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Vom Kettenhemd zum Harnisch

Die Entwicklung der deutschen Schutzbewaffnung im Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter

Title: Vom Kettenhemd zum Harnisch

Term Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Pommer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mit dem Übergang vom 12. auf das 13. Jahrhundert erfolgt in den meisten europäischen Staatsgebieten ein Umschwung, sowohl in politischen als auch in militärischen Fragen. Durch die Erfahrung der drei Kreuzzüge richtet sich vor allem bei den Teilnehmern die Produktion von Kriegsgerät nicht nur nach den jeweiligen Kosten, sondern auch und vor allem nach der Zweckmäßigkeit ihrer Nutzung. Die Erfahrungen mit den Temperaturen in Palästina lassen deshalb Änderungen der Kleidung, meist bestehend aus reinen Eisenrüstungen, als zweckmäßig erscheinen. Zu den Kreuzzügen gesellt sich zugleich ein Abstieg des bis dahin privilegierten Rittertums zugunsten eines Aufstiegs des Bürgertums und der Städte. Durch diese Verschiebung ergeben sich neue Möglichkeiten der Produktion und der Abnehmer von Kriegsgerät.
Im Folgenden wird im Allgemeinen auf die Weiterentwicklung der Rüstung, speziell der Körperpanzerung eingegangen und im Verhältnis von Zweckmäßigkeit, Kosten und Nutzen, Produktionsmittel sowie Wandel des Kriegswesens betrachtet. Der gewählte Ansatz der Analyse soll dabei der These nachgehen, ob sich zusehend im Übergang vom Hoch- ins Spätmittelalter eine spezifisch deutsche Rüstung herausgebildet, deren Form sich deutlich von anderen europäischen Armeen abhebt. Das Spätmittelalter kennzeichnet zunehmend eine Regionalisierung der Rüstungsstile, deren Entwicklung aus militärischen Aufeinandertreffen der Parteien und die jeweiligen klimatischen Unterschiede und Erfahrungen resultierte. Bei der Betrachtung der Entwicklung der Schutzbewaffnung ist es unerlässlich, die Weiterentwicklung der Angriffswaffen, Hieb-, Stoß- und Fernwaffen zu betrachten, da diese die Initialzündung darstellen. Diese Entwicklung erfolgt jedoch in ihrer Wechselwirkung nicht linear, sondern vielmehr bis zu einem waffen- und produktionstechnischen Maximum, das einen Kompromiss aus Wirkung und Schutz darstellen muss. Die meisten Rüstungen der Ritter sind dabei mit Hilfe der Archäologie und der Urkundenlehre optisch erfasst und nachvollziehbar, bei nicht vorhandenen Überresten von Rüstungen geben zumindest Rechen-, Fehde- und Urkundenbücher Auskunft über Vorhandensein der Teile sowie Preise und Anzahl.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Kopfschutz

2.1. Entwicklung

2.2. Helme der Ritter

3. Der Schild

3.1. Entwicklung

3.2. Der Schild der Reiterei

3.3. Der Schild des Fußvolkes

4. Die Körperpanzerung

4.1. Schuppenpanzer und Kettenhemd

4.2. Plattenrock und Harnisch

4.4. Rüstung des Fußvolkes

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Evolution der deutschen Schutzbewaffnung beim Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen militärischer Zweckmäßigkeit, Produktionskosten und den technologischen Herausforderungen durch verbesserte Angriffswaffen liegt. Zentral ist dabei die Frage, ob sich eine spezifisch deutsche Rüstungsform herausbildete, die sich von anderen europäischen Standards abhebt.

  • Weiterentwicklung von Helmen, Schilden und Körperpanzerung
  • Einfluss des Übergangs vom Rittertum hin zum Bedeutungsgewinn des Fußvolkes
  • Analyse der waffentechnischen Reaktion auf Fernwaffen wie Langbogen und Armbrust
  • Regionalisierung von Rüstungsstilen im Heiligen Römischen Reich
  • Wirtschaftliche Faktoren und Produktionsbedingungen der Plattner

Auszug aus dem Buch

3.3. Der Schild des Fußvolkes

Da das Fußvolk in verschiedene Gattungen von Kämpfern, wie Pikenieren, Armbrust- oder Bogenschützen und Schwertkämpfern, unterteilt wurde, kommt es im Gegensatz zur Reiterei zur Verwendung unterschiedlicher Schildtypen. Bei den Pikenieren und Spießträgern bleibt der Dreiecksschild in einer, im Vergleich zu dem der Reiterei, brusthohen Version in Gebrauch. Er wird im Verlauf des Mittelalters abgelöst von einem mandelförmigen Schild oder einem Schild mit abgerundeten Ecken, der sich besser für die Formierung eines Schildwalls eignete, der aber schwerpunktmäßig in Italien verwendet wurde. Die zweite Schildart stellt der seit Mitte des 13. Jahrhunderts auftretende Faustschild dar. Dieser hatte einen Durchmesser von etwa 25 und 40 cm und wurde während des Marsches mit seinem Handgriff über den Schwertgriff gehängt. Der so genannte Buckler war als einziger mittelalterlicher Schild, mit Ausnahme der Trageriemen ganz aus Metall gefertigt worden und wird wegen seiner Handlichkeit hauptsächlich von den Schwertkämpfern des Fußvolkes genutzt.

Als dritte Schildart tritt seit Ende des 13. Jahrhunderts ein großer rechteckiger Schild auf, die Pavese, die eine Weiterentwicklung des keltischen Rechtecksschild darstellt. Bei der Konstruktion des Schildes handelte es sich um eine waffentechnische Reaktion auf die aufkommenden Fernhandwaffen des Fußvolkes, wie dem Langbogen und vor allem der Armbrust. Da dieser Schild zum Schutz der Schützen vor feindlichen Fernwaffen auf dem Schlachtfeld oder bei Belagerungen eingesetzt wurde, geht man von einer Zusammenfassung von zwei bis drei Schützen zu einem Pavesenträger aus, da von den Erstgenannten wegen der relativ langen Ladezeiten jeweils nur einer schussbereit in er Frontlinie stehen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der politischen und militärischen Rahmenbedingungen sowie der methodischen Herangehensweise an die Rüstungsanalyse.

2. Der Kopfschutz: Untersuchung der technologischen Entwicklung vom Nasalhelm über den Topfhelm bis hin zur Beckenhaube und Hundsgugel.

3. Der Schild: Analyse der Schildtypen von Reiterei und Fußvolk, unter besonderer Berücksichtigung der Tartsche und der Pavese als Reaktion auf moderne Fernwaffen.

4. Die Körperpanzerung: Vergleich der Schutzwirkung von Kettenhemd, Schuppenpanzer und dem Übergang zu plattenbasierten Rüstungen bis hin zum Harnisch.

5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des technologischen Wandels und der sozioökonomischen Verschiebung zwischen Rittertum und Fußvolk.

Schlüsselwörter

Schutzbewaffnung, Mittelalter, Harnisch, Kettenhemd, Beckenhaube, Pavese, Reiterei, Fußvolk, Plattner, Waffentechnik, Rüstung, Tartsche, Hundsgugel, Militärgeschichte, Kriegswesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der deutschen Schutzbewaffnung vom Hoch- zum Spätmittelalter unter Berücksichtigung technischer und taktischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Kopfschutz, die Schildformen für Reiterei und Fußvolk sowie die Evolution der Körperpanzerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Schutzbewaffnung in Abhängigkeit von Kosten, Nutzen und militärischen Anforderungen entwickelte und ob eine spezifisch deutsche Rüstungstradition erkennbar ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt archäologische Erkenntnisse, die Auswertung von Urkundenlehre sowie zeitgenössische Bildquellen und moderne Rekonstruktionsmethoden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Analyse von Helmen, Schilden (insb. Pavese und Tartsche) und der Körperpanzerung (Kettenhemd bis zum Harnisch).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Schutzbewaffnung, Harnisch, Rüstung, Waffentechnik und der Wandel von der Reiterei zum Fußvolk.

Warum war der Wechsel vom Kettenhemd zum Harnisch militärisch notwendig?

Aufgrund der verbesserten Durchschlagskraft von Armbrüsten und Langbögen reichte der Schutz des Kettengeflechts nicht mehr aus, was den Einsatz von Plattenpanzern erforderte.

Welche Rolle spielt die Pavese in der spätmittelalterlichen Taktik?

Die Pavese diente als großer Setzschild, der es Armbrust- und Bogenschützen ermöglichte, sich gegen Fernwaffen zu schützen, während sie ihre eigene Ladezeit überbrückten.

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Details

Title
Vom Kettenhemd zum Harnisch
Subtitle
Die Entwicklung der deutschen Schutzbewaffnung im Übergang vom Hoch- zum Spätmittelalter
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Proseminar Mittelalterliche Geschichte
Grade
2,0
Author
Benjamin Pommer (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V112665
ISBN (eBook)
9783640111169
ISBN (Book)
9783640282234
Language
German
Tags
Kettenhemd Harnisch Proseminar Mittelalterliche Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pommer (Author), 2007, Vom Kettenhemd zum Harnisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112665
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