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Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung

Titel: Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Teresa Wolf (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt die Frage, wie die systemische Sichtweise die Beziehungskompetenz von Lehrkräften beeinflussen kann. Häufig heißt es, dass nicht die Anwendung bestimmter Techniken angestrebt werde, sondern das Verinnerlichen einer systemischen Haltung.

Seit einigen Jahren wird der systemische Ansatz immer populärer. Begründet in den 50er Jahren fand er zunächst nur in der Familientherapie Anerkennung. In den vergangenen Jahrzehnten hielt die systemische Sichtweise dann nicht nur in Psychotherapie, Erziehungsberatung und pädagogischen Bereichen wie Kindertherapie, sozialer Arbeit und der Schule, sondern vor allem auch im unternehmerischen Bereich als Personal-, Team- und Führungskräfteberatung, Einzug.

Auffällig ist: "Systemisch" scheint im Trend zu liegen. Möglicherweise hängt dies mit der Eigenschaft der systemischen Sichtweise zusammen, die Ursache für Probleme nicht in den Personen, sondern in den Beziehungsmustern zwischen Personen zu suchen. Die Beziehungsfähigkeit rückt auch in der Schule immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit. John Hattie untersuchte in seiner großangelegten Meta-Studie die Auswirkungen verschiedener Einflussfaktoren auf die Schülerleistung. Die Ergebnisse sorgten dadurch für Aufsehen, weil der Hattie-Studie nach Maßnahmen, die als besonders lernförderlich angesehen wurden (kleinere Klassen, Individualisierung des Lernprozesses und Verständnis des Lehrers als Lernbegleiter) viel weniger positiven Einfluss auf die Schülerleistung haben als angenommen. In der Hattie-Rangliste zum Einfluss der Lehrperson findet sich die Lehrer-Schüler-Beziehung auf Platz drei mit einer Effektstärke von 0,72. Alltagserfahrungen stützen dies, denn wer hatte nicht Spaß am Unterricht eines "coolen Lehrers"?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die systemische Sichtweise

2.1 Das Verständnis von ‚systemisch‘ nach Palmowski

2.2 Probleme und deren Lösung in der systemischen Sichtweise

3. Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung

3.1 Die Lehrer-Schüler-Beziehung im Vergleich zum Klient-Berater-Verhältnis

3.2 Schule in der systemischen Sichtweise

3.3 Der Einfluss der systemischen Haltung auf die Lehrer-Schüler-Beziehung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die systemische Sichtweise die Beziehungskompetenz von Lehrkräften fördern und die Interaktion im schulischen Kontext positiv beeinflussen kann, wobei der Fokus auf dem Verinnerlichen einer systemischen Haltung anstatt der bloßen Anwendung technischer Methoden liegt.

  • Grundlagen der systemischen Sichtweise nach Winfried Palmowski
  • Systemische Definition von Problemen als soziales Konstrukt
  • Vergleich zwischen dem schulischen Lehrer-Schüler-Verhältnis und professioneller Beratung
  • Die Rolle der systemischen Haltung für die Lehrer-Schüler-Beziehung
  • Entlastungspotenziale durch authentisches und wertschätzendes Handeln im Lehrerberuf

Auszug aus dem Buch

3.2 Schule in der systemischen Sichtweise

„‚Systemisch‘ in der Schule zu arbeiten heißt, das Denken und Verhalten, d.h. auch problematisches Verhalten eines Kindes, Jugendlichen oder Heranwachsenden, in Wechselwirkung mit dem Denken und Verhalten der Personen in seinen sozialen Systemen (Familie, Klasse, Lehrer, Peergroup) zu sehen.“ (Hubrig 2010, S. 36). Außerdem sind Personen als autonome Systeme zu verstehen, die „ihre Reaktionen selbst bestimmen und daher von außen nur bedingt zu beeinflussen sind.“ (Staake 2013, S. 37). Sie wählen in einem Kontext aus ihrem vorhandenen Verhaltensrepertoire das Verhaltensmuster aus, das ihnen sinnvoll, funktional und zielführend erscheint. Aus systemischer Sicht geht es also um einen Prozess des Verstehens der Sinnhaftigkeit eines Verhaltens (Vgl. Palmowski 2015, S. 132). „Das Konzept Verhaltensauffälligkeit als Zuschreibung kommt in den Fällen zur Anwendung, in denen es einem Beobachter nicht gelingt, für eine wahrgenommene Verhaltensweise einen (nützlichen oder plausiblen) Sinnzusammenhang zu konstruieren.“ (ebd., S. 133). Dies soll am Beispiel ‚Faulheit‘ erläutert werden: Schule ist definiert als „Ort des Lernens“ (ebd., S. 144). Die Aufgabe des Lehrers ist es zu lehren; die Aufgabe der Schüler ist es zu lernen. „Anstrengungsbereitschaft ist der Beitrag des Schülers, damit Schule funktionieren kann.“ (ebd.). Faulheit ist also ein Verstoß gegen diese ‚Regel‘ und somit ein Störfaktor. Aus systemischer Sicht entscheidet sich der Schüler zu diesem Verhalten, weil es ihm jeweiligen Kontext sinnvoll erscheint. Diese Entscheidung ist zudem sein gutes Recht, und der Lehrer hat sie zu respektieren (Vgl. Staake 2013, S. 39). Es stellt sich die Frage, welches Ziel der Schüler durch seine Faulheit verfolgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Popularität des systemischen Ansatzes im Bildungsbereich und leitet die Forschungsfrage nach dem Einfluss einer systemischen Haltung auf die Beziehungskompetenz von Lehrkräften ab.

2. Die systemische Sichtweise: Dieses Kapitel definiert den Begriff ‚systemisch‘ und erläutert, wie Probleme in dieser Sichtweise als soziale Konstrukte innerhalb eines Systems begriffen und prozessual gelöst werden können.

3. Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung: Hier wird der Transfer der systemischen Beratung auf das schulische Umfeld vollzogen, wobei die Bedeutung von Haltung, Vertrauen und authentischem Handeln des Lehrers im Mittelpunkt steht.

4. Fazit: Das Fazit fasst die entlastende Wirkung der systemischen Haltung für Lehrkräfte zusammen und unterstreicht, dass eine professionelle Lehrer-Schüler-Beziehung maßgeblich auf Wertschätzung und dem Verständnis für soziale Muster basiert.

Schlüsselwörter

systemische Haltung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Beziehungskompetenz, systemische Pädagogik, Konstruktivismus, Verhaltensauffälligkeit, Wertschätzung, authentisches Handeln, Prozesssteuerung, Kommunikation, systemische Beratung, Schulentwicklung, Selbstreflexion, Problemsystem, pädagogischer Kontext.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des systemischen Ansatzes im Lehrerberuf und untersucht, wie eine systemische Haltung die Qualität der Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülern positiv verändern kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der systemischen Sichtweise, die systemische Definition von Problemen in der Schule sowie der Vergleich zwischen pädagogischem Handeln und systemischer Beratung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie systemisches Denken und Handeln die Beziehungskompetenz von Lehrpersonen erweitern können, um den Schulalltag zu erleichtern und Lehren effektiver zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und -synthese, wobei wesentliche Konzepte der systemischen Pädagogik und Beratung (u.a. von Palmowski, Staake und von Schlippe/Schweitzer) herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Begriff ‚systemisch‘ definiert, das systemische Verständnis von ‚Problemen‘ dargelegt und die Anwendung einer wertschätzenden, systemischen Haltung auf die Lehrer-Schüler-Interaktion analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie systemische Haltung, Beziehungskompetenz, Authentizität, soziale Konstruktion von Wirklichkeit und systemische Interventionsmethoden charakterisiert.

Wie wird das Phänomen ‚Faulheit‘ aus systemischer Sicht interpretiert?

Faulheit wird nicht als statische Charaktereigenschaft oder Dysfunktionalität gesehen, sondern als ein für den Schüler in seinem spezifischen Kontext sinnvolles Verhaltensmuster, das als Antwort auf äußere Bedingungen verstanden werden kann.

Welche Rolle spielt die Selbstreflexion für Lehrkräfte in dieser Arbeit?

Die Selbstreflexion ist essenziell, da sie dem Lehrer ermöglicht, eigene limitierende Glaubenssätze aufzulösen und sich als Person authentisch in den pädagogischen Prozess einzubringen, was wiederum die Beziehung zum Schüler stärkt.

Warum wird die „Haltung der Demut“ im Kontext der Lehrer-Schüler-Beziehung erwähnt?

Diese Haltung beschreibt, dass sich die Lehrkraft als „Prozesssteurer“ versteht, der zwar die Verantwortung für den Lernrahmen trägt, das Problem jedoch aus der Sicht des Schülers verstehen will, ohne die Lösung bereits vorzugeben.

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Details

Titel
Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Pädagogik der Sekundarstufe)
Veranstaltung
Psychosoziale Kompetenzen im Lehrberuf
Note
1,0
Autor
Teresa Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V1127122
ISBN (eBook)
9783346496034
ISBN (Buch)
9783346496041
Sprache
Deutsch
Schlagworte
systemisch systemische Beratung Palmowski Lehrer-Schüler-Beziehung Schule Beziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Teresa Wolf (Autor:in), 2018, Die systemische Haltung und ihr Einfluss auf die Lehrer-Schüler-Beziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127122
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Leseprobe aus  14  Seiten
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