In welcher Beziehung stehen der soziale Vergleichsprozess und fear of missing out oder: Wie reagieren diese zwei Komponenten, wenn sich der Selbstwert einer Person verändert? In dem Mittelpunkt der Thesis soll die Forschungsfrage stehen: „Wie beeinflusst sozialer Vergleich und “fear of missing out“ das Selbstwertgefühl von Social Media Nutzern?“.
Ziel ist es, die Zusammenhänge der einzelnen Konstrukte näher zu untersuchen und damit einen Beitrag zu der bestehenden Forschungsliteratur zu leisten. In diesem Exposé ist ein erster Überblick der theoretischen Fundierung gegeben und die Hypothesen sind aus dem aktuellen Forschungsstand abgeleitet. Des Weiteren wird das methodische Vorgehen erläutert. Am Ende des Exposés steht der Ausblick auf die zu erwartenden Ergebnisse sowie eine kritische Reflexion des Vorgehens.
Nicht mehr wegzudenken ist das Internet in dem 21. Jahrhundert und damit verbunden die sozialen Netzwerke. Die Nutzerzahlen steigen und sind insbesondere bei der Altersgruppe 14 - 29 Jahre stark ausgeprägt, von denen 45 % permanent online ist. Eine Umfrage des ARD/ZDF im Jahr 2020 hat ergeben, dass Facebook mit 26 % sowie Instagram mit 20 % nach WhatsApp mit 78 % die beiden wöchentlich am häufigsten genutzten Kanäle in Deutschland sind. Soziale Plattformen werden verwendet, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben sowie auf dem aktuellen Stand zu sein, was Neuigkeiten sowie bevorstehende Events betrifft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fachlicher Hintergrund
2.1 Das Selbst
2.1.1 Selbstkonzept
2.1.2 Selbstwert
2.2 Sozialer Vergleich als psychologisches Konzept
2.3 fear of missing out
2.4 Forschungsstand – Zusammenführung der Ansätze
3 Forschungsziel und Hypothesen
4 Methodisches Vorgehen in der quantitativen Untersuchung
4.1 Datenerhebung
4.2 Sampling
4.3 Auswertung
5 Erwartete Ergebnisse
6 Herausforderungen und kritische Reflexion des Vorhabens
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Selbstwert, sozialem Vergleich und dem Phänomen des "fear of missing out" bei Nutzern sozialer Medien. Ziel ist es, die Wechselwirkungen dieser psychologischen Konstrukte zu analysieren und zu prüfen, wie sich ein veränderter Selbstwert auf die Ausprägung von Vergleichsprozessen und der Angst, etwas zu verpassen, auswirkt.
- Analyse des Selbstkonzepts und des Selbstwerts im digitalen Kontext.
- Untersuchung der Rolle sozialer Vergleichsprozesse auf Plattformen wie Facebook und Instagram.
- Erforschung von "fear of missing out" als psychologisches Phänomen.
- Empirische Überprüfung von Hypothesen zu den Zusammenhängen zwischen Selbstwert, sozialem Vergleich und "fear of missing out".
Auszug aus dem Buch
Sozialer Vergleich als psychologisches Konzept
Aufkommende Informationen jeglicher Art werden täglich von uns in Beziehung zu der eigenen Person gesetzt, egal ob es bei dieser Information darum geht, wie andere sind, welche Ziele diese (nicht) erreicht haben, welche Fähigkeiten sie besitzen oder auch nicht (Dunning & Hayes, 1996). Laut Mussweiler (2006) vergleichen wir uns, ob bewusst oder unbewusst mit unseren Mitmenschen, was wiederum unser Empfinden, Urteilen sowie Agieren steuert. Daraus ist zu entnehmen, dass der komplexe soziale Vergleichsprozess eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Selbstkonzeptes einnimmt und das Wohlbefinden beeinflusst.
Der thematische Ursprung geht auf den Sozialpsychologen Leon Festinger (1954) zurück und wurde inzwischen zu der Theorie des sozialen Vergleiches (social comparison theory) weiterentwickelt. Sozialer Vergleich kann definiert werden als „…process of thinking about information about one or more other people in relation to the self” (Wood, 1996, S. 520). Die Forscher Choi & Hogg (2020) bezeichnen die Validierung der eigenen Person als unabdingbar für den Aufbau einer positiven individuellen sozialen Identität und als Fundament einer starken Gruppenidentifikation. Die Validierung oder auch nicht Validierung der persönlichen Identität in dem Rahmen eines Merkmals kann unterschiedlichen Quellen entspringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz sozialer Medien in der heutigen Gesellschaft ein und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Interaktion von Selbstwert, sozialem Vergleich und "fear of missing out" ab.
2 Fachlicher Hintergrund: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Selbst, zum sozialen Vergleich und zu "fear of missing out" detailliert dargelegt und der aktuelle Forschungsstand zusammengeführt.
3 Forschungsziel und Hypothesen: Dieses Kapitel definiert das Untersuchungsmodell und leitet konkrete Forschungshypothesen aus der existierenden Literatur ab.
4 Methodisches Vorgehen in der quantitativen Untersuchung: Es wird das Forschungsdesign beschrieben, inklusive der Datenerhebung mittels validierter Skalen, der Stichprobenbeschreibung und der geplanten statistischen Auswertung.
5 Erwartete Ergebnisse: Hier werden die Erwartungen an die empirische Untersuchung formuliert, insbesondere im Hinblick auf Alterseffekte und die Interaktion der drei untersuchten Konstrukte.
6 Herausforderungen und kritische Reflexion des Vorhabens: Das letzte Kapitel reflektiert methodische Grenzen, wie etwa die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Antwortverhalten und die Problematik sozial erwünschter Antworten.
Schlüsselwörter
Selbstwert, Selbstkonzept, Sozialer Vergleich, Fear of missing out, Fomo, Social Media, Digitale Gesellschaft, Quantitative Forschung, Psychologie, Selbstwahrnehmung, Identität, Soziale Netzwerke, Online-Verhalten, Persönlichkeitspsychologie, Medienwirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Untersuchung von Nutzern sozialer Medien und wie deren Selbstwertgefühl mit sozialen Vergleichsprozessen und der Angst, etwas zu verpassen, in Beziehung steht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Selbstpsychologie (Selbstwert, Selbstkonzept), die Sozialpsychologie des Vergleichs (social comparison theory) und das Phänomen "fear of missing out" (Fomo) im Kontext digitaler Plattformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen dem Selbstwert einer Person und den Konstrukten sozialer Vergleich sowie Fomo empirisch zu explorieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein quantitatives Querschnittsdesign mit standardisierten Fragebögen (RSES, SCS, Fomo-Skala) verwendet, um Daten von Facebook- und Instagram-Nutzern zu erheben und statistisch mit "R" auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erarbeitet, darauf basierend Hypothesen aufgestellt und schließlich das methodische Design der Datenerhebung sowie deren Auswertung detailliert geplant.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Selbstwert, Sozialer Vergleich, Fear of missing out (Fomo), soziale Medien und Identitätsbildung.
Wie beeinflusst der Selbstwert die Tendenz zum sozialen Vergleich laut der Arbeit?
Die Hypothesen gehen davon aus, dass ein geringerer Selbstwert zu einer erhöhten sozialen Vergleichsorientierung führt, während ein hoher Selbstwert diese tendenziell verringert.
Warum spielt das Alter laut der Verfasserin eine Rolle für die Studie?
Das Alter wird als möglicher Moderator für den negativen Effekt von sozialer Vergleichsorientierung auf Fomo untersucht, um die Forschungslücke zwischen jugendlichen und erwachsenen Nutzern zu schließen.
- Quote paper
- Sozialökonomie Lena Vogel (Author), 2021, Der Zusammenhang zwischen Selbstwert, sozialem Vergleich und "fear of missing out" von Social Media Nutzern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126864