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Die Göttlichkeit Camillas und ihre amazonenhafte Art sind der Grund für ihr abweichendes Rollenverhalten

Title: Die Göttlichkeit Camillas und ihre amazonenhafte Art sind der Grund für ihr abweichendes Rollenverhalten

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Ströhl (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die griechische Antike vermittelt uns ein mannigfaltiges Bild unterschiedlicher Frauencharaktere. Da gibt es die treue häusliche Gattin, die kämpferisch- emanzipierte Frau, das verführerische und skandalträchtige Weib, die ehrwürdige Frau und Mutter oder die gefallsüchtige Schöne, welche bei Männergelagen zugleich mit den Hüllen auch den Anstand fallen lassen kann.1
Frauen wurden meist Opfer ihrer eigenen Schwächen, Verführbarkeit, Schamlosigkeit, Eitelkeit, mangelhaften Verschwiegenheit und fehlender Weisheit heißt es bei Ammianus Marcellinus. Andererseits schreibt er aber auch über die Gattin des Craugasius, dass sie ihren Einfluss auf ihren Mann ausnutzt um ihre Ziele zu verwirklichen. Sie wiederspricht umso mehr der klassischen Frauenrolle, als sie nicht bereit ist, ihr eigenes Schicksal zu akzeptieren.
Sie stellt also den Gegensatz zur patriotischen Anhänglichkeit an Haus, Hof und Familie dar.2
Somit erkennen wir, dass die Frau in der Antike zwar größtenteils die Unterwürfige war, doch selten brachen einige starke Frauen auch aus diesem Bild aus, sowie Camilla. Natürlich kann man Camilla nicht ausschließlich mit dem Frauenbild in der Antike vergleichen. Zwar scheint sie eine antik-heidnische Figur zu sein, doch bei näherem Untersuchen fällt auf, dass eine Einpassung in die christlich-mittelalterliche Welt stattgefunden hat.
Im mittelalterlichen Frauenbild finden sich im religiösen Bereich beispielsweise Nonnen, denn vor allem für die adlige Frau des Mittelalters gab es keinen anderen Weg, sich dem Gebärzwang und der männlichen Vorherrschaft zu entziehen, als ins Kloster zu gehen. Die Familien der adligen Mädchen widersetzten sich oft den Wünschen der jungen Frauen, wenn es um eine lohnende Eheschließung ging. Dabei kam den Mädchen die kirchliche Ideologie in Bezug auf die Jungfräulichkeit gerade recht, da der Zustand der Jungfräulichkeit als der des höchsten Ansehens galt. Andererseits unterstützte sie aber auch die Unterwerfung der Frau
unter die männliche Vorherrschaft und damit auch unter die Entscheidungen der Familie. Des Weiteren gab es die Beginen, dies waren Frauen, die sich ohne das Reglement durch die Kirche zu einer klosterähnlichen Gemeinschaft zusammenschlossen. Die strengste Form des religiösen Rückzugs war die Einsiedelei. Die Lebensform des Einsiedlers bedeutete mönchisches Leben ohne Gemeinschaft

Meine Hausarbeit untersucht die oben genannten Eigenschaften Camillas im ENEASROMAN und diskutiert diese.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Frau in der Antike und im Mittelalter

2. Abweichendes Rollenverhalten

2.1. Göttlichkeit und antik-mythologischer Hintergrund

2.2. Amazonen und die Amazone in Camilla

2.3. Schönheit, Virginität und Kleidung der Camilla

2.4. Ritterlichkeit

3. Auf ein Wort zum Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Figur der Camilla im Eneasroman von Heinrich von Veldeke, um zu ergründen, warum ihr Verhalten von den zeitgenössischen Normvorstellungen abweicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Camillas Status als Kriegerin, ihre amazonenhafte Darstellung und ihre ritterlichen Attribute eine bewusste literarische Normabweichung konstruieren, die sie als weibliches Gegenstück zum höfischen Ritter idealisiert.

  • Analyse des Frauenbildes in Antike und Mittelalter
  • Untersuchung des mythologischen Hintergrunds von Camilla
  • Deutung der amazonenhaften Wesenszüge im Kontext der Ritterdichtung
  • Rolle von Schönheit, Virginität und Kleidung als Ausdruck innerer Tugend
  • Evaluation von Camillas Ritterlichkeit und ihrer Funktion als Identitätsmodell

Auszug aus dem Buch

2.4. Ritterlichkeit

Nach der anfänglichen Dominierung in der Schilderung des Weiblichen, beginnt der Autor nun mit der Erwähnung der ritterlichen Komponente. So werden ausführlich und ausschmückend ihre ritterlich-höfischen Insignien dargestellt, wie ihre Gefolgschaft, ihr Schlachtross und ihre Rüstung.

An mehreren Stellen wird Camillas ritterliche Tugendhaftigkeit pointiert. So stand ihr zum Beispiel die Kleidung rittermäßig, sie handelte nicht wie eine normale Frau, sondern verhielt sich wie ein junger Mann und Ritter.

Eine weitere Eigenschaft ihrer Ritterlichkeit ist die Tatsache, dass ihr eine große Gefolgschaft untersteht. Diese bestand aus einer Schar von 500 Jungfrauen, die es verstanden zu kämpfen.

„Vernemet scône hovescheit umbe ein phârit daz si reit:“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Frau in der Antike und im Mittelalter: Das Kapitel zeichnet das vielfältige Frauenbild der Antike nach und stellt den Übergang zum mittelalterlichen Ideal dar, welches zwischen klösterlicher Askese und höfischer Minneideologie changiert.

2. Abweichendes Rollenverhalten: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Attribute Camillas, wobei die Göttlichkeit, der Amazonen-Mythos, ihre Schönheit in Verbindung mit Virginität sowie ihre ritterliche Identität kritisch hinterfragt werden.

3. Auf ein Wort zum Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Camilla keine klassische Amazone darstellt, sondern als ritterliches Gegenstück fungiert, das weibliche Aufgaben zugunsten einer selbstbestimmten, ritterlichen Lebensweise ablehnt.

Schlüsselwörter

Eneasroman, Heinrich von Veldeke, Camilla, Rollenverhalten, Mittelalter, Frauenbild, Ritterlichkeit, Amazone, Minneideologie, Virginität, höfische Kultur, Normabweichung, Literaturwissenschaft, Tugend, Identitätsmodell.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Figur Camilla im Eneasroman von Heinrich von Veldeke und ihrer Einordnung in das höfische Gesellschaftsbild des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Geschlechterrollen, der ritterlichen Inszenierung von Frauenfiguren sowie dem Einfluss antiker Archetypen auf die mittelalterliche Epik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Camilla durch ihre bewusste Ablehnung traditioneller weiblicher Rollen und die Übernahme ritterlicher Tugenden eine Sonderstellung einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine textnahe Analyse und vergleicht diese mit literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur höfischen Kultur und antiken Mythologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien Göttlichkeit, Amazonen-Bezug, die Symbolik von Farben und Kleidung sowie die spezifisch ritterlichen Aspekte wie 'aventiure' und 'ere' detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eneasroman, Rollenverhalten, Ritterlichkeit und höfische Kultur definiert.

Warum wird Camilla nicht als reine Amazone eingestuft?

Die Autorin argumentiert, dass Camilla im Gegensatz zu antiken Amazonen keine barbarischen Züge aufweist und ihre Herkunft sowie ihr Kampfstil in den höfischen Kontext des Mittelalters integriert sind.

Welche Rolle spielt das Pferd für Camilla?

Das Pferd wird im Eneasroman als exklusives Merkmal ritterlichen Ansehens beschrieben, das Camillas Status als adlige Kriegerin unterstreicht.

Wie definiert die Autorin den Begriff 'schoene' im Kontext der Arbeit?

'Schoene' wird nicht nur als äußeres Merkmal, sondern als personengebundener höfischer Wert betrachtet, der untrennbar mit dem Adelsstand und innerer Tugend verknüpft ist.

Wie bewertet die Arbeit Camillas Tod?

Der Tod Camillas wird als tragischer Moment gewertet, der durch die Totenklage des Turnus und ein fürstliches Grabmal ihre ritterliche Ehre postum nochmals hervorhebt.

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Details

Title
Die Göttlichkeit Camillas und ihre amazonenhafte Art sind der Grund für ihr abweichendes Rollenverhalten
College
University of Bayreuth  (Ältere deutsche Philologie)
Course
Einführung in die Mittelhochdeutsche Literatur: Aeneasroman
Grade
2,0
Author
Katharina Ströhl (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V112707
ISBN (eBook)
9783640126576
ISBN (Book)
9783640870868
Language
German
Tags
Göttlichkeit Camillas Grund Rollenverhalten Einführung Mittelhochdeutsche Literatur Aeneasroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Ströhl (Author), 2008, Die Göttlichkeit Camillas und ihre amazonenhafte Art sind der Grund für ihr abweichendes Rollenverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112707
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