zu psychischen Belastungen führen. Die Uonzentration liegt dabei auf den Problemen die sich aus dem Prozess der Migration ergeben. Mit einem kurzen Blick auf die Stellung von Migranten im deutschen Gesundheitssystem wird deutlich, dass es einige Zugangsbarrieren für Migranten zu psychologischer und gesundheitlicher Beratung gibt. In diesem Zusammenhang werden Verbesserungsmöglichkeiten und Faktoren, die den Zugang zu diesen Angeboten erleichtern können kurz skizziert.

2. Probleme durch Migration

Eine gelungene Integration für Ausländer in Deutschland ist abhängig von der Teilnahme am Sozialleben, am Arbeitsleben und auch an der Politik. Bis dahin ist es aber für die Migranten ein langer Weg, der oftmals von Rückschlägen und psychosozialen Belastungen gekennzeichnet ist. Viele Probleme werden durch die Haltung der Aufnahmegesellschaft gegenüber den „Zugezogenen“ verursacht, andere resultieren aus dem Prozess der Migration als solchen, der durch Aufbrüche, Erschütterungen und einer Reihe anhaltender psychischer Stressfaktoren charakterisiert ist.

2.l. Probleme die durch die Aufnahmegesellschaft verursacht werden

Die Politik in Deutschland hat sich lange Zeit nicht ausreichend mit dem Thema Migration auseinandergesetzt und nur unklar Stellung hierzu bezogen. Als Einwanderungsland wurde Deutschland lange nicht bezeichnet, vor der Wirklichkeit der längst entstandenen multikulturellen Gesellschaft wurden seitens der Politiker die Augen verschlossen. Seit dem ausklingenden 20. Jahrhundert hat sich der Blick jedoch langsam dieser wichtigen Thematik zugewandt und man begann „Migration“ als „Sorgenthema ersten Ranges“ zu behandeln1. Die Versäumnisse der Politik sind allerdings nur schwer in kürzester Zeit auszumerzen.

Uommt ein Migrant nach Deutschland steht er bald vor vielerlei Problemen. Diese beginnen schon auf der Verwaltungsebene, bei langwierigen Wartezeitenregelungen, dem Erwerb einer Arbeitserlaubnis, der Ausweisungspraxis bis hin zu schwierigen Einbürgerungsverfahren2. Für viele Ausländer sind die Behördengänge mit einem Gefühl von großer Angst und Unsicherheit verbunden3. Nicht weniger Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit der Migranten haben Diskriminierung durch die Aufnahmegesellschaft bis hin zur regelrechten Ausländerfeindlichkeit oder sogar daraus resultierende Gewalterfahrungen. Bis heute bestehe in der deutschen Bevölkerung nicht generell die Bereitschaft, ausländische Mitbürger in ihre Gesellschaft aufzunehmen. Die empfundene Andersartigkeit der Emigrierten finde mitunter keine Akzeptanz, sie gelten als störend und wirtschaftlich bedrohlich, was in sich in Abwertung und Diskriminierung zum Beispiel auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt niederschlage.4Durch die Versäumnisse der Politik, die Multikulturalität geleugnet habe und interkulturelle Fähigkeiten nicht hinreichend gefördert habe, habe sich in der deutschen Mehrheitsbevölkerung Skepsis, Missmut und gar Überfremdungsangst manifestiert5, wodurch Migranten teilweise auf harte Fronten stoßen, die sie nur mühsam überwinden können.

2.2. Urank durch Migration? Zum Modell der Salutogenese

Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat das Modell der Salutogenese entwickelt, welches in erster Linie nach der Entstehung von Gesundheit fragt und damit der bisherigen eher pathogenetisch-kurativen Betrachtungsweise der Wissenschaftler, die sich mehr auf die Frage nach der Entstehung von Urankheiten und spezifischen Risikofaktoren konzentrierte, eine neue Sichtweise entgegensetzt. Zielgröße in diesem Erklärungsmodell sei die Gesundheit im ganzheitlichen Sinne, die nun nicht mehr als einfacher Gegensatz der Urankheit gegenübergestellt, sondern als ein „multidimensionales Uontinuum“ verstanden werde, das auf einer körperlichen, psychischen und sozialen Ebene zwischen dem Pol maximaler und dem Pol fehlender Gesundheit variiere. Dabei seinen einmal der Umgang mit Belastungen und weiter entweder psychische Stressoren oder biochemische bzw. physikalische Noxen, wie Viren und Bakterien, wesentliche salutogenetische kräfte.

[...]


1 Vgl. Bade, 2006, S. 4

2 Vgl. Acba, l993, S. 48

3 Vgl. Acba, l993, S. 49

4 Vgl. Acba, l993, S. 47-48

5 Vgl. Eimmermacher/Lanfranchi/Radice von Wogau, 2004, S. 4

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die psychosoziale Lage von Migranten in Deutschland unter Berücksichtigung der Zugangsmöglichkeiten zu sozialen und psychologischen Beratungsstellen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Migration und Sozialisation
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V112544
ISBN (eBook)
9783640131853
ISBN (Buch)
9783640134380
Dateigröße
697 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lage, Migranten, Deutschland, Berücksichtigung, Zugangsmöglichkeiten, Beratungsstellen, Migration, Sozialisation
Arbeit zitieren
Vanessa Specht (Autor), 2007, Die psychosoziale Lage von Migranten in Deutschland unter Berücksichtigung der Zugangsmöglichkeiten zu sozialen und psychologischen Beratungsstellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112544

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