Aristagoras, Histiaios und ihre Rollen im Ionische Aufstand


Hausarbeit, 2018

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründe für den Ionischen Aufstand
2.1. Die Rolle des Aristagoras im Ionischen Aufstand
2.2. Die Rolle des Histiaios im Ionischen Aufstand

3. Fazit

4. Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1. Quellenverzeichnis
4.2. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu den bekanntesten und folgenreichsten Kriegen der antiken griechischen Welt dürften die Perserkriege gehören. Um 500/499 v. Chr. entwickelte sich ein jahrzehntelanger Krieg, der erst Mitte des 5. Jahrhunderts sein Ende fand.1 Auch danach kam es immer wieder zu Konflikten der Griechen mit der persischen Großmacht, bis Alexander der Große schließlich Persien eroberte.2 Als Auslöser der Perserkriege gilt der Aufstand der Ionischen Griechen gegen die persische Herrschaft in der heutigen Westtürkei.

Doch was waren die Ursachen für diese Rebellion gegen die Perser, die als Ionischer Aufstand in die Geschichte einging? Dieser Frage soll in folgender Hausarbeit nachgegangen werden. Als Quellengrundlage dafür dienen die Historien des griechischen Geschichtsschreibers Herodot. Herodots Geschichtswerk ist die einzige Quelle, die über die Geschehnisse berichtet.3 Dabei muss beachtet werden, dass Herodots Bericht hauptsächlich auf mündlichen Überlieferungen beruht4 und da seine Berichterstatter, von denen er die Informationen hat, über eine Niederlage sprachen, sind ihre Erzählungen noch stärker verzerrt als üblich.5 Zusätzlich versuchte jeder von ihnen sich von persönlicher Schuld freizusprechen und die Verantwortung für gemachte Fehler auf andere zu schieben.6 Vermutlich ist die Quelle anti-ionisch geschrieben, was bei der Interpretation berücksichtigt werden muss.7 Herodots Erzählung der Ereignisse ist also mit Vorsicht zu genießen. Für den griechischen Historiker sind die Gründe, die zum Aufstand führten vor allem an zwei Personen festzumachen: Histiaios, dem Tyrann von Milet,8 und Aristagoras.9

Auf ältere Thesen, die vor allem wirtschaftliche Gründe für den Aufstand anführen10 soll in der Hausarbeit nicht näher eingegangen werden. Sie gelten, unter anderem von Pericles B. Georges,11 als wiederlegt12. Selbst Herodot schreibt, dass sich Milet vor dem Ionischen Aufstand „in so hoher Blüte wie nie vorher und nachher“13 befand.

2. Gründe für den Ionischen Aufstand

2.1. Die Rolle des Aristagoras im Ionischen Aufstand

Wie in der Einleitung schon erwähnt trägt ein Mann namens Aristagoras, laut Herodot, einen großen Teil der Schuld am Ionischen Aufstand. Dieser war als Stellvertreter seines Schwiegervaters und Vetters Histiaios Herrscher von Milet.14 Der eigentliche Tyrann von Milet befand sich zu jener Zeit am Hofe des persischen Großkönigs Dareios in Susa.15 Wie Herodot berichtet kamen um das Jahr 500 v. Chr. verbannte Adelige von der Insel Naxos zu Aristagoras nach Milet und baten ihn um Hilfe, damit sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können.16 Grund für ihre Verbannung dürften wohl Streitigkeiten um eine neue Verfassung auf der Insel gewesen sein.17 Laut den Historien waren die Verbannten Freunde von Histiaios.18 Aristagoras könnte es somit als Pflicht empfunden haben, den Freunden seines Schwiegervaters und Vetters zu helfen. Zusätzlich wird vermutet, dass Aristagoras seinen Einfluss auf die reiche Insel ausdehnen wollte.19 Dies lässt sich anhand der Quellen allerdings schwer belegen.20

Da er angeblich nicht über genügend Ressourcen für einen Kriegszug gegen Naxos besitzt, überredet er den Satrapen von Lydien namens Artaphernes21 ihn zu unterstützen.22 Der Satrap wiederum überzeugt Großkönig Dareios und dieser stellt 200 Kriegsschiffe zur Verfügung.23 Vermutlich genehmigt Dareios die Expedition nach Naxos um seinen Einfluss nach Westen auf die griechischen Inseln auszudehnen.24 Aristagoras Hilfsgesuch dient ihm nur als Vorwand für einen Kriegszug in die Ägeis.25 Das Kommando über die Schiffe hat ein Perser mit dem Namen Megabates, ein Cousin des Großkönigs.26 Von Milet aus segelt die Flotte mit Aristagoras, dessen Rolle hauptsächlich darin bestand den Weg zum Ziel zu zeigen, in Richtung Naxos.27 Histiaios Stellvertreter bleibt somit nur eine Nebenrolle bei der Unternehmung. Eine Führungsposition hatte er nicht inne, was ihm sicherlich nicht gefallen haben dürfte. Zusätzlich kommt es auf der Fahrt zur Insel zu einem schweren Streit zwischen Aristagoras und Megabates.28 Dieser will einen unaufmerksamen Schiffskapitän bestrafen, der Grieche ist allerdings dagegen und befreit den Kapitän. Vor Wut schickt der Perser Gesandte nach Naxos, um sie vor dem bevorstehenden Angriff zu warnen. Daraufhin kommt es zu einer viermonatigen Belagerung der Insel. Diese scheiterte letztlich.29 Anhand dieser Episode aus den Historien verdeutlicht Herodot das schlechte Verhältnis der beiden Männer,30 was schließlich zum Misslingen des Unternehmens führt.

Aristagoras befindet sich nun in einer ungünstigen Situation. Durch das schlechte Verhältnis zu den Persern fürchtet er nun, von diesen für den gescheiterten Kriegszug verantwortlich gemacht zu werden.31 Außerdem hat er einen großen Teil seines privaten Vermögens in den Feldzug gegen Naxos investiert, in der Hoffnung, durch die Eroberung der Insel Gewinn zu machen.32

[...]


1 Schulz, Raimund: Die Perserkriege. Berlin/Boston 2017, S.1.

2 Will, Wolfgang: Die Perserkriege. München 2010, S. 1.

3 Walser, Gerold: Hellas und Iran. Studien zu den griechisch-persischen Beziehungen vor Alexander. Darmsadt 1984, S. 28.

4 Walter, Uwe: Herodot und die Ursachen des Ionischen Aufstandes. In: Historia 42 (1993), S. 258.

5 Will: Perserkriege, S. 27.

6 Ebd., S. 27.

7 Walser: Hellas, S. 28.

8 Evans, James: Histiaios, in KlP 2 (1967), Sp. 1190.

9 Kienast, Dietmar: Bemerkungen zum Ionischen Aufstand und zur Rolle des Artaphernes. In Historia 51 (2002), S. 1.

10 siehe z.B. Welwei, Karl-Wilhelm: Das klassische Athen. Darmstadt 1999, S. 28.

11 siehe Georges, Pericles B.: Persian Ionia under Darius. The Revolt reconsidered. In: Historia 49 (2000), S. 1–39.

12 Marek, Christian: Geschichte Kleinasiens in der Antike. München2 2010, S. 191.

13 Hdt. V, 28.

14 Duchesne-Guillemin, Jacques: Aristagoras, in KlP 1 (1964), Sp. 551.

15 Evans: Histiaios, Sp. 1191.

16 Hdt. V, 30.

17 Kienast: Bemerkungen, S. 2.

18 Hdt. V, 30.

19 Will: Perserkriege, S. 27–28.

20 Kienast: Bemerkungen, S. 4.

21 Hdt. V, 25.

22 Ebd. V, 30.

23 de Souza, Philip : The Greek and Persian Wars 499-386 BC. New York 2003, S. 9.

24 Kienast. Bemerkungen, S. 5.

25 Souza: Greek, S. 12.

26 Ebd., S. 12.

27 Kienast: Bemerkungen, S. 7.

28 Hdt. V, 33.

29 Ebd., V, 35.

30 Walter: Herodot, S. 263.

31 Rosen, Klaus: Griechische Geschichte erzählt. Von den Anfängen bis 228 v. Chr. Darmstadt 2000.

32 de Souza: Greek, S. 12.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Aristagoras, Histiaios und ihre Rollen im Ionische Aufstand
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V1126810
ISBN (eBook)
9783346486554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aristagoras, histiaios, rollen, ionische, aufstand
Arbeit zitieren
Nils Keukert (Autor:in), 2018, Aristagoras, Histiaios und ihre Rollen im Ionische Aufstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126810

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