Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

Verhaltensauffälligkeiten in der Schule


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008
15 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Verhalten von Kindern nach sexuellem Missbrauch
2.1 Umgang mit Sexualität
2.2 Auffälligkeiten im sozialen Bereich
2.3 Physische Signale
2.4 Emotionale Probleme

3 Prävention
3.1 Definition
3.2 In welchem Ausmaß kann Schule Präventionsarbeit leisten?
3.2.1 Primärprävention
3.2.2 Sekundärprävention

4 Die Bedeutung des Lehrers für die Präventionsarbeit

5 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

„2006 gab es 12.765 bei der Polizei angezeigte Straftaten von sexuellem Missbrauch an Kinder. 81,9 % davon wurden aufgeklärt...“[1]

Sexueller Missbrauch von Kindern ist mit 25 % die am schwersten ins Gewicht fallende Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Insgesamt 12.765 polizeilich gemeldete Fälle von Kindesmissbrauch sind im Jahre 2006 erfasst worden, das bedeutet, es sind 35 Kinder pro Tag und damit 1,5 Kinder pro Stunde Opfer von sexuellem Missbrauch geworden.

Jedoch kann dabei von einer Dunkelziffer ausgegangen werden, die die angegebene Zahl in enormen Maße übersteigt – je nach Quelle wird von einer Zahl zwischen 50.000 und 300.000 Fällen pro Jahr ausgegangen. „Dies ist eine von juristisch bekannt gewordenen Fällen mit der offiziellen Dunkelziffer der Kriminalpolizei hochgerechnete Zahl.“[2] Diese Schätzungen liegen wahrscheinlich noch weit unter den tatsächlichen Daten.

Das Thema „sexueller Missbrauch bei Kindern“ war lange Zeit ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Inzwischen ist es fast unmöglich geworden, diese schreckliche Straftaten aus unseren Köpfen zu verdrängen – zu oft werden wir in den Medien mit neuen Fällen konfrontiert.

Erst in den vergangenen Tagen wurde die unglaublichen Vergehen des so genannten Inzest-Vaters aus Österreich bekannt.

Und obwohl uns fast wöchentlich ins Bewusstsein gerufen wird, dass der sexuelle Missbrauch alles andere als selten ist, werden viele Fälle erst viel zu spät erkannt oder bleiben häufig sogar unentdeckt.

Keinem fällt auf, dass in der Nachbarschaft Kinder fehlen, es wird weggesehen und sich mit Ausreden abgefunden. Niemand hat irgendetwas gesehen oder gehört und der Nachbar war doch immer „so nett und unauffällig“.

So oder so ähnlich klingen die Worte, die man von Anwohnern, Bekannten oder Verwandten hört, wenn ein Fall von Kindesmisshandlung oder -missbrauch aufgedeckt wird.

Doch welche Anzeichen zeigen die Kinder? Gibt es irgendwelche Äußerungen oder Verhaltensmuster, die auf sexuellen Missbrauch schließen lassen? Fragen, auf die im Folgenden versucht wird, eine Antwort zu finden.

2 Verhalten von Kindern nach sexuellem Missbrauch

Durch die oben genannten Zahlen wird deutlich, dass eine sehr hohe Diskrepanz zwischen den tatsächlich ermittelten Kriminalfällen und der Dunkelziffer liegt. Das deutet darauf hin, dass „durch Intensität und Wiederholung sowie durch die verzögerte und erschwerte Entdeckung“[3] die Symptome von sexuell misshandelten Kindern schwer zu erkennen sind. Zudem wird das Thema von den Opfern oftmals todgeschwiegen, da sie von den Tätern zum Stillschweigen manipuliert werden.

Warum verheimlichen die Opfer oftmals über Jahre oder Jahrzehnte die Qualen, die sie erleiden mussten?

Zum einen wird ihnen eingeredet, dass sie selbst mitschuldig sind, es selbst gewollt hätten und Spaß daran gehabt haben. Häufig wird dem Opfer körperliche Gewalt angedroht, wenn es nicht gefügig ist, dies kann sogar bis zur Androhung des Todes gehen. Häufig nutzen Täter, die dem Kind sehr nahe stehen, die kindliche Naivität as und verstärken die Abhängigkeit zur Familie, um in ihnen die Angst tu schuren“in ein Heim oder [in] eine Pflegefamilie zu kommen“[4], wenn sie jemand verraten, der zum engsten sozialen Umfeld gehört. Dies führt beim Kind zu einem fast unlösbaren Dilemma, da es sich entscheiden muss was ihm wichtiger ist: die Familie oder die eigene Gesundheit, möglicherweise sogar das eigenen Leben.

Natürlich sind hier nur einige Faktoren genannt, die zum Schweigen der Kinder führen. Da diese sehr vielschichtig sind, ist es ungemein schwierig die betroffenen Opfer zu ermutigen ihr Schweigen zu brechen. Doch nicht alle werden sofort über die Grausamkeiten reden können, sei es des Alters wegen oder aufgrund einer psychischen Blockade, ausgelöst durch das Leid, das nicht nur der Körper, sondern

auch die Seele ertragen muss. Welche Signale und Äußerungen die verstummten Opfer dennoch aussenden, wird im Weiteren erläutert.

2.1 Umgang mit Sexualität

Hierzu zählen Auffälligkeiten im Sexualverhalten, das sich durch nicht angemessene sexuelle Kenntnisse in der Sprache, beim Zeichnen und im Spiel bemerkbar macht.

Mit der Sprache äußert das Opfer Begriffe und Vorgänge, die auf ein altersunangemessenes Wissen, das kaum der kognitiven Entwicklung des Kindes entspricht, hindeutet. Es weiß über Sexualpraktiken bescheid, was auf Erfahrungen in diesem Bereich hinweist und somit den sexuellen Missbrauch nicht ausschließt.[5]

Des Weiteren können in Zeichnungen Hinweise auf sexuelle Misshandlungen gesehen werden, wenn das Kind beispielsweise vermehrt Geschlechtsorgane zeichnet oder das so genannte „Zwei-Häuser“[6] -Modell, das ein Haus mit einer übergroßen tiefschwarzen Rauchfahne zeigt. Die Zeichnung kann als von tiefenpsychologisch wichtiger Qualität aufgefasst werden und deutet auf eine Bedrohung im Inneren des Hauses hin, da außerhalb die Sonne scheint. Allerdings sind gemalte Bilder von Kindern auch mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da sie für eine genaue Diagnose sehr wage sind. Oftmals werden die Zeichnungen von Kindern als Belege für eine sexuelle Misshandlung angeführt, jedoch sind sich Experten einig, dass Kinderbilder nicht immer den erhofften Erfolg in der Aufklärung einer Straftat liefern.

2.2 Auffälligkeiten im sozialen Bereich

Oftmals äußern sich sexuell missbrauchte Kinder in auffälligem Verhalten sich selbst und anderen gegenüber. Aggressionen dem eigenen Körper gegenüber werden auch als autoaggressives Verhalten bezeichnet, was „eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, bei denen sich betroffene Menschen absichtlich Verletzungen oder Wunden zufügen“[7] zur Folge hat. Autoaggressionen beinhalten beispielsweise das Aufschneiden, Aufritzen oder Aufkratzen der Haut an den Extremitäten, das Ausreißen von Haaren oder das Nägelkauen. Weiterführend kann die Gewalt gegen den eigenen Körper bis hin zu Suizidversuchen und Selbstmord führen, um in letzter Instanz, dem inneren Schmerz aus dem Weg zu gehen, beziehungsweise ihn zu überdecken.

[...]


[1] http://www.bka.de/pks/pks2006/index2.html (abgerufen am 28.04.2008)

[2] Walter, J. (1992) (Hrgs): Sexueller Missbrauch im Kindesalter (S.12). Heidelberger Verlagsanstalt und Druckerei GmbH, Band 4

[3] Deegener, Günther. (1998). Kindesmissbrauch – erkennen, vorbeugen, helfen. (S. 84). Weinheim. Beltz-Verlag.

[4] Vgl. Monika Born: Sexueller Missbrauch – ein Thema für die Schule?. (S. 44–47)

[5] Richter, Hans-Günther: Sexueller Missbrauch im Spiegel von Zeichnungen. Interpretationsansätze – Interpretationsversuche. (S. 227)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Untertitel
Verhaltensauffälligkeiten in der Schule
Veranstaltung
Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V112591
ISBN (eBook)
9783640108633
ISBN (Buch)
9783640984053
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexueller, Missbrauch, Kindern, Jugendlichen, Dunkelziffer
Arbeit zitieren
Patrick Schuller (Autor), 2008, Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112591

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Titel: Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen


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