Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Theorie-Praxis-Verknüpfung. Sie hat zum Ziel, die Theorie, die der Planspielmethode zugrunde liegt, darzustellen und die Durchführung des genannten Planspiels rückblickend zu analysieren und zu reflektieren. Hierfür wurde ein am Prinzip der Offenheit orientierter qualitativer und induktiver Forschungszugang gewählt. Anhand eines nicht-reaktiven Verfahrens wurden Daten ausgewertet, die explizit nicht für Forschungszwecke produziert wurden: Die verwendeten Beobachtungsverfahren sind eine Kombination aus teilnehmenden Beobachtungen im Feld und fotogestützten Beobachtungen. Ebenfalls in die Analyse des Planspiels einbezogen wurden Mitteilungsformulare, die die Schülerinnen und Schüler zur Kommunikation zwischen den Gruppen nutzten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Methode des Planspiels
2.1. Ursprung
2.2. Begriff
2.3. Strukturmerkmale
2.4. Abgrenzung zum Rollenspiel
2.5. Ablauf und Phasen
3. Das Planspiel im schulischen Kontext
3.1. Einsatzmöglichkeiten
3.2. Gegenstand
3.3. Politische Kompetenzdimensionen
3.4. Probleme und Grenzen
4. Unterrichtsentwurf zum Planspiel »Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?«
4.1. Bedingungsanalyse
4.1.1.Institutionelle Bedingungen
4.1.2.Anthropologische und soziale Bedingungen
4.2. Lernziele und Kompetenzen
4.2.1.Richtziele
4.2.1.1. Prozessbezogene Kompetenzen
4.2.1.2. Inhaltsbezogene Kompetenzen
4.2.2.Grob- und Feinziele
4.3. Tabellarischer Stundenverlaufsplan
5. Theoriegeleitete Analyse des Planspiels »Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?«
5.1. Vorausgehende Vorbereitung
5.2. Durchführung
5.2.1.Vorbereitungsphase
5.2.2.Spielphase
5.2.3.Reflexionsphase
5.3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die theoretischen Grundlagen der Planspielmethode systematisch darzustellen und die praktische Durchführung eines Planspiels in einer vierten Grundschulklasse reflektiert zu analysieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie die methodischen Herausforderungen bei der Anwendung politischer Planspiele im Kontext der Primarstufe.
- Grundlagen und Ursprünge der Planspielmethode
- Einsatzmöglichkeiten im schulischen Politikunterricht
- Förderung politischer Kompetenzdimensionen durch Simulationen
- Konzeption und Durchführung eines konkreten Unterrichtsentwurfs
Auszug aus dem Buch
2.1. Ursprung
Um die Methode des Planspiels und deren Funktion zu beschreiben, wird zunächst ein Blick auf den Ursprung von Simulationsspielen geworfen. Allgemein sind sich die Autoren verschiedener Werke einig, dass die Planspieltechnik zunächst im militärischen Bereich angewandt wurde und später in der Wirtschaft an Bedeutung gewann (vgl. Gugel 1999, S. 246).
Als Vorläufer des militärischen Planspiels nennt Vagt (1978, S. 12) das Kriegsschach, welches im 17. Jahrhundert in Europa entwickelt und auf einem Spielbrett gespielt wurde. Dessen Spielidee skizziert Kaiser wie folgt: „den Krieg selbst faßte man als »Manövrierkunst« auf. Im Spiel sollte der Gegner durch geschicktes Vorausberechnen nach strategischen Grundsätzen »ausmanövriert« werden.“ (1976, S. 102f.) Um 1800 wurde von Georg Vinturinus von Schleswig das Spielbrett durch topographische Karten der Grenzregion zwischen Frankreich und Belgien ersetzt, wodurch diese weiterentwickelte Form des Kriegsschachs einen realen Bezug in das Spiel brachte (vgl. Pappe 2011, S. 198).
1811 nahm der preußische Kriegsminister von Reißwitz eine weitere Modifikation vor, indem nicht mehr auf einem Spielbrett oder einer Karte gespielt wurde, sondern in einem als Spielfeld fungierenden Sandkasten mit Geländenachbildungen (vgl. ebd.). Diese Kriegssimulation wurde gleichermaßen von der Marine mittels eines Wasserkastens genutzt (vgl. Kaiser 1976, S. 103). Von Reißwitz’s Sohn führte 1844 erstmalig ein ausführliches Regelwerk ein, welches die Spielenden beachten mussten (vgl. Vagt 1978, S. 12). Das Ziel von Sand- und Wasserkastenspielen war Eckardt und Stiegeler zufolge „Feldzüge und Schlachten vor ihrer realen Durchführung […] zu simulieren, um Stärke des Gegners, eigenes Verhalten und das Verhalten Dritter in bestimmten Situationen vorauszuberechnen, um dann in der Realität zweckentsprechend handeln zu können.“ (1973, S. 4)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung der Theorie-Praxis-Verknüpfung von Planspielen im Grundschulunterricht ein und erläutert den gewählten induktiven Forschungszugang.
2. Die Methode des Planspiels: Dieses Kapitel definiert den Ursprung, den Begriff sowie die Strukturmerkmale des Planspiels und grenzt es methodisch vom Rollenspiel ab.
3. Das Planspiel im schulischen Kontext: Hier werden die Einsatzmöglichkeiten, der Gegenstandsbereich sowie die Förderung politischer Kompetenzen durch Planspiele im Unterricht erörtert.
4. Unterrichtsentwurf zum Planspiel »Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?«: Dieses Kapitel stellt die konkrete Bedingungsanalyse, die Lernziele und den tabellarischen Verlaufsplan des durchgeführten Unterrichtsentwurfs vor.
5. Theoriegeleitete Analyse des Planspiels »Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?«: Der Hauptteil analysiert und reflektiert die praktische Durchführung der Phasen Vorbereitung, Spiel und Reflexion basierend auf den zuvor dargelegten Theorien.
Schlüsselwörter
Planspiel, politische Bildung, Grundschule, Sachunterricht, Simulation, politische Kompetenz, Urteilsfähigkeit, Handlungskompetenz, Entscheidungsprozess, kommunale Politik, Theorie-Praxis-Verknüpfung, Unterrichtsentwurf, Gruppenarbeit, Spielmodell, Konfliktorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Planspielmethode als Instrument des Politikunterrichts in der Grundschule, wobei sie Theorie und die praktische Anwendung in einer vierten Klasse miteinander verbindet.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die Definition und Struktur von Planspielen, deren Einordnung in den schulischen Kontext, die Förderung politischer Kompetenzen sowie eine detaillierte Analyse eines konkreten Unterrichtsbeispiels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist die Darstellung der theoretischen Grundlagen der Methode und die rückblickende, theoriegeleitete Reflexion einer praktischen Durchführung, um Erkenntnisse für künftige Planspiele zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem am Prinzip der Offenheit orientierten qualitativen und induktiven Forschungszugang unter Verwendung teilnehmender und fotogestützter Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Planspielbegriffs und eine umfangreiche Analyse des Unterrichtsentwurfs zum Thema kommunale Entscheidungsprozesse in der Gemeinde Feldhausen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Planspiel, politische Bildung, Grundschule, politische Kompetenzdimensionen und kommunale Entscheidungsprozesse definieren.
Warum wurde das Planspiel »Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?« gewählt?
Das Thema wurde gewählt, da es kindgemäß ist, an die Lebenswirklichkeit der Schüler anknüpft und einen realitätsnahen, politischen Entscheidungsprozess auf kommunaler Ebene simuliert.
Welche Rolle spielt die Lehrperson bei der Durchführung laut dieser Arbeit?
Die Lehrperson fungiert bei der Durchführung primär als Beraterin und Spielleitung, wobei eine unterstützende Begleitung durch weiteres Personal (Studentinnen) für den Erfolg der Methode in der vierten Klasse als hilfreich erachtet wurde.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Das Planspiel "Bekommt die Gemeinde Feldhausen einen Spielplatz?" im Sachunterricht der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127145