Als ich in Meyers Buch „Was ist guter Unterricht?“ in der Einleitung auf
das Kapitel „Nachdenk – Minute“ stieß und mich hier wirklich eine Minute
lang darauf besann, zu überlegen, was für mich persönlich die zwei
wichtigsten Merkmale guten Unterrichts sind, kamen mir die Antworten
doch recht schnell in den Sinn.
Nicht selten habe ich mich während meiner langjährigen Arbeit als
Lehrkraft im Nachhilfeinstitut „Studienkreis“ mit den verschiedenen
Unterrichtsmethoden der Lehrkräfte an Schulen auseinandergesetzt.
Gleichzeitig stabilisierte sich nach und nach mein persönliches Manko an
die Lehrkräfte, dass sie doch viel zu selten auf die Persönlichkeit und
Individualität des Schülers eingehen, diese sogar oftmals schlichtweg
untergraben – und sich viel zu selten darüber im Klaren sind, dass ein
„guter“ Lehrer weitaus mehr zu bieten hat, als fachliche Kompetenz zu
übermitteln.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. NACHHILFEUNTERRICHT
2.1 GRÜNDE FÜR NACHHILFEUNTERRICHT
2.2 ERWARTUNGEN VON ELTERN UND SCHÜLERN
2.3 WAS KANN NACHHILFE LEISTEN?
2.4 KOOPERATION MIT ÖFFENTLICHEN SCHULEN
3. NACHHILFE – UND FÖRDERUNTERRICHT IM STUDIENKREIS
3.1 KONZEPT DES STUDIENKREISES: DIE BAUSTEINE
3.1.1 Minigruppen
3.1.2 Vermittlung von Lernkompetenz
3.1.3 Qualifiziertes Lehrpersonal
3.1.4 Zusammenarbeit mit den öffentlichen Schulen
4. SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle von Nachhilfeinstituten, speziell des „Studienkreises“, als ergänzende Unterstützung zur öffentlichen Schule vor dem Hintergrund der Merkmale „guten Unterrichts“ nach Hilbert Meyer. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine engere Kooperation zwischen Schule und Nachhilfeinstitut die individuelle Förderung von Schülern verbessert und soziale sowie methodische Kompetenzen nachhaltig gestärkt werden können.
- Strukturelle Belastungen des öffentlichen Schulsystems
- Wirksamkeit und pädagogische Konzepte des Studienkreises
- Bedeutung von individueller Förderung und Sozialverhalten
- Zusammenarbeit zwischen Fachlehrern und Nachhilfelehrern
- Qualitätskriterien für Unterricht nach Hilbert Meyer
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Minigruppen
Mit 25 bis 30 Schülerinnen und Schülern kann der Unterricht in der Schulklasse im Regelfall meist nur als Frontalunterricht praktiziert werden. Dem einzelnen Schüler hingegen wird, wie eingangs erläutert, nur wenig Gelegenheit gegeben, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Eine individuelle Förderung kann hier nicht gewährleistet werden, da eine Differenzierung auf Lerntempi, unterschiedliche Lernbiografien und Interessen kaum möglich ist. Zudem werden die Schüler in der Minigruppe á maximal fünf Personen häufiger aufgefordert, sich aktiv zu äußern. Jede eigene Erklärung verlangt eine effektive Strukturierung der Gedanken und verbessert damit das Verständnis des Lernstoffs. Weiterhin bietet die Nachhilfe im Institut einen Vorteil gegenüber dem Einzelunterricht, der die Gefahr zu starker instruktiver Unterweisung birgt: anders als die Einzelnachhilfe ermöglicht die Förderung in der Minigruppe soziales Lernen. Schritt für Schritt entwickelt sich in den Gruppen ein positives Lernklima, in dem jedem einzelnen Schüler immer mehr Teilverantwortung zugewiesen werden kann. Der Lernerwerb, das Lernverhalten und die Einstellung zum Lernen werden begünstigt durch die sich entfaltenden positiven gruppendynamischen Kräfte.
Einzelunterricht bietet sich also nur in Ausnahmefällen an – dann, wenn aus gegebenen äußeren Umständen wie längerer Krankheit, einem Umzug oder etwa einem Schulwechsel, in kurzer Zeit viel Lernstoff aufgearbeitet oder wiederholt werden muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin reflektiert persönliche Erfahrungen aus ihrer Arbeit im Nachhilfeinstitut und motiviert die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit öffentlichen Schulen, um die Merkmale „guten Unterrichts“ besser umzusetzen.
2. NACHHILFEUNTERRICHT: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursachen für den wachsenden Bedarf an Nachhilfe, wie strukturelle Probleme im Schulsystem und soziale Veränderungen, sowie die Erwartungen von Eltern und Schülern.
3. NACHHILFE – UND FÖRDERUNTERRICHT IM STUDIENKREIS: Hier wird das pädagogische Konzept des Studienkreises detailliert vorgestellt, wobei der Fokus auf den Bausteinen Minigruppen, Lernkompetenz, Personalqualität und Kooperation mit Schulen liegt.
4. SCHLUSSBEMERKUNG: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass professionelle Nachhilfe bei korrekter Implementierung die fachlichen sowie sozialen Kompetenzen der Schüler signifikant steigert und eine wertvolle Ergänzung zum Schulalltag darstellt.
Schlüsselwörter
Nachhilfe, Studienkreis, Schulerfolg, individuelle Förderung, Lernkompetenz, Minigruppen, Hilbert Meyer, pädagogische Qualität, Lehrerbelastung, soziale Kompetenz, Kooperation, Bildungsziele, Unterrichtsmethoden, Lernmotivation, Leistungssteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Mehrwert von privat organisiertem Nachhilfeunterricht, am Beispiel des „Studienkreises“, und dessen Potenzial, die öffentliche Schule bei der individuellen Förderung von Schülern zu entlasten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die strukturellen Defizite öffentlicher Schulen, die pädagogischen Ansätze von Nachhilfeinstituten sowie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Nachhilfelehrern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen von Nachhilfeinstituten als ergänzende Instanz zu legitimieren und Wege aufzuzeigen, wie diese zur Erfüllung der Qualitätsmerkmale von „gutem Unterricht“ nach Hilbert Meyer beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Fachliteratur, pädagogischer Theorien (insbesondere Meyer) sowie dem Einbezug empirischer Studien zur Wirksamkeit von Nachhilfeunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ursachen für Nachhilfebedarf, eine detaillierte Erläuterung der pädagogischen „Bausteine“ des Studienkreises sowie die Darstellung der Kooperationsmöglichkeiten mit öffentlichen Schulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind individuelle Förderung, Lernkompetenz, Minigruppen, Unterrichtsqualität, soziale Kompetenz und die Zusammenarbeit von Schule und externer Nachhilfe.
Warum hält die Autorin den Unterricht in „Minigruppen“ für vorteilhafter als Frontalunterricht?
In Minigruppen ist eine individuellere Differenzierung möglich und jeder Schüler wird aktiver in den Lernprozess eingebunden, was zudem soziale Lernprozesse durch Gruppendynamik fördert.
Welche Rolle spielt die Kooperation mit öffentlichen Schulen laut der Autorin?
Die Kooperation ermöglicht einen Informationsaustausch, der dem Nachhilfelehrer hilft, seine Fördermaßnahmen exakt auf den schulischen Unterricht abzustimmen und Vorurteile abzubauen.
Was bemängelt die Autorin am Lehrpersonal öffentlicher Schulen?
Sie kritisiert, dass aufgrund von Zeitdruck und großen Klassen oft die Persönlichkeit der Schüler zu kurz kommt und didaktische Überlegungen für Schüler nicht transparent gemacht werden.
Wie definiert das Konzept des Studienkreises „Lernkompetenz“?
Lernkompetenz wird als Fähigkeit zum selbstständigen Lernen verstanden, die durch den Erwerb fächerübergreifender Lerntechniken und Methodenkompetenz zur Problemlösung erreicht wird.
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- Christina Wiesenrode (Author), 2006, Qualitätssicherung im Unterricht - Was kann Schule leisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112635