Die Schöpfungsgeschichte als Bodenbild

Planung eines Stuhlkreises in der Kindertagesstätte


Hausarbeit, 2018

34 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema
1.1 Pädagogische Begründung
1.2 Sachanalyse
1.2.1 Kinderbibel „So begann die Welt“ und Bildkarten
1.2.2 Kett-Methode
1.2.3 Materialien
1.2.4 Lieder
1.2.5 Kompetenzen
1.2.6 Vorwissen und Vorüberlegungen

2. Förderung der Kompetenzen
2.1 Sachkompetenzen
2.2 Sozialkompetenzen
2.3 Selbstkompetenz

3. Situationsdarstellung

4. Methodische Durchführung
4.1 Motivationsphase
4.2 Erarbeitungsphase
4.3 Abschlussphase

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Thema

Durchführung eines Stuhlkreises zum Thema „Die Schöpfung“ mit Einführung des dialogischen Erzählens der Schöpfungsgeschichte unter Einsatz der Kinderbibel und das Legen eines Bodenbildes mit einer Gruppe von 16 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren zur Förderung der sprachlichen Entwicklung.

1.1 Pädagogische Begründung

Die Durchführung des dialogischen Erzählens der Schöpfungsgeschichte wird dem Bildungsbereich Sprache und Kommunikation zugeordnet.

Aus der aktuellen Situation im pädagogischen Alltag lässt sich erkennen, dass die Kinder Freude an der Sprache (Sprachgebrauch) haben. Dies zeigt sich insbesondere beim freien Erzählen und Durchführen von Finger- und Singspielen im Stuhlkreis. Durch die ständige Wiederholung von Finger- und Singspielen im Stuhlkreis nutzen die Kinder freudig die Möglichkeit, ihre Sprachhandlungskompetenz zu erweitern und zu festigen. Besonders begeistert erzählen die Kinder im Stuhlkreis von ihren Erfahrungen aus ihrer häuslichen Umgebung und zeigen dabei ein reges Unterhaltungs- und Mitteilungsbedürfnis. In den letzten Stuhlkreisen haben wir bereits das Lied „Du gibst uns die Sonne“ eingeübt. Das Lied handelt über Gott, der uns viele wichtige „Sachen“ geschenkt hat. Dies wären zum Beispiel: die Sonne, Mond und Sterne, Tiere. Um dieses Lied zu verdeutlichen und die Inhalte der Strophen zu verstehen, schließt sich das Bilderbuch „Die Schöpfungsgeschichte“ an.

Ein Bilderbuch über das Thema „Die Schöpfung“ liegt in unserem Gruppenraum und ist für alle Kinder jederzeit frei zugänglich. Die Kinder zeigen ein großes Interesse an dieser Geschichte. Des Öfteren, nehmen sich einige Kinder dieses Buch und schauen sich die verschiedenen Illustrationen an. Jedoch verstehen sie die Handlung des Buches nicht. Aus diesem Grund möchte ich den Kindern dieses Buch vorlesen und ihnen den Inhalt näherbringen. Somit werden sie in Zukunft bei diesem Buch die Handlung verstehen können.

Des Weiteren, zeigen die Kinder ein großes Interesse an der Religionspädagogik. Dies konnte ich bereits durch verschiedene Angebote und durch das Projekt „Die Jesusgeschichte zur Weihnachtszeit“ erfahren. Zudem passiert es mir häufiger, dass einige Kinder mir verschiedene Fragen über Gott und die Welt stellen. Aus diesem Grund möchte ich den Kindern die religiöse Geschichte über Gott und unsere Welt von Anfang an näherbringen.

In den darauffolgenden Stuhlkreisen möchte ich weitere Geschichten über Gott aus der Bibel erzählen. Die nächste Geschichte könnte sein: „Adam und Eva“. Die nächsten Geschichten wären dann: „Nicht mehr Perfekt“ und „Zwei Brüder Kain und Abel“. Dies würde den Kindern einen großen Einblick in die Geschichten des Alten Testaments geben und ihren Glauben zu ihrer Religion festigen. Die Weiterführung der Geschichten aus der Bibel würde mich auch in meiner Entwicklungsaufgabe weiterbringen.

Bei der eigenständigen Erstellung des Bodenbildes können die Kinder sich aktiv an der Geschichte beteiligen und diese differenzierter verinnerlichen und fixieren. Das Bilderbuch besitzt kurze Sätze, die einfach und schnell zu verstehen sind. Durch diesen kurzen Inhalt, haben die Kinder genug Zeit das Bodenbild zu legen und sich kommunikativ mit in die Geschichte einzubringen. Hierbei knüpfe ich am aktuellen Interesse der Kinder an und biete ihnen somit einen Sprachanlass. Die frühkindliche Sprachentwicklung ist bedeutsam für die spätere Schreib- und Lesekompetenz der Kinder.

1.2 Sachanalyse

Den Förderschwerpunkt bei der Durchführung des Stuhlkreises zum Thema „Die Schöpfungsgeschichte“ lege ich auf die Förderung der sprachlichen Entwicklung. Das dialogische Erzählen der Schöpfungsgeschichte mit Hilfe des Bilderbuches wird dem Bildungsbereich Sprache zugeordnet.

Der Mensch ist von Geburt an fähig, Sprachen zu lernen. Die Fähigkeit, Sprache zu verstehen, zu erarbeiten und zu produzieren, ist im menschlichen Gehirn angelegt. Sprachliche Fähigkeiten entwickeln sich aber nicht von selbst. Die Grundsteine für die Sprachentwicklung werden in den ersten vier Lebensjahren gelegt. Die Sprache hat als wichtigstes zwischenmenschliches Kommunikationsmittel eine zentrale Bedeutung für die kindliche Entwicklung. Sie ist für das Kind ein Mittel, um Kontakt zu seiner Umwelt aufzunehmen, sich ihr mitzuteilen und mit ihr zu interagieren. Das Kind nimmt über die Sprache an der Umwelt teil. Zusammen mit der Schrift stellt sie eine grundlegende Voraussetzung für den Bildungserfolg dar. Ausgangspunkt für eine professionelle sprachliche Bildungsarbeit ist eine systematische Einbettung von Sprechanlässen in den pädagogischen Alltag. Damit kommt der Erzieherin eine bedeutsame Rolle als Sprachvorbild zu. Sprache ist ein wichtiger Teil der Identität und somit eng verbunden mit der Persönlichkeitsentwicklung. Wesentliche Aufgabe der Erzieherin ist es, das Kind dazu zu befähigen, sich angemessen seines Alters vielseitig ausdrücken zu können. Kinder entwickeln ihr Sprachverhalten bzw. ihre sprachlichen Fähigkeiten am Modell des Sprachverhaltens der Erzieherin und der Erwachsenen. Die Erzieherin / Bezugsperson ist mitverantwortlich dafür, in wieweit die Kinder Freude an der Sprache entwickeln. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Thermen (Sprachimpulse) die Interessen der Kinder berühren. Sprache ist ein Werkzeug für gedankliche Entwicklung, für Begriffsbildung, für die Gefühlsentwicklung und für die Bearbeitung von Eindrücken und Erlebnissen. Die Sprache hat eine zentrale Bedeutung für die anderen Bildungsbereiche, da jedes Handeln auch immer sprachliches Handeln ist. So wird beispielsweise bei jeder sprachlichen Begleitung die sprachliche Abstraktionsfähigkeit gefördert, da die Kinder neue Begriffe erlernen und anwenden. Die Kinder sollen Freude an der Sprache und am Sprechen entwickeln.1 2

Die sprachliche Bildung ist in dem Kindergartenalltag fest integriert. Dies zeigt sich zum Beispiel durch die Bibliothek in der Kindertagestätte. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich Bücher anzuschauen und sich auszuleihen. Außerdem wird durch verschiedene Bilderbuchbetrachtungen zu verschiedenen Themen die sprachliche Entwicklung der Kinder gefördert. Zudem sind verschiedene Gespräche in Angeboten oder im Kreis ein wesentlicher Teil in der alltäglichen pädagogischen Arbeit. Sie greift vielfältige Sprachanlässe auf, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, seine Sprachhandlungsfähigkeit zu erweitern.

Ich habe diesen Förderschwerpunkt gewählt, da es bei der sprachlichen Entwicklung der Kinder noch Förderbedarf gibt. Durch die Geschichte kann ich an den sprachlichen Fähigkeiten der Kinder arbeiten, indem sie meiner Geschichte gut zuhören und meine Sprachhandlungsfähigkeit, sowie meinen Wortschatz verinnerlichen. Zudem können sie auch ihr Wissen über ihre eigene Religion erweitern, indem sie den Inhalt kennenlernen und diesen verstehen und fixieren. In diesem Stuhlkreis können sie ihren christlichen Glauben stärken und Vertrauen zu unserer Religion aufbauen. Bei fehlerhaften Sätzen oder Wörtern unterstütze ich die Kinder durch korrektives Feedback.

Religionspädagogik ist eine wesentliche Grundlage erzieherischer Arbeit in kirchlichen Kindertageseinrichtungen. Aufgrund des christlichen Menschenbildes der Einrichtung, ist die Religionspädagogik ein zentrales Thema. In dieser Einrichtung praktizieren wir unsere Arbeit aus dem christlichen Glaubensverständnis heraus und bieten den Kindern die Möglichkeit, den Glauben zu erfahren und das kirchliche und religiöse Leben kennenzulernen. Dies gelingt uns durch die Vermittlung von biblischen Geschichten, aber auch bei christlichen Festen. Des Weiteren beten und feiern wir mit den Kindern in Gottesdiensten. Zudem besucht die Pastorin der Kirche des Ortes die Kindertagesstätte regelmäßig, um mit den Kindern verschiedene religiöse Aktionen durchzuführen. Gemeinsam singt sie mit den Kindern religiöse Lieder und erzählt ihnen Geschichten aus der Bibel. Des Weiteren beten wir gemeinsam mit den Kindern vor dem Essen. Auch hierdurch wird der evangelisch-lutherische Glauben vermittelt.

1.2.1 Kinderbibel und Bildkarten

Die Kinderbibel ist ein kleines Buch, welches manchen Kindern bereits bekannt ist. Der Text ist kurzgefasst und verständlich für die Kinder. Die bildlichen Darstellungen sind bunt und ansprechend gestaltet. Dieses Buch erzählt, wie Gott die Welt erschaffen hat. Als erstes erschuf Gott das Licht, danach gestaltete er die Meere, die Erde und Pflanzen. Danach erschuf er den Tag und die Sonne, sowie die Nacht mit seinem Mond und den Sternen. Er erschuf die Fische, die im Wasser schwimmen, die Vögel, die über die Erde fliegen und die Tiere, die auf dem Lande leben. Als letztes erschuf Gott zwei Menschen: Adam und Eva.

Da die Bilder sehr klein sind und ich auf die sprachliche Entwicklung mehr eingehen möchte, lasse ich die Kinder anhand von Bildkarten die Schöpfungsgeschichte selber erzählen. Durch verschiedene Fragestellungen rege ich die Kinder zu einer Gesprächsführung an. Die Bildkarten sind groß und entsprechen den Bildern aus der Kinderbibel.

Die Schöpfungsgeschichte ist ein wesentlicher Teil des christlichen Glaubens. Es ist der Glaube daran, dass Gott für uns die Welt erschaffen hat und dass wir ihm Dankbar sind für unser Leben, die Tiere, das Wasser, die Pflanzen, Mond und Sterne, den Himmel, Tag und Nacht, das Licht und die Dunkelheit. Diese Geschichte lehrt die Kinder, dass vieles nicht selbstverständlich ist und alles kostbar ist. Gott hat für uns die Welt erschaffen und wir müssen auf diese Acht geben. Zudem lernen die Kinder auch, dass sie selber etwas Besonderes sind. Denn Gott wollte uns auf seiner erschaffenen Welt haben. Diese Geschichte gibt den Kindern Gewissheit über die Entstehung der Welt und eine Orientierung durch den christlichen Glauben.

1.2.2 Kett-Methode

Bei diesem Stuhlkreis benutze ich das Legen eines Bodenbildes. Die Methode des Legens von Bodenbildern entstammt der sogenannten „Religionspädagogischen Praxis“ (RPP). Umgangssprachlich wird das Legen von Bodenbildern auch als „Kett-Methode“ oder „Tücher-Lege-Methode“ bezeichnet. Im Vordergrund stehen dabei die Veranschaulichung sowie die Verinnerlichung der ausgewählten Inhalte, insbesondere aber von biblischen Texten, religiösen Grundthemen, theologischen Motiven, anthropologischen Grundfragen und rituellen Handlungen.3 Bodenbilder sind sehr vielseitig und können für verschiedene Themen genutzt werden. Durch das legen des Bodenbildes wird das Thema und die Geschichte in diesem Medium repräsentiert, zugänglich und fixiert. Die Kinder können die Geschichte anhand von Symbolen, Figuren und Gegenständen einfacher wahrnehmen und haben so die Möglichkeit, diese sich besser vorzustellen. Auch durch das eigenständige Legen der Gegenstände können sie die Geschichte besser verinnerlichen und fixieren. Aus diesem Grund habe ich mich für das Legen eines Bodenbildes entschieden.

Bei dem Bodenbild im Stuhlkreis wollen wir gemeinsam dieses von Anfang bis zum Ende der Geschichte legen. Die Materialien werden von mir vorbereitet und auf dem Boden, an meinem Platz, bereitgelegt. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, nach jeder neuen Erschaffung ein oder mehrere Gegenstände auf den Boden, in der Mitte auszulegen. Hierfür stehen uns verschiedene Materialien bereit, welche ich im Folgenden erläutern möchte.

1.2.3 Materialien

Als Orientierung für das Bodenbild hilft uns das Bilderbuch „Gott erschafft die Welt“. Ich werde die Geschichte Stück für Stück vorlesen und die Kinder in dieser durch Fragestellungen miteinbeziehen. Für das Legen des Bodenbildes benötigen wir mehrere Materialien.

Am ersten Tag erschuf Gott das Licht. Für diese bildliche Darstellung sorgen wir mit einer Lichterkette, die wir in der Mitte auslegen. Diese wird mit Batterien angetrieben und ist einfach zu bedienen. Die Kinder können diese eigenständig bedienen. Daraufhin erschuf Gott das Wasser und die Meere. Diese symbolisieren wir durch ein blaues Tuch, neben der Lichterkette. Danach erschuf Gott die Erde mit ihren Pflanzen, Bäume und Blumen. Hierfür werden wir Materialien von der Marke „Playmobil“ verwenden. Diese Bäume, Blumen und Büsche sind industriell angefertigt. Sie dienen in unserem Bodenbild zum besseren Verständnis der Kinder. Diese Gegenstände und Figuren der Marke sind deutlich zu erkennen und sehr handlich. Insgesamt werden wir sechs Pflanzen zur Verfügung haben, die wir einsetzen können. Um das Element der Erde darzustellen, legen wir ein braunes Tuch in die Mitte. Die Pflanzen legen wir auf dieses braune Tuch. Für das Darstellen der Erschaffung des Tages und der Sonne, legen wir eine selbstgebastelte Sonne aus Pappe, auf ein hellblaues Tuch, welches den Himmel darstellen soll. Dieses hellblaue Tuch werden wir auf der gegenüberliegenden Seite des dunkelblauen Tuches (Meer) legen. Im nächsten Abschnitt geht es um die Nacht, den Mond und die Sterne. Für die Darstellung der Nacht legen wir ein dunkel blaues Tuch neben das hell blaue Tuch. Auf dieses dunkle Tuch, können die Kinder dann den selbstgebastelten Mond und die Sterne legen. Durch die zwei unterschiedlichen Farbtöne, können die Kinder deutlich erkennen, dass es einen Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt.

In den nächsten Abschnitten geht es um die Tiere im Wasser, die Tiere in der Luft und auf dem Land. Hierfür werden wir Tierfiguren von der Marke „Schleich“ verwenden. Diese Tierfiguren sind industriell angefertigt und gibt es zu kaufen. Die Kinder kennen bereits diese Spielfiguren aus anderen Angeboten und einem Projekt. Sie dienen in unserem Bodenbild zum besseren Verständnis der Kinder. Da sie sehr handlich sind, ist es einfach, diese auf einem Tuch aufzustellen. Insgesamt werden wir fünf Tiere für das Wasser haben, ein Tier für die Lüfte und 15 Tiere für das Land. Somit haben genug Kinder die Möglichkeit, sich einzubringen.

Als letztes erschuf Gott die Menschen und er begann mit Adam und Eva. Ich habe mich bewusst für das Legen von zwei Menschen entschieden, da ich die Geschichte „Adam und Eva“ in den darauffolgenden Stuhlkreisen weitererzählen möchte. Für die Darstellung von „Adam und Eva“ verwenden wir zwei Figuren der Marke „Playmobil“.

1.2.4 Lieder

Als Begrüßungslied und festes Ritual wollen wir gemeinsam das Lied „Ich bin da und du bist da“ singen. Somit verschaffen sich die Kinder einen Überblick über den gesamten Stuhlkreis und über die Kinder, die in diesem sitzen. Für unseren Abschluss werden wir das Lied „Du gibst uns die Sonne“ gemeinsam singen. Dieses Lied haben die Kinder zuvor mit mir eingeübt. In dem Lied geht es um alles, was Gott uns gegeben hat. Die Kinder haben viel Freude an diesem Lied. Nach dem Legen des Bodenbildes, werden die Kinder dieses Lied noch besser verstehen. Es dient aus Unterstützung zur differenzierteren Wissensvermittlung.

1.2.5 Kompetenzen

In diesem Stuhlkreis erstellen wir neben der Geschichte gemeinsam ein Bodenbild mit Hilfe von verschiedenen Materialien und Figuren. Durch diese Geschichte möchte ich den Kindern die Möglichkeit der vielseitigen Wahrnehmung im religiösen Bereich bieten. Durch die gleichzeitige Veranschaulichung auf dem Bodenbild, können die Kinder ihr Wissen auf eine einfachere Art erweitern. Hiermit vergewissern sie sich über die Entstehung ihrer Welt.

In dem gesamten Angebot fördere ich die sprachliche Entwicklung der Kinder. Dies gelingt mir durch das gemeinsame Erzählen der Geschichte. Ich beziehe die Kinder aktiv in die Geschichte und somit auch in verschiedene Gespräche ein. Außerdem stelle ich verschiedene Fragen, in denen es mir gelingt, diese Kompetenz zu fördern. Hierbei erweitere ich auch die Sprachhandlungsfähigkeit der Kinder. Dies gelingt mir, indem sie sich während des Gespräches anhand der Fragen differenziert ausdrücken müssen. In diesem Zusammenhang wird auch die Kommunikationsfähigkeit der Kinder gestärkt, indem sie den anderen Kindern zuhören und Blickkontakt halten, während sie selbst sprechen (Gesprächsregeln). Anbei erweitern die Kinder ihren Wortschatz, indem sie die Begriffe „die Erschaffung“ oder „Adam und Eva“ und deren Bedeutung während der Erarbeitungsphase kennen lernen. Doch auch in den beiden Liedern, fördere ich die sprachliche Entwicklung der Kinder. Sie müssen sich klar und deutlich im Gesang ausdrücken. Während wir gemeinsam die Schöpfungsgeschichte erarbeiten, stärke ich die Konzentrationsfähigkeit der Kinder, indem sie aufmerksam zuhören müssen, um die einzelnen Abschnitte auf dem Bodenbild umzusetzen.

Nach jedem Abschnitt, pausieren wir die Geschichte, und wir legen den aktuellen Teil der Geschichte auf dem Boden aus. Die Kinder fördern bei diesem Angebot ihre kognitiven Fähigkeiten, indem sie bei der Geschichte aufmerksam zuhören und die einzelnen Abschnitte durch das soeben von ihnen auditiv aufgenommene Wissen auf dem Bodenbild wiedergeben und umsetzen müssen. Hierbei erlenen sie viel neues Wissen. Des Weiteren fördern die Lieder die kognitiven Fähigkeiten. Die Kinder müssen die gelernten Lieder auf Anhieb wiedergeben und sich an die Abläufe erinnern. Zudem fördert die Gruppe ihr logisches Denken, indem sie die Sinneszusammenhänge in der Geschichte erkennen und diese in Worte fassen müssen. Um dies zu erreichen, rege ich sie mit bestimmten Fragestellungen zum Denken an. Durch die Fragen, erzähle ich gemeinsam mit ihnen die Geschichte und beziehe sie immer wieder mit ein. Auch in unserem Lied „Du gibst mir die Sonne“ fördern die Kinder ihr logisches Denken, indem sie während des Liedes auf ihren Einsatz warten müssen und ihren zuvor gewählten Gegenstand hochhalten werden. Zudem haben die Kinder durch die zwei Spiele auch die Möglichkeit, ihr logisches Denken zu erweitern. Außerdem stärken sie ihre Geduld, da sie für bestimmte Zeitabschnitte mir zuhören und ruhig bleiben müssen. Die Kinder werden durch das Legen des Bodenbildes die Erfahrung machen, sich mit einzubringen und selber aktiv mitzuwirken. Hierbei stärken sie ihre Kooperationsfähigkeit, indem sie auf die anderen Kinder Rücksicht nehmen müssen. Zudem werden hier mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen: Durch das Zuhören der Geschichte wird die auditive Wahrnehmung, durch das Legen des Bodenbildes die haptische Wahrnehmung und durch das gleichzeitige Sehen dessen die visuelle Wahrnehmung angesprochen.

Die aufgezählten Kompetenzen stellen eine wesentliche Voraussetzung für den Bildungserfolg des nächsten Lebensabschnittes der Schule dar. Die Kinder eignen sich viele Kompetenzen an, welche sie in weiteren Lebensabschnitten begleiten und positiv beeinflussen können.

1.2.6 Vorwissen und Vorüberlegungen

Für diese Einheit muss ich selber das Bodenbild ausprobiert haben, damit ich eine logische Abfolge und der Auswahl der Materialien, sowie ein Gefühl für die Zeit bekomme, die wir brauchen werden. Außerdem ist es wichtig, dass ich die Schöpfungsgeschichte kenne und die einzelnen Inhalte mit ihrer Bedeutung verstanden habe. Zudem muss ich mich vergewissern, welche Materialien ich für dieses Angebot benötige. Hierzu ist wichtig, dass ich mich an die genaue Abfolge für diese Geschichte halte, um den Kindern diese verständlich nahe zu bringen. In der Bibel konnte ich mich in die Geschichte hineinlesen und diese nochmals für mich wiederholen, um die Inhalte und die Aussage der Geschichte zu verinnerlichen. Bei meiner Suche nach einem religiösen Lied, fand ich auf der CD „40 schönste religiöse Kinderlieder“ von Detlev Jöker das Lied „Du gibst uns die Sonne“. Dieses Lied habe ich mit den Kindern zuvor geübt. Für meinen Stuhlkreis muss ich vorher darauf achten, dass ich genügend Gegenstände und Symbole habe, sodass jedes Kind in diesem Lied aktiv werden kann. Die Schöpfungsgeschichte als Bilderbuch aus der Kinderbibel soll den Kindern ein besseres Verständnis über das Lied und diese religiöse Geschichte geben.

Auf verschiedene Fragen von Kindern während der Geschichte muss ich vorbereitet sein und die Antworten darauf wissen. Diese können zum Beispiel sein: Wie kamen die vielen anderen Menschen auf die Welt? Wann erschuf Gott die Dinosaurier?

[...]


1 vgl. Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (2018)

2 vgl. Gartinger, Silvia (2015)

3 Vgl. Stögbauer-Elsner, Eva (2016)

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Die Schöpfungsgeschichte als Bodenbild
Untertitel
Planung eines Stuhlkreises in der Kindertagesstätte
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V1126355
ISBN (eBook)
9783346486219
ISBN (Buch)
9783346486226
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit verfügt über eine detaillierte Planung eines Stuhlkreises in der Kindertagesstätte über 16 Kinder im Alter von 3 - 6 Jahren im Rahmen der Ausbildung zur Erzieherin. Die gesamte Planung wurde im Jahr 2018 verschriftlicht und in einer Kindertagesstätte umgesetzt und durchgeführt. Planung sowie Durchführung wurden jeweils beide von den verantwortlichen Lehrkräften der Schule mit der Note sehr gut bewertet. Hauptschwerpunkt: Förderung der sprachlichen Entwicklung durch freies Erzählen und Wissenserweiterung über die Religion (Schöpfungsgeschichte).
Schlagworte
Ausbildung zur Erzieherin, Religionspädagogik, Sprache und Kommunikation, Kindertagesstätte, Kindergarten, Angebotsplanung, Stuhlkreisplanung, Methodische Durchführung, die Schöpfungsgeschichte, Religion für Kinder, Erzieher, Erzieherin, KiTa, Bodenbild
Arbeit zitieren
Stella Börries (Autor), 2018, Die Schöpfungsgeschichte als Bodenbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126355

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Schöpfungsgeschichte als Bodenbild



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden