Ps 19 ist für die Forschung im Alten Testament besonders wegen seiner einzig- und eigenartigen Synthese von Schöpfungs- und Weisheitsmotiven sowie Torafrömmigkeit von Interesse.
Diese Arbeit bietet eine detaillierte Exegese mit ausführlicher Formanalyse. In einem zweiten Teil ordnet sie Ps 19 in seinen traditionsgeschichtlichen Kontext ein.
Inhaltsverzeichnis
I/ Übersetzung von Ps. 19
II/ Auslegung von Ps. 19
1.) Vorbemerkungen:
a) Gliederung
b) Gattung
c) Einheitlichkeit
d) Historischer Ort
2.) Exegese von Ps. 19
a) Die Überschrift V1
III/ Ps. 19 und dessen Vorstellungswelt von Schöpfung und Tora
1.) Ps. 19, 2-7 und das immanente Schöpfungsdenken
a) V2-5a: Die universale Ordnung der Himmelserscheinungen
b) V5b-7: Die Sonne als Exempel
2.) Ps. 19, 8-15 und das immanente Toradenken
a) V8-11: Das Wesen der Tora
b) V12-15: Die Bedeutung der Tora für den Psalmisten
IV/ Ps. 19 im Kontext atl. Weisheit
1.) Schöpfung und Tora im Lichte atl. Weisheit
2.) Psalm 19 und die atl. Weisheit
a) Gott und Schöpfung (Ps. 19, 2-7)
b) Gott und Tora (Ps. 19, 8-11)
c) Gott und Mensch (Ps. 19, 12-15)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Psalm 19 in seiner alttestamentlichen Verankerung und analysiert, wie die Vorstellungswelten von Schöpfung und Tora in diesem Text ineinandergreifen, um eine weisheitlich geprägte Deutung von Welt und Mensch zu begründen.
- Exegetische Analyse der Struktur und Gattung von Psalm 19.
- Untersuchung des Schöpfungsgedankens im Kontext der Himmelserscheinungen.
- Analyse des Toradenkens als verständliches Kommunikationsmedium des göttlichen Willens.
- Beziehung zwischen weisheitlicher Tradition und der nachexilischen Tora-Rezeption.
- Reflexion über die existenzielle Bedeutung der Tora für das betende Individuum.
Auszug aus dem Buch
b) V5b-7: Die Sonne als Exempel
Unter den Himmelserscheinungen kann wohl die Sonne, die nun in den Blick gerät, als die prominenteste (im Kontext des kanonischen Schrifttums) von denen, die göttliche Verehrung genossen, gelten78. Insofern scheint es nicht verwunderlich, dass gerade sie Exempel der Zeugen79 von Gottes Herrlichkeit ist. Im Hinblick auf die funktionale Parallelität von A2 – C muss angenommen werden, dass in der Art, wie der Psalmist sich auf die Ordnung der Tora bezogen weiß (Beziehung von C zu B), auch die Sonne zur universalen Ordnung der Himmelserscheinungen (Beziehung von A2 zu A1) bezogen ist. Insofern ist die Sonne la-dwbk trpsm und wydy hcum tdygm (so wie der Psalmist an den Eigenschaften der Tora [zumindest potentiell] partizipiert; vgl. II/1c und IV/2c).
Zusammenfassung der Kapitel
I/ Übersetzung von Ps. 19: Detaillierte philologische Übertragung des Psalms auf Grundlage des masoretischen Textes der BHS unter Berücksichtigung exegetischer Standards.
II/ Auslegung von Ps. 19: Methodische Vorbemerkungen zur Exegese und Analyse der formalen Struktur sowie der Gattung des Textes als weisheitliche Meditation.
III/ Ps. 19 und dessen Vorstellungswelt von Schöpfung und Tora: Detaillierte Untersuchung des Schöpfungsdenkens der Himmelserscheinungen und der Rolle der Tora als ethisches und rechtliches Kommunikationsmedium.
IV/ Ps. 19 im Kontext atl. Weisheit: Zusammenführende Einordnung des Psalms in die Tradition der alttestamentlichen Weisheitsliteratur und Reflexion der Identifikation von Weisheit und Tora.
Schlüsselwörter
Psalm 19, Schöpfung, Tora, Altes Testament, Weisheitsliteratur, Gottesrecht, Himmelserscheinungen, Exegese, Weltordnung, ethische Gerechtigkeit, nachexilisch, Offenbarung, Gott, Mensch, Tun-Ergehen-Zusammenhang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Exegese von Psalm 19 und analysiert, wie der Text die Bereiche Schöpfung und Tora miteinander verknüpft, um eine weisheitliche Weltsicht zu entfalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Himmelserscheinungen als göttliche Zeugen, das Wesen der Tora als verständliche Weisheit und die existenzielle Einordnung des Menschen vor Gott.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Psalm 19 durch die Verbindung von universaler Schöpfungsordnung und spezifischer Tora-Weisheit den Psalmisten als Teil eines kosmischen Gottesdienstes darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer klassischen biblischen Exegese, die kontextuelle, sprachliche und traditionsgeschichtliche Analysen in eine Gesamtauslegung integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der immanente Schöpfungsgedanke (V2-7) und das Toradenken (V8-15) detailliert exegetisch bearbeitet sowie in den breiteren Kontext der alttestamentlichen Weisheit gestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schöpfung, Tora, Weisheit, Weltordnung, Exegese und nachexilische Theologie charakterisiert.
Warum spielt das "Toradenken" eine so zentrale Rolle in der Arbeit?
Das Toradenken bildet das ethische Zentrum der Argumentation, da die Tora als das verständliche Medium dient, durch das der Mensch Gottes Willen erkennen und in eine personale Beziehung treten kann.
Wie bewertet der Autor die Beziehung zwischen Schöpfung und Tora in Ps. 19?
Der Autor sieht in Psalm 19 eine funktionale Analogie: Während die Schöpfung universale Ordnung repräsentiert, macht die Tora diese Ordnung für den Menschen ethisch verständlich und greifbar.
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- Holger Erdwiens (Author), 2005, Ps. 19 im Kontext alttestamentlicher Vorstellungen von Schöpfung und Tora, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112652