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Engel bei Origenes - Versuch einer Charakterisierung der höheren Vernunftwesen

Title: Engel bei Origenes - Versuch einer Charakterisierung der höheren Vernunftwesen

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sören Schlueter (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Der gebürtige Alexandriner Origenes zählt zu den umstrittensten Theologen der frühen Kirche: Während sich die von ihm geradezu virtuos betriebene Methode der allegorischen Schriftauslegung bis weit in das Mittelalter hinein eines hohen Maßes an Beliebtheit erfreuen konnte, riefen einige der in seinen systematisch-theologischen Abhandlungen geäußerten Gedanken schon bei Zeitgenossen erhebliche Zweifel an der Rechtgläubigkeit des Origenes hervor. Obgleich dieser seine offenbar kühnsten Gedankenspiele nur als „Fragen und Probleme“ begriffen sehen wollte, wurden seine Lehren auf dem 2. ökumenischen Konzil von Konstantinopel 553 und in der folgenden Zeit wiederholt verurteilt.
Dieser ambivalente Umgang mit dem Werk des Origenes zeugt von einer gewissen Spannung zwischen den Inhalten von dessen bibelexegetischen Erzeugnissen einer-seits und denjenigen der dogmatischen Schriften (allen voran de principiis) anderer-seits. Diese Spannung ist sicher nicht mit einer fundamentalen Gegensätzlichkeit gleichzusetzen, wirft jedoch so manche Frage auf, die zu beantworten oft genug dem Rezipienten überlassen bleibt. Der Grund für diesen Umstand ist nicht zuletzt in dem methodischen Vorgehen des Theologen bei der Produktion der beiden so unterschied-lichen Textgattungen zu suchen: Während Origenes in seinem dogmatischen Haupwerk de principiis ein umfassendes und – wenn auch nicht in allen Einzelheiten - schlüssiges System aufzustellen vermag, haben seine Schriftauslegungen Gelegeheitscharakter, beziehen sich also jeweils auf einen meist recht kurzen Bibelabschnitt und wirken so in ihrer Gesamtheit unsystematischer und lückenhafter. Dabei lässt ihr enger Textbezug weitaus weniger Spielraum für philosophische Spekulationen, so dass ihnen noch eher das Merkmal der Orthodoxie zukommt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es nun, soweit im Rahmen des vorgegebenen Umfanges möglich, die Engellehre des Origenes in ihren wesentlichen Elementen systematisch darzustellen und im Rahmen dessen aufkommende Fragen und Widersprüche zu utersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Ursprung der Engel und ihre kosmologische Einordnung

2. Die Körper der Engel

3. Das Verhältnis der Engel zu den übrigen Vernunftwesen

3.1. Dämonen

3.2. Menschen

3.3. Christus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die Engellehre des Origenes, um ihre wesentlichen Elemente darzustellen und auftretende inhaltliche Widersprüche innerhalb seines theologisch-philosophischen Systems zu analysieren.

  • Kosmologische Einordnung und Entstehung der Engel im Rahmen der origenistischen Lehre
  • Physische Beschaffenheit der Engel und ihre körperliche Vergänglichkeit
  • Hierarchische Interaktion zwischen Engeln, Dämonen und Menschen
  • Heilsgeschichtliche Funktionen der Engel als Völker- und Gemeindeengel
  • Theologische Abgrenzung zwischen Christus als göttlichem Logos und den Engeln

Auszug aus dem Buch

3. Das Verhältnis der Engel zu den übrigen Vernunftwesen

Wie im ersten Teil der Arbeit bereits dargelegt, sind die Dämonen gemäß dem origenistischen kosmologischen System diejenigen Vernunftwesen, welche am schwersten gegen ihren Schöpfer gesündigt hatten und in Konsequenz dessen am tiefsten fielen, so dass sie ihr Dasein in groben, plumpen Körpern fristen müssen. Die Dämonen sind also der negative Gegenpol zu den (guten) Engeln und somit der Inbegriff alles Schlechten: Gute bzw. gut handelnde Dämonen gibt es nicht.

„[...] Da nun die Menschen teils gut und teils böse sind [...] und da auch von den Engeln die einen Gottes, die anderen des Bösen Diener sind, während bei den Dämonen ein solcher Unterschied nicht besteht, sondern alle als schlecht erwiesen werden [...].“

Demzufolge muss auch das Verhältnis zwischen den guten Engeln und den Dämonen als ein feindseliges angesehen werden, was nicht zuletzt durch die These des Origenes zum Ausdruck kommt, die Dämonen hätten gegen Gott und die Engel gefrevelt. Da diese bösen Mächte nun bestrebt sind, den von ihnen erreichbaren Menschen allerhand Schaden zuzufügen oder sie zu schlechten Taten zu verleiten, ist es folgerichtig die Aufgabe der Engel, „würdige“, also fromme Menschen vor ihnen zu schützen. In welcher Form dies konkret geschieht, erfahren wir nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Ursprung der Engel und ihre kosmologische Einordnung: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Engel aus einem ursprünglichen Zustand der Intelligenzen sowie deren Fall und die daraus resultierende Abstufung in einer kosmologischen Hierarchie.

2. Die Körper der Engel: Hier wird die körperliche Natur der Engel, ihre ätherische Beschaffenheit und das Dilemma ihrer gleichzeitigen Vergänglichkeit und angestrebten Unsterblichkeit erörtert.

3. Das Verhältnis der Engel zu den übrigen Vernunftwesen: Dieser Teil analysiert die Interaktionen und Konflikte zwischen Engeln, Dämonen und Menschen sowie die hierarchische Einordnung der Engel unter Christus.

Schlüsselwörter

Origenes, Engellehre, Vernunftwesen, Kosmologie, Körperlichkeit, Dämonen, Christus, Heilsgeschichte, Logos, freier Wille, Gottesschau, Völkerengel, Gemeindeengel, Seelenheil, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Engellehre des frühchristlichen Theologen Origenes und versucht, seine oft heterogenen Aussagen zu einem systematischen Bild der himmlischen Vernunftwesen zusammenzuführen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der kosmologischen Einordnung der Engel, ihrer körperlichen Natur, ihrer hierarchischen Beziehung zu anderen Wesen sowie ihrer spezifischen heilsgeschichtlichen Rolle im Leben der Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine systematische Darstellung der wesentlichen Elemente der Engellehre bei Origenes, wobei insbesondere aufkommende Fragen und logische Widersprüche innerhalb seiner Lehren untersucht werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor arbeitet mit einer tiefgehenden Analyse der dogmatischen und exegetischen Schriften des Origenes, indem er Primärquellen kritisch vergleicht und in den Kontext der frühchristlichen Theologie einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Ursprungs und der kosmischen Ordnung der Engel, ihre leibliche Beschaffenheit sowie ihre differenzierten Rollen im Verhältnis zu Dämonen, Menschen und Christus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Origenes, Vernunftwesen, Kosmologie, Körperlichkeit, Engellehre, Christus, Dämonen, freier Wille und Heilsgeschichte.

Wie unterscheidet Origenes zwischen den „Engeln Gottes“ und den „Engeln des Teufels“?

Origenes ordnet sie über den freien Willen ein: Während erstere den Weg der Tugend wählten, fielen letztere durch Sünde ab, sind jedoch als gefallene Engel dennoch in die kosmologische Hierarchie eingebunden.

Welche Rolle spielt der freie Wille in der Engellehre des Origenes?

Der freie Wille ist eine Grundkonstante; er ist die Ursache für den Abfall der Intelligenzen von Gott und gleichzeitig das Werkzeug, durch das Vernunftwesen stufenweise zu Gott zurückkehren können.

Warum betont Origenes die Unterordnung der Engel unter Christus?

Er möchte verhindern, dass den Engeln göttliche Verehrung entgegengebracht wird, da sie lediglich dienende Organe sind, während Christus als sündloser Logos eine einzigartige, höhere Stellung einnimmt.

Wie erklärt Origenes die Nahrung der Engel?

Er interpretiert die Nahrung metaphorisch: Engel ernähren sich nicht stofflich, sondern erhalten ihre Kraft durch die Weisheit Gottes und die Teilhabe an der Gottesschau.

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Details

Title
Engel bei Origenes - Versuch einer Charakterisierung der höheren Vernunftwesen
College
University of Potsdam
Grade
1,0
Author
Sören Schlueter (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V112563
ISBN (eBook)
9783640118595
ISBN (Book)
9783640118885
Language
German
Tags
Engel Origenes Versuch Charakterisierung Vernunftwesen Angelologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sören Schlueter (Author), 2008, Engel bei Origenes - Versuch einer Charakterisierung der höheren Vernunftwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112563
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